Marktbericht 20:00 Uhr

Wochenschluss im Plus Dax rückt sachte vor

Stand: 14.06.2013, 20:00 Uhr

Die Hoffnung auf eine Fortsetzung der großzügigen Geldpolitik der US-Notenbank Fed hat am deutschen Aktienmarkt wieder für Kursgewinne gesorgt. Mitgeholfen haben schwache US-Konjunkturdaten.

Der Dax schloss mit einem Aufschlag von 0,4 Prozent bei 8.127,96 Punkten. Zeitweise hatte sich der deutsche Leitindex bis nah an Marke von 8.200 Zählern bewegt, allerdings konnte er das Niveau nicht halten.

Immerhin: Auch wenn der Dax gegen Handelsende einen Großteil seiner Gewinne wieder einbüßte, endete eine drei Tage andauernde Verlustserie zum Wochenschluss. Auf Wochensicht verlor der Dax trotzdem 1,5 Prozent. Der Late-Dax büßte am Abend 0,1 Prozent auf 8.100,84 Punkte ein.

Logische Börsenreaktionen?

Das Hauptaugenmerk der Investoren liegt bis auf weiteres auf der US-Notenbank Fed und auf den US-Konjunkturdaten. "Die Unsicherheit über die Fed-Politik ist riesig, deshalb ist auch die Volatilität am Markt so groß", sagte Analyst Sebastian Sachs von der Metzler Bank. "Heute sagt man sich, dass die Zahlen schlecht sind und die Fed deshalb auf Kurs bleibt." Es werde aber zunehmend schwieriger, die Reaktion der Börsen logisch nachzuvollziehen.

Verbrauchervertrauen sinkt, Industrieproduktion stagniert

"Es besteht aktuell die Ambivalenz, dass schwache Konjunkturdaten Erwartungen eines reduzierten Fed-Stimulus dämpfen und umgekehrt", kommentiert Helaba-Analyst Ralf Umlauf die Lage an den Märkten. Wie zutreffend diese Einschätzung ist, konnten die Investoren heute beobachten: Obwohl sich die Stimmung der US-Konsumenten im Juni abgeschwächt hat und schlechter ausfiel als prognostiziert, drehte der Dow Jones anschließend zeitweise ins Plus, der Dax baute seine Gewinne deutlich aus.

Ferner stagnierte im Mai die US-Industrieproduktion. Kurz vor Bekannntgabe des Fed-Zinsentscheids am kommenden Mittwoch liefern die Daten also Argumente für eine Fortsetzung der Geldschwemme. Trotzdem lag der Dow Jones bei Handelschluss in Deutschland um mehr als ein halbes Prozent im Minus. Gestern hatte der Dow mehr als ein Prozent gewonnen.

Zweiter Platz für Lanxess

Die Aktie des Spezialchemiekonzerns schloss im Dax auf Rang zwei. Martin Rödiger, Analyst bei Kepler Cheuvreux, hat die Titel zum Kauf empfohlen und das Kursziel von 56 auf 70 Euro angehoben. Er sieht Anzeichen eine Erholung des Reifenmarktes. Die dadurch wieder anziehende Nachfrage nach synthetischem Kautschuk dürfte sich positiv auf die Gewinne von Lanxess niederschlagen. Ganz vorne lagen die Titel von ThysenKruppp.

Alllianz: Flutkatastrophe billiger als 2002

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
176,84
Differenz relativ
+0,36%

Titel der Allianz legten leicht überdurchschnittlich zu. Das Hochwasser in Deutschland und den angrenzen Ländern wird bei Deutschlands größtem Versicherer Schäden von mehr als einer halben Milliarde Euro verursachen. Einen Teil der Belastungen werden allerdings die Rückversicherer übernehmen. Beim "Jahrhundert-Hochwasser" 2002 hatten die Münchner noch 710 Millionen Euro an die Versicherten ausgezahlt.

Leichtes Plus für Infineon

Der Halbleiterhersteller hat sich im Patentstreit mit seinem US-Konkurrenten Atmel geeinigt. Der Münchner Dax-Konzern hatte den Rivalen vor gut zwei Jahren wegen Verletzungen von Patenten bei Mikrocontrollern, einer besonderen Form von Speicherchips, vor einem US-Gericht verklagt. Beide Firmen haben ihren Streit mit einem Abkommen beigelegt, dessen Inhalt nicht bekannt gegeben wird. Nur so viel: Atmel zahlt an Infineon eine nicht genannte Summe als Ausgleich.

Aktienrückkauf schiebt Hochtief an

Deutschlands größter Baukonzern will bis zu 4,3 Millionen Stückaktien zu einem Preis von insgesamt bis zu 260 Millionen Euro zurückkaufen. Das entspreche rund 5,6 Prozent des Grundkapitals. Ein Sprecher verwies mit Blick auf den Aktienkurs auf eine "günstige Gelegenheit" zum Kauf. Die Aktie war größter Gewinner im MDax.

