Marktbericht 20:02 Uhr

Nach den Verlusten der Vortage Dax: Rückgang gestoppt - vorerst

Stand: 10.12.2015, 20:02 Uhr

Der Dax hat am Donnerstag im gesamten Handelsverlauf keine klare Richtung eingeschlagen. Die charttechnisch wichtige Unterstützung wurde aber gehalten.

Der Dax pendelte zwischen 10.500 und 10.662 Punkten. Von seinem Tief am Vormittag konnte sich der Leitindex zwar erholen, drehte am Nachmittag sogar deutlich ins Plus, doch ein nachhaltiger Kursanstieg gelang nicht. Am Ende geht der Dax bei 10.598 Punkten aus dem Handel, sechs Punkte mehr als am Vortag. Allerdings hat er in den acht Handelstagen zuvor rund 800 Punkte eingebüßt.

ARD-Börsenstudio: Dorothee Holz
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Börse 20.15 Uhr

Die starke Erholung des Euro in den letzten Tagen, die permanent unter Druck stehenden Rohölpreise und die Unsicherheit bis zur Zinsentscheidung in den USA hätten die Anleger verunsichert, sagte Händler Thorsten Engelmann von der Equinet Bank.

Euro etwas schwächer

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1393
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Am Donnerstag sorgte der etwas schwächere Euro für eine leichte Erholung der Kurse. Bei Börsenschluss kostet die Gemeinschaftswährung 1,0935 Dollar und damit mehr als einen halben Cent weniger als am Morgen. Am Vorabend war die Gemeinschaftswährung noch auf über 1,10 Dollar geklettert und hatte die Aktienkurse in Frankfurt auf Talfahrt geschickt.

Wie es weitergeht an den Aktienmärkten wird entscheidend von der Sitzung der amerikanischen Notenbank in einer Woche abhängen. Während über 80 Prozent der Marktteilnehmer eine Anhebung der Leitzinsen erwarten, sorgt die Frage nach dem danach für Verunsicherung.

Stellt die Fed rasch weitere Zinserhöhungen in Aussicht, dürfte zwar der Euro wieder an Kraft verlieren, doch könnten die Anleger trotzdem zu Gewinnmitnahmen tendieren und die Kurse unter Druck setzen. Für Verunsicherung sorgt auch die Frage welche Folgen eine Zinswende in den USA für die ohnehin geschwächten Schwellenländer hätte.

Anleger bleiben vorsichtig

Bis zur Sitzung der US-Notenbank am 16. Dezember dürften eine Mehrheit der Anleger daher erst einmal vorsichtig bleiben und sich davor hüten, in großem Stil einzusteigen oder nachzukaufen, meinen Marktexperten.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
62,30
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-6,48%

Der Ölpreis, dessen Verfall den Aktienbörsen in den vergangenen Tagen zugesetzt hatte, stabilisierte sich ebenfalls. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee kostete mit 40,19 Dollar je Barrel (159 Liter) ungefähr so viel wie am Vortag.

Dow leicht im Plus

Auch der Dow in New York unternimmt einen Stabilisierungsversuch. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der US-Leitindex 0,7 Prozent höher bei 17.616Punkten. Insbesondere Aktien der zuletzt stark unter Druck geratenen Rohstoffkonzerne legten teils deutlich zu. Zuvor hatte der Dow eine dreitägige Verlustserie hingelegt.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
11.066,41
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-1,58%

Die aktuellen Konjunkturdaten dürften keine Auswirkungen auf die Fed-Entscheidung in der nächsten Woche haben, glaubt Viola Julien von der Landesbank Helaba. Während in den Vereinigten Staaten die Preise für eingeführte Güter im November schwächer zurückgegangen waren als erwartet, lagen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe über den Erwartungen.

VW wieder im Vorwärtsgang

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
145,76
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-0,65%

Volkswagen sorgt weiterhin für ein nervöses Auf und Ab. Nachdem die Anleger zunächst enttäuscht auf die Zwischenbilanz der Volkswagen-Führung im Abgasskandals reagiert haben, drehen die Vorzüge anschließend wieder ins Plus. Zuvor waren die Aktien des Autobauers noch um 3,7 Prozent gestiegen. "Offenbar hatten Einige auf weitere positive Nachrichten gehofft", sagte ein Börsianer. "Darum nehmen sie jetzt Gewinne mit. Schließlich darf man nicht vergessen, dass die Titel gestern und heute insgesamt rund 13 Euro zugelegt hatten." Am Mittwoch hatte der Konzern bekanntgegeben, dass von der Affäre um manipulierte CO2-Emissionen nur 36.000 statt der ursprünglich befürchteten 800.000 Fahrzeuge betroffen seien.

RWE: Aktionäre blockieren nicht

Ins Minus gedreht sind dagegen die RWE-Aktien. Dabei wollen die kommunalen Aktionäre, die rund 25 Prozent der Anteile an RWE kontrollieren, die geplante Aufspaltung des Energiekonzerns nicht blockieren. Das helfe der Aktie, da es auch Berichte gegeben habe, die nahe gelegt hätten, die kommunalen Aktionäre könnten sich gegen die Umstrukturierung wehren, sagte ein Händler. Auch bei der Eon-Aktie greifen sie zu.

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19,17
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-0,67%

Eon

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,22
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+0,10%

Lufthansa: Hellere Zukunft

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19,89
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-1,63%

Nach der Enttäuschung über den Rückgang des Passagier- und Frachtaufkommens im November blicken Lufthansa-Aktionäre heute hoffnungsfroher in die Zukunft. Die Aktie der Airline kann ihre gestrigen Verluste wieder wettmachen, weil sich die Aussichten für die Luftfahrtbranche aufgehellt haben. Dank des billigen Kerosins könnten Fluggesellschaften in diesem und im nächsten Jahr mit so viel Gewinn rechnen wie noch nie, teilte der Weltluftfahrtverband IATA mit. Von möglichen Streiks war dabei aber nicht die Rede.

BMW auf gutem Kurs

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
73,69
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-0,66%

Wenig Bewegung gibt es bei der BMW-Aktie. Der Konzern hat im November 167.853 Fahrzeuge ausgeliefert. Das entspricht einem Plus von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. In den ersten neun Monaten lieferte man 2,03 Millionen Einheiten der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce aus. Damit übertraf der Konzern erstmals bereits in einem November die Marke von zwei Millionen Fahrzeugen.

Vonovia holt sich schon wieder Geld

Auch die Vonovia-Aktie bewegt sich kaum von der Stelle. Der Immobilienkonzern hat sich erneut frisches Geld besorgt, diesmal durch die Ausgabe von Anleihen in Höhe von drei Milliarden Euro. Der gewichtete Zinskupon beträgt 1,69 Prozent pro Jahr bei einer durchschnittlichen Laufzeit von über fünf Jahren. "Dies ist die größte Euro-Anleiheemission, die weltweit jemals in der Immobilienwirtschaft begeben wurde", teilte das Unternehmen mit. Das Geld will man für die Finanzierung des Baranteils beim Übernahmeangebot für den Konkurrenten Deutsche Wohnen einsetzen.

Merck und Sanofi investieren mehr

Nach dem jüngsten Flop eines seiner Krebsmedikamente in der Entwicklung will sich Merck weiter auf den Ausbau seines Pharmageschäfts konzentrieren. Dafür will der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern 2016 mehr Geld in die Hand nehmen und 250 Millionen Euro in seine Pharma-Pipeline investieren. auch der französische Sanofi-Konzern nimmt in Deutschland mehr Geld in die Hand. Im kommenden Jahr sollen rund 200 Millionen Euro investiert werden, sagte der Deutschland-Chef, Martin Siewert. Schwerpunkt ist weiterhin die Herstellung von Insulin.

Aixtron: Chinesen ziehen Auftrag zurück

Im TecDax bricht die Aixtron-Aktie um über 40 Prozent ein. Der schwer angeschlagene Spezialmaschinenhersteller berichtet, dass der chinesische Kunde San'an Optoelectronics seine Bestellung von Aixtron-Maschinen von 50 auf 3 Maschinen reduziert hat. Diese drei wurden aber bereits geliefert. Das TecDax-Mitglied rechnet nun nur noch mit dem Erreichen des unteren Endes der Umsatzprognose für 2015 von 190 bis 200 Millionen Euro.

Evotec forscht erfolgreich

Evotec: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
18,88
Differenz relativ
-3,00%

Zulegen kann dagegen die Evotec-Aktie. Das Biotech-Unternehmen ist bei der gemeinsamen Forschung mit Bayer zu einem bestimmten Frauenleiden einen Schritt vorangekommen. Zwei Projekte seien in eine späte Phase der Forschung sowie in die vorklinische Entwicklung für die Behandlung von Endometriose überführt worden, teilte Evotec am Donnerstag mit. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

Streikopfer Fraport

Der Flughafenbetreiber Fraport hat im November heftig den Streik der Lufthansa-Flugbegleiter zu spüren bekommen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Zahl der Fluggäste um 11,3 Prozent auf gut 3,9 Millionen zurück. Im Frachtgeschäft sank die abgefertigte Fracht- und Luftpostmenge um 3,9 Prozent auf rund 191.400 Tonnen.

Hornbach-Familie warnt

Im SDax stürzen die beiden Hornbach-Aktien zweistellig ab. Die Baumarktkette die Mutter Hornbach Holding haben ihre Ergebniserwartungen für 2015 reduziert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wird jeweils unter den Vorjahresniveaus liegen. Grund sind gestiegene Kosten und eine niedrigere Handelsspanne. Die beiden betroffenen Aktien verlieren prozentual zweistellig.

Manz kann Stellenabbau

Um 2,74 Prozent zulegen kann dagegen die Manz-Aktie. Der angeschlagene Maschinenbauer will 174 von zuletzt gut 2.000 Stellen streichen. Manz rechnet mit Kosteneinsparungen von rund sieben Millionen Euro. Für das defizitäre Solargeschäft hat Manz allerdings noch keine Lösung. Die Prüfung der strategischen Optionen für den Geschäftsbereich sei noch nicht abgeschlossen.

DBAG hat große Pläne

Die Beteiligungsgesellschaft DBAG will im laufenden Geschäftsjahr 2015/16 ihren Gewinn auf deutlich über 25 Millionen Euro verbessern. Vorstandssprecher Torsten Grede setzt dabei vor allem auf die Wertsteigerungen der 22 Unternehmen im Beteiligungsportfolio.

Tui trotzt Terrorismus-Angst

Europas größter Reisekonzern Tui hat trotz Belastungen durch Terroranschläge und den Börsengang von Hapag-Lloyd ein Rekordergebnis eingefahren. Das bereinigte Ergebnis (Ebita) kletterte im Geschäftsjahr 2014/15 um gut 15 Prozent und stieg erstmals über eine Milliarde Euro, wie Co-Chef Friedrich Joussen am Donnerstag sagte: "Wir haben das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte hingelegt." Die Kosten in Folge des Anschlags auf ein Hotel in Tunesien, wo im Juni 33 Tui-Urlauber starben, bezifferte Tui auf 52 Millionen Euro. Besonders gut lief das Geschäft mit Kreuzfahrten.

PWO verkauft gut

Der Autozulieferer PWO hat bei Anlegern heute einen guten Stand. Das Unternehmen im laufenden Jahr schon neue Aufträge von 600 Millionen Euro reingeholt und damit so viel wie noch nie. Im Vergleich zum Vorjahr konnte das Volumen mehr als verdoppelt werden.

Mehr Geld für Syngenta?

Der chinesische Chemiekonzern ChemChina ist laut Medienberichten bereit, noch mehr Geld für den Schweizer Agrochemiekonzern Syngenta zu bezahlen. Demnach wollen die Chinesen 44 Milliarden Franken bezahlen. In früheren Medienberichten war von einem Angebot in der Höhe von knapp 42 Milliarden Franken die Rede gewesen.

Glencore will mehr sparen

Die zuletzt stark gefallene Glencore-Aktie legt heute deutlich zu. Der Schweizer Rohstoffkonzern will seine Verschuldung bis Ende kommenden Jahres auf 18 bis 19 Milliarden Dollar verringern. Bisher war ein Wert im niedrigen 20-Milliarden-Dollar-Bereich angestrebt worden. Um das Ziel zu erreichen, will Glencore weniger investieren.

Toshiba: Rückzug aus dem TV-Geschäft

Der von einem schweren Bilanzskandal erschütterte japanische Konzern Toshiba will zukünftig keine Fernseher mehr herstellen, berichtet die Wirtschaftzeitung "Nikkei". Toshiba erwägt laut dem Bericht zudem, seine ebenfalls verlustbringende PC-Sparte sowie das Geschäft mit Haushaltsgeräten zu konsolidieren.

Inditex wächst kräftig

Der Bekleidungshersteller Inditex hat in den ersten neun Monaten seinen Gewinn um ein Fünftel auf 2,02 Milliarden Euro verbessert. Der Umsatz legte um 16 Prozent auf 14,7 Milliarden zu. Inditex profitierte von guten Geschäften auf dem Heimatmarkt in Spanien.

lg

Tagestermine am Mittwoch, 21. November

Unternehmen:
ThyssenKrupp: Q4-Zahlen, 7.30 Uhr
Deutsche Bank: Platform Economy Summit, Berlin
CA Immo: Q3-Zahlen

Konjunktur:
Paris: Vorstellung des OECD-Wirtschaftsausblicks, 11 Uhr
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Woche, 14:30 Uhr
USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen, November endgültig, 16 Uhr
USA: Frühindikatoren, Oktober, 16 Uhr

Sonstiges:
Frankfurt a.M.: Abschluss der Handelsblatt-Tagung zum Thema "European Banking Regulation" mit Deutsche-Bank-Compliance-Vorständin Matherat