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Leitindex dreht ins Minus Dax: Wo sind nur die Tagesgewinne hin?

Stand: 07.12.2018, 17:50 Uhr

Die Daten vom US-Arbeitsmarkt konnten die Aktienmärkte nur kurz stützen. Erneute Kursverluste von der Wall Street brachten auch den Dax unter Druck. Sogar eine wichtige Unterstützungslinie wird durchbrochen.

Der Leitindex büßt bis zum Handelsschluss seine Tagesgewinne komplett wieder ein und geht bei 10.788 Punkten aus dem Handel. Damit schließt er sogar unterhalb der als wichtige Unterstützung geltenden Zone von 10.800 Punkten. Das deutet darauf hin, dass mit weiteren Verkaufswellen wie in den letzten Tagen zu rechnen ist.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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10.928,45
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Zeitweilig hatten die unter den Erwartungen gebliebenen Zahlen zum US-Arbeitsmarkt die Aktienkurse auch hierzulande beflügelt und den Dax bis auf 10.927 Punkte steigen lassen, weil sich die Anleger von einem abflauenden Stellenmarkt in Amerika eine vorsichtigere Geldpolitik der Notenbank Fed versprechen. Bereits am Vorabend hatte die Hoffnung auf eine Zurückhaltung der Notenbank bei der Zinspolitik für Hoffnung gesorgt und die Tagesverluste im Dow wieder abschmelzen lassen.

Tatsächlich wurden im November in den USA nur 155.000 neue Stellen geschaffen und damit weit weniger als erwartet, wie aus den am Freitag vorgelegten Daten der US-Regierung hervorgeht. Die Arbeitslosenquote verharrte jedoch mit 3,7 Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit fast 50 Jahren. Darauf hatte Notenbankchef Jerome Powell wenige Stunden vor der Veröffentlichung der Job-Daten nochmals hingewiesen. Er schürte damit Erwartungen an den Finanzmärkten, dass die Fed am 19. Dezember die vierte Zinserhöhung in diesem Jahr wagen wird.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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24.579,49
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"Danach könnte dann aber erst einmal eine längere Zinspause anstehen", prognostizierte Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank. Die US-Wirtschaft dürfte perspektivisch nicht mehr in der Lage sein in größerer Regelmäßigkeit mehr als 200.000 neue Jobs pro Monat zu schaffen, sagte Tobias Basse von der NordLB. "Der auch in den USA zunehmend zu beobachtende Fachkräftemangel spricht eindeutig dagegen.

Auch an der Wall Street hat sich die Stimmung zum Wochenschluss weiter eingetrübt. Trotz der durch die Arbeitsmarktdaten geschürten Hoffnung auf eine langsamere Gangart der Notenbank, drehen die Kurse rasch wieder ins Minus. Im Handelsverlauf weiteten sich die Verluste aus. Bei Börsenschluss in Frankfurt notierte der Dow bei 24.640 Punkten, gut 300 Punkte oder 1,24 Prozent tiefer als gestern.

Im Dow zählten Aktien von Ölkonzernen zu den wenigen Gewinnern. So rückten ExxonMobil und Chevron gegen den Trend deutlich vor Die Ölpreise waren nach einer Einigung führender Ölstaaten auf eine überraschend starke Förderkürzung kräftig gestiegen.

Euro mit kurzem Freudensprung

Der Euro ist durch die deutlich schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktzahlen kurzzeitig über die Schwelle von 1,14 Dollar geklettert, musste im weiteren Verlauf seine Gewinne größtenteils aber wieder abgeben.

Die eingetrübten Konjunkturdaten aus Deutschland belasteten den Euro nicht. Die Gesamtproduktion war im Oktober überraschend zurückgegangen. Die Industrie ächzt unter anhaltenden Problemen im Auto-Sektor sowie einer schwachen Konsumgüter- und Energieproduktion. Experten sehen aber aufgrund zuletzt robuster Auftragszuwächse Besserung.

