Marktbericht 20:10 Uhr

Anleger bleiben vorsichtig optimistisch Dax setzt langsame Klettertour fort

Stand: 26.07.2016, 20:10 Uhr

Die schwächere Wall Street hat am Dienstag den Dax kaum gebremst. Der deutsche Leitindex schloss erneut höher. Gute Nachrichten gab's für VW, schlechte Nachrichten für die Commerzbank. Nun blicken die Anleger auf Apple.

Nach US-Börsenschluss wird der Hightech-Konzern über sein abgelaufenes drittes Quartal berichten. Die große Frage wird sein, ob Apple die jüngste Absatzschwäche bei den iPhones stoppen konnte. Im zweiten Quartal waren die Verkäufe der iPhones um 16 Prozent eingebrochen.

Verschnaufpause an der Wall Street

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.743,50
Differenz relativ
+0,32%

Vor den Apple-Zahlen und der Fed-Zinsentscheidung hielten sich die Anleger an der Wall Street spürbar zurück. Der Dow lag zwei Stunden vor Handelsschluss 0,4 Prozent im Minus. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,2 Prozent nach. Die jüngste Kursentwicklung sei stärker gewesen als von den meisten Investoren erwartet, sagte ein Aktienexperte.

Langes Warten auf die Fed

ARD-Börsenstudio: Dorothee Holz
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Börse 20.15 Uhr

Mit Spannung blicken Anleger auf die Fed-Sitzung, die am Mittwochabend mit dem Zinsentscheid endet. Gute Konjunkturdaten am Dienstag könnten Spekulationen anheizen, wonach die Fed den Leitzins eventuell zum Ende des Jahres erhöht. So hatte sich die Verbraucherstimmung in den USA im Juli weniger als erwartet eingetrübt. Auch die Neubau-Verkäufe legten überraschend stark zu.

Dax fast auf Vor-Brexit-Niveau

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.388,97
Differenz relativ
-0,34%

Europas Börsen trotzten dem Gegenwind von der Wall Street. Der Dax behauptete sich rund 0,5 Prozent im Plus bei fast 10.250 Punkten. Damit hat er fast das Schlusskurs-Niveau am Abend vor dem Brexit-Entscheid erreicht. Auch der EuroStoxx50 schloss 0,3 Prozent im Plus.

Öl so billig wie seit Mai nicht mehr

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
80,48
Differenz relativ
+2,18%

Der Ölpreise setzten derweil ihre Talfahrt fort. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich auf bis zu 44,14 US-Dollar je Barrel. Damit lag sie zeitweise auf dem niedrigsten Stand seit Mai. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel zwischenzeitlich bis auf 42,36 Dollar. An den Märkten zeigte man sich besorgt über ein weiterhin hohes Überangebot von Öl.

Euro unter 1,10 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1777
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+0,27%

Die guten US-Konjunkturdaten lasteten etwas auf dem Euro. Die Gemeinschaftswährung notierte am Abend knapp unter der Marke von 1,10 Dollar. Zwischenzeitlich war der Euro bis auf 1,1030 US-Dollar gestiegen.

Die britische Währung geriet im Laufe des Tages unter Druck, nachdem der Notenbanker Martin Weale in London erklärt hatte, er sei skeptischer, was die konjunkturelle Lage im Königreich angehe. Das Pfund notiert bei 1,3060 Dollar einen Cent tiefer als gestern.

US-Richter stimmt VW-Vergleich zu

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
152,48
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-1,23%

Im Dax waren am Dienstag vor allem Autoaktien begehrt. Spitzenreiter war VW mit einem Plus von knapp zwei Prozent. Der Autobauer kann den Abgasskandal in den USA beilegen. Bezirksrichter Charles Breyer stimmte am Dienstag dem nach monatelangen Verhandlungen mit US-Behörden und Hunderten Privatklägern vereinbarten Vergleich vorläufig zu. Der Kompromiss sieht vor, dass rund eine halbe Million Dieselbesitzer ihre Wagen mit manipulierten Abgaswerten an VW zurückgeben oder reparieren lassen. Insgesamt kostet die Beilegung des Skandals VW bis zu 15,3 Milliarden Dollar.

Commerzbank enttäuscht

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,50
Differenz relativ
-1,06%

Schlusslicht im Dax war mit rund 4,5 Prozent Minus die Commerzbank-Aktie. Anleger nahmen am Dienstag Reißaus, nachdem die Bank desaströse Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt hat. Das Institut hat einen Gewinnrückgang um knapp ein Drittel auf 209 Millionen Euro hinnehmen müssen. Überraschend sank auch die Kernkapitalquote, von 12,0 auf 11,5 Prozent. Seit Jahresbeginn hat der Titel mehr als 40 Prozent an Wert verloren.

Deutsche Bank wieder unter Klagedruck

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10,52
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-0,19%

Neben der Commerzbank größter Dax-Verlierer war die Deutsche-Bank-Aktie. Die Hoffnungen auf die Abweisung einer Klage in den USA haben sich zerschlagen. Ein entsprechender Antrag wurde vom zuständigen Gericht in Manhattan abgelehnt. Es geht bei der Klage der Industriemetallfirma Belmont Holdings um die Verheimlichung von Risiken von Hypothekenpapieren während der Finanzkrise 2008/09.

Grünes Licht für die Deutsche Börse

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
116,55
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+1,04%

Die Deutsche Börse hat eine weitere Hürde auf dem Weg zur Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) genommen. Im Rahmen des Fusionsangebots wurden bis zum Abend über 60 Prozent der Deutsche-Börse-Aktien angedient. Nun dürfte das Haupthindernis für die europäische Super-Börse die Zustimmung der Behörden sein.

MTU dreht auf

Positiv aus dem MDax ragte MTU heraus mit einem Plus von über sieben Prozent. MTU Aero Engines hat für 2016 seine Prognose für das Betriebsergebnis erhöht und geht jetzt von einem Ergebnis in Höhe von 480 Millionen Euro aus. Im zweiten Quartal schaffte das MDax-Unternehmen einen Umsatzzuwachs von neun Prozent auf 1,1 Milliarden Euro und ein Betriebsergebnis von 115 Millionen Euro.

Covestro traut sich mehr zu

Covestro: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
71,88
Differenz relativ
-0,75%

Um fast zwei Prozent stiegen die Aktien von Covestro. Der Kunststoff-Spezialist hat am Morgen seine Prognose erhöht und traut sich nun ein Wachstum im mittleren bis oberen Prozentbereich zu. Im zweiten Quartal kletterte das bereinigte Betriebsergebnis um fast neun Prozent auf 542 Millionen Euro. Am Markt wurde zudem über eine weitere Aktienplatzierung durch Bayer spekuliert.

Osram verkauft Lampengeschäft an Chinesen

Kurz vor Xetra-Schluss gab der Leuchtmittelhersteller den Verkauf seines Geschäfts mit herkömmlichen Glühbirnen bekannt. Ein chinesisches Konsortium übernimmt die Tochter namens Ledvance für mehr als 400 Millionen Euro. Damit trennt sich Osram von seinem größten Geschäftsfeld mit zuletzt rund zwei Milliarden Euro Umsatz. Der Hersteller will sich auf die Produktion von LED-Chips fokussieren.

Fraport gewinnt Millionenklage

Einen Rechtsstreit hat die Fraport gewonnen: Das Bundesarbeitsgericht gaben einer Schadensersatzzklage des Flughafenbetreibers gegen die Fluglotsengewerkschaft statt. Die Richter werteten den Arbeitskampf der Vorfeldlotsen 2012 als rechtswidrig, weil einzelne Forderungen der Gewerrkschaft noch der Friedenspgflicht unterlagen. Fraport fordert rund 5,2 Millionen Euro Schadensersatz für ausgefallene Flüge.

Comdirect muss Vertrauen zurückgewinnen

Die Commerzbank-Tochter hat einen Gewinnanstieg um 150 Prozent auf 49 Millionen Euro im zweiten Quartal geschafft. Dieser geht allerdings komplett auf Gewinne aus dem Verkauf der Anteile am europäischen Teil des Kreditkarten-Konzerns Visa. Auf der Pressekonferenz bemühte sich die Online-Bank nach der Datenpanne der vergangenen Woche um das Vertrauen der Kunden. Der Fehler sei so schnell wie möglich behoben worden und es sei sichergestellt, dass dieser sich nicht wiederholt, sagte Vorstandschef Arno Walter.

Kontron-Chef gefeuert

Nach schwachen Quartalszahlen muss der Vorstandschef des Mini-Computer-Herstellers Kontron, Rolf Schwirz, seinen Hut nehmen. Das beschloss der Aufsichtsrat des ehemaligen TecDax-Unternehmens. Kontron hat im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang um 16,2 Prozent auf 90,9 Millionen Euro und ein negatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von zehn Millionen Euro eingefahren. Die Kontron-Aktien gingen auf Talfahrt.

Michelin wird profitabler

Der französische Reifenhersteller und Conti-Rivale hat sein Nettoergebnis im ersten Halbjahr um neun Prozent auf 773 Millionen Euro gesteigert. Vor allem wegen Währungsschwankungen ist der Umsatz allerdings um zwei Prozent auf 10,3 Milliarden Euro gefallen. Die Jahresziele bestätigte das Unternehmen.

Bei BP sprudeln die Verluste

Der britische Ölmulti enttäuschte die Anleger mit seiner Bilanz. Das bereinigte Ergebnis sackte um fast die Hälfte auf 720 Millionen Dollar ab. Aus dem Ertrag herausgerechnet wurden allerdings Kosten im Zusammenhang mit der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon im Jahr 2010. Dadurch steht unter dem Strich eigentlich ein Verlust von 2,2 Milliarden Dollar. BP will nun die Investitionen zurückfahren, um Kosten zu reduzieren.

Amerikaner verschmähen McDonald's

In den USA gab es im Laufe des Tages eine Flut von Quartalszahlen. Diese fielen durchwachsen aus. So schlugen die Zahlen von McDonald's den Anlegern auf den Magen. Wegen der Konkurrenz von Burger King, Wendy's und Shake Shack kamen weniger Kunden in die US-Filialen. Der Umsatz fiel stärker als erwartet um 3,6 Prozent. Die Aktie fällt um 3,5 Prozent. Auch der US-Mischkonzern 3M konnte nicht überzeugen. Gewinn und Umsatz des Herstellers von Post-it-Klebezetteln sanken leicht. Die Aktie von 3M büßt über ein Prozent ein.

Gewinneinbruch bei Verizon

Ein mehrwöchiger Streik von Mitarbeitern und milliardenschwere Sonderbelastungen machten dem US-Telekomriesen Verizon zu schaffen. Im zweiten Quartal brach der Gewinn auf 702 Millionen Dollar ein. Zudem entschieden sich zuletzt immer mehr Kunden für günstigere Telekom-Verträge. Die Verizon-Aktie verliert knapp ein Prozent. Der Telekom-Konzern kauft für knapp fünf Milliarden Dollar das Kerngeschäft von Yahoo.

DuPont und Caterppillar besser als erwartet

Für DuPont-Titel geht es um knapp ein Prozent hoch. Der Chemiekonzern konnte vor dem geplanten Zusammenschluss mit Konkurrent Dow Chemical den Quartalsgewinn kräftig steigern und hob die bereinigte Gewinnprognose an. Aktien von Caterpillar steigen um rund zwei Prozent. Der Baumaschinenhersteller war im zweiten Quartal glimpflicher davongekommen als von Experten befürchtet. Der Gewinn schrumpfte um gut 30 Prozent auf 550 Millionen Dollar.

United Technologies hebt Prognose an

Größter Dow-Gewinner ist United Technologies mit einem Plus von knapp 2,5 Prozent. Der Mischkonzern blickt trotz Unsicherheiten im wirtschaftlichen Umfeld optimistischer auf das Jahr als bisher und hob das untere Ende seiner Zielspanne für den um Sonderposten bereinigten Gewinn je Aktie an. Auch beim Umsatz ist das Unternehmen etwas zuversichtlicher.

Texas Instruments glänzt

Positiv überraschte der Chip-Hersteller Texas Instruments mit seiner Bilanz für das Frühjahr. Der Chiphersteller profitiert von der zunehmenden Digitalisierung moderner Autos. Die Aktien verteuern sich um fast acht Prozent.

Mobileye stürzt ab

Unter Abgabedruck standen die Papiere von Mobileye. Der israelische Kameratechnik-Spezialist hat ein Ende seiner Zusammenarbeit mit dem US-Elektroautobauer Tesla angekündigt. Mobileye will keine Kamerasysteme mehr für die Autopiloten in den Tesla-Fahrzeugen zur Verfügung stellen. Mobileye gilt als ein großer Profiteur des Trends hin zum selbstfahrenden Auto.

nb

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