Marktbericht 20:00 Uhr

Eon und ThyssenKrupp stechen positiv hervor Der Dax fällt in den alten Trott zurück

Stand: 07.10.2016, 20:00 Uhr

Die Arbeitsmarktdaten aus Amerika haben den deutschen Aktienmarkt zum Wochenausklang gebremst. Der Dax schloss bei unter 10.500 Punkten.

Bei 10.490 Punkten lag der Dax im elektronischen Handel auf Xetra - ein Minus von 0,7 Prozent. Auf Sicht einer Woche liegt der Kursrückgang bei 0,2 Prozent. Der bis 20.00 Uhr berechnete L/E-Dax schloss kaum verändert bei 10.493.

"Aktuell sieht es so aus, als könnte die Börsen nichts aus ihrer schon wochenlang andauernden schon fast lethargischen Seitwärtsbewegung reißen", kommentierte Jochen Stanzl von CMC Markets. "Die Investoren hangeln sich derzeit von Ereignis zu Ereignis und von Nachricht zu Nachricht, um diese dann aber auch schnell wieder abzuhaken."

Nicht gut, nicht schlecht

ARD-Börsenstudio: Jan Plate
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Börse 20.15 Uhr

Im September wurden in den USA außerhalb der Landwirtschaft 156.000 neue Stellen geschaffen. Damit wurden die Erwartungen der Volkswirte von 175.000 unterboten. Auch die Arbeitslosenquote dürfte Optimisten enttäuschen. Sie lag mit 5,0 über den erwarteten 4,9 Prozent. Dennoch bleibt der amerikanische Arbeitsmarkt damit in einer starken Verfassung - zumal die Zahlen für August nach oben revidiert wurden.

"Wir haben Vollbeschäftigung. Da wäre es sinnvoll, die Zinsen um einen Viertelprozentpunkt zu erhöhen", sagte die Chefin der Fed von Cleveland zum Sender CNBC. Die Zahlen sind nicht stark genug, um bei der Fed unmittelbaren Handlungsbedarf auszulösen", sagte Ökonom Michael Jones vom Finanzhaus RiverFront Investment.

Damit ist eine Zinserhöhung im November fast sicher vom Tisch. Der Markt taxiert die Wahrscheinlichkeit für ein gleichbleibendes Zinsniveau auf rund 90 Prozent.

Der Euro kletterte im Anschluss kurzzeitig über die Marke von 1,12 US-Dollar.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Krasse Schwankungen beim Pfund

Am Devisenmarkt sorgten die Kurskapriolen des britischen Pfundes für Gesprächsstoff. Das Pfund brach im asiatischen Handel kurzzeitig um fast zehn Prozent ein, bevor es den größten Teil seiner Verluste wieder wettmachen konnte. Am Vormittag wurden dann bekannt, dass die britische Wirtschaft im August nicht sonderlich gut gelaufen ist. Die dortige Industrie hat ihre Produktion um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat verringert. Analysten hatten dagegen einen leichten Zuwachs um 0,1 Prozent erwartet.

Möglicherweise sei vor dem starken Kursausschlag ein Marktteilnehmer auf eine falsche Taste gekommen, heißt es in den Handelsräumen der Banken.

Yahoo verliert

In New York versprühten die Wall Street und die Nasdaq zwei Stunden vor Handelsschluss ebenfalls nicht allzu viel Esprit. Aktien von Yahoo gaben um rund ein Prozent nach. Die "New York Post" berichtete, der Telekom-Konzern Verizon wolle nicht mehr die geplanten 4,8 Milliarden Dollar für Yahoos Kerngeschäft zahlen, sondern eine Milliarde Dollar weniger. Grund sei der jüngste Datendiebstahl bei Yahoo.

Investor Cevian vor dem Einstieg bei Eon?

Eon

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Größter Dax-Gewinner war die Eon-Aktie mit einem Gewinn von 3,8 Prozent auf 6,31 Euro. Der schwedische Investor Cevian prüft einem Zeitungsbericht zufolge einen Einstieg bei dem Versorger. Es gebe erste Überlegungen, bei Eon mit zehn Prozent einzusteigen, berichtete die "Rheinische Post" vorab unter Berufung auf "Industrie-Kreise im Ruhrgebiet". Wie Reuters berichtet, sei kein allerdings kein rascher Einstieg bei Eon geplant. . "Da ist nichts dran", sagte ein Insider der Nachrichtenagentur.

Stahlwerte profitieren von Branchenstudie

Auch die ThyssenKrupp-Aktie war gefragt. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hat das Kursziel für den Dax-Titel von 24,50 auf 25,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Im MDax haussiert die Salzgitter-Aktie. Hier hat Merrill Lynch das Kursziel von 29 auf 35 Euro angehoben und die Empfehlung von "Neutral" auf "Buy" erhöht.

Deutsche Bank: Alle für einen?

Die Deutsche-Bank-Aktie beendete eine sehr schwankungsreiche Woche mit einem Plus von einem halben Prozent auf 12,09 Euro. Laut Reuters kann sich die Deutsche Bank trotz der aktuellen Vertrauenskrise an den Märkten auf ihren größten Aktionär Katar verlassen. Die Herrscherfamilie des Emirats habe derzeit keine Pläne auszusteigen, zitiert Reuters zwei Insider. Katar halte sich demnach sogar die Möglichkeit offen, bei einer weiteren Kapitalerhöhung mitzuziehen - sollte ein solcher Schritt nötig werden.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Laut "Spiegel" erwägt Katar gemeinsam mit anderen Investoren sogar eine Sperrminorität von 25 Prozent zu erwerben. Eine solche Aufstockung sei aber unwahrscheinlich, sagten zwei mit der Situation vertrauten Personen zu Reuters.

RWE/Innogy: Zu hoch gepokert?

Sehr schwach entwickelte sich die RWE-Stammaktie. Sie war mit einem Verlust von 7,4 Prozent auf 13,40 der mit Abstand schwächste Dax-Wert. Der Tochterkonzern Innogy rutschte bei seinem heutigen Börsendebüt zeitweise unter den Ausgabepreis von 36 Euro, ging dann aber exakt auf diesem Niveau aus dem Handel. Die RWE-Tochter hatte bis zu 139 Millionen Papiere zu je 36 Euro ausgegeben und die Preisspanne damit voll ausgereizt. Der Preis für die Innogy-Aktien sei für ihn zu hoch, kommentierte Analyst Ingo Becker von Kepler.

Daimler: E-Klasse und SUVs stark gefragt

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Daimler-Aktie konnte von positiven Unternehmensnachrichten nicht profitieren. Mit der Stammmarke Mercedes-Benz konnten die Stuttgarter einen neuen Absatzrekord aufstellen. Im September wurden mit 211.286 Fahrzeugen so viele Autos wie noch nie zuvor in einem Monat verkauft - ein Plus von 12,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Das dicke Wachstum verdankt Daimler weiterhin der neuen E-Klasse und sportlichen Geländewagen (SUVs).

Tui: Einigung in Sicht

Die Situation bei der Fluggesellschaft TuiFly könnte sich schon bald normalisieren. Nach den massenhaften Krankmeldungen will das Unternehmen erst Mitte November über die Zukunft des Ferienfliegers entscheiden. Bereits jetzt sagte das Unternehmen zu, dass die Gesellschaft für die Dauer von mindestens drei Jahren eine deutsche Gesellschaft mit Sitz in Hannover bleibe. Zudem behielten Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge Gültigkeit und es werde keine Einschnitte bei den Gehältern geben. Ab Sonntag soll es wieder einen weitgehend normalen Flugplan geben.

Fraport hat Billigflieger im Visier

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport will schnell wachsende Billigfluglinien wie Ryanair, Easyjet und die Lufthansa -Tochter Eurowings an den größten Flughafen in Deutschland locken. "Ich gehe davon aus, dass wir im nächsten halben Jahr erste Ergebnisse präsentieren werden", sagt Schulte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Chinesischer Investor geht bei Aixtron-Übernahme auf Nummer sicher

Der chinesische Investor Grand Chip Investment will bei der Übernahme des Spezialmaschinenbauers Aixtron kurz vor Toresschluss kein Risiko mehr eingehen. Die Chinesen senkten am Donnerstagabend die Mindestannahmeschwelle von 60 Prozent auf 50,1 Prozent und geben den Aktionären zudem zwei Wochen mehr Bedenkzeit. Ursprünglich sollte die Frist an diesem Freitag enden.

Bosnische Unternehmerfamilie bietet für Alno

Die bosnische Unternehmerfamilie Hastor steigt in großem Stil beim badischen Küchenhersteller Alno ein. Die von Kenan, Nijaz und Damir Hastor indirekt kontrollierte Tahoe Investors kündigte am Donnerstagabend ein Übernahmeangebot für das chronisch verschuldete Unternehmen an. Die Hastors wollen 50 Cent für jede Alno-Aktie bieten - damit würde der zweitgrößte deutsche Küchenbauer mit knapp 38 Millionen Euro bewertet.

Norcom-Aktien steigen kräftig

Die Norcom Information Technology AG steht offenbar vor einem großen Vertragsabschluss. Laut Norcom will ein "Auto-Premiumhersteller" die "Big-Data-Lösung" Eagle lizenzieren. Der Umfang des Projekts belaufe sich auf etwa fünf Millionen Euro. Die Norcom-Aktie sprang um fast 29 Prozent nach oben.

ME

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 23. Juli

Unternehmen:
Daimler: Weltpremiere des ersten Elektroautos der neuen Marke EQ in Stockholm
Ryanair: Q1-Zahlen, 07:00 Uhr
Philips: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Julius Bär: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Hasbro: Q2-Zahlen, 12:30 Uhr
Halliburton: Q2-Zahlen, 12:45 Uhr
Kering: Q2-Zahlen, 16:00 Uhr
Michelin: Q2-Zahlen, 17:45 Uhr
Luxxotica: Halbjahreszahlen, 17:45 Uhr
Alphabet (Google): Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss
Amgen: Q2-Zahlen
AMD: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Bundesbank-Monatsbericht Juli, 12:00 Uhr
USA: CFNA-Index für Juni, 14:30 Uhr
USA: Wiederverkäufe Häuser im Juni, 16:00 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone im Juli, 16:00 Uhr