Ölpreise ziehen wieder an

Die Ölpreise sind am Freitag nach einer Einigung führender Ölstaaten auf eine überraschend starke Förderkürzung kräftig gestiegen. Delegierte des Treffens der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und weiterer Förderländer sagten in Wien, dass es eine Übereinkunft über eine Kürzung der Produktion um 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag gegeben habe. Auch Russland habe der Vereinbarung zugestimmt, hieß es weiter. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Freitagnachmittag 63,04 US-Dollar. Das waren 2,98 Dollar mehr als am Donnerstag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 2,32 Dollar auf 53,81 Dollar.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
59,85
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-1,74%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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50,92
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Hedgefonds drängt Bayer zur Aufspaltung

Der US-Hedgefonds Elliott ist beim Pharma- und Chemiekonzern Bayer eingestiegen. Der aktivistische Investor sei vor rund einem Jahr bei Bayer eingestiegen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Agentur. Zur Höhe der Beteiligung äußerten sich die Insider nicht. Ab einer Schwelle von drei Prozent müsste der Investor seine Beteiligung allerdings offenlegen. Elliott habe das Gespräch mit dem Bayer-Vorstand gesucht, doch weder Konzernchef Werner Baumann noch einer seiner Vorstandskollegen seien bisher dazu bereit gewesen.  | mehr

Fresenius rudert zurück

Der Medizinkonzern kappt wegen einer zuletzt schwächeren Geschäftsentwicklung und hoher Investitionen im kommenden Jahr seine Mittelfristziele. Auf Basis der derzeitigen Erwartungen für die Geschäftsjahre 2018 und 2019 sei nicht mehr damit zu rechnen, dass die Ziele für 2020 erreicht würden, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag nach Börsenschluss in Bad Homburg mit.  | mehr

Fresenius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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FMC

FMC: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Bitcoin fällt und fällt

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Crypto Currencies für den Zeitraum Intraday
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Der Kursverfall der Kryptowährungen setzt sich fort. Die wohl bekannteste Digitalwährung Bitcoin ist in der vergangenen Nacht auf der Handelsplattform Bitstamp bis auf 3.300 Dollar gefallen. Das ist der niedrigste Wert seit September 2017. Von seinem Rekordstand bei rund 20.000 Dollar Ende 2017 ist der Bitcoin damit immer weiter entfernt.

Alle rund 2.000 Digitalwährungen zusammen haben derzeit einen Marktwert von rund 108 Milliarden Dollar, wie die Internetseite Coinmarketcap errechnet. Zum Höhepunkt des Krypto-Booms waren es deutlich mehr als 800 Milliarden Dollar. Fachleute nennen zahlreiche Gründe für den Absturz, vor allem abnehmendes Interesse von Spekulanten.

Carl Zeiss Meditec: Der ostdeutsche Vorzeigekonzern

Gestützt auf Zuwächse vor allem in den Regionen Asien/Pazifik und Amerika hat der Medizintechnikhersteller aus dem TecDax im Geschäftsjahr 2017/2018 Umsatz und Gewinn gesteigert. Der Umsatz legte um 7,6 Prozent zu auf 1,28 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) kletterte auf 197,1 (Vorjahr: 180,8) Millionen Euro. Vorbörslich legt die Aktie leicht zu.  | mehr

Finnischer Sportartikelhersteller bald chinesisch

Der finnische Sportartikelhersteller Amer Sports (Atomic, Salomon, Wilson) soll von einem chinesischen Investor übernommen werden. Eine chinesische Investorengruppe unter Führung von Anta Sports Products Ltd will das Unternehmen für 4,6 Milliarden Euro kaufen, wie die beteiligten Firmen in Helsinki mitteilten. Den Aktionären des in einigen Bereichen mit Adidas und Puma konkurrierenden Unternehmens bieten die Interessenten deshalb 40 Euro je Anteil. Dies sei ein Aufschlag von 14 Prozent zum Schlusskurs vom Donnerstag.

Daumen hoch für SAP

SAP-Aktien sind nach einer positiven Einschätzung durch die Investmentbank JPMorgan wieder gefragt. Laut Analystin Stacy Pollard können die Anleger nach der inzwischen eingepreisten Qualtrics-Übernahme ihr Augenmerk nun auf den bevorstehenden Zwischenbericht für das vierte Quartal richten. Sie rechnet in einer aktuellen Studie damit, dass sowohl das Geschäft mit Softwarelizenzen als auch das in der Cloud etwas über den Markterwartungen liegt.

