Dax tritt auf der Stelle

Stand: 02.02.2011, 20:01 Uhr

Nach einem kurzen Höhenflug am Morgen auf 7.222 verlässt die Anleger im weiteren Tagesverlauf der Mut. Selbst gute Arbeitsmarktdaten aus den USA bringen die Kauflaune nicht zurück.

Wie zuvor im elektronischen Handel tritt auch der Dax auch im Abendhandel auf der Stelle. Der Leitindex schließt bei 7.185 Punkten, gut zehn Zähler niedriger als gestern. Vereinzelt kommt es auch zu Gewinnmitnahmen.

Händlern zufolge müssen die Anleger erst einmal durchatmen, nachdem der Dax gestern um 1,5 Prozent zugelegt hatte und ein neues Jahreshoch markierte. Auch an der Wall Street gibt es heute kaum Bewegung. Bei Börsenschluss in Deutschland notiert der Dow Jones-Index bei 12.040 Punkten, dem gleichen Stand von gestern.

Dabei ist in den Vereinigten Staaten die Beschäftigung im Privatsektor zu Jahresbeginn um 187.000 gestiegen, wie der Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Zuwachs um 150.000 Beschäftigte gerechnet. Die Jobdaten seien zwar sehr positiv, sagte Analyst Wayne Kaufman von John Thomas Financial. Doch nach dem jüngsten Höhenflug verwundere es nicht, dass die Investoren Gewinne mitnehmen.

Am morgigen Donnerstag dürfte die künftige Strategie der Deutschen Bank im laufenden Jahr im Zentrum des Interesses bei der Bilanzvorlage stehen. Am Montagabend hatte der Konzern überraschend vorab angekündigt, die Investitionen in die Neuausrichtung beschleunigen zu wollen.

K+S an Dax-Spitze
Der Dax wird angeführt von der Aktie von K+S. Händlern zufolge wirkt die Meldung von gestern nach, dass der Kali- und Salzhersteller die Produktion im Kaliwerk Sigmundshall nach Abschluss von Reparaturarbeiten in vollem Umfang wieder aufgenommen hat. Zudem sehe das Chartbild positiv aus, nachdem die Aktie die kurzlaufenden Durchschnitte wieder von unten nach oben und den Widerstand bei 55 Euro überspringen konnte.

Münchener Rück: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
187,75
Differenz relativ
+0,27%

Rückversicherer auf gutem Weg
Zu den Favoriten im Dax zählt auch die Aktie der Munich Re. Sie profitiert davon, dass der kleinere, im MDax notierte Konkurrent Hannover Rück von stabilen Versicherungsprämien berichtet. In einigen Bereichen seien sogar Preiserhöhungen durchgesetzt worden. Außerdem hat Hannover Rück seine Jahresprognose, trotz der verheerenden Überschwemmungen in Australien, bekräftigt. Demnach soll der Nettogewinn in diesem Jahr auf 650 Millionen Euro steigen. Die Aktie legt ebenfalls zu.

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
23,05
Differenz relativ
+3,09%

Infineon steigt in der Gunst der Analysten
Zu den stärksten Dax-Werten gehören erneut die Titel von Infineon. Einen Tag nach den veröffentlichten Quartalszahlen haben die Analysten reihenweise die Kursziele angehoben. Die Experten der WestLB, von Merrill Lynch und Morgan Stanley schraubten das Ziel auf neun Euro hoch. Der Konzern habe solide Resultate vorgelegt, so die Experten. Das neue Kursziel gehe einher mit angehobenen Schätzungen für Umsatz und Gewinn je Aktie (EPS). Die Analysten gehen davon aus, dass die Nachfrage in den Bereichen Automotive und Industrie, insbesondere in China, weiter robust bleibt.

MAN ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
96,10
Differenz relativ
+0,10%

Scania drückt MAN ans Dax-Ende
Ans Dax-Ende sind dagegen die Aktien von MAN gerutscht. Grund ist ein verhaltener Ausblick des schwedischen Konkurrenten Scania. Der rechnet trotz eines Rekordgewinns im vergangenen Jahr mit einer schwachen Nachfrage im laufenden Quartal und Belastungen durch die starke Landeswährung Krone. Bereits im vierten Quartal hatte dies dazu geführt, dass Scania mit einem Vorsteuergewinn von 3,78 Milliarden Kronen (428 Millionen Euro) hinter den Erwartungen zurückblieb.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
58,26
Differenz relativ
+1,36%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
147,32
Differenz relativ
+2,25%

Autotitel schwächeln trotz US-Boom
Zu den Verlierern im Dax gehören auch die Autowerte. Dabei haben die deutschen Konzerne Daimler und BMW im Januar ihren Umsatz in den USA kräftig gesteigert. Nur VW schaffte ein bescheidenes Plus von zwei Prozent.

In Deutschland zogen die Absätze ebenfalls kräftig an. Nach Angaben des Branchenverbands VDA legten die Pkw-Neuzulassungen um 17 Prozent zu. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Autokonjunktur seit Dezember 2010 fort.

Aurubis kräftig erholt
Aurubis erholen sich heute von ihrem gestrigen Rückschlag und sind der stärkste Wert im MDax. Händler verweisen auf eine Hochstufung durch die Unicredit als positiven Antrieb. Das erlaube es den Aktien zu einer Gegenreaktion auf die jüngste Talfahrt anzusetzen.

Gefragt sind im MDax auch die Aktien von Tui. Grund sind Spekulationen um einen Börsengang der Tochter Hapag-Lloyd noch vor Ostern. Die Tui-Aktie hatte zuletzt unter drohenden Einbußen im Reisegeschäft in Tunesien und Ägypten gelitten.

Kuka kann nicht punkten
Kräftig talwärts geht es dagegen mit der Aktie des Roboterherstellers Kuka. Sie ist der zweitschwächste Wert im SDax. Dabei hat sich das Unternehmen 2010 dank der anziehenden Autokonjunktur und eines Sparprogramms von der Krise erholt. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbuchte der Konzern ein Plus von 24,8 Millionen Euro und schaffte damit wie erhofft zumindest operativ den Sprung in die schwarzen Zahlen.

GfK wieder voll im Trend
Die auf Marktforschung spezialisierte GfK hat im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert. Die Erlöse legten um 11 Prozent auf insgesamt 1,3 Miliarden Euro zu. Das organische Umsatzwachstum beträgt rund sieben Prozent. Das angepasste operative Ergebnis, das die GfK als Steuerungsgröße verwendet, erreicht einen Wert von 180 Millionen Euro, welches einer Marge von 14 Prozent entspricht. Im Jahr 2009 hatte die GfK ein operatives Ergebnis von 147,2 Millionen Euro erzielt. Die im SDax notierte Aktie legt 4,6 Prozent zu.

Solarbranche jubelt
Die Solarwerte gehören auch heute, den zweiten Tag in Folge, zu den gefragtesten Aktien im TecDax. Damit reagieren die Anleger auf Angaben aus Regierungskreisen, denen zufolge der Streit um die geplante Kürzung der Solarförderung beigelegt ist. Danach sollen die derzeitigen Hilfen um maximal 15 Prozent gekürzt werden. Die von der Solarbranche begrüßten Einschnitte sollen bis März vom Bundestag beschlossen werden. Die befürchtete Deckelung des Solarmarkts ist vorerst kein Thema mehr.

Zudem wurde bekannt, dass Solarworld in die Lithiumförderung einsteigen will. Lithium ist der wichtigste Rohstoff für leistungsfähige Batterien, die die Elektroautos antreiben und Solarstrom speichern sollen.

Gerry Weber stark gefragt
Nach einem deutlichen Umsatzplus in den Einzelhandelsgeschäften greifen Anleger heute bei Gerry Weber zu. Die Aktien des Modekonzerns verteuerten sich um mehr als vier Prozent sind damit der stärkste Wert im SDax. Die Anleger setzten darauf, dass die Kauflust der Kunden anhalte, sagte ein Händler. "Dass der Konzern weiter wachsen und neue Filialen eröffnen will, hat jedenfalls optimistisch gestimmt."

Roche gibt sich skeptisch
Mit Enttäuschung reagieren die Anleger auf die Jahreszahlen des Schweizer Pharmakonzerns Roche. Der Umsatz schrumpfte 2010 um drei Prozent auf 47,47 Milliarden Franken (36,8 Milliarden Euro). Der Überschuss legte um vier Prozent auf 8,89 Milliarden Franken zu. Wegen der US-Gesundheitsreform und den europäischen Sparmaßnahmen rechnet der Konzern im laufenden Jahr nur mit einem Umsatzwachstum im unteren einstelligen Prozentbereich.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Donnerstag, 19. Juli

Unternehmen:
Volvo Car: Halbjahreszahlen, 6:00 Uhr
Volvo AB: Q2-Zahlen, 7:20 Uhr
Kuehne & Nagel: Halbjahreszahlen, 6:45 Uhr
Givaudan: Halbjahreszahlen, 6:45 Uhr
ABB: Q2-Zahlen, 6:50 Uhr
Adva Optical: Q2-Zahlen, 7 Uhr
SAP: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Amadeus Fire: Halbjahreszahlen, 8 Uhr
Villeroy & Boch: Halbjahreszahlen, 8 Uhr
Unilever: Halbjahreszahlen, 8 Uhr
Südzucker: HV, 10 Uhr
Bank of New York: Q2-Zahlen, 12:30 Uhr
Blackstone: Q2-Zahlen
Microsoft: Q4-Zahlen, 22:09 Uhr

Konjunktur:
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Philly Fed Index 07/18, 14:30 Uhr
USA: Frühindikatoren, 06/18, 16 Uhr