Marktbericht 17:45

Weniger Sorgen vor Fed-Wende Dax wieder bei 8.400 Punkten

Stand: 30.05.2013, 17:45 Uhr

Schwächer als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten haben die Sorge vieler Anleger vor einer strafferen Geldpolitik etwas gemindert. Schnäppchenjäger nutzten die jüngste Korrektur, um sich erneut mit Aktien einzudecken.

Nach einem schwachen Start in den Feiertagshandel bei 8.314 Punkten kann sich der Dax am Vormittag allmählich erholen und steigt in der Spitze um 0,9 Prozent auf 8.416 Punkte. Am Nachmittag muss er einen Großteil seiner Gewinne allerdings wieder abgeben. Beflügelt von der Wall Street und den schwachen US-Konjunkturdaten greifen die Anleger dann erneut zu und hieven den deutschen Leitindex bis zum Handelsende wieder über die psychologisch wichtige Marke von 8.400 Punkten, ein Plus von 63 Punkten oder 0,76 Prozent.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1306
Differenz relativ
-0,46%

In Reaktion auf die etwas schwächeren US-Wirtschaftsdaten kann auch die Gemeinschaftswährung zulegen. Bei Börsenschluss notiert bei 1,3041 Dollar, den höchsten Stand seit zwei Wochen. Am Mittag war der Euro noch 1,2940 Dollar wert.

In den USA ist die Wirtschaft im ersten Quartal den endültigen Zahlen zufolge nicht um 2,5 Prozent sondern "nur" um 2,4 Prozent gewachsen. Auch liegen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit 354.000 über der Prognose von 340.000.

Damit ging die in den letzten Tagen wieder aufgetretenen Sorgen um eine Straffung der US-Geldpolitik etwas zurück. An der New Yorker Wall Street sind die Kurse nach den gestrigen Verlusten deshalb leicht ins Plus gedreht. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der Dow Jones-Index bei 15.364 Punkten, 0,41 Prozent mehr als gestern.

Märkte hängen an der Geldpolitik

Vertreter der Notenbank Fed hatten wiederholt deutlich gemacht, dass die Konjunkturhilfen erst dann zurückgefahren werden, wenn sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt ausreichend robust präsentieren. Dennoch ist die Sorge der Anleger vor einer Wende der Geldpolitik groß.

Gestern hatte der Präsident der Fed von Boston, Eric Rosengren, erklärt, es sei durchaus sinnvoll über einen schrittweisen Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik nachzudenken, sollten sich Arbeitsmarkt und Wirtschaft in den nächsten Monaten weiter erholen. Die Börsen waren daraufhin ins Minus gedreht.

Lufthansa fliegt an Dax-Spitze

Stärkster Wert im Dax ist die Lufthansa-Aktie. Sie gewinnt mehr als vier Prozent. Hintergrund ist eine Mitteilung der britischen Wettbewerbskommssion, wonach Ryanair möglicherweise Anteile am Konkurrenten Aer Lingus abgeben muss. Ryanair wird dabei eine mögliche Wettbewerbsverzerrung vorgeworfen.

Deutsche Börse kann aufatmen

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
106,85
Differenz relativ
-1,20%

Auch die Aktien der Deutschen Börse ziehen kräftig an. Händler verwiesen auf Berichte, denen zufolge die europäischen Länder planen, die vorgeschlagene Finanzsteuer drastisch zurückzufahren. Anfangs solle es nur eine kleine Abgabe auf Aktientransaktionen geben, hieß es in dem Bericht. Zudem sollen die kompletten Steuermaßnahmen deutlich länger brauchen, bis sie zur Anwendung kommen als ursprünglich gedacht.

Infineon profitiert von Apple

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
17,64
Differenz relativ
-1,15%

Die Papiere von Infineon gehören ebenfalls zu den Favoriten im Dax. Das Unternehmen könnte von der Ankündigung von Apple profitieren, nach der der US-Konzern ein günstiges iPhone herstellen will. Auch andere Aktien aus der Branche legen zu, so die des Chip-Designers Dialog im TecDax.

Nomura mag Allianz

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
176,84
Differenz relativ
+0,36%

Auch Allianz-Aktien stehen ganz oben auf der Liste der Favoriten. Die japanische Investmentbank Nomura rechnet bei dem Münchner Konzern mit einer "positiven Ergebnisdynamik in allen Geschäftsbereichen" und hat eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Der faire Kurs wird mit 140 Euro angegeben.

Linde und Post ex Dividende

Am Dax-Ende notieren mit der Post- und der Linde-Aktie zwei Werte, die wegen des Dividendenabschlags "optisch" verlieren. Linde-Chef Wolfgang Reitzle hat auf seiner letzten Hauptversammlung bei dem Gase-Spezialisten ein weiteres Rekordjahr in Aussicht gestellt. Reitzle wird das Unternehmen wohl im Mai 2014 verlassen.

Eon macht Dampf in Brasilien

Der Energieversorger Eon hat weitere 24,5 Prozent an dem brasilianischen Konkurrenten MPX übernommen. Rund 600 Millionen Euro wenden die Düsseldorfer dafür auf. Eon will in einem nächsten Schritt das Joint-Venture der beiden Unternehmen auf MPX verschmelzen. Die Beteiligung ist bei einigen Großaktionären umstritten.

Goldman lobt Leoni

Leoni: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
32,45
Differenz relativ
+2,50%

Im MDax ist die Aktie von Leoni an die Indexspitze geklettert. Goldman Sachs hat das Ziel für das Papier von 43 auf 48 Euro angehoben. Chancen für weitere Kurssteigerungen beim deutschen Zulieferer und Kabelspezialisten lägen in einer stärker als bislang angenommenen Fahrzeugproduktion sowie geringerer als erwarteter Kosteninflation bei den Rohmaterialien.

Vossloh ohne AR-Chef

Im SDax gehört die Aktie des Banhntechnikherstellers Vossloh zu den schwächsten Werten. Wegen des erbitterten Machtkampfs zwischen der Gründerfamilie und dem Großaktionär Heinz Hermann Thiele konnt kein neuer Aufsichtsratschef gewählt werden. Die eigentlich für gestern Abend geplante konstituierende Sitzung des neuen Aufsichtsrats habe es nicht gegeben, das Gremium sei nur zu einer Vorbesprechung zusammengekommen, bestätigte das Unternehmen heute. Für die kommende Woche sei ein neuer Anlauf geplant, hieß es.

Kingfisher leidet an Europa

Wie die heimischen Konkurrenten leidet auch die britische Baumarktkette Kingsfisher unter der schlechten Wirtschaftslage in vielen EU-Staaten. Dadurch sank der Gewinn im ersten Quartal auf 114 Millionen Pfund. Den Umsatzrückgang konnte Kingfisher dank seiner Expansion nach Russland und China begrenzen, die Erlöse erreichten mit 2,6 Milliarden Pfund fast das Niveau von 2012.

lg

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr