Marktbericht 15:10 Uhr

Marktbericht neutral mit Prozentzeichen Audio

Aktienmarkt in guter Form Dax trotzt den Zinssorgen

Stand: 16.05.2018, 15:10 Uhr

Zwischen steigenden Zinsen, Donald Trump, Italien, Nordkorea und dem Iran - inmitten einer komplexen Weltlage behauptet sich der deutsche Aktienmarkt sehr robust. Vor allem der fallende Euro stützt den exportlastigen Dax. Aber kann das auf Dauer gut gehen?

Denn gefühlt macht sich bei so manchem Marktbeobachter angesichts der schwierigen geopolitischen Weltlage und der steigenden Dollar-Zinsen ein mulmiges Gefühl breit. Zehnjährige amerikanische Staatsanleihen rentieren mittlerweile über 3,0 Prozent, was schon für zunehmende Geldabflüsse aus den Schwellenländern sorgt.

Und ein Ende der Fahnenstange ist angesichts der rapide steigenden Ölpreise bisher nicht in Sicht. Heute aber macht die Öl-Hausse zumindest eine Pause, der Preis für die Nordseesorte Brent und die US-Leichtölsorte WTI fällt leicht zurück. Am Nachmittag werden noch die wöchentlichen Lagerdaten aus den USA erwartet.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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78,91
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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71,62
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Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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13.077,72
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Steigen die Ölpreise aber munter weiter, schiebt das die Inflation in Amerika an und ruft die Notenbank auf den Plan. Die Diskussion um weitere Zinserhöhungen sollte dann schnell an Fahrt gewinnen. Schon im Juni wird ein weiterer Zinsschritt der Fed erwartet (anders als der türkische Präsident folgt die Fed dem Lehrbuch und bekämpft Geldentwertung mit höheren Zinssätzen). "Der Zinsanstieg wird mehr und mehr zum Risiko", warnte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners.

Der schwache Euro stützt den Dax

Audio allgemein - Startbild Audio

B5 Börse 14.51 Uhr: Euro bei 1,1780 Dollar

Inmitten dieser komplexen Lage präsentiert sich der heimische Aktienmarkt fast so, als ob nichts wäre. Der Dax kämpft aktuell mit der Marke von 13.000 Punkten, die er im Tageshoch bei 13.030 Zählern schon geknackt hatte. Er bleibt damit auf hohem Niveau und zumindest in Sichtweite seines Rekordhochs vom Januar bei 13.596 Punkten.

Denn auch das ist die Folge der steigenden US-Zinsen. Der Euro kann der aktuellen Dollarstärke nicht viel entgegensetzen, wie heute wieder die schwachen Inflationsdaten aus Italien gezeigt haben. Im April lag die Preissteigerungsrate nur bei 0,6 Prozent nach 0,9 Prozent im Vormonat. Auf EU-Ebene liegt die Rate bei 1,2 Prozent zwar höher, aber immer noch deutlich unter der Zielmarke der EZB von 2,0 Prozent. Die Gemeinschaftswährung kostet aktuell 1,7777 Dollar, Mitte April stand der Euro noch bei knapp 1,24 Dollar.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1749
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Am Nachmittag werden aus Amerika noch Daten zur Industrieproduktion und zur Kapazitätsauslastung erwartet. Die Daten vom Hausmarkt im April enttäuschten derweil. Baubeginne und -genehmigungen lagen mit 1,287 Millionen Einheiten zwar auf hohem Niveau, aber unter Erwartungen. Die Wall Street wird zur Eröffnung knapp behauptet erwartet

Italiens neue Regierung droht

Apropos Italien: Dort kündigte der Chef der rechtsextremen Lega Nord, Matteo Salvini, an, dass die Regierungsbildung mit der populistischen 5-Sterne-Bewegung vor dem Abschluss stehe. Bis Montag wolle man beim Staatspräsidenten Mattarella vorstellig werden.

Damit kündigt sich angesichts der hohen Staatsverschuldung des Landes neues Ungemach an. Denn die beiden sehr ungleichen Partner hatten zuletzt umfangreiche Ausgabensteigerungen beschlossen. Lediglich die Stützungskäufe der EZB dürften aktuell noch dafür sorgen, dass die Märkte nicht deutlich negativer reagieren. Trotzdem, zehnjährige italienische Staatsanleihen rentieren bei 2,04 Prozent, zuletzt hatten sie noch bei 1,88 Prozent gelegen.

Deutsche-Börse-Aufsichtsratschef stellt Rückzug in Aussicht

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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111,55
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Auf der Hauptversammlung der Deutschen Börse bekräftigte der neue Vorstandschef Theodor Weimer seinen Sparkurs, mit dem er mehr Investitionen ermöglichen will. Ab 2020 sollen jährlich 100 Millionen Euro eingespart werden.

Hörfunk-Moderatorin Franka Welz Audio

Börse 11.00 Uhr Deutsche Börse HV: Faber stellt Rückzug in Aussicht

Der nach dem Krisenjahr 2017 unter Druck stehende Aufsichtsratschef der Deutschen Börse, Joachim Faber, hat seinen mittelfristigen Rückzug von der Spitze des Kontrollgremiums angekündigt. Er werde zwar für weitere drei Jahre als Aufsichtsratschef kandidieren, sagte er auf der Hauptversammlung am Mittwoch. "Ich möchte mir allerdings vorbehalten, einen Übergang im Vorsitz des Aufsichtsrats im Laufe der neuen Wahlperiode vorzubereiten."

BMW macht Tempo

Die Aktien von BMW sind mittlerweile leicht ins Minus gefallen. Der Autobauer peilt auch in diesem Jahr ein Vorsteuerergebnis von mehr als zehn Milliarden Euro an. "Wir streben an, das EBT auf Konzernebene nachhaltig über zehn Prozent zu halten", sagte Finanzchef Nicolas Peter dem "Handelsblatt". "Für das laufende Jahr heißt das: Erneut klar mehr als zehn Milliarden Euro Ergebnis." Im vergangenen Jahr hatte BMW vor Steuern 10,7 Milliarden Euro verdient.

Bank-Aktien unter Druck

Auf der Verliererseite weiten Bank-Aktien ihre Verluste aus. Die Titel der Commerzbank rutschen um über fünf Prozent, die Papiere der Deutschen Bank um fast drei Prozent ab. Sie leiden unter dem schwachen Umfeld der europäischen Bank-Aktien am Mittwoch. Auch die beiden Versicherungsaktien im Dax geben nach.

Kering ist bei Puma (fast) raus

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann Audio

Börse 14.00 Uhr: Riesensprung bei Puma

Der Sportartikelhersteller Puma profitiert hingegen im MDax vom weitgehenden Ausstieg des bisherigen Mehrheitsaktionärs Kering: Die Aktien markieren bei 456,50 Euro ein Rekordhoch. Am Mittwoch reduziert der Luxusgüterkonzern Kering seinen Puma-Anteil - wie auf der Hauptversammlung im April beschlossen - von bisher rund 86 Prozent auf nur noch knapp 16 Prozent der Aktien und Stimmrechte.

Da ein Großteil der abgegebenen Aktien auf den Markt kommen werde, sei Puma jetzt wieder besser handelbar. Im Kielwasser von Puma gewinnen auch die Aktien des großen heimischen Konkurrenten Adidas rund zwei Prozent. Sie sind Spitzenreiter im Dax.

Dürr besser als befürchtet

Quartalszahlen kommen an diesem Mittwoch vor allem aus der zweiten Reihe - zum Beispiel vom Anlagenbauer Dürr. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel im ersten Quartal wegen der schwächelnden Lackieranlagensparte um über 15 Prozent auf 55,6 Millionen Euro. Der Umsatz ging um 5,6 Prozent auf 840,1 Millionen Euro zurück, was unter anderem am Verkauf der Ecoclean-Gruppe im Vorjahr lag. Nach anfänglichen Verlusten sind die Dürr-Aktien ins Plus gedreht und führen die Liste der MDax-Gewinner an.

Anteilsverkauf durch den Bund drückt Pfandbriefbank

Zehn Jahre nach der Rettung der Hypo Real Estate hat sich der deutsche Staat fast komplett aus ihrem Nachfolge-Institut pbb Deutsche Pfandbriefbank zurückgezogen. Die Hypo Real Estate (HRE) platzierte binnen weniger Stunden gut 22 Millionen pbb-Aktien bei großen Profi-Investoren. Mit dem Verkauf erlöste der in der Finanzkrise verstaatlichte ehemalige Immobilienfinanzierer rund 287 Millionen Euro. Die Aktien der Pfandbriefbank verlieren über drei Prozent.

Ado im Berliner Immobilien-Boom

Die Immobilienfirma Ado Properties ist mit kräftigen Zuwächsen ins Jahr gestartet. Die Erträge aus Vermietungen legten im ersten Quartal um 23,8 Prozent auf 31,3 Millionen Euro zu. Das operative Ergebnis aus der Vermietung (FFO I) stieg um 21,4 Prozent auf 15,9 Millionen Euro.

Medios AG gut gestartet

Das auf Spezialmedikamente spezialisierte Unternehmen hat im ersten Quartal den Umsatz um 32 Prozent auf 68,6 Millionen Euro gesteigert. Vor Steuern wurden 2,4 Millionen Euro verdient, ein Plus von 20 Prozent. Die Jahresprognose wurde bestätigt. Inklusive neu erworbener Betriebsteile wird ein Jahresumsatz von 320 Millionen Euro und ein Ebt von elf Millionen Euro erwartet.

Bei Spezialmedikamenten handelt es sich um individuelle Infusionen für Patienten mit sehr seltenen und schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs, HIV und Hepatitis, für die Medios einen wesentlichen Teil der Versorgungskette abdeckt. Die Aktie, die im Regulierten Markt in Frankfurt gehandelt wird, legt ein halbes Prozent zu. Seit Aufnahme der Notierung Anfang 2017 hat sich der Kurs rund verdreifacht.

Wirecard im Online-Shopping-Rausch

Dank des florierenden Online-Shoppings läuft's beim Zahlungsabwickler Wirecard gut. Bei einem Umsatzplus von rund 53 Prozent auf 420,4 Millionen Euro schnellte der Gewinn nach Steuern im ersten Quartal um 46,1 Prozent auf 70,8 Millionen Euro. Das Unternehmen hatte sich zuletzt für 2018 höhere Ziele gesetzt. Die Wirecard-Aktie erreichte zeitweise ein neues Rekordhoch bei 125,20 Euro.

Cropenergies senkt Prognose

Die Südzucker-Tochter Cropenergies stellt sich angesichts sinkender Ethanol-Preise auf einen weiteren Gewinnrückgang im laufenden Jahr ein. Das operative Ergebnis werde 2018/19 zwischen 30 und 70 Millionen Euro erwartet, warnte der Ökosprithersteller am Mittwoch bei der Vorlage der Jahresbilanz in Mannheim. Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 hatte Cropenergies mit 72 Millionen Euro deutlich weniger verdient als im Rekordjahr zuvor mit 98 Millionen Euro. Die Aktien ziehen dennoch etwas an.

Alstom kommt in Fahrt

Der französische Bahntechnik-Konzern Alstom hat vor dem Zusammenschluss mit der Zugsparte von Siemens den Gewinn deutlich ausgebaut. Im vergangenen Geschäftsjahr 2017/18 legte das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) um 22 Prozent auf 514 Millionen Euro zu. Der Umsatz kletterte um neun Prozent auf 7,95 Milliarden Euro. Alstom-Anleger sollen eine Dividende von 35 Cent je Aktie erhalten - 40 Prozent mehr als im Vorjahr. An der Börse kam das gut an: Die Aktien von Alstom steigen um gut sechs Prozent auf ein Sieben-Jahres-Hoch von 41,14 Euro.

Burberry verdient mehr

Der britische Modekonzern Burberry sieht sich mit seiner stärkeren Fokussierung auf das Luxus-Segment auf dem richtigen Weg. Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte das für seine Karo-Muster bekannte Unternehmen den bereinigten Gewinn um zwei Prozent auf 467 Millionen Pfund. Der ausgewiesene Umsatz sank um ein Prozent auf 2,73 Milliarden Pfund.

Erneute Produktionspause bei Tesla?

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Tesla lässt Firmenkreisen zufolge die Fertigung des Model 3 in seinem kalifornischen Werk für sechs Tage ruhen. Vom 26. bis zum 31. Mai sollten in Fremont Verbesserungen an den Anlagen vorgenommen werden, sagten zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Tesla-Sprecher nahm zu den Angaben nicht Stellung. In der Folge der Meldung bauten Tesla-Aktien an der Wall Street ihre Verluste auf fast 3,3 Prozent aus.

Buffett mag Teva

US-Investorenlegende Warren Buffett hat seinen Anteil an der Ratiopharm-Mutter Teva verdoppelt. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway teilte mit, nun 40,5 Millionen Hinterlegungsscheine (ADRs) des israelischen Generikaherstellers zu halten. Ein Großteil der Investitionen von 14,8 Milliarden Dollar im ersten Quartal sei aber in Apple geflossen. 240 Millionen Apple-Aktien im Wert von mehr als 40 Milliarden Dollar hat Berkshire nun und ist damit zum zweitgrößten Anteilseigner des iPhone- und iPad-Herstellers geworden.

nb

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Dienstag, 22. Mai

Unternehmen:
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Shell: HV
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Konjunktur:
USA: Richmond Fed Herstellerindex 05/18, 16 Uhr

Sonstiges:
USA: S-Präsident Donald Trump empfängt Südkoreas Präsident Moon Jae In im Weißen Haus

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