Marktbericht 20:00 Uhr

Und wieder geht es talwärts Dax-Schlamassel auch im September?

Stand: 01.09.2015, 20:00 Uhr

Die Turbulenzen an den Aktienmärkten gehen weiter. Enttäuschende Konjunkturdaten aus China sorgten für eine neue Verkaufswelle. Immerhin verteidigt der Dax die 10.000 Punkte.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.380,71
Differenz relativ
+0,18%

Der Dax schloss um 2,4 Prozent tiefer bei 10.015,57 Punkten. Den tiefsten Stand des Tages markierte der Leitindex bei 9.928,65 Zählern. Unerwartet schwache Daten der chinesischen Industrie waren der Auslöser für die erneute Verkaufswelle. "Das ist sehr beunruhigend, schließlich sind die Bemühungen der chinesischen Zentralbank, die Wirtschaft anzukurbeln, schon sehr groß," sagt Craig Erlam, Analyst beim Brokerhaus Oanda. Der Dow Jones lag am Abend mehr als zwei Prozent im Minus. Der L-Dax schloss mit einem Abschlag von 2,8 Prozent auf 9980.72 Punkten.

Europas Börsen auf Talfahrt

"Der neue Monat September startet so, wie wir die meiste Zeit des Augusts verbracht haben: Spekulationen über die US-Zinswende und unschöne Konjunkturmeldungen aus China geben sich die Klinke in die Hand", schreiben die Fachleute der DZ Bank - keine guten Vorzeichen für einen Monat, der statistisch als der schwächste des Jahres gilt.

EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.411,87
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+0,07%

Der EuroStoxx 50 verlor 2,5 Prozent auf 3.188,73 Punkte. Erst am Vortag hatte er den August mit minus 9,19 Prozent beendet. Damit ist der abgelaufene Monat der schlechteste seit vier Jahren. Noch schwächer präsentierte sich der rohstofflastigere FTSE 100. Er sackte in London um drei Prozent auf 6.058,54 Punkte ab. Der CAC 40 rutschte in Paris um 2,4 Prozent auf 4.541,16 Punkte ab.

US-Konjunkturdaten verunsichern

Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe fiel etwas schlechter aus als erwartet und setzte die Märkte weiter unter Druck. "Der Index enttäuscht zwar leicht, liegt aber weiterhin im Expansionsbereich, sodass keine erhöhten Konjunktursorgen aufkommen sollten", meint die Helaba. "Die Zinserwartungen bezüglich der Fed werden dadurch aber nicht geschürt. Vielmehr sorgt der Wert wieder für mehr Verunsicherung", lautet ihre Einschätzung.

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Börse 20.15 Uhr

Denn derzeit überwiegt einfach die Sorge darüber, dass trotz aller Notenbankhilfe die weltweite Wirtschaftslage verbesserungswürdig bleibt. "Die Stimmung ist angeschlagen. Nicht nur Chinas Konjunktur lahmt, auch in den USA läuft es weniger rund als erhofft", sagte ein Händler. Das sei für die Weltwirtschaft kein gutes Omen. Der wichtigste Konjunkturtermin der Woche steht aber noch bevor: Am Freitag werden die Arbeitsmarktdaten für den August veröffentlicht, der letzte Bericht vor der Fed-Zinssitzung.

Branchenstudie wirbelt Rückversicherer auf

Unter den Einzelwerten im Dax schloss kein einziges Unternehmen in der Gewinnzone. Relativ glimpflich kam noch die Münchener Rück davon. Zuvor hatten die Analysten der US-Investmentbank Merrill Lynch die Aktien mit der Einstufung "Buy" wieder in ihre Bewertung aufgenommen.

Und über den Schweizer Konkurrenten Swiss Re schrieb Analystin Olivia Brindle ebenfalls, das Renditepotenzial sei für defensive Werte sehr attraktiv. Die Aktien der Hannover Rück stufte die Expertin dagegen mit "Underperform" und einem Kursziel von 92 Euro ein. Damit sieht sie aber noch etwas Luft nach oben.

VW: schwache US-Absatzzahlen

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
142,30
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-0,42%

Der Aufwärtstrend von Volkswagen in den USA ist abrupt zu Ende gegangen. Nach drei Monaten in Folge mit steigendem Absatz musste der Konzern für den Monat August wieder ein sattes Minus vermelden. Die Zahl der verkauften Autos schrumpfte im Jahresvergleich um 8,1 Prozent auf rund 32 300. Bei der VW-Tochter Audi lief es besser: Die Verkäufe legten insgesamt um knapp 10 Prozent auf 18 794 Autos zu. Vor allem die SUV-Modelle schoben den Absatz an.

Deutsche Bank: Zieht sich die Schlinge jetzt zu?

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,97
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-0,77%

Die Deutsche Bank verliert mit dem Markt. Laut Bloomberg haben die US-Behörden ihre Untersuchungen zu Devisenmanipulationen durch einige der weltgrößten Banken – darunter die Deutsche Bank – ausgeweitet. Geprüft werde nun auch der Handel mit dem russischen Rubel und dem brasilianischen Real.

Wieder schlechte Nachrichten für RWE

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
21,43
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-1,02%

Mit einem Kursminus von 4,4 Prozent hatte die RWE-Aktie bereits am Montag die rote Laterne im Dax gehalten. Nun droht neues Ungemach. Die RWE-Aktie fliegt nämlich aus dem europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Fondsmanager, die diesen Index nachbilden, müssen die Aktie nun nicht mehr kaufen.

Fresenius steigt auf

Des einen Leid ist des andern Freud. Die Fresenius-Aktie soll RWE im EuroStoxx 50 ersetzen. Die Commerzbank hat die Einstufung für den Medizinkonzern auf "Add" mit einem Kursziel von 69 Euro belassen. Der Einzug in den Leitindex der Eurozone sei positiv, da sie dem Fresenius-Papier eine höhere Liquidität bescheren werde, schrieb Analyst Oliver Metzger in einer Studie.

Springer sichert sich Platz auf Samsung-Smartphones

Der Medienkonzern Axel Springer will Nutzer von Samsung-Geräten in Europa verstärkt mit Nachrichten versorgen. In einer strategischen Partnerschaft geht es um digitale Medienangebote exklusiv für Kunden des Smartphone-Marktführers.

Dürr am MDax-Ende

Die als konjunktursensibel geltenden Aktien von Dürr fielen ans MDax-Ende und notierten bei etwa 66 Euro. Im April hatten sie bei 109,80 Euro ein Rekordhoch erreicht. Ein Händler wies jedoch darauf hin, dass Dürr im Geschäft mit China einen Auftragsanstieg gemeldet habe. Auch die DZ Bank äußerte sich positiv und nahm die Anteilscheine in ihre "Equity Ideas Long"-Auswahlliste auf. Die momentane Talfahrt der Aktien in Reaktion auf die China-Schwäche sei übertrieben, schrieb Analyst Alexander Hauenstein.

Manz dank Großauftrag mit Kursplus

Im TecDax darf sich Manz über einen nach eigenen Angaben "in den USA ansässigen und weltweit führenden Batteriehersteller" als Neukunden freuen. Der Auftrag hat einen Wert von zwölf Millionen Euro und untermauert nach Ansicht des leidgeprüften TecDax-Konzerns das große Wachstumspotenzial im Bereich Elektromobilität.

KWS Saat besser als gedacht

Wegen unerwartet guter Geschäfte mit Zuckerrüben-Saatgut in Nordamerika und günstiger Wechselkurse hat KWS Saat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 ein stärkeres Ergebnis eingefahren als gedacht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) liege laut vorläufigen Zahlen bei rund 138 Millionen Euro und damit etwa auf dem Vorjahreswert von 138,4 Millionen. Angekündigt war ein Rückgang auf 127 Millionen Euro.

Syngenta: Okay für Fungizid aus den USA

Das Antipilzmittel Solatenol des Schweizer Pflanzenschutz- und Düngemittel-Produzenten Syngenta ist in den USA zugelassen worden. Das maximale Umsatzpotenzial für das Fungizid schätzt der Konzern aus Basel auf eine Milliarde Dollar weltweit. Erste beträchtliche Umsätze in den USA erwartet Syngenta für die Anbausaison 2016.

Gazprom: Gewinn-Anstieg von 50 Prozent

Laufen die Schalker auch in den kommenden Jahren noch in Gazprom-Trikots auf? Genügend Geld dafür dürfte Gazprom jedenfalls haben. Der Rubel-Verfall hat den Gewinn des russischen Energiekonzerns und Schalke-Sponsors im ersten Halbjahr um 50 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro in die Höhe katapultiert.

Die Commerzbank setzt auf Brasilien

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,28
Differenz relativ
-0,53%

Die Commerzbank zieht es dagegen trotz der Wirtschaftsflaute nach Brasilien. Die Bank erhielt von der brasilianischen Zentralbank (BACEN) die Genehmigung für die Gründung einer Tochtergesellschaft. Gerade in Zeiten volatiler Märkte sei es wichtig, ihren Kunden auch vor Ort zur Verfügung zu stehen", sagte Bernd Laber, Bereichsvorstand International der Mittelstandsbank. Zwar habe die Wachstumsdynamik der brasilianischen Wirtschaft zuletzt nachgelassen, das Land bleibe aber die siebtgrößte Volkswirtschaft der Erde.

Apple und Cisco: Gemeinsam stark?

Apple arbeitet mit dem Netzwerk-Ausrüster Cisco zusammen, um mehr iPhones und iPads in Unternehmen zu bringen. Von Cisco verkaufte Technik und Programme sollen im Zuge der Kooperation besser für den Einsatz der Apple-Geräte optimiert werden, wie die beiden US-Anbieter mitteilten.

Neue Konkurrenz für Netflix?

Apple plant zudem einem Medienbericht zufolge, eigene Filme für einen Streamingdienst zu produzieren. Damit könnte der iPhone-Hersteller zum direkten Konkurrenten der US-Onlinevideothek Netflix werden. Apple habe in den vergangenen Wochen erste Gespräche mit Hollywood-Vertretern geführt, berichtete die Zeitschrift "Variety" unter Berufung auf Insider.

ts

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Mittwoch, 15. August

Unternehmen:

Zur Rose Group: Halbjahreszahlen, 7:00 Uhr
Stratec: Halbjahreszahlen, 7:00 Uhr
ADO Properties: Q2-Zahlen, 7:00 Uhr
Leoni: Q2-Zahlen, 7:00 Uhr
LPKF: Halbjahreszahlen, 8:00 Uhr
Cisco Systems: Q4-Zahlen, 22:05 Uhr
MVV Energie: Q3-Zahlen
Vestas: Q2-Zahlen

Konjunktur
Großbritannien: Verbraucherpreise 07/18, 10:30 Uhr
USA: Produktivität Q2, 14:30 Uhr
USA: Empire State Index 08/18
USA: Einzelhandelsumsatz 07/18, 14:30 Uhr
USA: Industrieproduktion 07/18, 15:15 Uhr
USA: Kapazitätsauslastung 07/18, 15:15 Uhr
USA: Lagerbestände 06/18, 16:00 Uhr
USA: NAHB-Index 08/18, 16:00 Uhr
USA: Energieministerium Ölpreise (wöchentl.), 16:30 Uhr

Sonstiges:
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