Dax überwindet Schwäche

Stand: 30.11.2010, 20:04 Uhr

Der Dienstag war ein wechselhafter Handelstag, aber er endete für den Dax einigermaßen versöhnlich. Neuen Sorgen um die europäischen Staatsfinanzen standen gute amerikanische Konjunkturdaten gegenüber. Im späten Handel stieg der Dax sogar wieder über die 6.700-Punktemarke.

Die Irland-Rettung hatte die Anleger am Montag schon nicht beruhigt, und auch am Dienstag schien sich der Aktienmarkt vor allem mit den Finanzproblemen der Eurozone zu beschäftigen. Der spanische Finanzstaatssekretär José Manuel Campa meinte sorgenvoll, dass die derzeit hohen Finanzierungskosten mögliche Gefahren für sein Land bergen könnten. Worauf der Dax gegen Mittag stark ins Minus fiel und der Euro unter 1,30 Dollar.

Der Tag endete dennoch nur mit einem minimalen Kursverlust für den Dax. Frische Konjunkturdaten aus Amerika sorgten für den notwendigen Optimismus. Das amerikanische Verbrauchervertrauen stieg im November auf 54,1 Punkte - 52,6 Zähler hatten die Ökonomen erwartet. Und auch der Einkaufsmanagerindex aus Chicago war mit 62,5 Punkten besser als gedacht. Der Dax schloss daher nur 0,1 Prozent schwächer bei .6.688 Punkten, im späten Handel legte der LDax - dank freundlicher Entwicklung an der Wall Street - noch auf 6.722 Punkte zu.

Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
15,61
Differenz relativ
-0,95%

Die Dax-Spitze eroberte die BASF-Aktie, mit einem Kursgewinn von 2,1 Prozent. Nicht mehr kursbewegend war die abendliche Entscheidung der EU-Kommission, die geplante Übernahme des Chemiekonzerns Cognis durch BASF unter Auflagen zu genehmigen. BASF will die Übernahme nun Anfang Dezember abschließen.

Der Stahlkonzerns ThyssenKrupp präsentierte am Dienstag seine Jahresbilanz. Dabei konnte der Konzern auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Nach dem Krisenjahr 2008/09 legte der Umsatz um fünf Prozent auf 43 Milliarden Euro zu, den Vorsteuergewinn gab die Gesellschaft mit 1,1 Milliarden Euro an. ThyssenKrupp rechnet mit außerdem mit weiter steigender Stahlproduktion und will im laufenden Jahr den Erlös um 10 bis 15 Prozent verbessern.

ACS darf Hochtief übernehmen
Die Aktie des Baukonzerns Hochtief gewann am Dienstag zwei Prozent. Die Börsenaufsicht BaFin hat die geplante Übernahme des Baukonzerns durch seinen spanischen Konkurrenten ACS erlaubt. Die Behörde gab das feindliche Übernahmeangebot am Montag Abend frei.

Aufatmen bei Nordex und Phoenix
Die Aktie des Windkonzerns Nordex legte 4,7 Prozent zu. Eine Sektorenanalyse der UBS sorgte für den notwendigen Rückenwind. Die Fachleute hatten festgestellt, dass sich die Branche im kommenden Jahr erholen könnte. Phoenix Solar-Papiere gewannen 0,6 Prozent. In Italien wird die Firma zwei Solarkraftwerke mit insgesamt fast neun Megawatt Leistung erreichten. Bis Ende 2010 soll das Projekt bereits abgeschlossen sein.

Die Aktie von Conergy übrigens wurde am Dienstag kräftig verkauft. Das Papier verlor 18,6 Prozent. Am Montag hatten Gerüchte über einen Einstieg von Hedgefonds noch für Kauffantasie gesorgt.

Gerry Weber und Hugo Boss
Neuigkeiten gab es von zwei Modefirmen. Der im SDax notierte Gerry Weber-Konzern will wegen guter Geschäfte seine Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr 2009/10 von 0,85 Euro auf 1,10 Euro je Aktie anheben. Hugo Boss-Aktien verloren 2,3 Prozent. Branchenkenner sorgen sich um die steigenden Baumwollpreise, wodurch die Produktionskosten für die Modeindustrie steigen würden. Auch könnten höhere Löhne in China, Indien und Bangladesch die Gewinnträchtigkeit schmälern, hieß es.

OHB bekommt Großauftrag
Der Technologiekonzern OHB berichtete am Dienstag über einen neuen Großauftrag aus der Raumfahrtbranche. Für das Satellitenprogramm Meteosat wird die Firma zwei Satelliten bauen. Das Gesamtauftragsvolumen liegt bei 750 Millionen Euro, der heute von OHB unterzeichnete Vertrag hat einen Wert von 21 Millionen Euro.

Kleine Bilanzen
Außerhalb der Dax-Indizes legte am Morgen der Entertainment-Dienstleister Deag seine Zahlen vor. Die Quartalserlöse kletterten deutlich auf 29,1 Millionen Euro. Nach einem Verlust vor einem Jahr schaffte es die Deag wieder in den grünen Bereich, mit einem Vorsteuerergebnis von 0,6 Millionen Euro. Der in Frankfurt notierte chinesische Hersteller von Müllverbrennungsanlagen, Zhongde Waste, hat das dritte Quartal mit einem kräftig geschrumpften Umsatz beendet. Die Erlöse fielen um 40 Prozent auf 4,6 Millionen Euro, der Gewinn sank um die Hälfte auf 0,3 Millionen Euro.

EU eröffnet Kartellverfahren gegen Google
Die EU-Wettbewerbskommission hat gegen den weltgrößten Internetkonzern Google ein Wettbewerbsverfahren eröffnet. Nach mehreren Beschwerden von Wettbewerbern prüfe man nun, ob der Konzern seine Marktmacht missbrauche, hieß es von der Behörde in Brüssel. Unter anderem soll untersucht werden, ob Google seinen Werbepartnern Bedingungen vorschreibe.

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr