Marktbericht 11:50 Uhr

Marktbericht negativ

Kursverluste ausgebaut Dax: Mind the Gap!

von Angela Göpfert

Stand: 14.08.2020, 11:50 Uhr

Der deutsche Leitindex ist im Laufe des Vormittags immer stärker unter Druck geraten. Sollte der Dax jetzt auch noch sein jüngstes Aufwärts-Gap schließen, wäre dies Wasser auf die Mühlen der Bären.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.832,07
Differenz relativ
-1,24%

Angesichts neuerlich steigender Infektionszahlen und des Stillstands im US-Kongress zum Corona-Hilfspaket gehen Anleger in Deckung. Der Dax fällt zum Wochenschluss weiter zurück. Nachdem der deutsche Leitindex per gestrigem Tagesschlusskurs bereits die psychologisch bedeutsame 13.000er-Marke und damit auch seinen alten Aufwärtstrend seit Dezember (aktuell bei 13.022 Punkten) preisgeben musste, geht es heute noch tiefer. Der Dax verliert im Laufe des Vormittags bis zu 1,5 Prozent. Das vorläufige Tagestief liegt bei 12.798 Punkten.

Die deutschen Standardwerte schicken sich damit an, ihre jüngste Aufwärtskurslücke bei 12.753/12.803 Zählern zu schließen. Ein Abgleiten unter die untere Begrenzung des Aufwärts-Gaps würde der jüngsten Erholungsbewegung, die den Dax im Wochenverlauf zeitweise bis auf 13.101 Punkte geführt hatte, einen Nackenschlag versetzen.

Für die Dax-Bullen gilt es nun, Schadensbegrenzung zu betreiben und einen Wochenschlusskurs unterhalb der alten Ausbruchsmarke bei 12.800 Punkten zu vermeiden.

Konjunkturdaten, Apple und Curevac im Fokus

Einmal mehr kommt es nun auf die Wall Street an. Dort stehen am Nachmittag vor Wall-Street-Eröffnung zahlreiche potenziell kursrelevante Konjunkturdaten auf der Agenda, darunter der Einzelhandelsumsatz und die Industrieproduktion.

Im Vorfeld notieren die US-Futures im Minus, wobei das Minus bei den Standardwerten des Dow Jones Industrial Average mit aktuell 0,6 Prozent höher ausfällt als beim technologielastigen Nasdaq 100, der nur 0,1 Prozent verliert. Bereits am Donnerstag hatten die Tech-Werte in New York relative Stärke bewiesen.

Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
27.761,03
Differenz relativ
-0,50%
S&P 500 (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.361,92
Differenz relativ
-0,34%
Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.178,37
Differenz relativ
+0,19%
Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum Intraday
Kurs
388,45
Differenz relativ
-0,28%

Spannend dürfte im weiteren Verlauf noch werden, ob es Apple als erstes Unternehmen schafft, die Zwei-Billionen-Dollar-Marke bei der Marktkapitalisierung zu knacken. Zudem steht für heute noch der Börsengang des deutschen Biotech-Konzerns Curevac an der Nasdaq an. Die Verhandlungen über das Corona-Hilfspaket im US-Kongress bleiben derweil ein Unsicherheitsfaktor.

Gold, Öl und Euro im Rückwärtsgang

Der Goldpreis, der im Wochenverlauf bis auf 1.862 Dollar eingebrochen war, kann seine jüngsten Gewinne nicht ganz verteidigen. Aktuell fällt die Feinunze Gold um 0,3 Prozent auf 1.948 Dollar.

Die Ölpreise geben zum Wochenschluss deutlich nach. Die Nordseesorte Brent fällt zur Stunde um 0,9 Prozent auf 44,61 Dollar je Barrel.

Der Euro gibt zur Mittagszeit leicht nach auf 1,1789 Dollar.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1805
Differenz relativ
-0,08%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.949,35
Differenz relativ
-0,22%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
44,74
Differenz relativ
-0,58%

Daimler schließt Milliardenvergleich zum Diesel-Skandal

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
41,58
Differenz relativ
-1,73%

Der Autobauer Daimler hat sich in der Dieselaffäre in den USA mit Behörden und klagenden Kunden auf Vergleiche in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar geeinigt. Für Vergleiche mit mehreren US-Behörden würden rund 1,5 Milliarden Dollar fällig, für die Beilegung einer Sammelklage von Verbrauchern etwa 700 Millionen Dollar. Die zuständigen Behörden und Gerichte müssen noch zustimmen. Die strafrechtlichen Ermittlungen, die in den USA seit 2016 gegen Daimler laufen, sind von den Vergleichen nicht betroffen.

Bafin-Mitarbeiter handelten verstärkt Wirecard-Aktien

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,33
Differenz relativ
-7,64%

In den Monaten vor der Pleite des Zahlungsdienstleisters haben Beschäftigte der Finanzaufsicht BaFin verstärkt mit Papieren des Zahlungsanbieters gehandelt. Im ersten Halbjahr 2020 entfielen 2,4 Prozent aller gemeldeten privaten Finanzgeschäfte von BaFin-Mitarbeitern auf Geschäfte mit Wirecard-Aktien oder -Aktienderivaten, wie aus den Reuters vorliegenden Antworten des Bundesfinanzministeriums auf einen Fragenkatalog der Grünen hervorgeht. Im Gesamtjahr 2018 lag der Anteil demnach nur bei 1,2 Prozent, 2019 bei 1,7 Prozent. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und die ihm unterstellte Finanzaufsicht BaFin stehen wegen des Wirecard-Skandals in der Kritik.  | mehr

Varta lädt sich noch mehr auf

Der Batteriekonzern Varta erhöht nach einem guten ersten Halbjahr seine Jahresprognose.
Der Umsatz soll 2020 um bis zu 129 Prozent auf 810 bis 830 Millionen Euro steigen, kündigte Varta an. Zuvor war das Unternehmen von 780 bis 800 Millionen Euro ausgegangen. Beim bereinigten operative Ergebnis (Ebitda) wird ein Wert von 210 bis 215 Millionen Euro, angepeilt. Die ursprüngliche Schätzung lautete 175 bis 185 Millionen Euro. Die Varta-Aktien ziehen im späten Handel etwas an.  | mehr

Hapag-Lloyd verdoppelt Gewinn

Hapag-Lloyd: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
55,80
Differenz relativ
+11,71%

Die Container-Reederei Hapag-Lloyd hat den Gewinn im ersten Halbjahr gesteigert. Nach einem ordentlichen Start ins neue Geschäftsjahr seien die Transportmengen im zweiten Quartal wegen der Corona-Pandemie zwar deutlich zurückgegangen, dennoch verbesserte sich das Konzernergebnis in den ersten sechs Monaten auf 285 Millionen Euro - das war fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Hapag-Lloyd verwies auf niedrigere Kosten und Sparmaßnahmen.  | mehr

Corona-Bekämpfer Curevac geht an die Börse

Das Tübinger Biotechunternehmen Curevac hat einem Insider zufolge mit dem Börsengang an der US-Technologiebörse Nasdaq 213 Millionen Dollar eingenommen. 13,33 Millionen Aktien wurden zu je 16 Dollar, also dem obersten Ende der Preisspanne, ausgegeben, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte. Das Börsendebüt ist für Freitag geplant.  | mehr

Euroshop fehlen die Shopper

Der auf Einkaufscenter spezialisierte Immobilieninvestor Deutsche Euroshop ist im ersten Halbjahr tief in die Verlustzone gerutscht. Unter dem Strich stand ein Minus von 129,3 Millionen Euro. Die für Immobilienkonzerne wichtige operative Kennziffer FFO (Funds from Operations) sank um gut ein Fünftel auf knapp 60 Millionen Euro. Die Umsätze sanken um rund zwei Prozent.Vor allem im zweiten Quartal belasteten die Ladenschließungen das Geschäft des Shoppingcenter-Betreibers. Mit Beginn der ersten Lockerungen im Mai habe sich das operative Geschäft wieder stabilisiert, von Normalität sieht sich Deutsche Euroshop jedoch noch entfernt.

Möbelkäufer entdecken Home24

Home24: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10,83
Differenz relativ
+2,23%

In der Corona-Krise haben viele Menschen lieber ihre Möbel per Internet bestellt. Das bescherte dem Online-Möbelhändler Home24 kräftige Zuwächse. Im zweiten Quartal kletterten hätten die Erlöse um 49 Prozent auf 119 Millionen Euro. Dank der guten Entwicklung hebt Home24 seine Prognosen für das Gesamjahr an. Es wird nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 25 und 35 Prozent erwartet. Bislang waren mehr als 15 Prozent angepeilt gewesen. Die Gewinn-Marge (Ebitda) soll zwischen einem und drei Prozent liegen - statt wie bisher geplant etwas über Null.  | mehr

Baidu: Chinas Google enttäuscht

Baidu: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
99,40
Differenz relativ
-5,69%

Der chinesische Google-Konkurrent Baidu hat die Märkte mit seiner Prognose für das dritte Quartal enttäuscht. Das Unternehmen rechnet für den Zeitraum mit einem Umsatz zwischen 26,3 und 28,7 Milliarden Yuan (umgerechnet 3,79 bis 4,13 Milliarden Dollar). Damit verfehlte die Suchmaschine die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Nachbörslich fiel die in den USA gehandelte Baidu-Aktie um fast sechs Prozent.

Tagestermine am Freitag, den 14. August

Firmen:
VW: Auslieferungszahlen im Juli, 11:00 Uhr
Varta: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Adler Real Estate: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Klöckner & Co: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Hella: detaillierte Jahreszahlen, 07:00 Uhr
Hapag-Lloyd: detaillierte Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
MVV Energie: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Aumann: Halbjahreszahlen, 07:30 Uhr
Va-Q-Tec: Online-Hauptversammlung, ab 10:00 Uhr
Wüstenrot & Württembergische: Q2-Zahlen, 10:30 Uhr

Konjunktur:
China: Industrieproduktion im Juli, 04:00 Uhr
China: Einzelhandelsumsatz im Juli, 04:00 Uhr
Deutschland: Bundeswirtschaftsministerium Monatsbericht August
EU: Handelsbilanz im Juni, 11:00 Uhr
EU: BIP Eurozone Q2, 11:00 Uhr
USA: Einzelhandelsumsatz im Juli, 14:30 Uhr
USA: Produktivität Q2, 14:30 Uhr
USA: Industrieproduktion im Juli, 15:15 Uhr
USA: Kapazitätsauslastung im Juli, 15:15 Uhr
USA: Lagerbestände im Juni, 16:00 Uhr
USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen im August, 16:00 Uhr

Sonstiges:
CureVac: voraussichtlich Börsengang an der Nasdaq