Marktbericht 11:55 Uhr

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Heftige Kursverluste Dax: Übertriebene Reaktion?

von Angela Göpfert

Stand: 10.08.2018, 11:55 Uhr

Die Dax-Anleger reagieren fast schon hysterisch auf die Ausweitung der Türkei-Krise. Jetzt kommt es auf die Wall Street an: Eine gelassene Reaktion würde auch die Anleger hierzulande besänftigen.

Vieles spricht dafür, dass die Wall Street weit entspannter auf die Entwicklungen in der Türkei reagieren dürfte als die europäischen Aktienmärkte. Das liegt natürlich einerseits darin begründet, dass die US-Banken im Gegensatz zu ihren europäischen Kollegen kein nennenswertes Engagement in der Türkei besitzen. Die Ansteckungsgefahr tendiert daher gegen Null.

Teurer Dollar als Einfallstor?

Hinzu kommt die positive technische Verfassung der Wall Street. Dort befinden sich die großen Indizes im Aufwärtstrend. Zudem hatten jüngst Dow Industrial und Dow Transport Index gleichzeitig neue Verlaufshochs markiert. Das sollte die Märkte stützen.

Doch ein Einfallstor gibt es, über das auch die Wall Street in Mitleidenschaft der Türkei-Krise gezogen werden könnte: der steigende Dollar. Die US-Währung ist als sicherer Hafen gesucht. Das belastet die Gewinne multinationaler US-Unternehmen.

Wichtige Unterstützung gerissen

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.216,86
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+0,44%

Am deutschen Aktienmarkt hat die Türkei-Krise derweil schon deutliche Spuren hinterlassen. Der Dax fällt im Laufe des Vormittags bis auf 12.454 Punkte. Das ist ein Minus von 1,7 Prozent in der Spitze.

Der Rutsch unter die Haltezone bei 12.490 Punkten verheißt kurzfristig nichts Gutes. Sollte der Dax diese wichtige Unterstützung nun nicht unverzüglich und vor allem per Tagesschlusskurs zurückerobern, droht perspektivisch neues Ungemach. Dann stünde wohl ein Test des mittelfristigen Aufwärtstrends (aktuell um 12.300 Punkte) ins Haus.

Märkte spielen Pleite der Türkei durch

Auslöser der aktuellen Kursverluste im Dax sind die Entwicklungen am Devisenmarkt: Seit Donnerstag befindet sich die Türkische Lira im freien Fall, am Freitagmorgen fällt sie zu Euro und Dollar auf neue Rekordtiefststände. Investoren verkaufen im großen Stil türkische Aktien und Anleihen, das sorgt für immer mehr Abwertungsdruck.

"Mittlerweile spielen die Märkte durchaus einen Default der Türkei durch, die Prämien der Kreditausfallversicherungen (CDS) kletterten auf mehrjährige Höchststände", heißt es in einer aktuellen Einschätzung der Landesbank Baden-Württemberg.

Sichere Häfen gesucht

Auch der Euro gerät zu Wochenschluss unter Druck. Investoren fürchten, dass die Türkei-Krise auf das europäische Banken-System übergreifen könnte. Die europäische Gemeinschaftswährung fällt im frühen Handel deutlich zurück bis auf 1,1433 Dollar und markiert damit ein frisches Jahrestief.

Der fallende Euro/Dollar-Kurs ist überdies ein Signal für die im Zuge der Türkei-Krise anziehende Risikoaversion der Anleger. Diese steuern vermehrt sichere Häfen an, dazu zählt auch der japanische Yen.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1368
Differenz relativ
+0,20%
US-Dollar in Yen: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
110,88
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+0,17%

Öl und Gold verbilligen sich

Der anziehende Dollar-Kurs verteuert die in Dollar notierenden Rohstoffe. Das dämpft wiederum die Nachfrage aus dem Nicht-Dollar-Raum. Vor diesem Hintergrund wundern die neuen Kursverluste bei den Ölpreisen Brent und WTI kaum. Zur Wochenmitte hatte bereits der Handelsstreit der USA mit China die Rohstoffpreise deutlich belastet.

Der wiedererstarkende Dollar lastet auch auf dem Goldpreis. Aktuell notiert die Feinunze Gold bei 1.210 Dollar 0,2 Prozent tiefer.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
64,98
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-0,49%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
70,89
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-0,18%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.178,80
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+0,33%

Ansteckungsgefahr für europäische Banken?

Angesichts der Marktturbulenzen in der Türkei stehen europaweit Bank-Aktien unter Druck. Anleger fürchten, wie einst zu Zeiten der Griechenland-Krise, dass die sich zuspitzende Krise in der Türkei auf das europäische Bankensystem übergreifen könnte.

Laut einem Bericht der "Financial Times" bereitet der Verfall der Türkischen Lira der EZB-Bankenaufsicht mit Blick auf Institute mit starkem Engagement in dem Land zunehmend Sorgen. Vor allem die Großbanken BBVA, BNP Paribas und Unicredit stünden deshalb unterer besonderer Beobachtung.

Im Sog der miesen Branchenstimmung geben auch Papiere von Commerzbank und Deutsche Bank nach.  | mehr

K+S: Gewinnwarnung light

K+S

K+S: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19,41
Differenz relativ
+1,92%

Der MDax-Konzern K+S hat seine Gewinnprognose konkretisiert und davor gewarnt, im Gesamtjahr weniger zu verdienen als von Analysten erwartet. Man gehe nunmehr für 2018 von einem Ergebnis (Ebitda) in einer Spanne von 660 bis 740 Millionen Euro aus, teilte der Düngemittel- und Salzproduzent am Donnerstagabend mit. Zu den Gründen wollte sich das Unternehmen auf Nachfrage nicht äußern.  | mehr

Das Wetter macht auch Innogy zu schaffen

Beim Energiekonzern Innogy hat im ersten Halbjahr das Ökostromgeschäft unter negativen Wettereffekten gelitten. Aber auch der Wegfall positiver Einmaleffekte und höhere Rohstoffkosten lasteten auf dem Ergebnis.

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sank um 10 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro, wie die vor der Zerschlagung stehende RWE-Tochter am Morgen mitteilte. Das bereinigte Nettoergebnis gab um mehr als ein Fünftel auf 662 Millionen Euro nach. Die Jahresprognose bekräftigte der Konzern, der vor der Übernahme durch den Konkurrenten Eon steht.

Innogy: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
37,20
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-0,08%

Eon

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,40
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+0,65%
RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
21,15
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-0,09%

Bechtle nimmt sich mehr vor

Bechtle: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
87,75
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+1,50%

Für den IT-Dienstleister Bechtle geht es auf der Digitalisierungswelle noch stärker aufwärts als gedacht. Nach kräftigen Zuwächsen im zweiten Quartal legte Vorstandschef Thomas Olemotz deshalb die Latte für 2018 etwas höher. Umsatz und Ergebnis dürften in diesem Jahr prozentual zweistellig wachsen. Zuletzt hatte er allgemein einen "deutlichen" Anstieg in Aussicht gestellt.

Im zweiten Quartal steigerte das TecDax-Unternehmen seine Erlöse um gut 17 Prozent auf rund 965 Millionen Euro. Der Überschuss legte um 21 Prozent auf 30,7 Millionen Euro zu. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen von Analysten.

LEG brummt

LEG Immobilien: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
101,65
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+0,64%

Die LEG-Aktie gehörte zu den größten Gewinnern im MDax. Der Düsseldorfer Immobilienkonzern hat im zweiten Quartal von steigenden Mieten und einem weiterhin niedrigen Leerstand profitiert. Das operative Ergebnis aus dem laufenden Geschäft (FFO I) stieg im Jahresvergleich um 11,7 Prozent auf 82,2 Millionen Euro. Die Ergebnisprognose wurde bestätigt. Für das zweite Halbjahr geht Vorstandschef Thomas Hegel von einem starken Gewinnwachstum aus. LEG vermietet aktuell rund 130.000 Wohnungen.

Mehr Zuversicht bei TLG

TLG Immobilien: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
22,70
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-0,35%

Starke Zuwächse im ersten Halbjahr machen TLG optimistischer. Die im SDax notierte Gewerbeimmobilienfirma rechnet nun mit einem operativen Ergebnis aus dem laufenden Geschäft (FFO I) in Höhe von 130 bis 133 Millionen Euro nach zuvor 125 bis 128 Millionen. Im ersten Halbjahr stiegen die Mieterlöse um fast 40 Prozent auf 109,6 Millionen, das operative Ergebnis sprang um über 45 Prozent auf 67,6 Millionen Euro.

Hapag-Lloyd auf Sparkurs

Hapag-Lloyd: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
34,50
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+0,94%

Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd hat den Verlust wegen des Preisdrucks und gestiegener Kosten deutlich ausgeweitet und verstärkt nun den Sparkurs. Unter dem Strich lag der Fehlbetrag nach sechs Monaten bei 101 Millionen Euro nach minus 43 Millionen Euro vor Jahresfrist, teilte Hapag-Lloyd am Freitag mit. Anleger hatten schlimmeres befürchtet und griffen zu.

Zwar stieg in den ersten sechs Monaten die Menge der transportierten Container um fast 40 Prozent auf 5,8 Millionen Einheiten. Weil die Frachtraten jedoch sanken, fiel das Umsatzplus mit 20 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro deutlich niedriger aus. Höhere Preise für angemietete Frachter und der Anstieg der Treibstoffkosten sorgten dafür, dass Hapag-Lloyd tiefer in die roten Zahlen fuhr. Das Management erwartet nun ein operatives Ergebnis (Ebit) zwischen 200 und 450 Millionen Euro nach 410 Millionen 2017.

Hella nimmt sich viel vor

Hella: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
51,30
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+2,93%

Aktien von Hella haben zum Handelsstart mit Kursverlusten auf die Quartalszahlen des Autozulieferers reagiert. In den ersten Handelsminuten fiel die Aktie um 1,5 Prozent auf 50 Euro. Das Unternehmen will den Umsatz und das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern im laufenden Geschäftsjahr jeweils um 5 bis 10 Prozent steigern. Am Markt lagen die Erwartungen der Analysten eher am unteren Ende der neuen Prognose. "Wir denken, das Unternehmen kann die Profitabilität im Kerngeschäft Auto ganz sicher erhöhen", schrieb Analyst Jose Asumendi von JPMorgan in einer ersten Einschätzung. Auch im Ersatzteilgeschäft dürfte Hella die Margen steigern können. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für Hella nach endgültigen Zahlen für das zweite Quartal auf "Neutral" mit einem Kursziel von 54 Euro belassen.

Pilotenstreik bei Ryanair hat begonnen

Ryanair: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
13,52
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+0,48%

Der größte Pilotenstreik in der Geschichte von Ryanair hat am Freitag für zahlreiche Flugausfälle gesorgt. Der Billigflieger strich rund 400 von etwa 2400 geplanten Flügen. Schwerpunkt des Ausstands war Deutschland mit 250 abgesagten Verbindungen und 42.000 betroffenen
Passagieren. Im Streit um eine höhere Bezahlung und bessere
Arbeitsbedingungen bei Europas größter Billigfluglinie legten
auch Piloten in Belgien, Schweden und Irland die Arbeit nieder.

Samsung stellt neues "Galaxy Note 9"vor

Samsung GDR: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
857,51
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-1,88%

Samsung setzt mit seinem neuen Smartphone "Galaxy Note 9" verstärkt auf jüngere Spiele-Nutzer und will damit den zuletzt schwächelnden Absatz wieder antreiben. Der Apple-Rivale stellte am Donnerstag in New York sein neues Flaggschiff vor, das Insidern zufolge wie der Vorgänger ab 950 Dollar (825 Euro) zu haben sein soll.

Es ist des erste Android-Modell eines großen Anbieters, das auf bis zu einen Terabyte Speicher aufgerüstet werden kann und zudem das erste Smartphone, auf dem das populäre Spiel "Fortnite" läuft. Als besonderes Feature hob Samsung eine verbesserte Akku-Laufzeit hervor. Zudem soll das Gerät außergewöhnlich schnell wieder abkühlen - bei Spielen heizen sich Handys oft stark auf.

Die Börse zweifelt an Tesla

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum Intraday
Kurs
338,69
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-2,57%

Nach der Euphorie um Teslas möglichen Abkehr von der Börse steigen die Zweifel am Plan von Firmenchef Elon Musk und die Sorgen vor rechtlichen Konsequenzen durch dessen Tweets. Die Aktie verlor am Donnerstag an der Nasdaq zeitweise an die sechs Prozent und schloss 4,8 Prozent schwächer bei gut 352 Dollar. Aktuell verliert die Aktie knapp ein Prozent. Wie "Reuters" berichtet, verlangt der Verwaltungsrat von Tesla laut Insidern von Musk mehr Informationen darüber, wie dieser einen Rückzug des Unternehmens von der Börse finanzieren will.

Mindestens zwei New Yorker Kanzleien prüfen derweil, ob der Starunternehmer mit seinem überraschenden Tweet zu einem Börsenrückzug von Tesla gegen Wertpapiergesetze verstoßen hat und trommeln Mandanten für mögliche Sammelklagen zusammen.  | mehr

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Alles, was Sie über Elon Musks neuesten Coup wissen müssen FAQ

Tesla S

Warum will Musk Tesla privatisieren?
Der Firmenchef begründet seinen gewagten Plan selbst wie folgt: Ein derartiger Schritt erlaube es dem Unternehmen, "zu seinem Besten zu wirtschaften, frei von Ablenkung und kurzfristiger Denke", schrieb Elon Musk in einem Mitarbeiterbrief.

Tatsächlich würde sich Musk mit einem solchen Schritt dem Druck der Kapitalmärkte entziehen. Es wäre keine Notwendigkeit mehr da, alle drei Monate Quartalsberichte vorzulegen und sich den kritischen Fragen von Journalisten und Analysten zu stellen.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Donnerstag, 16. August

Unternehmen:

Carlsberg: Halbjahreszahlen, 7:00 Uhr
Swisscom: Q2-Zahlen, 7:15 Uhr
Aegon: Halbjahreszahlen, 7:30 Uhr
Wirecard: Halbjahreszahlen (endg.), 7:30 Uhr
Henkel: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Sixt: Q2-Zahlen (endg.), 7:30 Uhr
Walmart: Q2-Zahlen, 12:00 Uhr
Nvidia: Q2-Zahlen, 22.20 Uhr

Konjunktur
Japan: Handelsbilanz 07/18, 01:50 Uhr
EU: Handelsbilanz 06/08, 11:00 Uhr
USA: Philadelphia Fed Index 08/18, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Baubeginne und -genehmigungen, 14:30 Uhr