Marktbericht 20:00 Uhr

Dann lieber Kasse machen Dax: Und wieder geht es rückwärts

Stand: 17.10.2016, 20:00 Uhr

Marktbewegende Nachrichten waren am Montag Mangelware, deshalb verlief der Wochenstart zwar schwach, aber wenigstens recht ruhig. Morgen dürfte es aufregender werden, denn Goldman Sachs wird Zahlen präsentieren.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.555,94
Differenz relativ
+0,73%

Der Dax schloss nach dem ziemlich erfreulichen Freitag vergangener Woche bei relativ niedrigen Umsätzen mit einem Abschlag von 0,7 Prozent auf 10.503,57 Punkten. Zeitweise war der deutsche Leitindex unter die Marke von 10.500 Punkten gefallen. "Nach den Kursgewinnen vom Freitag haben einige Anleger schlicht Kasse gemacht", sagte ein Händler. An der Wall Street sah es am Abend mit einem Minus von 0,3 Prozent etwas besser aus. Der L-Dax gab um 0,7 Prozent auf 10.502,82 Punkte nach.

Der Dow Jones lag am Abend Prozent im Minus. Der L-Dax büßte Prozent auf Punkte ein. Auch die Börsen in Paris und London gaben nach: Der CAC 40 fiel um 0,5 Prozent auf 4.450,23 Zähler, und der FTSE 100 verlor 0,9 Prozent auf 6.47,55 Punkte.

CAC 40: Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
Kurs
5.122,25
Differenz relativ
+1,00%
Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.439,92
Differenz relativ
+0,60%
FTSE 100: Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
Kurs
7.093,51
Differenz relativ
+0,78%

Impulse sind Mangelware

Den Anlegern mangele es an Entschlusskraft, meint Jochen Stanzl, Marktbeobachter bei CMC Markets: "Im Ergebnis kann sich der Dax weder dazu entschließen, den Ausbruch vom August abzulehnen, noch ihn zu bestätigen. Das ist nicht zufällig so. Die Geldpolitik der Zentralbanken ist und bleibt der aktuelle Motor der Märkte. Und diese steckt ebenfalls fest."

ARD-Börsenstudio: Dorothee Holz
Audio

Börse 19.00 Uhr

Die Fachleute von Index-Radar weisen in diesem Zusammenhang auf eine wichtige charttechnische Zone hin: "Um ein vertrauensvolles Zeichen zu senden, muss der Index einen Ausbruch über die starke Verkaufszone bei 10.650/10.800 schaffen. Dieser Verlauf ist zwar nicht auszuschließen, doch vorläufig existieren dafür überhaupt keine Anhaltspunkte. Anleger warten somit besser ab, bevor sie auf steigende Kurse wetten."

US-Konjunktur könnte besser laufen

Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.439,92
Differenz relativ
+0,60%

Frische US-Konjunkturdaten gaben keine klaren Impulse. Die Stimmung in der Industrie im US-Bundesstaat New York fiel von minus 1,99 Punkten im Vormonat auf minus 6,80 Zähler. Der Stimmungsindikator enttäusche, kommentiert Helaba-Experte Ulrich Wortberg: "Er dämpft Hoffnungen auf eine Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivitäten."

Dabei haben die US-Unternehmen ihre Produktion im September leicht gesteigert. Die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes stellten 0,1 Prozent mehr her als im Vormonat. Ökonomen hatten allerdings mit einem etwas größeren Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Eine Zunahme der Dynamik zeichne sich nicht ab, Zinserwartungen würden vor diesem Hintergrund nicht geschürt, so Wortberg. 

Unfall bei BASF

Zu den Schlusslichtern im Dax zählten BASF-Titel mit einem Abschlag von 1,2 Prozent. Der Chemieriese hat an seinem Standort in Ludwigshafen mit Unfällen zu kämpfen, bei denen mindestens zwei Menschen ums Leben kamen und mehrere verletzt wurden. Sechs Menschen wurden am Nachmittag noch vermisst. Der Chemieriese fuhr seine zentrale Produktionsanlagen vorsichtshalber herunter.

Deutsche Bank: Staat hat kein Interesse

Im Dax stand erneut die Deutsche Bank im Fokus. Laut dem "Wall Street Journal" würde sich der Staat an einer Kapitalerhöhung nicht beteiligen. Einem Regierungsvertreter zufolge sei es "undenkbar", dass man wie 2009 bei der Commerzbank einen Anteil an der Deutschen Bank übernehme. Unterdessen berichtet die "Welt am Sonntag", das Geldhaus müsse für einen US-Vergleich einen Teil des dortigen Geschäfts opfern.

Commerzbank: Spartenbörsengang im Gespräch

Die Commerzbank favorisiert laut "Euro am Sonntag" einen Börsengang ihrer ETF- und Derivatesparte. Unklar sei noch, ob hundert Prozent der neuen Firma platziert werden sollen oder ein geringerer Anteil, so das Magazin unter Berufung auf Bankenkreise.

VW: Sparen, sparen, sparen

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
151,04
Differenz relativ
+2,08%

VW wird einem Magazinbericht zufolge wegen der finanziellen Lasten durch den Abgasskandal seinen Sparkurs verschärfen. Vorstandschef Müller habe für 2017 eine Reduzierung der sogenannten Sachgemeinkosten um zehn Prozent im Vergleich zum Budget 2016 verlangt, berichtete die "Automobilwoche".

Continental: Zukauf in Baden-Württemberg

Continental übernimmt den Folien- und Kunstleder-Hersteller Hornschuch aus dem Norden Baden-Württembergs und will sich damit von den Autoherstellern unabhängiger machen. Insidern zufolge zahlt der Konzern aus Hannover rund 400 Millionen Euro.

Airbus: Verschärftes Konkurrenzdenken

Die Europäer wollen 2020 wieder mehr Flugzeuge ausliefern als US-Konkurrent Boeing. Das werde durch den Ausbau der Produktion des A350 und A320neo gelingen, sagte Firmenchef Fabrice Bregier der "Welt". Die Europäer hinken Boeing bei den Auslieferungen seit 2012 hinterher.

Rheinmetall: Großauftrag auf Großbritannien

Großbritannien will einem Zeitungsbericht zufolge möglichst schnell 800 gepanzerte Fahrzeuge von einem Konsortium um den Rüstungskonzern kaufen. Wie die "Times" am Samstag berichtete, hätte die Transaktion ein Volumen von umgerechnet 3,33 Milliarden Euro.

Evonik: Nach Abstufung unter Druck

Die Evonik-Aktie ist der mit Abstand größte Verlierer im MDax. Mainfirst hat den Chemietitel von "Outperform" auf "Neutral" herabgestuft. Der Preis für das Tierfuttereiweiß Methionin, bei dem Evonik Weltmarktführer ist, stehe angesichts neuer Anzeichen eines Angebotsüberhangs wieder unter Druck.

DBAG überzeugt

Die Erholung an den Finanzmärkten gibt dem Finanzinvestor DBAG Rückenwind. Die Deutsche Beteiligungs-AG hat im Geschäftsjahr 2015/16 (30. September) nach vorläufigen Berechnungen mit 48 bis 52 Millionen Euro deutlich mehr Gewinn erwirtschaftet als mit rund 40 Millionen zunächst gedacht. Grund dafür seien die wieder gestiegenen Unternehmenswerte der Mittelständler, an denen die DBAG beteiligt ist.

Bank of America steigert Gewinn

Die Bank of America hat vom gut laufenden Anleihehandel profitiert und erstmals seit drei Quartalen den Gewinn gesteigert. Unter dem Strich legte der den Aktionären zugerechnete Gewinn im dritten Quartal um 6,6 Prozent auf 4,45 Milliarden Dollar zu.

UBS investiert in IT-Plattform

Die UBS investiert eine Milliarde Franken in die Vereinheitlichung ihrer IT-Plattformen in der Vermögensverwaltung. Das Projekt wird bis 2018 laufen. "Es geht darum, unsere historisch fragmentierte Infrastruktur, über die wir global verfügen, in eine Plattform zu integrieren", sagte Dirk Klee, der für das operative Geschäft der internationalen Vermögensverwaltung zuständig ist. Es sollen Synergien und Skaleneffekte in der Verwaltung erzielt werden. Zum Umfang der Einsparungen äußerte Klee sich nicht.

Hasbro wächst solide

Mädchenspielzeug und Figuren aus Disney-Filmen lassen die Kassen beim zweitgrößten US-Spielwarenhersteller Hasbro klingeln. Der Gewinn stieg um ein Viertel auf 257,8 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Die Erlöse legten 14 Prozent zu auf 1,68 Milliarden Dollar.

Telefonica Deutschland: Im Visier der Bundesnetzagentur

Nach Kundenbeschwerden über die Servicequalität von O2 erwägt die Bundesnetzagentur Schritte gegen den Mobilfunk-Anbieter. "Wir prüfen, ob und welche Maßnahmen gegen das Unternehmen eingeleitet werden können", sagte ein Sprecher der Aufsichtsbehörde dem "Tagesspiegel am Sonntag".

Tesla: Eine Zusammenarbeit und eine Verschiebung

Der US-Elektroautohersteller Tesla und der japanische Elektronikriese Panasonic wollen bei der Nutzung von Solarstrom zusammenarbeiten - allerdings nur, wenn Tesla die geplante Übernahme der Ökostromfirma SolarCity unter Dach und Fach bringt. Unterdessen hat Tesla-Chef Elon Musk die für Montag in Aussicht gestellte "überraschende" Produktankündigung auf Mittwoch verschoben.

Twitter: Auch Salesforce winkt ab

Twitter ist nach wochenlangen Spekulationen über eine mögliche Übernahme wieder auf sich allein gestellt. Der SAP-Rivale Salesforce, der als letzter potenzieller Käufer galt, winkte ab. Der Verkaufsprozess sei damit so gut wie tot, so die "Financial Times" unter Berufung auf das Umfeld der Twitter-Chefetage.

McDonald's: Private Kaffeetasse erlaubt

Die Burgerkette McDonald's führt nach jahrelanger Kritik an Wegwerfverpackungen in begrenztem Rahmen Mehrwegbecher ein - wenn die private Kaffeetasse mitgebracht wird. Ab Mitte November sollen die Kunden in sämtlichen der knapp 900 McCafés ihre eigenen Becher mitbringen können und dafür einen Rabatt von zehn Cent erhalten.

Samsung: Zahlreiche Note-7-Verbote in Flugzeugen

Samsungs Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 ist von den US-Behörden aus Sicherheitsgründen komplett aus Flugzeugen in den Vereinigten Staaten verbannt worden. Mehrere Fluggesellschaften in Europa, Australien und Neuseeland reagierten prompt auf das US-Vorgehen, auch Air Berlin verbot die Mitnahme des gefährlichen Smartphones auf ihren Flügen.

ts

Tagestermine am Mittwoch, 14. November

Unternehmen:
Merck KGaA: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
RWE: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Eon: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Wirecard: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Linde: Q3-Zahlen, 19:00 Uhr
BMW: Absatzzahlen für Oktober, 09:00 Uhr
Salzgitter: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Zooplus: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Bechtle: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Ado Properties: Q3-Zahlen
Patrizia Immobilien: Q3-Zahlen
Deutsche Wohnen: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Adler Real Estate: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Deutsche Euroshop: Q3-Zahlen, 16:00 Uhr
ProSiebenSat.1: Kapitalmarkttag
Leoni: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr Uhr
Sixt Leasing: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
MLP: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Biotest: Q3-Zahlen
Shop Apotheke: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Indus: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Tele Columbus: Q3-Zahlen
Leifheit: Q3-Zahlen
Maersk: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
Raiffeisen Bank Internationa: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Alstom: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Pirelli: Q3-Zahlen
Philip Morris: Pk zu Zahlen und Daten von Iqos, 10:00 Uhr
Cisco Systems: Q1-Zahlen, nach US-Börsenschluss

Konjunktur:
Japan: BIP Q3, 00:50 Uhr
China: Einzelhandelsumsatz und Industrieproduktion im Oktober, 03:00 Uhr
Deutschland: BIP Q3, 08:00 Uhr
Großbritannien: Verbraucherpreise im Oktober, 10:30 Uhr
Deutschland: Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank, 11:00 Uhr
EU: BIP Euro-Zone Q3, 11:00 Uhr
EU: Industrieproduktion Euro-Zone im September, 11:00 Uhr
USA: Realeinkommen und Verbraucherpreise im Oktober, 14:30 Uhr
USA: Rede des stellvertretenden Fed-Vorsitzenden Quarles vor dem House Financial Services Committee, 16:00 Uhr

Sonstiges:
IEA: World Energy Outlook, PK mit IEA-Chef Birol, 09:00 Uhr
Euro Finance Week: (bis 16. November): mit Rede von Bundesbank-Vorstand Balz