Gerry Weber führt den MDax an

Der Modekonzern hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr um 7,4 Prozent auf rund 404 Millionen Euro gesteigert. Das Vorsteuerergebnis sank auf 43,4 Millionen Euro. Das enttäuschende Abschneiden führt der SDax-Konzern auf das schlechte Wetter der vergangenen Monate zurück und hat deshalb seine Gewinn- und Umsatzprognose zurückgenommen. Die Aktie schloss dennoch fast sieben Prozent fester.

EADS bekräftigt Prognose für Airbus

Der Chef des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Thomas Enders bekräftigte Enders in Paris die kürzlich bei Airbus von 700 auf 800 Bestellungen erhöhte Prognose für das laufende Jahr. Am vormittag ist das neue Langstreckenflugzeug A350 in Toulouse zu seinem Erstflug gestartet. Die MDax-Titel gaben ein halbes Prozent nach.

Gagfah finanziert sich neu

Deutschlands führender Wohnimmobilienkonzern hat einen weiteren Meilenstein seiner milliardenschweren Refinanzierung geschafft. Ein Großkredit über zwei Milliarden Euro, der im August fällig wird, sei komplett über eine Immobilien-Verbriefung (CMBS) refinanziert worden, sagte ein Sprecher des MDax-Konzerns. Die Titel stiegen um fünf Prozent.

Hochwasser mit Auswirkungen auf Baywa

Europas größter Agrarhändler Baywa kann die Folgen des Hochwassers und des Dauerregens für die Ernte in Deutschland noch nicht abschätzen. Auf die Frage, ob das Wetter Auswirkungen auf die Geschäfte haben wird, sagte Vorstandschef Klaus Josef Lutz am Abend: "Ich denke ja". Konkret werden wollte er aber noch nicht. Betroffen von der Flut sei schließlich der Donauraum - und damit eines "unserer Kerngebiete", sagte er. Die Papiere von Baywa haben im MDax nach verhaltenen Start deutlich ins Plus gedreht und gingen 2,6 Prozent fester aus dem Handel.

Commerzbank verkauft Hochhaus

Das Frankfurter Hochhaus "Gallileo" geht an den Immobilienkonzern IVG und mehrere südkoreanische institutionelle Investoren. Der Preis soll bei rund 250 Millionen Euro liegen. Das Kapital kommt ausschließlich aus Südkorea, der angeschlagene Bonner Konzern übernimmt das Fondsmanagement. Der 136 Meter hohe "Gallileo"-Turm, der der früheren Dresdner Bank gehört hatte, ist eines der Wahrzeichen im Frankfurter Bankenviertel. Die Commerzbank mietet das Gebäude in Zukunft und spart so Kosten.

Kommentar hebt CTS Eventim

HSBC hat das Kursziel für die Aktie des Ticketvermarkters von 30 auf 33 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Der verlorene Rechtsstreit gegen den US-Konzertveranstalter Live Nation sei für CTS zwar eine Enttäuschung, räumte Analyst Christopher Johnen ein. Doch nun könne sich das Unternehmen wieder auf Themen wie einen möglichen Markteintritt auf dem amerikanischen Kontinent konzentrieren. Der jüngste Kursrückgang der Aktie biete eine Einstiegsgelegenheit.

Springer Science-Verkauf geplatzt

Der Wissenschaftsverlag wird nicht an den Finanzinvestor BC Partners verkauft. Die Gespräche seien am Preis gescheitert, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Das Unternehmen, das den Investoren EQT und GIC gehört, soll nun stattdessen - wie ursprünglich geplant - Anfang Juli an die Frankfurter Börse gebracht werden. Mit dem geplanten Erlös von rund 760 Millionen Euro sollen vor allem Schulden abbezahlt werden.

Dürr kauft zu

Der im MDax notierte Anlagen- und Maschinenbauer Dürr verstärkt sich im Bereich der Ablufttechnik. Dürr übernimmt den Umwelttechnikspezialisten Luft- und Thermotechnik Bayreuth GmbH (LTB). Vorstandsmitglied Ralph Heuwing sagte, der Kauf sei ein weiterer Schritt beim strategischen Ausbau der Aktivitäten in der Umwelt- und Energieeffizienztechnik. Der Kaufpreis wurde nicht mitgeteilt.

Groupon-Aktie sehr begehrt

Die Titel von Groupon legen in den USA zweistellig zu. Experten der Deutschen Bank haben die Aktie des Schnäppchen-Portal einem Bericht zufolge zum Kauf empfohlen. Seit Jahresbeginn hat der Börsenwert des Unternehmens um mehr als 50 Prozent zugelegt. Das erste Quartal war vor einigen Wochen besser gelaufen, als Fachleute erwartet hatten.

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr