Dax wartet auf klares Signal aus Nahost

Stand: 02.03.2011, 20:02 Uhr

Die Lage im Nahen Osten und vor allem die anhaltend hohen Ölpreise belasten weiter die Stimmung. Dass sich die Verluste im Dax in Grenzen halten, liegt an den überraschend guten Arbeitsmarktdaten aus den USA.

Dort ist die Zahl der Beschäftigten im Privatsektor nach Angaben des Arbeitsmarkt-Dienstleisters Automatic Data Processing (ADP) deutlicher als erwartet gestiegen. Die Zahl der Jobs klettert um 217.000. Analysten hatten lediglich mit 175.000 gerechnet. Zugleich revidierte die ADP die Zahl für Januar leicht: In dem Monat wurden 189.000 neue Arbeitsplätze eingerichtet, nachdem zunächst von plus 187.000 die Rede war. Am Freitag werden die offiziellen Arbeitsmarktdaten für den Februar veröffentlicht.

An der Wall Street dreht der der Dow Jones-Index daraufhin ins Plus, muss im Tagesverlauf seine Gewinne aber immer wieder abgeben Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der US-Leitindex rund drei Punkte niedriger als gestern bei 12.053.

Auch in Frankfurt kommt es am Abend zu Kursverlusten. Der Dax verliert 31 Punkte auf 7.177. Marktstratege Frank Geilfuß vom Bankhaus Löbbecke begründete das Minus mit den nach wie vor ungeklärten Verhältnissen in der arabischen Welt, die den Ölpreis wieder in die Höhe getrieben hatten."Für eine Entlastung braucht der Markt ein klares Signal, dass die Ölversorgung nicht bedroht ist.", so der Experte.

Beim Blick auf die Branchen gaben vor allem Auto- und Luftfahrtwerte nach. "Ich möchte derzeit weder in Luftfahrtwerten noch irgendwelchen anderen Branchen engagiert sein, die vom Ölpreis beeinflusst werden", kommentierte ein Händler.

Zu den Kursverlusten in Europa trug laut Händlern auch bei, dass die saudiarabische Börse mit einem Minus von 3,9 Prozent auf dem tiefsten Stand seit April 2009 schloss. Bereits am Vortag hatten Panikverkäufe die Börse in Riad tief ins Minus gedrückt.

Ölpreis steigt
Dabei ist der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent und US-Leichtöl der Sorte WTI heute nur sehr moderat gestiegen. Damit kostete Brent mit 115,79 Dollar je Fass 37 Cent mehr als gestern, allerdings rund drei Dollar mehr als noch zum Wochenanfang. Ein Barrel (159 Liter) US-Öl der Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im April kostete an der New Yorker Rohstoffbörse 100,59 Dollar, 96 Cent mehr als am Vortag.

Adidas kann punkten
Die Aktie von Adidas zählt zu den stärksten Werten im Dax. Börsianer sprechen von einem "gemischten Gesamtbild". Positiv sei die deutlich über den Erwartungen liegende Dividende. Stützend wirkt auch der Ausblick. So soll der Überschuss in diesem Jahr auf bis zu 650 Millionen Euro steigen. Die Bestmarke aus dem Jahr 2008, bevor die globale Wirtschaftskrise auch die erfolgsverwöhnte Sportbranche erwischte, steht bei 642 Millionen Euro. Analysten prognostizieren sogar gut 670 Millionen Euro.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
154,38
Differenz relativ
+1,23%
Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
57,61
Differenz relativ
+0,70%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
85,77
Differenz relativ
+0,53%

Ölpreis bremst Autowerte aus
Deutlich unter stehen heute die Aktien der Autohersteller. Sie sind die schwächsten Werte im Dax. Daimler und BMW verlieren mehr als zwei Prozent. "Die jüngsten Zulassungszahlen im Autosektor waren gut, aber die Investoren gehen wegen der Unruhen im arabischen Raum und der Auswirkungen auf den Ölpreis lieber auf Nummer Sicher", sagte ein Händler. Auch die Volkswagen-Aktie muss abgeben.

Erdbeben belastet MüRü
Wegen hoher Schadensbelastungen nach dem Erdbeben in Neuseeland gehören auch die Aktien der Münchener Rück zu den schwächsten Werten im Dax. "Der Markt rechnet nach den Aussagen von Swiss Re mit einer Schadensbelastung für die Branche durch das Erdbeben in Neuseeland", sagte ein Händler. Swiss Re Vorstand Torsten Jeworrek hatte gestern erklärt, dass die Kosten für die Versicherer die Branche hart treffen werde. Auch die MDax notierten Aktien von Hannover Rück verlieren überdurchschnittlich.

Eon

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,99
Differenz relativ
+3,64%

Eon schwächelt trotz Geldregen
Der Energiekonzern trennt sich vom britischen Verteilnetzgeschäft und erhält dafür umgerechnet 4,7 Milliarden Euro. Eon will bis Ende 2013 durch Spartenverkäufe insgesamt 15 Milliarden Euro einnehmen. Die Anleger zeigen sich davon unbeeindruckt. Die Aktie notiert weiter im Minus.

Merck steckt Rückschlag weg
Gefasst reagieren die Anleger auf die Meldung wonach der Pharmakonzern Merck in den USA weiterhin keine Zulassung für den Hoffnungsträger Cladribin erhält. Die US-Gesundheitsbehörde FDA fordert offenbar weitere Studien zu dem Präparat, das gegen Multiple Sklerose (MS) eingesetzt werden soll. Die Merck-Aktie dreht nach anfänglichen Verlusten leicht ins Plus.

VW treibt SGL Carbon
Bereits den zweiten Tag in Folge wird der MDax von der SGL-Aktie angeführt. Grund sind Spekulationen, wonach es bei SGL zu einem Bieterkampf zwischen Volkswagen und der Beteiligungsfirma Skion, die der Quandt-Familie gehört, kommen könnte. Offenbar wird der Einstieg von Volkswagen bei dem Karbonhersteller von dem Hauptaktionär Skion skeptischer gesehen als bislang vermutet.

Axel Springer mit enttäuschendem Ausblick
Die Aktie des Medienkonzerns bricht um rund fünf Prozent ein und ist damit einer der größten Verlierer im MDax. Die Zahlen des Konzerns hätten nicht überzeugt, zudem sei der Ausblick zu vage, monieren Börsianer. Auch ohne Zukäufe rechne er für das laufende Jahr mit steigenden Umsätzen und einem höheren Ergebnis, kündigte Springer-Chef Mathias Döpfner an. Anleger hatten sich konkretere Aussagen erhofft. 2010 hat der Konzern sein Ergebnis auf einen neuen Rekordstand von 510,6 Millionen Euro gesteigert.

DZ Bank drückt Celesio
Die ebenfalls im MDax notierte Aktie des Pharmahändlers Celesio knickt sogar um mehr als sechs Prozent ein. Grund ist eine Verkaufsempfehlung der DZ Bank. Deren Analyst Thomas Maul geht davon aus, dass Celesio eine "enttäuschende Wachstumsprognose für 2011" bei seiner Bilanzvorlage präsentieren wird. Der Rabattwettbewerb und staatliche Sparmaßnahmen seien dafür verantwortlich, so Maul.

Schwacher Start für Williams
Das britische Formel-1-Team Williams hat einen verhaltenen Börsenstart hingelegt. Für die Aktien des Rennstalls ging es erstmal nach unten. Hatte der erste Kurs der Williams-Aktie hatte noch bei 25,25 Euro gelegen -ein Plus von einem Prozent zum Ausgabepreis von 25,00 Euro - ging das Papier bis zum Börsenschluss auf 24 Euro zurück. Marktteilnehmer hatten den Börsengang zuvor als teuer eingestuft.

Analysten mögen Aixtron
Im TecDax gehört die Aktie des Spezialmaschinenbauers Aixtron zu den Favoriten. Grund sind positive Bewertungen durch Analysten. So erhöhte etwa Exane BNP die Gewinnprognosen je Aixtron-Aktie für 2011 bis 2012. Die Kurszielanhebung begründete die Bank mit den inzwischen höheren Bewertungen der LED-Konkurrenten.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 24. September

Unternehmen:
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Deutsche Börse: Regeländerungen für die Indizes MDax, TecDax und SDax sowie die Indexänderungen werden wirksam

Konjunktur:
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USA: CFNA-Index 8/18, 14:30 Uhr

Sonstiges:
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