Dax: Zurück auf Start

Stand: 30.05.2011, 19:55 Uhr

Wäre die Entscheidung zum Atomausstieg nicht gewesen, so hätte der Dax diesen Montag durchaus mit einem Kursgewinn abschließen können. So aber langte es wegen der Verluste bei den Versorgern nur für den Bestandserhalt, der Dax schloss unverändert.

Sogar ganze drei Punkte im Minus schloss der Dax, bei 7.160 Punkten, ein Abschlag von 0,04 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Immerhin erreichte der Dax am Vormittag kurz die wichtige 7.200-Punktemarke. Wegen des Mangels an marktbewegenden Nachrichten und des Memorial Days in Amerika, weswegen die Wall Street am Montag geschlossen blieb, verzichteten die Anleger im hochsommerlichen Frankfurt darauf, im weiteren Tagesverlauf irgendwelche eigenen Experimente zu wagen.

Eon

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,93
Differenz relativ
-0,72%

Immerhin war bei den Versorgern und den Herstellen von Wind- und Sonnenstrom etwas mehr los. Die Bundesregierung hatte am Wochenende beschlossen, dass Deutschland spätestens 2022 aus dem Atomstrom aussteigen wird, und dies war für Besitzer von Atomkraftwerken und deren Aktionäre keine gute Nachricht. Eon- und RWE-Aktien verloren beide rund zwei Prozent und setzten damit ihren schlechten Lauf der letzten Wochen fort.

Hochstimmung herrschte hingegen bei den Aktionären der Firmen regenerativer Energien. Der TecDax, in dem diese Firmen stark versammelt sind, legte am Montag 1,6 Prozent zu. Nordex-Aktien gewannen an der Spitze 13,3 Prozent, Phoenix Solar legte an zweiter Stelle 9,4 Prozent zu. Die Stimmung unter den Solarfirmen könnte aber bald wieder getrübt werden: Am Nachmittag teilte Bundesumweltminister Norbert Röttgen mit, dass die Solarförderung im März 2012 um weitere sechs Prozent gekürzt werden könnte.

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,47
Differenz relativ
-1,36%

CoBa-Aktie sieht kein Land
2,9 Prozent schwächer schloss die Aktie der Commerzbank. Seitdem die Commerzbank mit ihrer milliardenschweren Kapitalerhöhung Ernst macht, ist die Aktie stark unter Druck, die Marke von drei Euro wirkt aber immer noch abschreckend auf die Aktionäre. Auch am Montag blieb die CoBa-Aktie knapp darüber. Zusätzlich belastet wurde das Papier von einer neuen Studie von JP Morgan, deren Fachleute das Kursziel für Commerzbank-Aktien auf vier Euro senkten.

Heideldruck erhöht das Kapital
Die Aktie des Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck kam am Nachmittag etwas unter Druck, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, eine Kapitalerhöhung durchführen zu wollen, beziehungsweise zu müssen. Die Firma erhöht ihr Grundkapital um rund 2,35 Millionen Euro. Die neuen Aktien gehen komplett an die ehemaligen Aktionäre von Linotype-Hell, Heidelberger Druck erfüllt damit Schadenersatzansprüche der Linotype-Aktionäre.

Brenntag wächst, Software will kaufen
Der Chemikalienhändler Brenntag aus dem MDax hat sich in Nordamerika vergrößert und den Konkurrenten G.S: Robbins & Company übernommen. 96 Millionen Dollar habe die Firma im vergangenen Jahr umgesetzt, Angaben zum Kaufpreis gab es nicht. Die im TecDax notierten Softwarefirma Software AG plant ebenfalls Zukäufe. Ab 2012 könne man größere Transaktionen ins Auge fassen, sagte Finanzdirektor Arnd Zinnhardt der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Bis dahin habe man bei der übernommenen IDS Scheer noch einzelne Restarbeiten zu erledigen, so Zinnhardt.

Singulus plant Kapitalerhöhung
Schwächer schloss die Aktie des Anlagenherstellers Singulus aus dem TecDax. Die Firma will mit einer Kapitalerhöhung neues Geld für den Ausbau ihrer Solarsparte einsammeln. Rund 26 Millionen Euro soll dies erlösen, Aktionäre können noch bis zum 17. Juni zu einem Preis von 3,30 Euro je Anteilsschein zeichnen.

Terex will Angebot nicht erhöhen
Ebenfalls etwas schwächer beendete die Demag-Aktie aus dem MDax den Handelstag. Der Versuch des amerikanischen Konkurrenten Terex, Demag zu übernehmen, verliert deutlich an Schwung. Demag will das aktuelle Angebot nach Angaben der "Financial Times Deutschland" zurückweisen, dem Vorstand ist das Gebot von 41,75 Euro je Aktie zu wenig. Terex reagierte am Mittag und meldete, man werde das Angebot nicht erhöhen.

Catoil macht Verluste
Catoil, ein Anbieter von Dienstleistungen für die Öl- und Gasförderung, hat das erste Quartal mit einem leichten Verlust beendet. Netto habe man im ersten Quartal eine halbe Million Euro verloren, teilte das SDax-Unternehmen mit. Dier Erlöse stiegen wegen guter Wetterbedingungen in dieser Zeit jedoch um fast ein Drittel auf 61 Millionen Euro. Die Aktie schloss schwächer.

Börsenneulinge: Adler und United Power
Für die beiden IPO-Kandidaten im Juni, Adler und United Power, hat am Montag die Zeichnungsfrist begonnen. United Power Technology, ein Generatorhersteller aus China, bietet 5,75 Millionen Aktien an, zu einem Preis zwischen 9,00 und 11,50 Euro. Die Firma will am 10. Juni an die Börse gehen. Die Modekette Adler plant ihren IPO für den 16. Juni. Bis dahin will die Firma 11,6 Millionen Aktien für 10,00 bis 12,50 Euro an den Mann bringen. Adler hofft auf einen Emissionserlös von 145 Millionen Euro.

Paion erhält Meilenstein
Das Biotechunternehmen Paion aus dem Prime Standard erhält eine Millionen-Zahlung von seinem japanischen Partner Ono Pharmaceutical. Ono zahlt drei Millionen Euro an Paion, weil dessen Narkosemittel Remimazolam nun zu einer Phase-II-Studie in Japan zugelassen ist.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Dienstag, 24. September

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USA: Verbrauchervertrauen 09/18, 16:00 Uhr

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