Börse

Dax zehntausend

Magische Marke erreicht Dax 10.000!

Stand: 05.06.2014, 14:55 Uhr

Dieser Donnerstag war ein historischer Börsentag: Der Dax sprang erstmals in seiner fast 26-jährigen Geschichte über die Marke von 10.000 Punkten. Die weitere Lockerung der Geldpolitik in der Euro-Zone sorgte für den nötigen letzten Schub.

Bis auf 10.013 Punkte hinauf schoss der Index in einem letzten Aufwärtsruck am frühen Donnerstagnachmittag. Bereits in der vergangenen Woche hatte sich angedeutet, dass der deutsche Leitindex die letzten Widerstände auf dem Weg zur "Traummarke" 10.000 würde überwinden können. Händler wie Analysten hatten überwiegend mit dem kurzfristigen Fall der Tausender-Hürde gerechnet.

Zinstief treibt Anleger in Aktien

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.341,00
Differenz relativ
-0,11%

Für den nötigen Kursschub sorgte das ab 13:45 Uhr verkündete Maßnahmenpaket der Europäischen Zentralbank (EZB) zur weiteren Lockerung der Geldpolitik. Die EZB hat alle drei maßgeblichen Zinssätze gesenkt und weitere Maßnahmen angekündigt.

Der "Anlagenotstand", der viele Investoren bereits in den vergangenen Jahren der Niedrigzins-Phase in den Aktienmarkt getrieben hat, verschärft sich damit weiter. Als sicher geltende Staatsanleihen wie Bundespapiere werfen nur noch Zinsen im Promille-Prozentbereich ab und bedeuten für ihre Inhaber selbst bei niedrigen Inflationsraten zwischen einem und zwei Prozent realen Verlust.

Dax seit 1988

Dax seit 1988. | Grafik: boerse.ARD.de

Auch Großinvestoren wie Versicherer sind zunehmend auf den Aktienmarkt angewiesen, um nennenswerte Renditen für ihre Kunden zu erzielen. Die Liquiditätshausse, die nun bereits seit mehr als fünf Jahren anhält, ist ohne historisches Beispiel.

Bewertungen noch im Rahmen

Wie weit die Reise nun nach Überwinden der 10.000er Marke noch nach oben gehen kann, darüber darf spekuliert werden. Fundamental scheinen die Bewertungen der Dax-Mitglieder laut Analysten noch nicht "heiß gelaufen" zu sein. Auf der konjunkturellen Seite kommen gerade aus vielen Euro-Sorgen-Ländern wieder günstigere Signale.

Chart Kurs-Dax versus Performance-Dax, von 2000 bis 2014

Kurs-Dax versus Performance-Dax. | Grafik: boerse.ARD.de

Und obwohl der Dax auf dem Kurschart nun scheinbar ein schwindelerregendes Niveau erreicht hat, sind die Kurse der meisten Dax-Konzerne noch nicht auf Höchstständen angekommen. Denn der Dax ist ein Performance-Index, der die ausgeschütteten Dividenden seiner Mitglieder rechnerisch mit einbezieht.

Ohne diesen Rechentrick würde der Index auch jetzt noch rund 22 Prozent unter seinem Allzeithoch notieren, wie der nebenstehende Chart des Dax-Kurs-Index zeigt. Im Vergleich zu anderen Leitindizes wie dem Dow-Jones-Index aus den USA oder dem britischen FTSE-Index, die bereits "echte" Rekordstände verzeichnet haben, bleibt damit durchaus noch Luft nach oben.

AB/la

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Was die Kurse treibt Anlagestrategie

US-Leitzins vs Dax 1999-2014

Historisch beispiellose Geldflut

Alle Kommentare (12)

Kommentar von "Klaus Meyer" am 06.06.2014, 13:11 Uhr

Wird der Markt mit Geld geflutet, wie von der FED und jetzt von der EZB wieder, dann führt dies zu Blasen bei den Kapitalanlagen (hier bei Aktien und Derivaten sowie Immoblilien). Früher oder später platzt die Blase und es müssen wieder Banken gerettet werden. Das hatten wir schon und es kommt bald wieder. Lernen unsere Politiker nichts aus der Vergangenheit oder haben sie ein Interesse daran, dass Spekulanten mit Steuergeldern gerettet werden?

Kommentar von "Gerd" am 06.06.2014, 08:05 Uhr

Und ewig jammern die Neider... Schlimm ist das! Anstelle sich am Produktivkapital Deutschlands zu beteiligen, wird alles mies gemacht!

Kommentar von "Wolfgang Wels" am 05.06.2014, 23:14 Uhr

Die Sparer sollen ja gerade Aktien kaufen, damit sich später die Banken und Dax Unternehmen das dicke Geld einstreichen können. Ich habe kein Geld bei irgend einer Bank hinterlegt, um nur auf das einfache Sparguthaben 0,5% zu bekommen. Ich werde mir etwas einfallen lassen müssen. Im Moment habe ich nur mein Kopfkissengeld, darauf brauche ich auch keine Gebühr zu zahlen. Das ist die Politik der Dax Unternehmen.

Kommentar von "herr Weiß" am 05.06.2014, 22:47 Uhr

zum Kommentar "Heinrich Koblent" auf eine Blase die früher oder später platzt und wie ein Schwarzes Loch alle dummen Sparer verschlingt.

Kommentar von "manfred korte" am 05.06.2014, 18:43 Uhr

Die Finanzkrise erfordert vermeintlich die Geldschwemme. Die, welche die Krise verursacht haben, sind unter den Börsengewinnern. Denn das billige Geld verleihen die Banken an die Zocker, eben jene s.o., oder sie horten es. Der Mittelstand dagegen wird sehr kritisch auf seine Bonität geprüft und knapp gehalten. Nun sollen die Banken Negativ-Zinsen zahlen, weil sie die Liquidität horten satt sie weiterzuleihen. Ob das hilft ? Die Dummen sind die Sparer und die Lebensversicherten. Sie bluten ein zweites Mal mit Verlusten nach den Krisenverlusten. So hat man Herrn Draghi eingeschätzt, und er kann schalten und walten ohne Kontrolle. Menschen die geglaubt hatten, sie könnten ihre Altersversorgung mit Vorsorge in den Griff bekommen, werden nun auch Altersicherung beim "Vater" anfordern müssen. Auf wessen Kosten das wohl geht ?

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