Marktbericht 17:45 Uhr

Kleine Santa-Rally in letzter Minute Dax: Und jetzt in Richtung 11.000?

Stand: 23.12.2015, 17:45 Uhr

Ein deutlich schwächerer Euro und gestiegene Ölpreise haben die Anleger am Tag vor Heiligabend in Kauflaune versetzt. Der Dax steigt über 10.700 Punkte und machte damit die Verluste der vergangenen drei Handelstage wieder wett.

Marktexperten zufolge sind die heutigen Kursgewinne ein klarer Hinweis auf weitere Kursgewinne in der Woche nach Weihnachten. Dann könnte der Leitindex sich in Richtung 10.830/10.930 Punkte bewegen. Hilfe erhält der Markt heute von einem deutlich geschwächten Euro sowie einem sich stabilisierenden Ölpreis.

Tatsächlich kann der Dax seine Gewinne im Tagesverlauf immer weiter ausbauen und geht schließlich bei 10.727 Punkten aus dem Handel, 2,28 Prozent oder 238 Punkte mehr als am Vortag. Alle 30 im Leitindex enthaltenen Werte legen zu. Auf Wochensicht llegt der deutsche Leitindex damit um 1,1 Prozent zu.

Positive Jahresbilanz

ARD-Börsenstudio: Jan Plate
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Börse 18.00 Uhr

Allerdings blieben die Umsätze gering, da zur Handelspause an Weihnachten niemand allzu große Positionen eingehen will. "Die Erholung der Ölpreise und der Rückgang beim Euro locken aber doch noch ein paar Schnäppchenjäger an", sagte ein Händler.

Trotz der enormen Schwankungen in diesem Jahr, der Dax bewegte sich zwischen 12.390 und 9.325 Punkten, fällt die bisherige Bilanz positiv aus: Mit einem Plus von über acht Prozent hat der Dax mehr als doppelt so stark zugelegt wie der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 - ganz zu schweigen von der Wall Street, wo die Standardwerte-Indizes Dow Jones Industrial und S&P 500 auf Jahressicht in der Verlustzone stehen.

Am Mittwoch hat die Wall Street an die positive Entwicklung der vergangenen beiden Tage angeknüpft. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der Dow Jones-Index 0,75 Prozent höher bei 17.549 Punkten.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.661,54
Differenz relativ
+0,80%

Befeuert wird der Dow von den jüngsten Konjunkturdaten, die überwiegend erfreulich ausfielen. So hat sich der Auftragseingang für langlebige Güter im vergangenen Monat überraschend stabil gehalten. Ferner sind die privaten Einkommen im November stärker gestiegen als erwartet. Und das von der Universität Michigan erhobene US-Verbrauchervertrauen hat sich im Dezember stärker aufgehellt als zunächst ermittelt.

Ölpreis im Aufwind

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
68,41
Differenz relativ
+1,03%

Stützend wirkt sich die Entspannung bei den Ölpreisen aus. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar gewann bis zu 1,1 Prozent auf 36,49 Dollar. Auch die US-Sorte WTI legt zu und profitiert dabei vom Aus für den Exportstopp für US-Öl. Der Kongress hatte im Dezember ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Zwar sind noch keine größeren Ausfuhren zu beobachten, Experten gehen aber davon aus, dass 2016 verstärkt US-Öl auf den Weltmarkt drängen wird.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
72,60
Differenz relativ
+1,32%

Für die Experten der Investmentbank Goldman Sachs ist das Ganze aber nicht mehr als ein Strohfeuer. Sie erwarten wegen des weltweiten Überangebotes im kommenden Jahr einen Rückgang auf 20 Dollar je Barrel für WTI. Die Ölförderung der Opec-Staaten könne 2016 noch höher ausfallen als die von ihnen bislang erwarteten 32 Millionen Barrel pro Tag, schrieben sie in einem Kommentar. Außerdem bleibe die US-Schieferöl-Produktion hoch.

Euro unter 1,09 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1657
Differenz relativ
-0,01%

Die Gemeinschaftswährung ist am Mittwoch deutlich unter Druck geraten und auf 1,0877 Dollar geschrumpft, nachdem sie am Vortag noch auf 1,0984 Dollar gestiegen war. Experten zeigen sich dennoch überrascht von der Euro-Stärke, hatten Viele in Folge der Zinswende in den USA doch ein Abschmelzen In Richtung Parität zum Dollar erwartet.

ThyssenKrupp an Dax-Spitze

Angeführt wird die Liste der Dax-Gewinner von ThyssenKrupp. Die Aktien des Industrie- und Stahlkonzerns profitierten von sich erholenden Preisen für Industriemetalle und legen deshalb um fast sieben Prozent zu. Im MDax legten die Aktien des Rivalen Salzgitter um fast fünf Prozent zu und sind damit der stärkste Wert in dem Index.

Eon und RWE füllen ihre Kassen

Auf dem zweiten und dritten Platz folgen die beiden Versorger RWE und Eon. Beide haben sich von ihren Minderheitsanteilen am Luxemburger Energiekonzern Enovos getrennt, der auch in Deutschland aktiv ist. Es sei ein Kaufvertrag mit einem Bieterkonsortium unter der Führung des Großherzogtums Luxemburg und der Investmentgesellschaft Ardian unterzeichnet worden, gaben die Konzerne heute gemeinsam bekannt. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Bekommt Adidas Hilfe von Nike?

Die Aktien des Sportartikelherstellers Adidas steigen ebenfalls. Gut gelaufene Geschäfte des US-Rivalen Nike haben auch den Optimismus des deutschen Rivalen befeuert. Zahlen deuteten auf ein anhaltend starkes Wachstum für die gesamte Branche hin, schrieb Warburg-Analyst Jörg Philpp Frey. Commerzbank-Analyst Andreas Riemann wertete vor allem Nikes starke Auftragseingänge in China und Westeuropa als positiv für Adidas.

Adidas: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
185,75
Differenz relativ
-1,59%
Nike: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
66,60
Differenz relativ
+0,27%

Hoffnungsschimmer bei VW

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
144,08
Differenz relativ
+0,95%

VW-Vorzüge profitieren von Aussagen von US-Anwalt Kenneth Feinberg. Er hofft, die Fälle in den USA schneller abschließen zu können. Die Konzerntochter Porsche hat sich derweil mit dem Betriebsrat auf Einsparungen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro geeinigt, um den Bau eines Elektrofahrzeugs am Standort Zuffenhausen mitzufinanzieren. Ein Sprecher der VW-Tochter bestätigte einen Bericht der Branchenzeitung "Automobilwoche". Details wollte er nicht nennen.

Henkel vor weiterem Rekordjahr

Das für Persil und Schwarzkopf bekannte Düsseldorfer Unternehmen Henkel blickt auch auf das kommende Jahr mit großer Zuversicht. Für 2016 seien "noch bessere Zahlen, also ein weiteres Rekordjahr" zu erwarten, sagte der Chef des Dax-Konzerns, Kasper Rorsted, der "Rheinischen Post" (Donnerstag). Das laufende Jahr werde der Waschmittel- und Kosmetikkonzern mit einem Rekordergebnis abschließen. "2015 wird ein Rekordjahr für unser Unternehmen", sagte Rorsted. Analysten erwarteten bei Umsatz und Gewinn ein Plus von je zehn Prozent oder mehr.

DBAG verkauft Beteiligung

Das Private-Equity-Unternehmen aus dem SDax verkauft die Spheros-Gruppe, einen Hersteller von Klimasystemen für Busse, an den französischen Autozulieferer Valeo. Der erzielte Preis liegt dabei doppelt so hoch wie das ursprüngliche Investment und übersteigt den Wert im Konzernabschluss (per 30.9.). Im ersten Quartal 2015/16 rechnet die DBAG mit einem positiven Ergebnisbeitrag von bis zu vier Millionen Euro. Die Aktie legt in einem freundlichen Gesamtmarktumfeld zu.

Nanostart macht jetzt in Immobilien

Um rund 20 Prozent springen die Nanostart-Papiere in die Höhe. Statt in die Nanotechnologie investiert die Beteiligungsgesellschaft künftig in der Immobilienbranche. Zudem wurde eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre beschlossen. Im Altportfolio wird sich voraussichtlich per Ende 2015 ein Abschreibungsbedarf von 2,5 Millionen Euro ergeben.

Syngenta auf Partnersuche

Der Schweizer Agrarchemiekonzern sieht kaum mehr Möglichkeiten, das Geschäft alleine fortzuführen. "Entsprechend dem, was die Aktionäre in Bezug auf die nächsten zwölf Monate erwarten, ist ein Alleingang kaum möglich", sagt Verwaltungsratspräsident Michel Demaré in einem Interview mit der Schweizer Fachpublikation "Finanz und Wirtschaft". Konkrete Angebote gebe es zwar nicht, Syngenta befinde sich jedoch in fortgeschrittenen Verhandlungen, so der Manager weiter. Syngenta-Papiere legen zu.

lg

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Mittwoch, 18. Juli

Unternehmen:
NovartisVW: Q2-Zahlen, 6:45 Uhr
Cassiopea: Halbjahreszahlen, 7 Uhr
Software: Q2-Zahlen, 7 Uhr
ASML: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Akzo Nobel: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Ericsson: Q2-Zahlen, 8 Uhr
Easyjet: Q3-Zahlen, 8 Uhr
Morgan Stanley: Q2-Zahlen, 13 Uhr
Abott Laboratories: Q2-Zahlen, 13:45 Uhr
American Express: Q2-Zahlen, 22 Uhr
Alcoa: Q2-Zahlen, 22:05 Uhr
Ebay: Q2-Zahlen, 22:15 Uhr
IBM: Q2-Zahlen, 22:30 Uhr

Konjunktur:
EU: Verbraucherpreise (endgültig), 06/18, 11 Uhr
USA: Baubeginne- und genehmigungen 06/18, 14:30 Uhr
USA: Kapazitätsauslastung im Juni, 15:15 Uhr
USA: NAHB-Index Juli, 16:00 Uhr
USA: Rede von Fed-Chef Powell vor dem Bankenausschuss des Senats, 16:00 Uhr