Marktbericht 20:05

Allzeithoch nur knapp verfehlt Dax mit neuem Schlussrekord

Stand: 13.05.2014, 20:05 Uhr

Fast hätte er es geschafft: ein neues Allzeithoch. Doch eher durchwachsene Konjunkturdaten haben den Dax im späten Handel gebremst. Auch den amerikanischen Börsen fehlte der Schwung.

Der Dax geht mit 9.754 Punkten aus dem Computerhandel, das sind 0,5 Prozent mehr. So hoch hatte er noch nie geschlossen. Im Handelsverlauf war er bis auf 9.783 Punkte vorgerückt - elf Punkte entfernt vom Allzeithoch. Gebremst wurde die Kauflaune von der jüngsten Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Zum fünften Mal in Folge schätzen die befragten Analysten und Investoren die Ausssichten für die deutsche Wirtschaft skeptischer ein. Jens Klatt Analyst von DailyFX kommentiert: "Beim DAX wird im Bereich um 9.800 Punkte die Luft nach der wochenlangen Sägezahnbewegung wieder dünner. Die Anleger wollen dem Braten noch nicht so recht trauen, dass es nach Verlassen des Seitwärtsbandes jetzt weiter nach oben gehen soll".

Zusätzlicher Gegenwind kam aus den USA: die dortigen Einzelhändler haben im April weniger Umsatz eingefahren als erwartet - statt 0,4 waren es nur 0,1 Prozent mehr. An der Wall Street zeigten sich die Investoren zunächst wenig beeindruckt: der S&P-500-Index übersprang mit 1.900 Punkten zeitweise seinen bisherigen Höchststand aus dem April. Der Dow-Jones-Index kam dagegen kaum von der Stelle: er steht am Abend 0,1 Prozent höher.

Euro auf Fünf-Wochen-Tief

Während die Aussicht auf eine Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank die Aktienkurse nach oben treibt, zieht sie den Kurs des Euro nach unten. Hinzu kommen die Warnsignale, die das ZEW meldet. "Es zeichnet sich bereits ab, dass die deutsche Wirtschaft das hohe Wachstumstempo nicht halten kann", erklärte Präsident Clemens Fuest. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel in der Spitze auf ein Fünf-Wochen-Tief von 1,36 94 Dollar.

ThyssenKrupp schreibt in ungewohnter Farbe

Tagessieger im Dax ist die Aktie von ThyssenKrupp. Der Industriekonzern hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2013/14 erstmals seit zwei Jahren wieder einen Gewinn ausgewiesen. Das Plus lag bei 269 Millionen Euro nach einem Vorjahresverlust von 129 Millionen. Der Umsatz wuchs um acht Prozent auf 10,3 Milliarden Euro. Außerdem hebt der Konzern seine Prognose an. Das bereinigte operative Ergebnis soll sich im gesamten Geschäftsjahr auf rund 1,1 Milliarden Euro verdoppeln. Das wären rund 100 Millionen Euro mehr als bislang vorausgesagt.

Eon kommt nicht auf die Beine

Deutschlands größter Energiekonzern Eon hat in den ersten drei Monaten einen Umsatzrückgang um elf Prozent auf 31,8 Milliarden Euro verbucht. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um zwölf Prozent auf 3,16 Milliarden Euro zurück. Der Konzern leidet weiterhin unter fallenden Strom-Preisen und einer niedrigen Auslastung seiner Kohle- und Gaskraftwerke. Die Eon-Aktie ist der größte Verlierer im Dax.

VW kommt bei Scania zum Zuge

Der Volkswagen-Konzern ist bei seiner schwedischen Lkw-Tochter Scania am Ziel. Der schwedische Fonds Alecta hat das Ende April verlängerte Übernahmeangebot für die restlichen Scania-Aktien angenommen. Damit kann VW seinen Anteil an Scania auf über 90 Prozent ausbauen und so das Unternehmen von der Börse nehmen.

Außerdem hat Europas größter Autobauer seine Absatzzahlen für den Gesamt-Konzern bis Ende April bekannt gegeben. Danach haben die Wolfsburger mehr als 3,2 Millionen Fahrzeuge verkauft, sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

BMW im April

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
75,16
Differenz relativ
+0,90%

Besser kam bei den Anlegern das Ergebnis von BMW an. Auch die Münchner haben weiter zugelegt. Im April verkaufte das Unternehmen 162.093 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce - ein Plus von 4,3 Prozent.

Airbus auf Kurs

Die Aktie von Airbus führt die Gewinner im MDax an. Der Luft- und Raumfahrtkonzern hat im ersten Quartal seinen Umsatz um fünf Prozent auf 12,6 Milliarden Euro gesteigert. Das operative Ergebnis (Ebit) vor Sondereffekten ging allerdings wegen Anlaufkosten für den neuen Langstreckenjet A350 um 34 Millionen Euro auf 700 Millionen Euro zurück. Sondereffekte wie Finanzgeschäfte und Neubewertungen in der Bilanz sorgten unter dem Strich allerdings für eine Gewinnverdoppelung auf 439 Millionen Euro.

Kapitalerhöhung bei Symrise

Der Duft- und Aromenhersteller will bei Investoren gut 400 Million Euro frisches Kapital für die Übernahme des französischen Rivalen Diana einsammeln. Symrise erhöhe sein Kapital um bis zu 11,15 Millionen neue Aktien, die über Nacht bei institutionellen Anlegern platziert werden sollten, teilte das Unternehmen mit. Die Aktie geriet im späten Handel unter Druck.

LPKF lässt sich nicht bange machen

Der Spezialmaschinenbauer LPKF Laser hat im ersten Quartal einen herben Umsatzeinbruch um ein Drittel auf 21,6 Millionen Euro hinnehmen müssen. Das Vorsteuerergebnis (Ebit) brach von 6,7 auf 1,1 Millionen ein. Immerhin stieg der Auftragseingang um mehr als die Hälfte auf 37,2 Millionen Euro. Daher bestätigte das TecDax-Mitglied auch seine Prognosen für 2014.

Cancom wächst stark

Der IT-Dienstleister Cancom ist im ersten Quartal stark gewachsen. Der Umsatz kletterte um 37 Prozent auf 185 Millionen Euro, das Vorsteuerergebnis sogar um 51 Prozent auf 7,7 Millionen.

Jenoptik setzt mehr um

Der Technologiekonzern Jenoptik hat zum Jahresauftakt einen leichten Umsatzanstieg um 3,7 Prozent auf 137 Millionen Euro verbucht. Höhere Forschungs- und Vertriebskosten haben das operative Ergebnis (Ebit) nicht weiter steigen lassen: es betrug unverändert 10,5 Millionen Euro.

Gagfah platziert Wandelanleihe

Der Wohnungskonzern Gagfah will noch am Dienstag eine Wandelanleihe mit einem Volumen von mindestens 325 Millionen Euro ausgeben. Diese soll eine Laufzeit von fünf Jahren haben und einen Kupon zwischen 0,75 und 1,5 Prozent haben. Mit dem frischen Kapital will das MDax-Unternehmen teilweise Schulden tilgen.

Wacker Neuson mit gutem Jahresstart

Der Baumaschinen-Hersteller Wacker Neuson hat vom milden Winter profitiert. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um 13 Prozent auf 292 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis kletterte um fast die Hälfte auf 36,2 Millionen.

Easyjet verbessert

Die britische Fluggesellschaft Easyjet hat im traditionell schwachen Winterhalbjahr ihren Verlust um drei Prozent auf umgerechnet 65 Millionen Euro verringert. Grund waren Einsparungen.

Adler wird mehr Kleidung los

Die Modemarktkette Adler hat im meistens schwachen ersten Quartal besser als im Vorjahr abgeschnitten. Der Verlust ging um 20 Prozent auf 8,2 Millionen Euro zurück. Der Umsatz stieg um 8,4 Prozent auf 113 Millionen Euro.

Sygnis bestätigt seinen Ausblick

Das deutsch-spanische Pharmaunternehmen hat im ersten Quartal einen Umsatz von 0,1 Millionen Euro erzielt, so viel wie zum jahresstart 2013. Wegen des Rückgangs der betrieblichen Aufwendungen hat Sygnis seinen Verlust um 31 Prozent verringert. Das operative Ergebnis lag bei minus 0,8 Millionen Euro (Q1 2013: minus 1,2 Millionen Euro). Das im Regulierten Markt notierte Unternehmen entwickelt Werkzeuge für die Molekularbiologie.

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