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Leichte Verluste Dax: Und dann spricht Donald Trump

Stand: 08.11.2019, 17:50 Uhr

Während sich die Stimmung der US-Verbraucher im November überraschend aufgehellt hat, sorgt Präsident Trump im Handelsstreit mit China für einen Dämpfer. Doch die schlechte Laune währt nur kurz.

Trump sagte am Freitag, er habe einem schrittweisen Abbau der gegenseitig verhängten Strafzölle nicht zugestimmt. China hätte das gerne, sagte der US-Präsident. China sei stärker an einem Abkommen interessiert als die USA. Trump betonte, das Abkommen solle in seinem Land unterzeichnet werden. Damit dämpfte er die Zuversicht der jüngsten Tage, dass sich die USA und China auf ein erstes Abkommen einigen könnten. Ein solcher "Deal" würde dann in den USA unterzeichnet.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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13.180,23
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An den Aktienmärkten weitete der Dax seine Verluste daraufhin aus und fiel um bis zu 0,7 Prozent auf ein Tagestief von 13.195 Punkten. Am Ende geht der Dax bei 13.228 Punkten aus dem Handel, 0,46 Prozent oder 60,90 Punkte weniger als am Vortag.

"Dynamik lässt nach"

"Die Dynamik, die mit den Hoffnungen auf die Handelsbeziehungen verbunden ist, lässt nach", schrieb Analyst Chris Hussey von Goldman Sachs in einem Marktkommentar. Das habe sich schon an den asiatischen Märkten abgezeichnet und setzte sich an den europäischen Börsen fort.

Auch an der Wall Street tauchte der Dow Jones-Index tiefer ins Minus und fiel auf 27.591, ein Minus von knapp 0,3 Prozent. Dass die Reaktionen sehr moderat ausfielen, erklären Marktexperten damit, dass die Reaktion von Trump zeige, wie zerstritten die amerikanische Seite im Handelskonflikt offenbar ist.

Während sich der Präsident im beginnenden Wahlkampf eine Rezession oder eine Abkühlung der Wirtschaft aufgrund der gegenseitigen Strafzölle nicht leisten kann, gibt es offenbar Kräfte innerhalb der amerikanischen Regierung, die sich weiterhin für ein hartes Vorgehen gegen die Chinesen aussprechen, berichtete das "Wall Street Journal". Man sei sich innerhalb der Regierung uneinig, ob ein solcher Schritt - also der Abbau von Zöllen - die Verhandlungsposition der USA schwäche.

US-Verbraucher weiter guter Dinge

Gute Nachrichten kamen zudem von der monatlichen Befragung der US-Verbraucher. Deren Stimmung hat sich im November ein wenig aufgehellt. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan stieg auf 95,7 Zähler von 95,5 Punkten im Oktober. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem etwas höheren Anstieg auf 95,9 Punkte gerechnet. Die Verbraucher bewerteten ihre derzeitige Lage schlechter und schauten zugleich etwas optimistischer nach vorn.

Entsprechend rasch konnte sich auch der Dow Jones-Index wieder erholen. Bei Börsenschluss in Frankfurt notierte der US-Leitindex noch 0,17 Prozent schwächer bei 27.629 Punkten. Am Vortag hatte der US-Leitindex auf einem Rekordniveau geschlossen.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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Euro schwächelt, Ölpreise geben nach

Der Euro hat bis zum Handelsschluss weiter an Wert verloren. Zuletzt notierte er bei 1,1017 Dollar, nachdem er am Vormittag noch zu 1,1050 Dollar zu haben war. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1034 (Donnerstag: 1,1077) Dollar fest.

Auch die Ölpreise sind deutlich gefallen. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 62,26 Dollar, ein halbes Prozent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 0,45 Dollar auf 57,16 Dollar. Die Kursgewinne vom Vortag wurden damit mehr als aufgezehrt. "Die Euphorie wegen eines möglichen Handelsabkommens zwischen den USA und China scheint am Ölmarkt bereits verflogen", kommentierten die Rohstoffexperten der Commerzbank.

Der Goldpreis hat seine frühen leichten Kursgewinne bereits wieder abgegeben und fällt am Abend um 0,1 Prozent auf 1.466 Dollar je Feinunze. In der laufenden Handelswoche war das gelbe Edelmetall im Zuge der steigenden Risikoneigung der Anleger ordentlich unter die Räder geraten.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Allianz hebt Ergebnisprognose an

Einer der schwächsten Werte im Dax ist am Freitag die Aktie der Allianz. Dabei wächst beim Münchner Versicherungsriesen die Zuversicht. Das operative Ergebnis soll in diesem Jahr zwischen 11,5 und 12,0 Milliarden Euro erreichen. Bisher hatte die Untergrenze der Erwartung bei 11,0 Milliarden Euro gelegen. Im dritten Quartal stagnierte die Kennziffer bei 2,98 Milliarden Euro, traf damit aber die Analystenschätzungen fast punktgenau. Getrieben wurde das Ergebnis diesmal von der Leben- und Kranken-Sparte und der Vermögensverwaltung, während der größte Ertragsbringer, die Schaden- und Unfallversicherung, Einbußen hinnehmen musste.  | mehr

Warum Infineon jetzt schwächelt

Im Halbleitersektor haben die Anleger nach gutem Lauf erst einmal Kasse gemacht. Die Aktie von Infineon sackte am Freitag um 2,45 Prozent ab und war damit der drittschwächste Wert im Dax-Ende, nachdem sie am Vortag auf einem Hoch seit Mai angekommen war. Ein Händler verwies neben den Gewinnmitnahmen auch auf einen Medienbericht, wonach China die Subventionen für Elektro-Autos kürzen könnte. Das wäre gerade für den stark auf die Autobranche ausgerichteten Dax-Konzern ungünstig.

Auch die Papiere der Halbleiterhersteller STMicroelectronics und AMS gaben nach. All dies hatte außerdem Folgen für die Papiere des Zulieferers Siltronic, die ebenfalls sanken.

Merck nahe Zweijahreshoch

Merck KGaA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Aktien der Merck KGaA haben sich bis zum Handelsschluss an die Dax-Spitze geschoben. Die Aktie nähert sich ihrem Rekordhoch von 115,20 Euro, das im Mai 2017 erreicht wurde. Neue Impulse könnten in der kommenden Woche die Zahlen zum dritten Quartal liefern. Analyst Dennis Berzhanin vom Analysehaus Pareto jedoch erinnerte heute daran, dass eine mögliche Aufstockung der Jahresziele am kommenden Donnerstag längst den Markterwartungen entspreche. Solch ein Schritt werde wohl mit dem Umsatz- und Ergebnisbeitrag des übernommenen US-Spezialchemieherstellers Versum in Zusammenhang stehen. Gleichzeitig erhöhte Pareto das Kursziel von 103 auf 106 Euro.

BMW: Neuer Absatzrekord zum Greifen nahe

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Zwei Monate vor Jahresschluss sieht sich der Autobauer auf gutem Weg zum neunten Absatzrekord in Folge. Mit einem Absatzplus von 1,7 Prozent im Oktober stieg die Zahl der verkauften Fahrzeuge im Jahresverlauf um ebenfalls 1,7 Prozent auf insgesamt 2,07 Millionen. BMW bekräftigte die Erwartung, die Zahl der 2018 ausgelieferten Fahrzeuge von 2,49 Millionen Stück im laufenden Jahr leicht zu übertreffen.

Borussia Dortmund: Mehr Umsatz, weniger Gewinn

Der börsennotierte Fußballbundesligist Borussia Dortmund hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2019/20 von höheren Werbeeinnahmen profitiert. Insgesamt seien die Erlöse nach vorläufigen Zahlen auf 175 Millionen Euro gestiegen nach 132 Millionen vor Jahresfrist. Die Werbeeinnahmen kletterten auf 70 Millionen von zuvor 41 Millionen. Unter dem Strich blieben unter anderem wegen höherer Personalausgaben und Abschreibungen nur 27.000 Euro übrig. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 4,6 Millionen Euro gewesen. Den kompletten Bericht legt der Club am 14. November vor.

Schon wieder: Deutsche Pfandbriefbank hebt Prognose an

Das Finanzinstitut hebt seine Prognose für 2019 an. Es strebt nun einen Vorsteuergewinn zwischen 205 und 215 Millionen Euro an. Zuletzt hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben das obere Ende der Spanne von 170 bis 190 Millionen Euro oder leicht darüber angepeilt. Die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) begründete ihren Schritt mit "einem starken 3. Quartal", in dem ein Vorsteuerergebnis von 70 Millionen Euro erzielt worden sei.

Für die ppb ist es bereits die zweite Prognoseerhöhung in diesem Jahr. Bereits im Juni hatte sie ihre Jahresziele nach oben geschraubt.

VW: Startschuss für neue Elektroautofabrik

Die Elektroautofabrik des Wolfsburger Autoherstellers in Shanghai hat den Testbetrieb aufgenommen. VW-Chef Herbert Diess sagte, bis 2028 wolle das Unternehmen 22 Millionen Elektroautos herstellen, die Hälfte davon in China. Diess strebt bei VW einen "Systemwechsel zur Elektromobilität" an.

Da passt es, dass Volkswagen heute im Werk Braunschweig eine neue Fertigungslinie für Batteriesysteme eröffnet. Diese sollen in Automodellen zum Einsatz kommen, die auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) basieren - unter anderem in dem gerade gestarteten ID.3, der einen neue Serie reiner E-Fahrzeuge bei VW begründet.

Lkw-Zulieferer Jost Werke warnt

Der Nutzfahrzeugzulieferer Jost Werke blickt pessimistisch nach vorn. Wegen der beobachtbaren "zunehmenden Verschlechterung des Marktumfelds für Nutzfahrzeuge in allen Regionen", die voraussichtlich über das saisonübliche deutlich hinausgehe, rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang im Gesamtjahr.

Die Erlöse sollten im Vorjahresvergleich im niedrigen einstelligen Prozentbereich sinken. Bisher war Jost von einem Anstieg der Erlöse im niedrigen einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde sich 2019 weiterhin im Einklang mit dem Umsatz entwickeln.

Alibaba: Hongkong-Börsengang auf Chinas Geheiß?

Der chinesische Online-Riese Alibaba strebt bei seinem Börsengang in Hongkong Einnahmen von bis zu 15 Milliarden Dollar an. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag berichtete, sind bereits Anfang kommender Woche entsprechende Anhörungen vor den Behörden geplant, wie es das Hongkonger Börsenrecht vorsieht. Es wäre Alibabas zweiter Börsengang - der Konzern ist bereits in New York gelistet.

Mit dem Börsengang in Hongkong entspricht Alibaba auch den Wünschen der Regierung. Peking ermuntert die großen Tech-Unternehmen des Landes immer wieder, in China an die Börse zu gehen. Geplant ist eine Technologiebörse in Shanghai nach dem Vorbild der US-Börse Nasdaq.

Richemont: Umbau und Hongkong-Proteste bremsen

Der Umbau des Luxusgüterherstellers Richemont hinterlässt Spuren im Ergebnis des Schweizer Unternehmens. Das operative Ergebnis konnte in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2019/20 zwar um drei Prozent auf 1,17 Milliarden Euro gesteigert werden, verfehlte damit aber die Erwartungen.

Dazu kommt ein Einbruch im Schlüsselmarkt Hongkong, wo viele Geschäfte während der politischen Unruhen geschlossen blieben, sowie die gedämpfte Kaufbereitschaft der Verbraucher in anderen Ländern. Damit schwächte sich das Wachstum im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal ab. Insgesamt belief sich der Halbjahresumsatz auf 7,4 Milliarden Euro. Der Gewinn des Herstellers von Cartier-Schmuck und Uhren der Marken A. Lange & Söhne, Baume & Mercier oder IWC sackte um 61 Prozent auf 869 Millionen Euro ab.

Disney: Weniger Gewinn - sehr gut!

Der US-Unterhaltungskonzern Walt Disney hat dank Kinokassenhits wie "Der König der Löwen" und "Toy Story 4" im vierten Quartal mehr verdient als erwartet. Auch das Geschäft mit den Freizeitparks half dem Unternehmen dabei, hohe Investitionskosten im Zusammenhang mit dem Aufbau des Streamingdienstes Disney+ auszugleichen. Ohne Sonderposten betrug der Gewinn je Aktie 1,07 Dollar. Der Umsatz kletterte um mehr als ein Drittel auf 19,1 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 95 Cent je Anteilschein gerechnet. Die Disney-Aktie stieg nachbörslich um fünf Prozent.  | mehr

lg

Tagestermine am Freitag, den 15. November

Firmen:
LEG Immobilien: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Stabilus: Jahreszahlen, 07:00 Uhr
A.P. Moller-Maersk: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
Volkswagen: AR beschließt Investitionsplan, mit Pk, 14:30 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Verbraucherpreise 10/19, 11:00 Uhr
EU: Handelsbilanz 09/19, 11:00 Uhr
USA: Empire State Index 11/19, 14:30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsatz 10/19, 14:30 Uhr
USA: Industrieproduktion 10/19, 14:30 Uhr
USA: Kapazitätsauslastung 10/19, 15:15 Uhr
USA: Lagerbestände 09/19, 16:00 Uhr