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Leitindex dreht ins Plus Dax: Wer hat Angst vor China?

Stand: 22.05.2020, 14:50 Uhr

An nachrichtenarmen Tagen im Inland blicken Anleger vermehrt ins Ausland. Und da sorgen heute die chinesischen Kommunisten zunächst für Ungemach - aber nicht lange.

So kündigte der chinesische Regierungschef Li Keqiang vor den im "Volkskongress" versammelten Delegierten eine Ausweitung der Befugnisse Pekings in Hongkong an. Das Vorhaben beinhaltet auch die Möglichkeit, chinesische Polizisten in die Sonderwirtschaftszone zu verlegen, was bislang nicht möglich ist. Schon warnen Pro-Demokratie-Abgeordnete der Stadt vor einem "Tod Hongkongs" und dem End des Prinzips "ein Land, zwei Systeme".

Weil auch die USA eine scharfe Reaktion auf das geplante Sicherheitsgesetz ankündigten, bekamen es die Anleger in Frankfurt am Morgen mit der Angst zu tun. Der Dax sackte zeitweise um 200 Punkte auf 10.867 Zähler ab. Von diesem Tagestief hat sich der Leitindex bis zum Nachmittag vollständig erholt - dank der Gelassenheit der amerikanischen Anleger. Der Dow Jones-Index dürfte nämlich mit leichten Gewinnen in den Handel starten.

EZB bereit ihr Kaufprogramm zu erweitern

Zudem ist die Europäische Zentralbank (EZB) bereit, ihr Notfall-Anleihenkaufprogramm zur Bewältigung der Coronakrise (PEPP) bei Bedarf bereits im Juni auszuweiten. Darauf verständigten sich die Währungshüter in ihrer Ratssitzung Ende April, wie aus den am Nachmittag veröffentlichten Konferenzprotokollen hervorgeht.

Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader, warnte allerdings vor zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China, je näher die US-Präsidentschaftswahl rückt. "Investoren befürchten dabei, dass es nicht bei einem Krieg der Worte bleiben, sondern es auch zur erneuten Eskalation des Handelskonflikts mit gegenseitigen Strafzöllen und anderen Sanktionen kommen wird."

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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11.391,28
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+2,87%
Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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24.755,74
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+1,16%

Chinas Exporte nicht gesunken

Wie die Fondsgesellschaft DWS aufzeigt, sind die chinesischen Exporte in die USA seit Beginn der Einführung von Zöllen durch beide Länder im Juli 2018 nicht gesunken. Im Gegenteil. Sie liegen immer noch acht Prozent über dem Zeitpunkt als Donald Trump sein Amt antrat. Die US-Exporte nach China hingegen sind seit Beginn der Feindseligkeiten eingebrochen und liegen acht Prozent niedriger als im Januar 2017.

Solche Abhängigkeiten verringern zu wollen, erscheint durchaus sinnvoll, indem beispielsweise die Selbstversorgung mit wesentlichen Gütern im eigenen oder in befreundeten Ländern ausgebaut wird. Die Verlagerung der Produktion aus China heraus erfordert jedoch viel Zeit und Investitionen.

Euro fällt zeitweise unter 1,09 US-Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,0897
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Der Euro zeigte sich auch am Nachmittag schwach. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung etwas über 1,09 Dollar, nachdem sie zuvor kurzzeitig unter die Marke von 1,09 Dollar gefallen war. Im Tief wurden 1,0888 Dollar erreicht - ein halber Cent weniger als im asiatischen Handel. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag noch auf 1,1000 Dollar festgesetzt. Auslöser der Euro-Schwäche war ein auf breiter Front stärkerer Dollar. Die amerikanische Währung profitierte von ihrem Status als weltweite Reservewährung, die in unsicheren Zeiten verstärkt nachgefragt wird. Auch der japanische Yen, der ebenfalls als sicherer Anlagehafen gilt, wurde vermehrt angelaufen.

Ölpreise wieder Druck

Die Ölpreise sind kurz vor dem Wochenende wegen Konjunktursorgen deutlich unter Druck geraten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Freitagmittag 34,45 Dollar. Das waren 1,61 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,89 Dollar auf 32,03 Dollar.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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35,57
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+1,98%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
33,75
Differenz relativ
+2,12%

Gold profitiert

Gold legt dagegen weiter zu. Eine Feinunze kostete zuletzt 1.733 Dollar, fast acht Dollar mehr als gestern. Damit pirscht sich das Edelmetall erneut an sein erst vor kurzem erreichtes Jahreshoch von 1.765 Dollar beziehungsweise 1.633 Euro wieder an.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.729,55
Differenz relativ
-0,27%
Gold in Euro: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.587,21
Differenz relativ
-0,27%

Warten auf neue Impulse aus China

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
35,57
Differenz relativ
+1,98%

Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten hat die Führung in Peking kein Ziel für das Wachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ausgegeben. Regierungschef Li Keqiang verwies auf die "großen Unsicherheiten" hinsichtlich der Corona-Pandemie und der weltweiten Wirtschaftskrise. China sehe sich Faktoren gegenüber, "die schwer vorherzusagen sind". Aktienhändler werten es als schlechtes Zeichen, dass China gar kein Wachstumsziel nennt. Das schgürt Zweifel an der Erholung der Wirtschaft in China nach dem Einbruch durch die Corona-Krise. Prompt geraten heutemorgen die Ölpreise stark unter Druck.  | mehr

Mögliche Rettung beflügelt Lufthansa-Kurs

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,64
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+7,49%

Die Lufthansa-Aktie schnellt im frühen Handel nach oben. Eine Entscheidung über ein milliardenschweres Rettungspaket des Bundes für die Lufthansa steht offenbar kurz bevor. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Mittwoch, es sei in Kürze" damit zu rechnen. Die Regierung sei in "intensiven Gesprächen" mit dem Unternehmen und der EU-Kommission. Die Bundesregierung habe ihr Bekenntnis, die Airline in der Krise zu stützen, bekräftigt, so Bernstein-Analyst Daniel Roeska. Dies werde aber erheblich zu Lasten der Aktionäre gehen.
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Kahlschlag bei Nissan befürchtet

Der japanische Autobauer erwägt einem Agenturbericht zufolge den Abbau von 20.000 Arbeitsplätzen. Die Stellenstreichungen sollen vorwiegend in Europa und den Entwicklungsländern erfolgen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet. Kommende Woche wolle Nissan seine aktualisierte mittelfristige Strategie präsentieren. Der Konzern kämpft wie andere Hersteller auch im Zuge der Virus-Krise mit einem starken Rückgang der Nachfrage nach Autos.

Sixt: Kursziel von 53 auf 80

Sixt ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
70,00
Differenz relativ
+4,01%

Das Bankhaus Metzler hat die Stammaktien von Sixt von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 53 auf 80 Euro angehoben. Analyst Stephan Bauer sieht laut einer Studie Licht am Ende des Tunnels für den Autovermieter. Er begründet dies mit Reiseerleichterungen zahlreicher europäischer Länder und einer Mitte Juni zu erwartenden Rückkehr zur Reisefreiheit.

Delivery Hero auf neuem Rekordhoch

Der Kochboxenauslieferer und Krisengewinner Delivery Hero schafft es an diesem nachrichtenarmen Tag auf ein neues Rekordhoch von knapp 91 Euro zu klettern. Das Unternehmen hat seit den Ausgangsbeschränkungen der letzten Wochen und dem anhaltenden Trend zu Homeoffice kräftig zugelegt. Mitte März notierte die Aktie noch bei 55 Euro.

Foot Locker in den roten Zahlen

Der US-Sportartikelverkäufer Foot Locker ist im ersten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Das Unternehmen vermeldete am Nachmittag einen Verlust von 98 Millionen Dollar, nach einem Überschuss von 172 Millionen Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Wegen der weltweiten Ausgangsbeschränkungen waren die meisten Läden geschlossen. Dadurch sanken die Einnahmen um 43,4 Prozent auf 1,176 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2019 beliefen sich die Einnahmen auf gut zwei Milliarden Dollar. Vorstandschef Richard Johnson sagte, das Unternehmen bereite sich nun auf eine Wiedereröffnung der meisten Läden vor. Das Rückkaufprogramm eigener Aktien wurde suspendiert. Einen Ausblick auf das laufende Jahr gab Foot Locker nicht.

Umsatzeinbruch bei Burberry

Der britische Luxus-Modekonzern Burry hat wegen zahlreicher geschlossener Filialen einen Umsatzeinbruch verbucht. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 schrumpften die Verkäufe um 27 Prozent. Rund 60 Prozent der Burberry-Geschäfte waren geschlossen. Wegen der unsicheren Aussichten kappte Firmen-Chef Marco Gobbetti die Dividende. Im Gesamtjahr 2019/20 (Ende März) fiel der Umsatz um drei Prozent auf 2,63 Milliarden Pfund (rund 2,9 Milliarden Euro), das bereinigte Pro-Forma-Betriebsergebnis schrumpfte um acht Prozent auf 404 Millionen Pfund.

Nvidia jubelt über Umsatz- und Gewinnsprung

Der Grafikkarten-Spezialist Nvidia hat im vergangenen Quartal von einem regen Geschäft mit Rechenzentren profitiert. Der Umsatz des Konzerns stieg im Jahresvergleich um 39 Prozent auf gut drei Milliarden Dollar. Der Gewinn sprang von 394 auf 917 Millionen Dollar.

Das Geschäft mit Rechenzentren trug maßgeblich zu dem Wachstum mit einem Umsatzplus von 80 Prozent auf 1,14 Milliarden Dollar bei. Im Gaming-Bereich mit Nvidias Grafikkarten für Notebooks und Desktop-Rechner stiegen die Erlöse um 27 Prozent auf 1,34 Milliarden Dollar.

HPE enttäuscht

Das amerikanische Informationstechnik-Unternehmen Hewlett Packard Enterprise (HPE) hat die Erwartungen im abgelaufenen Quartal verfehlt. Der Umsatz sackte um 16 Prozent auf 6,01 Milliarden Dollar ab, das Ergebnis pro Aktie fiel auf 22 Cents. Analysten hatten im Schnitt mit 6,29 Milliarden und 29 Cents gerechnet. HPE kündigte an, seine Kosten bis 2022 um mindestens eine Milliarde Dollar zu senken und die Basis-Bezüge des Top-Managements um 25 Prozent zu senken, um die Folgen der Virus-Krise abzufedern. Die Aktien verloren nachbörslich 5,4 Prozent. HPE hatte zuletzt bereits seinen Ausblick für 2020 gekappt.

Zuckerberg und der Trend zum Heimbüro

Facebook: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
220,70
Differenz relativ
+3,13%

Facebook-Chef Mark Zuckerberg geht davon aus, dass die Corona-Krise einen langfristigen Wandel hin zur Arbeit außerhalb des Büros angestoßen hat. Er rechne damit, dass in zehn Jahren rund jeder zweite Beschäftigte des Online-Netzwerks so arbeiten werde, sagte Zuckerberg in einem Interview des Technologieblogs "The Verge". Zuvor hatte bereits unter anderem Twitter angekündigt, dass alle Mitarbeiter auch nach dem Ende der Krise ihre Jobs von Zuhause aus fortführen könnten, wenn ihre Aufgaben dies zulassen.  | mehr

lg

Tagestermine am Dienstag, den 26. Mai

Firmen:
Fraport: Verkehrszahlen, 21.KW, 07:00 Uhr
Suzuki: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Hella: Telefonkonferenz, 09:00 Uhr
Fraport: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Nordex: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Dr. Hönle: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Siemens: Abspaltungsbericht für Siemens-Energy, 10:00 Uhr
Basler: Hauptversammlung (online), 13:30 Uhr
Air France-KLM: Hauptversammlung, 14:30 Uhr
Merck & Co.: Hauptversammlung, 15:00 Uhr

Konjunktur:
Japan: All Industry Acitivity Index 03/20, 06:30 Uhr
EU: Acea Nfz.-Zulassungen 04/20, 08:00 Uhr
Deutschland: GfK-Verbrauchervertrauen 06/20, 08:00 Uhr
USA: CFNA-Index 04/20, 14:30 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 05/20, 16:00 Uhr
USA: Verkauf neuer Häuser, 16:00 Uhr