Mit Blick auf kursierende Rezessionssorgen weißt die Expertin darauf hin, dass sich SAP im Konjunkturabschwung bereits in der Vergangenheit gut geschlagen habe. Im Fall der Fälle könnten sie sich jetzt als noch robuster erweisen.

Blauer Himmel für MTU

HSBC-Analyst Richard Schramm zeigt sich in einer Studie vom Freitag erfreut von dem Kapitalmarkttag, den MTU Ende November in London veranstaltet hatte. Das Management habe Zuversicht verbreitet und für alle Geschäftsbereiche mittelfristig stärkeres Wachstum in Aussicht gestellt, als bislang erwartet wurde. Schramm empfiehlt dei Aktie zum Kauf und erhöht sein Kursziel von 193 auf 206 Euro.

Für Schramm ist das ein klares Signal, dass es bei MTU so gut weitergeht wie bisher. Von 2005 bis 2017 habe das Unternehmen beim organischen Umsatzwachstum mit 7,5 Prozent pro Jahr die von HSBC analysierten deutschen Industriewerte, die auf 4,9 Prozent kamen, klar hinter sich gelassen.

Dunkle Wolken macht der Analyst nicht aus, weshalb der langfristige Ausblick des Managements locker zu schaffen sei. Einzige Gefahr sei, dass die Lieferanten von MTU nicht mit dem Tempo ihres Auftraggebers mithalten können

Microsoft setzt auf Google-Technologie

Microsoft wird seinen Webbrowser Edge künftig auf Basis von Technologie des Rivalen Google betreiben - und will ihn erstmals auch auf Apples Mac-Computer und Rechner mit älteren Windows-Versionen bringen. Der Software-Konzern bestätigte in der Nacht zum Freitag, dass Edge künftig mit der Web-Engine Chromium laufen werde, die Software-Entwicklern zur freien Verfügung steht. Das hatte vor einigen Tagen bereits das Technologie-Blog "Windows Central" berichtet.

Edge hatte erst vor gut drei Jahren den betagten Internet Explorer auf dem aktuellen Betriebssystem Windows 10 abgelöst. Er kam zuletzt allerdings nach Berechnungen der Marktforschungsfirma Statcounter nur auf einen Anteil von 2,2 Prozent. Googles Chrome-Browser - der ebenfalls auf Chromium läuft - dominiert demnach mit knapp 62 Prozent.

Amazon will Flughafen-Shops ausbauen

Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.477,00
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Der weltgrößte Onlinehändler Amazon will nach Insiderangaben offenbar sein Netz an kassenlosen Läden auf Flughäfen erweitern. Ein solcher Schritt würde die Bemühungen US-Konzerns aus Seattle untermauern, nicht mehr reiner Online-Anbieter zu sein, sondern auch den Einzelhandel aufzumischen.

Amazon baut derzeit das Netz an sogenannten Amazon-Go-Läden aus. Wenn Kunden diese Supermärkte betreten, nutzen sie ihr Smartphone zur Registrierung. Danach identifizieren Kameras automatisch, was im Einkaufskorb landet. Nach dem Verlassen des Geschäfts wird der entsprechende Betrag von der Kreditkarte abgebucht. Inzwischen betreibt Amazon sieben solcher Läden, unter anderem in Chicago, San Francisco und Seattle.

lg

Tagestermine am Donnerstag, 13. Dezember

Unternehmen:
Fraport: Verkehrszahlen 11/18, 07:00 Uhr
Metro AG: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Tui: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Starbucks: Investor Day, 18:00 Uhr
BMW: Absatz 11/18
Bertrandt: Jahreszahlen
ThyssenKrupp: Investor Day

Konjunktur:
Deutschland: Konjunkturprognose Ifo-Institut, 10:00 Uhr
EU: EZB-Zinsentscheid, 13:45 Uhr, PK 14:30 Uhr
USA: Im- und Exportpreis 11/18, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr