Der Freitag rettet die Börsenwoche

Stand: 21.01.2011, 20:01 Uhr

Mit einem Plus von 0,5 Prozent rettet der Dax sich ins Wochenende und saniert damit die Wochenbilanz an der Börse. Gute Bilanzzahlen und die hervorragende Stimmung der deutschen Wirtschaft brachten den Käuferlager Schwung.

Dass die Stimmung unter Deutschlands Unternehmern so gut ist wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr, meldete das Ifo-Institut schon am späten Morgen. Auf 110,3 Punkte war der Ifo-Index gestiegen, "die deutsche Wirtschaft startet schwungvoll in das neue Jahr", fasste Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn die jüngste Umfrage unter 7.000 Managern zusammen.

Dennoch brauchte es eine Weile, bis sich die Börse mit den guten Zahlen anfreunden konnte und der Dax am frühen Nachmittag um bis zu ein Prozent zulegen konnte.

Dazu brauchte es vor allem die Bilanz des amerikanischen Industriekonzerns General Electric, der bei Umsatz und Gewinn punktete und ein starkes Jahr 2011 versprach. Dass die Bank of America enttäuschende Quartalszahlen bekannt gab, wurde kurzerhand verschmerzt. Selbst die im Dax notierten Finanzaktien reagierten auf den Überraschenden Verlust der BoA nicht.

Am Nachmittag setzte die schwankende Wall Street dem Dax etwas zu, so dass der deutsche Leitindex fern des Tageshochs bei 7.062 Punkten schloss, plus 0,5 Prozent. Auf Wochensicht bilanziert der Dax damit ein Minus von 0,2 Prozent, womit die Kursverluste von Mittwoch und Donnerstag annähernd ausgeglichen wären.

Im Dax waren am Freitag vor allem jene Titel gefragt, die vergangenes Jahr ein Mauerblümchendasein fristeten. Finanztitel legten zu und auch die Papiere der 2010 stark vernachlässigten Versorger beendeten den Freitag mit Kursgewinnen. Siemens-Aktien reagierten auf die GE-Bilanz und legten 1,9 Prozent zu.

Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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ThyssenKrupp: Die Bilanz
Die Quartalszahlen des Stahlkonzerns ThyssenKrupp wurden von Anlegern nur bedingt wohlwollend aufgenommen. Der Gesellschaft gelang es, im ersten Quartal ihres Geschäftsjahres den Umsatz kräftig zu steigern. Wie erwartet stagnierte das operative Ergebnis, vor allem wegen Anlaufverlusten der neuen Stahlwerke in Brasilien und den USA.

Merck erhält keine Empfehlung
Der Expertenausschuss CHMP der europäischen Arzneimittelbehörde EMA hat sich erneut gegen die Marktzulassung des als Hoffnungsträger geltenden MS-Medikamentes Cladribin von Merck ausgesprochen. Den Zuschlag erhielt das Konkurrenzprodukt Gilenya des Schweizer Pharmakonzerns Novartis. Gilenya soll künftig zu Behandlung der Multiplen Sklerose eingesetzt werden, so der CHMP.

Morphosys mit Bilanzierungsfehlern
Aktien des Biotechnologiekonzerns Morphosys verloren am Freitag mehr als vier Prozent. Die Firma hatte eine Zahlung des amerikanischen Pharmakonzerns Pfizer bilanziell falsch behandelt und deswegen ihre erst im Dezember nach oben korrigierten Umsatzziele nicht erreicht. Statt der in Aussicht gestellten 94 Millionen Euro werde man nun lediglich 87 Millionen Euro erlösen, stellte Morphosys klar.

Nordex: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Nordex erreicht Jahresziele
Der Windkraftkonzern Nordex hat seine Geschäftsziele für vergangenes Jahr wohl erreicht. Man erwarte "keine Überraschungen" sagte Vorstandschef Thomas Richterich der Nachrichtenagentur Reuters. Jüngst hatte Nordex seine Umsatzprognose von etwa 1,2 Milliarden Euro auf rund eine Milliarden Euro gesenkt, was einem leichten Rückgang entsprechen würde. Vor allem das erste Halbjahr 2010 war wegen dem wachsenden Wettbewerbsdruck und dem schwachen USA-Geschäft enttäuschend ausgefallen. Die TecDax-Aktie gewann am Freitag 1,1 Prozent.

Demag Cranes expandiert nach China
Der zuletzt als Übernahmeziel gehandelte Kranhersteller Demag baut sein Geschäft durch eine Beteiligung in China aus. Man werde künftig mit dem größten Kranhersteller des Landes, der Weihua Group, zusammenarbeiten, teilte Demag mit. Demag übernimmt demnach einen Minderheitsanteil am Krangeschäft von Weihua. Demag-Chef Aloysius Rauen sagte, seine Firma werde "aktiv am Konsolidierungsprozess in unserer Branche teilnehmen".

Der erste Börsengang des Jahres
Der niedersächsische Fahrradhersteller Derby Cycle wird wohl der erste Neuzugang an der deutschen Börse in diesem Jahr. Am 4. Februar sollen die Aktien der Cloppenburger Firma in den Handel starten, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Börsenprospekt hervorgeht. Das Unternehmen dürfte aus dem Verkauf von 6,84 Millionen Aktien zu 11,50 bis 15,50 Euro das Stück rund 100 Millionen Euro einnehmen.

Tagestermine am Dienstag, 18. Dezember

Unternehmen:
FedEx: Q2-Zahlen
Navistar: Q4-Zahlen
Micron Technology: Q1-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklima 12/18, 10:00 Uhr
USA: Baubeginne und Genehmigungen 11/18, 14:30 Uhr