Dax tritt auf der Stelle

Stand: 17.01.2011, 20:02 Uhr

Die Feiertagsruhe in den USA hat auch den deutschen Aktienmarkt heute zum Stillstand gezwungen. Mangels Impulsen und kursrelevanten Nachrichten haben sich die Anleger heute bedeckt gehalten.

Der Dax schließt auch am Abend mit 7087 Punkten nahezu unverändert. Seit Mitte voriger Woche hat sich der Leitindex damit kaum von der Stelle bewegt.

Parallel zum Feiertag an der Wall Street, der wichtigsten Börse der Welt, bremst auch die Unsicherheit über die Entwicklung in der Euro-Zone die Märkte. Die Finanzminister der Euro-Zone beraten bis morgen die Frage, ob der EU-Rettungsschirm aufgestockt werden muss. Wolfgang Schäuble sieht dafür keinen dringenden Handlungsbedarf.

Für Aufsehen sorgt am Nachmittag Apple-Chef Steve Jobs. Er muss wegen Krankheit erneut das Tagesgeschäft abgeben. Er werde eine gesundheitsbedingte Auszeit nehmen, ließ Jobs einen tag vor Bekanntgabe der Quartalszahlen mitteilen. Er werde aber Konzernchef bleiben und an wichtigen strategischen Entscheidungen beteiligt sein. Konkrete Gründe oder einen erwarteten Zeitraum für seine Abwesenheit nannte Jobs nicht. An der Frankfurter Börse büßt die Apple-Aktie mehr als sieben Prozent ein. Tatsächlich gilt Jobs als zentrale treibende Kraft hinter den Erfolgen des iPhones und iPads.

Neue Impulse erwarten die Anleger von den morgen erwarteten Konjunkturindikatoren aus den USA. Hierzulande legt das Mannheimer Forschungsinstitut ZEW seinen neuesten Konjunkturbericht vor. Und die Citigroup berichtet am Nachmittag über die Entwicklung im vierten Quartal.

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
172,13
Differenz relativ
-1,13%

Euro wieder schwächer
Auch der Euro rutscht bis zum Börsenschluss in Deutschland wieder knapp unter die Schwelle von 1,33 Dollar.

Glaxo von Avandia belastet
Kosten für Rechtsstreitigkeiten reißen dem britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline ein Loch in die Bilanz. Wegen Aufwendungen in Milliardenhöhe könnte das Unternehmen im vierten Quartal sogar in die roten Zahlen gerutscht sein. Der Konzern kündigte am Nachmittag für das vierte Quartal Belastungen von umgerechnet 2,6 Milliarden Euro an, die mit dem umstrittenen Diabetes-Präparat Avandia zusammenhängen. Ein Teil der Summe diene zur Beilegung weiterer Klagen im Zusammenhang mit dem Präparat. Die Aktie gibt nach.

SAP

SAP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
91,88
Differenz relativ
+2,32%

Unicredit mag SAP
Einer der stärksten Werte im Dax ist die Aktie des Softwarekonzerns SAP. Die italienische Großbank Unicredit hob das Kursziel für SAP von 43,00 auf 46,00 Euro an und empfiehlt die Aktie weiterhin zum Kauf. Analyst Günther Hollfelder sieht laut einer Technologie-Branchenstudie weiteres Aufwärtspotenzial für die Gewinne im europäischen Halbleiter- und Softwarebereich. Dagegen dürfte die Entwicklung im IT-Dienstleistungssektor angesichts anhaltender struktureller Probleme in Europa bestenfalls stagnieren. Der deutsche Softwarehersteller SAP bleibe zusammen mit Temenos und Allgeier einer seiner "Top Picks".

Daimler glaubt an China
Auch die Aktie von Daimler kann gegen den Trend zulegen. Der Konzern rechnet auch in diesem Jahr weiter mit einem starken Wachstum in China. 2010 war für die Stuttgarter Autobauer das erfolgreichste Jahr seit Beginn seines China-Engagements vor 25 Jahren: Mit 147.670 verkauften Fahrzeugen wurde der Absatz im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus von 115 Prozent mehr als verdoppelt. Im Dezember hätten sie auch erstmals mehr Autos in China verkauft als alle anderen Premiumhersteller, sagte Daimler-Vorstand Ulrich Walker.

Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
16,78
Differenz relativ
-0,09%

ThyssenKrupp heruntergestuft
Zu den schwächsten Werten im Dax gehört der Stahlkonzern ThyssenKrupp. Gründe sind der vorzeitige Weggang von Finanzvorstand Alan Hippe, der zum Schweizer Pharmakonzern Roche wechselt. Diesen erneuten Abgang eines Thyssen-Finanzvorstands haben Analysten zum Anlass genommen, die Aktie herabzustufen. Ein Nachfolger für Hippe steht noch nicht fest.

Noch stärker unter Druck geraten ist die Aktie der Lufthansa: Händler sprechen von Gewinnmitnahmen, nachdem der Kurs seit Sommer letzten Jahres um 70 Prozent gestiegen ist.

Kontron enttäuscht
Steil bergab geht mit der Aktie von Kontron. Sie ist der mit Abstand größte Verlierer im TecDax. Dabei hat der Kleincomputerhersteller im vergangenen Jahr mehr als 500 Millionen Euro umgesetzt, doch aus den roten Zahlen kommt das Unternehmen trotzdem nicht heraus. Für 2011 erwartet Kontron einen Umsatz von mehr als 540 Millionen Euro. Die Ebit-Marge soll bei acht bis neun Prozent liegen.

Dialog-Aktie fällt zurück
Unter Abgabedruck steht auch die Aktie des Schaltkreis-Herstellers Dialog Semiconductor. Auch dieses Unternehmen hat im vergangenen Jahr Rekorderlöse erzielt. Ein Analyst verwies indes auf Aussagen des Unternehmens, wonach der Nettogewinn im vierten Quartal von Ausgaben für aktienbasierte Vergütungen in Höhe von drei Millionen Dollar bedeutend gemindert worden sei. Die vollständigen Jahres- und Quartalszahlen werden am 10. Februar veröffentlicht.

Bechtle wird großzügiger
Gegen den Trend zulegen kann dagegen die Aktie des IT-Händlers Bechtle. Der Grund: Firmenchef Thomas Olemotz stellte eine höhere Dividende in Aussicht. Im abgelaufenen Jahr werde man "mit Sicherheit" einen Rekordumsatz geschafft haben. Das Ergebnis hingegen werde das Rekordniveau von 2008 wohl nicht wieder erreichen, auch wenn Bechtle zum Vorjahr deutlich gewachsen sei, sagte der Firmenchef im FAS-Interview.

SMA Solar wird bescheidener
Der Solartechnikhersteller SMA Solar hat im vergangenen Jahr zwar einen Rekordumsatz erreicht. Auch die operative Marge erreichte einen Höchststand. Allerdings landete sie den Angaben zufolge nur am unteren Ende der - mehrmals angehobenen - Prognosespanne von 26,5 bis 28,5 Prozent. Dass sich bei der Profitabilität zuletzt nicht alle Wünsche erfüllt haben, könnte schon einen Vorgeschmack auf dieses Jahr gegeben haben, in dem der Vorstand aufgrund des wachsenden Wettbewerbs und eines schwächeren Marktes eine sinkende Marge erwartet. nach anfänglichen Verlusten dreht die Aktie allerdings am Nachmittag ins Plus.

Pfleiderer-Aufsichtsräte gehen
Die Vertreter des Finanzinvestors One Equity Partners (OEP) ziehen sich aus dem Aufsichtsrat des Holzverarbeiters Pfleiderer zurück, angeblich um Interessenskonflikte zu vermeiden. Der US-Investor hält knapp ein Viertel an Pfleiderer und ist damit größter Anteilseigner. Die schwer gebeutelte Pfleiderer arbeitet derzeit an einem Sanierungsplan. Bis Ende März haben die Gläubigerbanken dem Vorstand, der gerade um einen Sanierungsexperten erweitert wurde, dafür Zeit gegeben. Die im SDax notierte Aktie gibt deutlich nach.

BVB-Aktie steigt wie bekloppt
Der erfolgreiche Start in die Rückrunde beflügelt die Aktie von Borussia Dortmund noch bis zum Börsenschluss. Die Dortmunder hatten mit 3:1 beim Verfolger Bayer Leverkusen gewonnen und konnten so ihren Vorsprung an der Tabellenspitze der Bundesliga noch weiter ausbauen.

Tagestermine am Dienstag, 13. November

Unternehmen:
Fraport: Verkehrszahlen 10/18, 7:00 Uhr
Grammer: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Bauer: Neun-Monats-Zahlen, 7:00 Uhr
1&1 Drillisch: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Cewe Stifung: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Evotec: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr (Call: 14:00 Uhr)
Innogy: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Tom Tailor: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
United Internet: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Ströer: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Areal Bank: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Hello Fresh: Q3-Zahlen, 7:15 Uhr
Medigene: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
VTG: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
HHLA: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
Uniper: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
Jenoptik: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
Nordex: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
Bayer: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr (Call: 10:00 Uhr)
Bilfinger: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr (Call: 10:00 Uhr)
OHB: Neun-Monats-Zahlen, 8:00 Uhr
Vodafone: Halbjahreszahlen, 8:00 Uhr
Home Depot: Q3-Zahlen, 15:00 Uhr
Wüstenrot & Württembergische: Q3-Zahlen
Nemetschek: Kapitalmarkttag

Konjunktur:
Italien: Frist der EU-Kommission zur Überprüfung des Haushaltsentwurfs läuft aus
Deutschland: Verbraucherpreise 10/18 (endgültig), 8:00 Uhr
Deutschland: Insolvenzen 8/18, 8:00 Uhr
Deutschland: Erwerbstätigkeit Q3/18, 8:00 Uhr
Großbritannien: Arbeitslosenzahl 10/18, 10:18
Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen 10/18, 11:00 Uhr