Marktbericht 18:00 Uhr

ARD-Börsenstudio: Claudia Wehrle
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ThyssenKrupp-Aktie stürzt ab Dax zeigt Nehmer-Qualitäten

Stand: 09.11.2018, 18:00 Uhr

Es war kein berauschender Tag an der Börse, aber die Dax-Bullen haben sich immerhin tapfer gegen weitere Verluste gestemmt. Einen besonders negativen Ausreißer gab es allerdings, der den Handel überschattete.

Die ThyssenKrupp-Aktie stürzte am Freitag 9,08 Prozent in die Tiefe. Der Industriekonzern hatte am Vorabend eine Gewinnwarnung ausgegeben, heute straften die Anleger das Papier dafür kräftig ab. Es stand mit großem Abstand am Dax-Ende. Tagessieger waren im Dax Lufthansa, die ihre Gewinne am Nachmittag nach gut aufgenommenen Verkehrszahlen ausbauten und gut vier Prozent zulegten. Auch das Zahlenwerk von Dax-Schwergewicht Allianz fand Gefallen, die Aktie legte 2,66 Prozent zu, was nicht alltäglich ist.

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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20,09
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Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Dax rettet sich knapp ins Plus

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Chapeau, Dax. Am Mittag hätte wohl niemand mehr damit gerechnet, dass sich der Index, wenn auch knapp, noch mit einem leichten Plus ins Ziel retten würde. Ganze 1,84 Punkte oder 0,02 Prozent waren es am Ende auf den Schlussstand von 11.529 Punkte. Damit hat der deutsche Leitindex auch im Wochenvergleich ein Miniplus von zehn Punkten erreicht und die Marke von 11.500 Punkten behauptet. Das Tagestief lag heute bei 11.418 Zählern.

Trotzdem war es natürlich kein Leckerbissen für die Anleger, der sich da heute bot. Am Nervenkostüm zerrten nach Auskunft von Marktexperten mehrere Faktoren: Die US-Notenbank (Fed) wird voraussichtlich im Dezember den Leitzins wieder erhöhen, was Anleihen und andere festverzinsliche Wertpapiere tendenziell interessanter macht.

B5 aktuell Börse
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B5 Börse 13.42 Uhr: Allianz gut unterwegs

"Die Börsen gehen jetzt erst mal in den Abwarte-Modus über", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC. Auch die technischen Analysten haben nicht viel Gutes im Gepäck. Schwer wiegt die im Oktober mit dem Rutsch unter die 11.800-Punkte-Marke aktivierte Schulter-Kopf-Schulter-Formation, die sich ab dem Frühjahr 2017 ausgebildet hatte.

Wall Street im Minus

An der New Yorker Aktienbörse drücken vor allem Zinsängste die Kurse auf breiter Front. Dabei verlieren Technologiewerte ebenso überproportional wie zyklische Aktien. Der Leitindex Dow Jones verliert aktuell 0,9 Prozent, an der Nasdaq geht es mit 1,6 Prozent deutlich stärker bergab.

Die US-Notenbank Fed hatte sich am Donnerstag die Tür für eine weitere Anhebung im Dezember offengelassen. "Jahrelang haben die großen Notenbanken die Hausse mit unnatürlich niedrigen Zinsen befeuert, jetzt wird die Politik der exzessiven Liquiditätszufuhr beendet", sagt Marktexperte Eduard Baitinger vom Investmenthaus Feri. Anleger fürchten auch eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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Nasdaq Composite: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
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7.259,03
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Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
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6.890,45
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Zu den größten Verlierern zählen neben den Techwerten konjunkturabhängige Titel wie Dow-Jones-Mitglied Caterpillar (derzeit schwächster Dow-Wert), aber auch Energieaktien nach dem Preisverfall am Ölmarkt. Im Gegenzug legen Walt Disney im Dow nach gut aufgenommenen Quartalszahlen zu.

Noch nicht klar ist, wie es mit dem Dauerthema Handelsstreit weitergeht, das die Börse stark beschäftigt. Präsident Trump hat hier trotz des Verlustes der Mehrheit im Abgeordnetenhaus des Kongresses weiter die Federführung. Er trifft sich am 30.11. auf dem G20-Treffen mit Chinas starkem Mann Xi Jinping. Der Ausgang ist derzeit völlig offen

Dollar im Aufwind

Am Devisenmarkt verbucht der Dollar zum Wochenschluss auf breiter Front Gewinne. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1346 (Donnerstag: 1,1424) Dollar fest. Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,1319 Dollar nochmals tiefer. Haupttreiber für den Greenback ist weiter das große Zinsvoraus gegenüber dem Euro. Da die Fed auch weiterhin die Zinszügel straffen wird, bleibt dieser übergeordnete Trend bestimmend, zumal die EZB im Zinszyklus noch weit zurück ist.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1351
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Am Nachmittag schwächte sich das November-Verbrauchervertrauen der Uni Michigan gegenüber dem Vormonat zwar leicht ab auf 98,3 nach 98,6 Punkten, lag aber über den Analystenerwartungen bei 98,0 Punkten. "Die Verbraucherstimmung hat sich nur leicht abgeschwächt. Zudem liegt der Index auf hohem Niveau, sodass mit einer anhaltend robusten Konsumentwicklung zu rechnen ist", kommentierte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen.

Hoffnungen auf eine Brexit-Lösung steigen

Theresa May

Theresa May. | Bildquelle: picture alliance / empics

Die britische Regierung hofft derweil, mit einem baldigen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen auf eine "neue Dynamik" im Parlament in London. Das sagte der britische Vize-Premierminister David Lidington am Freitag bei einer Pressekonferenz nach Gesprächen mit dem irischen Premierminister Leo Varadkar und anderen Regierungschefs auf der Isle of Man. Großbritannien tritt am 29. März aus der EU aus.

Der britische Staatssekretär Robin Walker sieht eine Einigung bei den festgefahrenen Brexit-Gesprächen in greifbarer Nähe. "Über 95 Prozent des Brexit-Abkommens besteht Einigkeit", sagte der konservative Politiker. Die Verhandlungen über den Austrittsvertrag sind zwar weitgehend abgeschlossen, noch fehlt aber eine Einigung über die Frage, wie nach dem Brexit Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland verhindert werden können.

Hierüber gibt es Streit im Parlament, wo Premierministerin May nur eine hauchdünne Mehrheit hat und überdies auf die Stimmen der nordirischen DUP angewiesen ist. Die DUP lehnt einen Zollkompromiss mit der EU bisher ab. Das Risiko eines ungergelten Brexits lastet erheblich auf den Märkten. Das Pfund gab zum Euro moderat nach.

Ölpreise im Sinkflug

Bergab ging es heute an den Ölmärkten. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich weiter und rutschte zwischenzeitlich unter die Marke von 70 Dollar je Fass. Das war der tiefste Stand seit April. US-Leichtöl der Sorte WTI fiel ebenfalls deutlich, zeitweise unter 60 Dollar je Fass oder bis zu 2,3 Prozent weniger. Damit ist der Preis in den USA seit seinem Anfang Oktober markierten Vier-Jahres-Hoch um rund 20 Prozent abgestürzt.

"Es gibt nichts, was den Bärentrend aufhalten kann", sagte Analyst Stephen Brennock vom Londoner Brokerhaus PVM Oil. Die anschwellende Ölproduktion und ein schwächerer Wachstumsausblick für die Weltwirtschaft verstärkten die Talfahrt. Der Goldpreis kann von der steigenden Risikoaversion der Anleger indes nicht profitieren. Die Feinunze Gold fiel ebenfalls 1,2 Prozent zurück auf 1.207 Dollar.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1.215,80
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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56,62
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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66,81
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Lufthansa im Aufwind

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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20,09
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Gut ein Jahr nach der Pleite von Air Berlin hat die Lufthansa zum Herbstbeginn weiter zugelegt. Dank ihres vergrößerten Flugangebots und eines steigenden Ticketabsatzes beförderte die Kranich-Linie samt ihren Töchtern wie Swiss, Austrian Airlines und Eurowings im Oktober rund 13,2 Millionen Fluggäste und damit neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern am Freitag in Frankfurt mitteilte.

Alle Airlines des Konzerns legten zu. Die Auslastung der Maschinen verbesserte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 81,7 Prozent. Die auslasstung der frachräume ging allerdings um 4,6 Prozentpunkte auf 65,6 Prozent zurück.

Wirecard ist für Morgan Stanley ein Kauf

Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat Wirecard von "Equal-weight" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 141 auf 220 Euro angehoben. Wirecard sei unter Wachstumsaspekten weltweit einer der am günstigsten bewerteten Zahlungsabwickler. Die Ziele des Dax-Konzerns bis 2025 drückten sehr viel Optimismus aus, während am Markt das Wachstum von Wirecard zu pessimistisch gesehen werde.

Thyssenkrupp: Nächste Gewinnwarnung

Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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16,52
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Thyssenkrupp hat wegen einer womöglich drohenden Kartellstrafe der Stahlsparte seine Prognose für das abgelaufenen Geschäftsjahr nach unten geschraubt. Für das Geschäftsjahr 2017/2018 sei lediglich ein Überschuss von 100 Millionen Euro zu erwarten, teilte der Konzern am Donnerstagabend nach Börsenschluss in Essen mit.

Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 271 Millionen Euro eingefahren. Die Prognose für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wurde zudem von 1,8 Milliarden auf 1,6 Milliarden Euro gesenkt.  | mehr

VW im Würgegriff von Dieselskandal und Handelsstreit

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Auslieferungen der Volkswagen-Kernmarke VW waren im Oktober weiter rückläufig. Weltweit sank der Absatz um 6,2 Prozent auf 516.900 Fahrzeuge. Schuld daran war in erster Linie die schwache Nachfrage in China. Die Verunsicherung der chinesischen Verbraucher aufgrund des Handelskonflikts mit den USA ließ den Absatz in dem für VW wichtigen Markt um 9,8 Prozent auf 274.100 Autos sinken.

Auch die Verkäufe in Europa wurden im Oktober weiterhin von der Umstellung auf den neuen Abgasstandard WLTP beeinträchtigt, wenn auch nicht mehr so stark wie im September. Besonders deutlich fiel das Minus mit 11,7 Prozent erneut in Deutschland aus.

Muss die Deutsche Bank diese Frau fürchten?

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Nach ihrem Erfolg bei den Midterms haben die US-Demokraten noch nicht entschieden, ob sie ihre größere Macht im Repräsentantenhaus nun für stärkeren Druck auf die Deutsche Bank in der Russland-Affäre nutzen werden.

Es sei noch nicht beschlossen worden, ob die neu gewonnene Mehrheit im Repräsentantenhaus dazu genutzt werde, um verstärkt Auskunft über die Geschäftsbeziehungen des Instituts zu Präsident Donald Trump zu verlangen, sagte die Abgeordnete Maxine Waters, die im Januar den Vorsitz im Bankenausschuss der Kongresskammer übernehmen dürfte.  | mehr

Allianz: Der Sommer hat geholfen

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Europas größter Versicherer Allianz hat ein Jahr nach der schweren Hurrikan-Serie in den USA im Sommer wieder deutlich mehr verdient. Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Überschuss von 1,9 Milliarden Euro und damit fast ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern am Morgen in München mitteilte.  | mehr

Gewinnschub bei Praxair

Der US-Gasekonzern hat im letzten Quartal vor seiner Fusion mit dem deutschen Rivalen Linde den Gewinn deutlich gesteigert. Das Betriebsergebnis legte um sechs Prozent auf 700 Millionen Dollar zu. Der Umsatz wuchs um drei Prozent auf drei Milliarden Dollar. Beide Konzerne sind seit Monatsbeginn unter dem Dach des neuen Dax-Mitglieds Linde plc vereint. Die Praxair-Aktien sind bereits vollständig umgetauscht, bei der Linde AG ist ein Squeeze-out geplant.

Bankenaufseher sehen Commerzbank-Strategie kritisch

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank sehen einem Zeitungsbericht zufolge die Strategie der Commerzbank kritisch und fordern Nachbesserungen. Die Kontrolleure der EZB hätten jüngst in einer Sonderprüfung den Geschäftsplan bis 2021 des Geldhauses untersucht und dabei große Schwächen entdeckt, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Freitagausgabe unter Berufung auf Aufsichtskreise.

Vor allem das Firmenkundengeschäft bereite der EZB Sorgen. Insgesamt hielten die Aufseher den Geschäftsplan für gewagt, die Commerzbank riskiere langfristig ihre Profitabilität, schreibt das Blatt. Sowohl die Commerzbank als auch die EZB wollten sich dazu am Freitag nicht äußern.

ProSiebenSat.1: Analysten treten nach

Aktien von ProSiebenSat.1 setzen ihre gestrige Talfahrt fort und sind zeitweise die größten Verlierer im MDax. Am Donnerstag hatten sie nach einer Dividendenkürzung bereits 14 Prozent eingebüßt. Heute drücken zahlreiche negative Analystenkommentare auf die Stimmung. So strich etwa HSBC das Kursziel von 30 auf 20 Euro zusammen und stufte die Aktie von "Buy" auf "Hold" herunter. Barclays nahm ProSiebenSat.1 von "Overweight" auf "Equal-weight" zurück.

Anleger flüchten aus Stahl-Aktien

Aktien aus dem Stahlsektor stehen am Freitag massiv unter Druck. Im MDax trifft es den zweitgrößten deutschen Stahlkonzern Salzgitter. Im SDax sind Papiere des Stahlhändlers Klöckner & Co zu Wochenschluss die mit Abstand größten Kursverlierer, nachdem sich die Experten von Goldman Sachs negativ geäußert haben: Stagnierende bis fallende Stahlpreise seien ein großes Risiko für die Gewinnerwartungen, hieß es. Zudem lastet eine Gewinnwarnung des Dax-Konzerns Thyssenkrupp auf dem Sektor.

Deutsche Pfandbriefbank besser als gedacht

Die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) hebt ihre Prognose für 2018 seit Juli erneut an. Sie rechnet nun mit einem Gewinn vor Steuern von 205 bis 215 Millionen Euro, nach zuvor 175 bis 195 Millionen. Zugleich dämpfte das Nachfolgeinstitut der in der Finanzkrise geretteten Hypo Real Estate (HRE) die Erwartungen an das kommende Jahr.

BVB: Der schwarz-gelbe Höhenflug

Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund bezahlt die wachsende sportliche Qualität mit einem Gewinneinbruch. Weil der BVB vor der laufenden Saison deutlich weniger mit Ablösesummen für scheidende Spieler verdient und stattdessen die Mannschaft gestärkt hat, schrumpfte der Nettogewinn im ersten Quartal (per Ende September) um neun Zehntel auf 5,1 Millionen Euro, wie die Borussia am Freitag mitteilte.

Das Ebitda ging um 72 Prozent auf 22,8 Millionen Euro zurück. Vor einem Jahr hatte Dortmund den französischen Stürmer Ousmane Dembele für 105 Millionen Euro an den FC Barcelona abgegeben und mit Transfererlösen insgesamt 136 Millionen verdient.  | mehr

Kaufhof-Karstadt-Fusion ist genehmigt

Das Bundeskartellamt gab am Freitagmorgen die Pläne für den Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt frei. Die Zustimmung der Behörde war die letzte erforderliche Hürde für den Zusammenschluss der beiden großen Warenhausketten.

Deutsche Familienversicherung legt IPO auf Eis

Die Deutsche Familienversicherung legt ihren geplanten Börsengang auf Eis. Als Grund nannte das Unternehmen in einer Mitteilung das "schwierige Kapitalmarktumfeld". Es wurde zunächst kein neuer Termin genannt. Ursprünglich sollten die Papiere ab dem 14. November gehandelt werden. Zuletzt hatte die Firma ihren erwarteten Emissionserlös nach unten korrigiert, von maximal 100 auf höchstens 79 Millionen Euro.

Brückeneinsturz kostet Atlantia 350 Millionen Euro

Der Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua kostet den italienischen Infrastruktur-Investor Atlantia bis zu 350 Millionen Euro. Der Konzern, an dem die Unternehmerfamilie Benetton maßgeblich beteiligt ist, stellte diese Summe in der Quartalsbilanz für den Abriss und Wiederaufbau der Brücke sowie die Entschädigung der Opfer und ihrer Familien zurück. Atlantia teilte am Freitag mit, es gebe Streit mit dem Haftpflicht-Versicherer über die Schuld an der Katastrophe, die 43 Menschen das Leben gekostet hatte.

Die Rückstellung von 350 Millionen Euro drückte den Nettogewinn von Atlantia in den ersten neun Monaten des Jahres um 15 Prozent auf 733 Millionen Euro. Das Unternehmen lässt die Zwischendividende zum ersten Mal seit 2013 ausfallen.

Richemont versetzt Luxusbranche in Unruhe

Die Wette des Luxusgüterherstellers Richemont auf das Online-Geschäft macht sich bezahlt. Im ersten Halbjahr 2018/19 stiegen die Verkäufe dank anhaltend guter Nachfrage vor allem aus Asien, Europa und Amerika und der Konsolidierung der Internet-Verkaufsplattformen Yoox-Net-A-Porter und Watchfinder um 24 Prozent auf 6,81 Milliarden Euro.

Der Gewinn des Herstellers von Uhren der Marken A. Lange & Söhne, Cartier, Baume & Mercier und IWC fiel mit 2,253 Milliarden Franken sogar um 131 Prozent höher aus als im Vorjahr. Hintergrund ist ein Sondergewinn in Höhe 1,378 Milliarden Euro im Zusammenhang mit der Übernahme des Internet-Portals Yoox-Net-A-Porter.  | mehr

Französische Staatsanwaltschaft fordert Milliarden-Strafe von UBS

Im Prozess gegen die Schweizer Großbank UBS hat die französische Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 3,7 Milliarden Euro gefordert. "Steuerbetrug ist nichts anderes als ein Diebstahl zum Nachteil der Gemeinschaft", sagte Staatsanwalt Eric Russo nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag. Die Schweizer Großbank UBS steht in Frankreich wegen Geschäften mit Steuerhinterziehern vor Gericht.

Mit "Ant Man" krabbelt Walt Disney zum Erfolg

Der Erfolg der neuesten Marvel-Comic-Verfilmung "Ant Man and the Wasp" hat dem Medienkonzern Walt Disney einen Gewinn und Umsatz über Expertenerwartungen beschert. Der Umsatz der Filmsparte stieg um mehr als 50 Prozent. Der Gesamtumsatz lag im vierten Quartal bei 14,3 Milliarden Dollar, der Nettogewinn bei 2,3 Milliarden Dollar.  | mehr

rm

Tagestermine am Freitag, 16. November

Unternehmen:
Stabilus: Jahreszahlen, 07:00 Uhr
Aumann: Q3-Zahlen, 08:30 Uhr
VW: Auslieferungen 10/18, 11:00 Uhr
VW: Pressegespräch zur Investitionsplanung, 12:30 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Index der Großhandelspreise 10/18, 08:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 10/18, 11:00 Uhr
USA: Industrieproduktion 10/18, 15:15 Uhr
USA: Kapazitätsauslastung 10/18, 15:15 Uhr

Sonstiges:
Frankfurt a.M.: EZB-Präsident Mario Draghi spricht auf dem "European Banking Congresss", 9:15 Uhr