Marktbericht 20:00

Anleger bewahren Ruhe Dax trotzt dem Terror

Stand: 16.11.2015, 20:00 Uhr

An Europas Börsen blieb die befürchtete Terrorangst aus. Selbst der Pariser Leitindex gab nur um wenige Punkte nach. Der Dax legte sogar leicht zu und schloss über 10.700 Punkten.

Der Dax schloss mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 10.713,23 Zählern. Zu Handelsbeginn hatte der deutsche Leitindex deutlich im Minus gelegen. Den tiefsten Stand des Tages erreichte er bei 10.608 Punkten. Insgesamt fiel die Reaktion auf die Terroranschläge moderat aus. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, schloss mit plus 0,1 Prozent auf 3.362,23 Punkten. In London stieg der FTSE 100 um 0,5 Prozent. Der Pariser CAC 40 ging 0,1 Prozent tiefer aus dem Handel.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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10.865,77
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-0,54%

Analyst Malcolm Barr von der US-Bank JPMorgan geht davon aus, dass die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Tragödie begrenzt und kurzfristig bleiben dürften, falls die Anschläge nicht der Auftakt zu einer Terrorserie seien. Der Dow Jones lag am Abend rund ein Prozent im Plus. Der L-Dax kletterte um 0,3 Prozent auf 10.750,48 Punkte.

Charttechnische Warnsignale

"Es zeigt sich mal wieder das politische Börsen kurze Beine haben, und speziell in diesem Fall die Aktienmärke sich nicht von den Attentaten erschüttern lassen", kommentiert Andreas Paciorek, Marktbeobachter bei CMC Markets.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1306
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-0,46%

Laut Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Privatbank Berenberg, zeigt die Erfahrung, dass Terroranschläge in der Regel die ökonomischen Trends in den westlichen Ländern nicht aus der Bahn werfen können. Auch wenn die Börsen gelassen auf die Anschläge reagieren: Aus charttechnischer Sicht scheinen sich die Warnsignale indes zu mehren. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Zinswende: Die Spannung bleibt

Von Konjunkturseite stand heute der Empire-State-Index auf der Terminliste. Er stieg im November von minus 11,36 Punkten im Vormonat auf minus 10,74 Zähler. Analysten hatten dagegen im Mittel mit einem deutlichen Anstieg auf minus 6,5 Punkte gerechnet. "Die Industriestimmung im Großraum New York hat sich zwar verbessert, der Index bleibt aber hinter den Erwartungen zurück", schrieb Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Vor diesem Hintergrund gebe es keinen Hinweis auf eine an Dynamik gewinnende US-Industrie.

Also darf weiter über den Zeitpunkt der US-Zinswende gerätselt werden. Morgen werden neben den ZEW-Konjunkturerwartungen aus Deutschland mit den US-Daten zu den Verbraucherpreisen, den Realeinkommen und der Industrieproduktion eine ganze Reihe von wichtigen Konjunkturzahlen veröffentlicht.

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
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Börse 20.15 Uhr

Fed-Chefin Janet Yellen und andere US-Notenbanker hatten wiederholt angedeutet, dass eine Zinserhöhung bei der Sitzung der Notenbank am 15. und 16. Dezember möglich sei. "Je mehr wir uns dem Fed-Sitzungstermin nähern, desto stärker dürften die jüngsten Konjunkturdatensätze gewichtet werden", meint Paciorek.

Lufthansa übernimmt rote Laterne

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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19,42
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+0,21%

Im Dax war nach den Terroranschlägen von Paris die Lufthansa-Aktie der größte Verlierer. Nach dem längsten Streik in der Lufthansa-Geschichte können die Passagiere von Europas größter Airline seit Samstag wieder größtenteils planmäßig fliegen. Insgesamt standen in Europa Aktien aus der Tourismusbranche tendenziell unter Druck.

Die Deutsche Börse und die Fintechs

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
106,85
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-1,20%

Der Übernahmehunger der Deutschen Börse ist nach den jüngsten Zukäufen noch nicht gestillt. Der Konzern wolle bei der Konsolidierung der Branche weiter eine aktive Rolle spielen, sagte Vorstandschef Carsten Kengeter. Im FinTech-Bereich will die Deutsche Börse in den kommenden Jahren noch aktiver werden, unterstrich Kengeter.

ThyssenKrupp mit Analysten-Bonus

Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
15,61
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-0,95%

Zu den größten Dax-Gewinnern zählten Papiere von ThyssenKrupp. Analysten der Deutschen Bank haben die Titel des Stahl- und Industriekonzerns zum Kauf empfohlen. ThyssenKrupp legt als letzter Dax-Konzern in dieser Woche seine Zahlen zum vergangenen Quartal vor.

Rheinmetall auf Erholungskurs

Im MDax legte die Rheinmetall-Aktie überdurchschnittlich zu. Hier dient laut Händlern die Spekulation auf weitere Rüstungsinvestitionen nach den Anschlägen von Paris als Kursstütze. Wir sehen aber auch ganz klar eine technische Gegenreaktion auf die jüngsten Rückschläge wegen einer Kapitalerhöhung.

Barclays befeuert Aixtron

Im TecDax war die Aixtron-Aktie gefragt. Die britische Investmentbank Barclays hat Aixtron von "Equal Weight" auf "Overweight" hochgestuft und ihr Kursziel von 5 auf 10 Euro verdoppelt. Die aktuellen Umsatzerwartungen der Analysten seien zu niedrig, hieß es zur Begründung.

LPKF: Dividende fällt aus

LPKF Laser war mit Abstand größter TecDax-Verlierer. Der angeschlagene Lasertechnikspezialist rechnet für 2016 nicht mit einer deutlichen Belebung der Nachfrage. Zudem dürften die Aktionäre leer ausgehen, LPKF will für 2015 keine Dividende ausschütten.

Dialog auf Werbetour

Dialog-Semiconductor-Chef Jalal Bagherli hat kurz vor der entscheidenden Hauptversammlung am 19. November erneut die Notwendigkeit und die Vorzüge des geplanten Kaufs des Konkurrenten Atmel bekräftigt. Zahlreiche Investoren haben den hohen Preis von 4,6 Milliarden Dollar kritisiert.

Airbus: Deal mit der Bundeswehr?

Wegen massiver Probleme bei der Lieferung des neuen Truppentransporters A400M muss der Flugzeugbauer Airbus laut "Spiegel Online" der Bundeswehr finanziell entgegenkommen. Es ist von 13 Millionen Euro als Ausgleich für die deutliche Verspätung bei der Auslieferung zweier Maschinen die Rede.

Hörgerätehersteller Sonova senkt Ausblick

Der Schweizer Hörgerätehersteller Sonova kappt angesichts von Währungsverlusten und einem schleppenden Geschäft mit Hörimplantaten seine Prognosen. Im Gesamtjahr 2015/16 rechnet der Weltmarktführer nun mit einem Umsatzwachstum in Lokalwährungen von sechs bis acht Prozent, das Ebita soll um drei bis sieben Prozent steigen.

Warren Buffett reduziert seinen Goldman-Anteil

Der US-Starinvestor Warren Buffett macht mit Aktien der Investmentbank Goldman Sachs Kasse. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway teilte der amerikanischen Wertpapieraufsicht mit, Ende September noch 10,96 Millionen Goldman-Aktien im Wert von rund 1,9 Milliarden Dollar besessen zu haben. Drei Monate zuvor waren es 12,63 Millionen Papiere im Wert von 2,64 Milliarden Dollar gewesen.

Privatbank Bär kauft in Italien zu

Die Schweizer Privatbank Julius Bär stockt die Beteiligung am Vermögensverwalter Kairos auf 80 Prozent von bislang 19,9 Prozent auf. Die Transaktion dürfte im Laufe des Jahres 2016 abgeschlossen werden. Die beiden Gesellschaften vereinbarten zudem, dass Kairos in einem zweiten Schritt an der Mailänder Börse notiert werde.

Lenzing setzt auf Spezialfasern

Der Faserhersteller Lenzing will in den kommenden Jahren den Fokus auf umweltfreundliche Spezialfasern legen. Das operative Ergebnis (Ebitda) soll dadurch bis 2020 um rund zehn Prozent wachsen. Der Umsatzanteil von diesen Spezialfasern soll bis 2020 auf 50 Prozent steigen.

Marriott kauft für 12 Milliarden ein

Marriott will mit einem Milliarden-Zukauf zur weltweit größten Hotelkette aufsteigen. Für den Konkurrenten Starwood, zu dem die Sheraton-Häuser gehören, legt Marriott 12,2 Milliarden Dollar in bar und Aktien auf den Tisch. Marriott stärkt damit seine Geschäfte in Märkten außerhalb der USA.

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Welche Aktien Schwäche zeigen Von Accor bis Air France

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Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr