Dax startet Miniserie

Stand: 29.11.2011, 19:50 Uhr

Die einigermaßen kauforientierte Stimmung hat noch einen weiteren Tag angehalten. Das US-Verbrauchervertrauen fiel im Anlegersinne aus und die heutigen Anleiheauktionen verliefen besser, als Pessimisten befürchtet hatten.

Am frühen Nachmittag hatte der Dax noch zwischen Gewinnen und Verlusten gependelt. Mit aktuellen Konjunkturdaten aus den USA kam etwas Schwung in den Handel. Der Dax reagierte auf erfreuliche Daten zum Verbrauchervertrauen. Der Index kletterte auf 56,0 Punkte. Volkswirte hatten mit 44,0 Punkten gerechnet. Der Anstieg im November war der stärkste seit dem Jahr 2003.

Damit seien die zuvor veröffentlichten Daten des privaten Instituts S&P/Case-Shiller über unerwartet deutlich gefallene Hauspreise wieder in den Hintergrund getreten, sagten Händler. "Zudem stützen nach wie vor die Hoffnung auf eine relativ zeitnahe Lösung der europäischen Schuldenmisere im Zuge des Treffens der EU-Finanzminister in Brüssel sowie der bevorstehende EU-Gipfel", schreibt Gregor Kuhn von IG Markets in einem Marktkommentar.

Die Welt schaute auf Italien
Der Dax schloss mit einem Aufschlag von knapp einem Prozent bei 5.799.91 Punkten. Damit scheiterte er knapp an der 5.800er Marke, die er im Handelsverlauf bereits übersprungen hatte. Der Late Dax rückte um 0,7 Prozent auf 5780,96 Punkte vor. Der Euro-Stoxx50 stieg um 0,5 Prozent auf 2232 Zähler. In Paris legte der CAC 40 um 0,5 Prozent auf 3.026,76 Punkte zu, der Londoner FTSE 100 stieg um 0,5 Prozent auf 5.337,00 Punkte. Der Dow Jones lag am Abend um 0,2 Prozent im Plus und notierte bei 11.548, 44 Zählern.

Stimmungshebend war Marktteilnehmern zufolge auch, dass Anleiheauktionen in Spanien und Italien sozusagen relativ erfolgreich endeten. Italien nahm bei der Auktion 7,5 Milliarden Euro für Anleihen mit verschiedenen Laufzeiten auf. Die Überzeichnung lag meist bei etwa 1,5.

"Die Auktion hat gezeigt, dass Italien sich weiter am Markt refinanzieren kann - wenn auch zu hohen Kosten", erklärte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. "Die italienischen Bonds werden nicht komplett gemieden, das wird positiv gesehen." Billig kam Italien aber nicht davon: Nur für eine Rendite von fast acht Prozent nahmen Investoren eine neue Anleihe mit dreijähriger Laufzeit ab. Positiv wirkten auch die in Europa rückläufigen Renditen spanischer Staatsanleihen.

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
176,40
Differenz relativ
+1,39%

K+S zweitstärkster Dax-Wert
Die Aktie des Düngemittelkonzerns K+S war zunächst größter Verlierer, mit einem Aufschlag von mehr als zwei Prozent ging das das Papier in der Spitzengruppe aus dem Handel. Das Unternehmen will rund 2,4 Milliarden Euro in Kanada investieren. Ein Produktionsstandort soll dort ab 2015 erste Kali-Mengen liefern. Ganz oben standen die Titel der Allianz.

BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
59,68
Differenz relativ
+1,36%

BASF gefragt
BASF hat am Vormittag seinen langfristigen Ausblick angehoben. Bis zum Jahr 2020 will das Unternehmen seine Erlöse dank boomender Schwellenländermärkte nun auf 115 Milliarden Euro steigern, bislang hatte man 90 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Konzernchef Kurt Bock kündigte Milliardeninvestitionen in die neuen Märkte an, das gefällt den Anlegern.

Commerzbank mit Eurohypo-Fantasie
Auch die Aktie der Commerzbank legte zu. Die "Financial Times Deutschland" berichtet, das Institut wolle seine kriselnde Tochter Eurohypo an den Staat verkaufen. So solle ein Beihilfeverfahren der EU-Kommission abgewendet und die Kapitaldecke vergrößert werden.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
47,42
Differenz relativ
+1,55%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
72,77
Differenz relativ
+1,95%

Anleger verkaufen Daimler
Mit einem Minus von rund einem Prozent notierte die Daimler-Aktie weit hinten. Die Anleger reagieren auf eine Analystenaussage. Die Deutsche Bank hat den Titel auf "hold" zurückgestuft und ihr Kursziel von 48 auf 36 Euro gesenkt. 2012 werde für den Konzern bestenfalls ein "Übergangsjahr" werden, hieß es zur Begründung. BMW-Titel waren ebenfalls schwächer als der Durchschnitt.

EADS leidet unter AMR-Pleite
Aktien von EADS sackten um mehr als zwei Prozent ab. Der Grund: AMR, der Mutterkonzern von American Airlines stellte einen Insolvenzantrag. Zuvor hatten die EADS-Aktien noch in der Spitze um bis zu eineinhalb Prozent zugelegt. Ein Börsianer erinnerte daran, dass American Airlines im Sommer noch 260 Airbus A320 bestellt hatte. Für das Sentiment sei die Nachricht negativ, betonten mehrere Händler. Die AMR-Aktie stürzt um mehr als 60 Prozent ab.

Qiagen: Sparen für den Gewinn
Die Sparanstrengungen des Biotech-Konzerns finden den Gefallen der Anleger - auch wenn ihrem Mittelpunkt die Streichung von zehn Prozent seiner Mitarbeiter stehen. Am Ziel, einen Gewinn von 0,96 bis 0,97 Dollar je Aktie im Jahr 2011 zu erreichen, will das Unternehmen allerdings festhalten.

Anleger kaufen Catoil zu
Die Aktie des Ölförderungs-Spezialisten aus dem SDax ging mit einem Aufschlag von mehr als vier Prozent aus dem Handel. Dank der guten Nachfrage nach seinen Diensten rund um die Erschließung von Ölvorkommen hat das Unternehmen im dritten Quartal einen Umsatzzuwachs von 14,3 Prozent auf 74,7 Millionen Euro erreicht. Wegen Abschreibungen und Wechselkurseffekten fiel der Gewinn allerdings um ein Viertel auf 5,8 Millionen Euro.

Gewinn- und Umsatzeinbruch bei Payom
Der Solaranlagen-Anbieter hat im dritten Quartal unter schwacher Nachfrage nach seinen Produkten gelitten. Wegen einiger Projektverschiebungen war im Dreimonatszeitraum der Umsatz mit 2,0 Millionen Euro sogar negativ. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei minus 11,1 Millionen Euro. Die Aktie notierte rund elf Prozent im Minus.

Deutsche Wohnen mit frischem Kapital
Das Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen AG hat sich mit einer Kapitalerhöhung 186,5 Millionen Euro für Investitionen besorgt. Der Konzern wurde alle neuen Aktien los, wie die im Aktienindex MDax notierte Gesellschaft mitteilte. Das Deutsche-Wohnen-Papier schloss an der MDax-Spitze.

Chinesen schätzen guten Tropfen
Die Titel des Herstellers von Remy Martin Cognac oder Metaxa gewannen in Paris mehr als drei Prozent. Der Konzern verbuchte im ersten Geschäftshalbjahr steigende Gewinne und will trotz der Schuldenkrise in Europa auch im Gesamtjahr deutlich mehr verdienen. Vor allem die starke Kauflaune der Verbraucher in China habe Remy trotz der sich verschlechternden konjunkturellen Lage geholfen, sagte ein Händler in Paris.

Tagestermine am Donnerstag, 13. Dezember

Unternehmen:
Fraport: Verkehrszahlen 11/18, 07:00 Uhr
Metro AG: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Tui: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Starbucks: Investor Day, 18:00 Uhr
BMW: Absatz 11/18
Bertrandt: Jahreszahlen
ThyssenKrupp: Investor Day

Konjunktur:
Deutschland: Konjunkturprognose Ifo-Institut, 10:00 Uhr
EU: EZB-Zinsentscheid, 13:45 Uhr, PK 14:30 Uhr
USA: Im- und Exportpreis 11/18, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr