Marktbericht 20:02 Uhr

Enttäuschende US-Arbeitsmarktzahlen Dax schafft am Ende nur ein kleines Plus

Stand: 10.01.2014, 20:02 Uhr

Der Dax hat am Freitag nach einem enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht gut die Hälfte seiner Tagesgewinne wieder abgeben müssen, denn niemand weiß wie die Fed nun reagieren wird. Eindeutiger Gewinner des Tages ist der Euro.

Die Gemeinschaftswährung springt in der Spitze bis auf 1,3681 Dollar aus, gut ein US-Cent mehr als vor der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten. Am Freitagabend notiert er bei 1,3666 Dollar. Anleger davon aus, dass die Fed vorerst keine weitere Drosselung der monatlichen Anleihekäufe vornimmt.

Denn in den USA sind im Dezember außerhalb der Landwirtschaft nur 74.000 neue Stellen geschaffen worden. Das ist der geringste Zuwachs seit Anfang 2011. Erwartet waren 196.000 neue Arbeitsplätze. Allerdings fiel die Arbeitslosenquote auf 6,7 Prozent. Damit kommt sie der von der Notenbank Fed angepeilten Quote von 6,5 Prozent bedrohlich nahe.

Der Dax muss nach Bekanntgabe der Zahlen die Hälfte seiner Gewinne von rund 100 Punkten wieder abgeben und rutscht bis auf 9.441 Zähler ab, nur noch 20 Punkte über dem Schluss von Donnerstag. Doch danach besinnen sich die Anleger wieder und der Leitindex erholt sich, sind doch die Arbeitsmarktzahlen zu schlecht ausgefallen, als dass die Fed jetzt weiter den Geldhahn zudrehen wird. Am Ende geht der Leitindex gut ein halbes Prozent höher aus dem Handel bei 9.473 Punkten. Auf Wochensicht steht damit ein Plus von 0,40 Prozent zu Buche.

"Die Fed sitzt nun in der Zwickmühle", sagte Wayne Kaufman, Chef-Marktanalyst von Rockwell Securities. "Sie würde gern aus den Anleihekäufen aussteigen, aber diese Zahlen könnten ihre Pläne durchkreuzen." Wenn eine Volkswirtschaft unter dem Strich keine neuen Arbeitsplätze in signifikantem Ausmaß schaffe, könne sie auch nicht wachsen - was nicht im Sinne der Zentralbank sein kann.

An der Wall Street überwiegt die Enttäuschung über die Zahlen. Der Dow-Jones-Index stieg in den ersten Handelsminuten am Freitag um 0,2 Prozent auf 16.480 Punkte, drehte im späteren verlauf aber ins Minus und notiert bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend 0,32 Prozent tiefer bei 16.392 Zählern.

SAP enttäuscht mit ersten Zahlen

SAP

SAP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
101,54
Differenz relativ
+2,26%

Im Dax hat der Softwarekonzern SAP überraschend seine Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt. Der Konzern hat seine im Sommer gesenkten Jahresziele zwar erreicht. Die Erwartungen am Markt für die superschnelle Datenbank Hana, den Wachstumstreiber des Konzerns, wurden indes nicht ganz erfüllt. Das Betriebsergebnis stieg um 13 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Im Sommer hatte SAP die Ziellatte für das Wachstum von zuvor 11 bis 13 Prozent auf mindestens 10 Prozent gesenkt. Am Markt sprang die Aktie zuerst leicht an, rutschte dann jedoch ins Minus und ist der schwächste Wert im Dax.

Alcoa schockt die Anleger

Ein Milliardenverlust hat die Papiere von Alcoa am Freitag stark belastet. Die Titel des Aluminiumkonzerns sackten zeitweise um 7,7 Prozent ab und waren damit der klare Verlierer im S&P-500-Index. Eine drastische Wertberichtigung zugekaufter Schmelzen hatte den Alukonzern tief in die roten Zahlen gerissen.

Lufthansa fliegt an Dax-Spitze

Spitzenreiter im Dax ist bis zum Handelsschluss die Lufthansa. Händler verwiesen auf eine Präsentation der Finanzchefin Simone Menne. Das Passagieraufkommen solle 2014 mit mehr als fünf Prozent stärker wachsen als von ihm erwartet. Alles in allem deuteten die Zahlen auf ein etwas höheres operatives Ergebnis hin als bisher gedacht. Von diesen Aussichten profitiert auch die im SDax notierte Aktie von Air Berlin.

Rekord für VW und Daimler

Zu den Gewinnern im Dax gehören auch die Vorzüge von Volkswagen. Der Konzern hat 2013 mit seiner Pkw-Kernmarke erneut einen Auslieferungsrekord erreicht. Weltweit wurden 5,93 Millionen Autos ausgeliefert, 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 3,3 Prozent Schub im Dezember (535 000 Autos) hielt diese Entwicklung jüngst an. VW profitiert seit längerem vor allem vom Schub in China, während der wichtige und margenstarke Heimatkontinent viele Sorgen bereitet. Zuletzt büßte die Kernmarke auch in den eigentlich boomenden USA ein. Auch Daimler hat im vergangenen Jahr einen neuen Absatzrekord eingefahren. Wie der Dax-Konzern mitteilte, wurden 2013 fast 1,5 Millionen Mercedes-Benz verkauft.

Lichtblick für Osram

Im MDax setzten die Aktien von Osram ihren Aufwärtstrend fort. Commerzbank-Analyst Sebastian Growe zufolge untermauerten Quartalsergebnisse des US-Konkurrenten Acuity die guten Aussichten des Lichtspezialisten in der LED-Technologie. Acuity hatte im ersten Geschäftsquartal einen steigenden Umsatz erzielt, zudem zogen die Margen an.

Haniel dementiert Metro-Spekulationen

Größter Gewinner im MDax ist aber die Metro-Aktie. Händlern zufolge beflügeln Spekulationen auf eine Zerschlagung des Handelskonzerns den Kurs. Haniel-Chef Stephan Gemkow erwäge dem Börsenbrief "Platow" zufolge den Verkauf oder Börsengang der Töchter Real, Kaufhof und Media-Saturn. Metro-Großaktionär nannte die Spekulationen, die immer mal wieder auftauchen, "hanebüchen".

Deutsche Bank befeuert SMA

Im TecDax sind die Titel von SMA Solar an die Spitze geklettert und legen zuletzt um spektakuläre 13 Prozent zu. Grund ist eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Sie hob das Kursziel auf 31 Euro an. In diese Richtung bewegt sich das Papier nun.

Deutz drängelt sich vor

Im SDax sorgt eine Empfehlung für der Privatbank Berenberg für Bewegung. Sie hat dem Motorenbauer Deutz von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 7,20 auf 8,10 Euro angehoben. Der Industriegüter- und Dienstleistungssektor habe sich in den vergangenen zwei Jahren um zehn Prozent besser als Gesamtmarkt entwickelt, schrieb Analyst William Mackie.

Symrise stockt in Schweden auf

Der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise hat seinen Anteil am schwedischen Biotech-Unternehmen Probi auf über 30 Prozent aufgestockt und muss nun ein öffentliches Pflichtangebot zur Übernahme vorlegen. Symrise sei verpflichtet, den Aktionären von Probi innerhalb von vier Wochen eine Offerte zu unterbreiten, teilte der MDax-Konzern am Freitag in Holzminden mit. Der angebotene Preis werde bei 40,10 Schwedische Kronen (etwa 4,50 Euro) je Aktie liegen. Dies entspreche dem höchsten Kurs, zu dem Symrise in den letzten sechs Monaten Probi-Aktien erworben hat.

Swatch läuft wie geschmiert

Der Schweizer Uhrenkonzern Swatch peilt dieses Jahr seinen fünften Umsatzrekord in Folge an. Nach einem Plus von gut acht Prozent im vergangenen Jahr will Swatch dieses Jahr seine Verkäufe um mindestens zehn Prozent steigern. 2013 steigerte der Konzern, dessen Sortiment von teuren Omega-Zeitmessern bis zu preisgünstigen Swatch-Uhren reicht, die Erlöse auf 8,82 Milliarden Franken (7,13 Milliarden Euro) um. Ursprünglich hatte Hayek auch für 2013 ein zweistelliges Umsatzplus in Aussicht gestellt.

H&M will Sportmarkt aufmischen

H&M stößt in den boomenden Sportartikelmarkt vor. Die schwedische Modekette legt mit der Unterstützung der schwedischen Olympiamannschaft in Sotschi eine neue Sportlinie auf, die nicht nur Adidas und Nike Konkurrenz machen soll, sondern den Vorsprung gegenüber anderen preiswerten Modeketten ausbauen soll.

lg

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Donnerstag, 16. August

Unternehmen:

Carlsberg: Halbjahreszahlen, 7:00 Uhr
Swisscom: Q2-Zahlen, 7:15 Uhr
Aegon: Halbjahreszahlen, 7:30 Uhr
Wirecard: Halbjahreszahlen (endg.), 7:30 Uhr
Henkel: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Sixt: Q2-Zahlen (endg.), 7:30 Uhr
Walmart: Q2-Zahlen, 12:00 Uhr
Nvidia: Q2-Zahlen, 22.20 Uhr

Konjunktur
Japan: Handelsbilanz 07/18, 01:50 Uhr
EU: Handelsbilanz 06/08, 11:00 Uhr
USA: Philadelphia Fed Index 08/18, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Baubeginne und -genehmigungen, 14:30 Uhr