Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht negativ
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Nach der Rally der Vorwochen Dax: Mehr Schatten als Licht

Stand: 24.06.2019, 20:02 Uhr

Die Konjunktur bröckelt, Daimler warnt und der Zollstreit bleibt ungelöst: Angesichts dieser Gemegelage kann es nicht überraschen, dass die Anleger sich erstmal nicht weiter vorwärts wagen.

Der Dax gab zum Handelsende am Montag um 0,53 Prozent auf 12.274,57 Punkte nach. In der vergangenen Woche war der Leitindex noch auf ein Jahreshoch von 12.438 Punkten geklettert. Für Börsianer gab es zuletzt diverse Gründe, die Füße still zu halten:

Da wäre die Aussicht auf eine sich eintrübende Konjunktur. So verzeichnete der an den Märkten viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex den dritten Rückgang in Folge - und fiel auf den niedrigsten Stand seit November 2014.

G20-Gipfel wirft Schatten voraus

Für Verunsicherung sorgt auch der G20-Gipfel Ende der Woche. Dort will sich US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping treffen. Im Mittelpunkt steht natürlich der Versuch, im Handelsstreit zwischen den beiden Ländern eine Lösung zu finden. Noch haben die Anleger die Hoffnung auf einen Kompromiss nicht aufgegeben.

Komme es zu einer Annäherung oder zeichne sich gar eine Einigung ab, dürfte das die Aktienmärkte kräftig befeuern, betonen Händler. Verlaufen die Gespräche jedoch ergebnislos und die USA verkünden eine Verschärfung ihrer Zollpolitik, werden die Aktienkurse auf Tauchstation gehen.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.274,57
Differenz relativ
-0,53%

Damit der Dax weiter steigt, ist allerdings ein Gewinnanstieg der Unternehmen erforderlich. Derzeit jedoch geschieht genau das Gegenteil. Immer mehr Firmen - am Montag war es Daimler - warnen vor einem Rückgang der Ergebnisse.

Vorsicht auch an der Wall Street

Auch an der Wall Street sind die Anleger zu Wochenbeginn vorsichtig geworden. Der Dow Jones-Index bewegt sich kaum und notiert bei Börsenschluss in Frankfurt 0,1 Prozent höher, bei 26.751 Punkten.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.732,93
Differenz relativ
+0,03%

"Das G20-Treffen entwickelt sich zu einem Pokerspiel mit hohem Einsatz", sagte Stephen Innes, Manager beim Vermögensverwalter Vanguard. "Wenn Trump und Xi scheitern und eine Eskalation von Strafzöllen auslösen, steigt die Gefahr einer weltweiten Rezession exponentiell." Weil der Ausgang des Treffens bisher völlig offen ist, hielten sich die Anleger an der Wall Street am Montag zurück.

Daimler unter Druck

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
47,76
Differenz relativ
-3,75%

Im Dax besetzte die Daimler-Aktie bis zum Xetra-Schluss den letzten Platz. Denn der Autobauer muss wegen struktureller Probleme und der Dieselaffäre zum dritten Mal binnen Jahresfrist seine Gewinnprognose senken. Dabei ist der neue Daimler-Chef Ola Källenius gerade einen Monat im Amt. Nun musste er die Rückstellungen für behördliche Verfahren und Rückrufe von Dieselfahrzeugen um fast eine Milliarde Euro aufstocken.

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ARD-Börse: Gewinnwarnung bei Daimler

Euro auf Dreimonatshoch

Der Euro hat am Montag weiter zugelegt und den höchsten Stand seit etwa drei Monaten erreicht. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung bis zu 1,1383 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1394 (Freitag: 1,1316) Dollar fest. Experten zufolge handelt es sich vor allem um eine Dollar-Schwäche, weil die Anleger in den USA eine baldige Leitzinssinkung erwarten.

Lufthansa überzeugt nicht, Merck an Dax-Spitze

Auch Lufthansa sorgt für Aufmerksamkeit. Um die gebeutelten Anleger zu umgarnen, sollen künftig 20 bis 40 Prozent des um Einmaleffekte bereinigten Konzerngewinns ausgeschüttet werden, statt wie derzeit 10 bis 25 Prozent des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit). Merck-Papiere stehen ohne neue Nachrichten hingegen an der Dax-Spitze.

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
14,70
Differenz relativ
-0,81%
Merck KGaA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
92,90
Differenz relativ
+1,26%

Neue Zusammensetzung der Indizes

In den Indizes der Deutschen Börse treten heute diverse Änderungen in Kraft, darüber hinaus rücken außerplanmäßig DMG Mori (ehemals Gildemeister) für Hapag-Lloyd in den SDax. Im Leitindex Dax bleibt aber alles beim Alten.

DMG Mori: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
43,45
Differenz relativ
-0,57%
Hapag-Lloyd: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
38,10
Differenz relativ
+1,46%
SDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.149,04
Differenz relativ
-0,51%

BMW will bei E-Autos Gas geben

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
63,64
Differenz relativ
-1,24%

Der Autobauer BMW will einem Pressebericht zufolge bei der Markteinführung von Elektromodellen einen Zahn zulegen. Bereits 2023 und damit zwei Jahre früher als bisher geplant will der Dax-Konzern 25 elektrifizierte Modelle im Angebot haben, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf eigene Informationen berichtet. Zudem habe Vorstandschef Harald Krüger das Ziel ausgegeben, den Absatz von elektrifizierten Automodellen jedes Jahr um um mindestens 30 Prozent zu steigern. Ein Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Dämpfer für RWE

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
21,99
Differenz relativ
-3,26%

RWE-Aktien gehören nach einer negativen Analystenstudie zu den Verlierern im Dax. Experte Adam Dickens von der britischen Bank HSBC stufte die Papiere in einer aktuellen Studie auf "Reduce" ab und blieb bei seinem Kursziel von 21 Euro.

Angesichts politischer Risiken für die konventionelle Stromerzeugung und mittelfristig höherer Wachstumsherausforderungen im Bereich Erneuerbare Energien sieht er keinen Anlass für eine Neubewertung. Dickens bezweifelt zudem, dass RWE die am Markt erwarteten, massiven Dividendensteigerungen erreichen wird.

Aktionäre wollen mehr für Metro

Die osteuropäischen Investoren Daniel Kretinsky und Patrik Tkac treffen einem Zeitungsbericht zufolge mit ihrem Übernahmeangebot für den Handelsriesen Metro auf Widerstand. Der Meridian-Stiftung sei der Preis zu niedrig, berichtete die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" am Montag unter Berufung auf informierte Kreise. Die Stiftung der Duisburger Händlerfamilie Schmidt-Ruthenbeck wolle sich aber auch aus grundsätzlichen Erwägungen nicht vom Engagement bei der Metro trennen. Die Familie fühle sich dem Großhändler weiter verbunden. Die Stiftung hält gut 14 Prozent der Anteile. Das Angebot für die Metro beläuft sich auf 16,00 Euro für jede Stammaktie und 13,80 Euro für jede Vorzugsaktie. Von der Stiftung war seit dem Wochenende keine Stellungnahme zu erhalten.
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Kaufpläne keine Goldgrube für Eldorado

Eldorado Resorts: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum Intraday
Kurs
40,19
Differenz relativ
-13,34%

Die geplante Übernahme des Konkurrenten Caesars Entertainment brockt Eldorado Resorts den größten Kurssturz der Firmengeschichte ein. Die Aktien des Casinobetreibers fielen im vorbörslichen US-Geschäft am Montag um knapp 32 Prozent auf ein Sechs-Monats-Tief von 35 Dollar. Caesars-Titeln winkte dagegen mit einem Plus von 16,4 Prozent auf 11,63 Dollar der größte Tagesgewinn seit fast drei Jahren.

Eldorado bietet für den Betreiber des "Caesar's Palace" in Las Vegas 12,75 Dollar je Aktie oder insgesamt 17,3 Milliarden Dollar. Caesars-Eigner erhielten jeweils 8,40 Dollar in bar und 0,0899 Eldorado-Papiere.

Allianz verkauft Anteil an Allianz Popular

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
212,90
Differenz relativ
+0,09%

Die Allianz trennt sich von ihrem Anteil am spanischen Gemeinschaftsunternehmen Allianz Popular SL. Der Joint-Venture-Partner, die spanische Bank Banco Santander, werde den 60-Prozent-Anteil für 936,5 Millionen Euro erwerben, teilte Allianz mit. Nach der abgeschlossenen Übernahme von Banco Popular durch Banco Santander im vergangenen Jahr hätten sich beide Unternehmen zu diesem Schritt entschlossen. Der Verkauf soll im ersten Quartal 2020 abgeschlossen sein.

Allianz und Banco Santander hatten Allianz Popular im Jahr 2011 gegründet. Das Geschäft umfasst Lebensversicherungen, Altersvorsorge und Vermögensverwaltung sowie den Vertrieb von Nichtlebensversicherungsprodukten in Spanien. 2018 hatte Allianz Popular Bruttoprämien in Höhe von 300 Millionen Euro aus gewiesen und ein verwaltetes Vermögen von 12,5 Milliarden Euro.

Morphosys überzeugt mit guten Studiendaten

Morphosys: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
91,90
Differenz relativ
+5,94%

Die Morphosys-Aktie führt mit einem Aufschlag von über sechs Prozent am Morgen sowohl den MDax als auch den TecDax an. Der Grund: Das Biotechunternehmen kommt mit seinen Forschungen zum ersten eigenen Medikament weiter voran. Das Unternehmen präsentierte am Wochenende auf einer Fachkonferenz in Lugano weitere Details zu seiner laufenden Blutkrebsstudie mit dem Prüfmedikament Tafasitamab (Mor208).

Morphosys hält an seinem Zeitplan fest: "Wir bleiben weiterhin sehr engagiert dabei, die Einreichung eines Zulassungsantrages bei der FDA bis Ende dieses Jahres abzuschließen", hieß es. Mehrere Experten zeigten sich beeindruckt. Analyst James Gordon von JPMorgan etwa geht davon aus, dass bei einer noch längeren Nachbeobachtungszeit als der bisher erreichten das Gesamtüberleben der Patienten sogar noch steigen dürfte.

Umbau bei Gea

Gea

Gea: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
25,27
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-0,12%

Gea stellt sich neu auf. Künftig will sich der Konzern in fünf Sparten mit bis zu sechs Geschäftseinheiten organisieren, wie der Maschinenbauer am Montag in Düsseldorf mitteilte. Das Management will die neue Struktur ab Oktober schrittweise einführen. Dadurch erhofft sich das mit Ergebnisrückgängen kämpfende Unternehmen mehr Transparenz und eine bessere Steuerung.

Außerdem soll es ein neues Vorstandsressort für Einkauf, Produktion und Logistik geben. Die Suche für eine passende Besetzung laufe bereits, hieß es. Gleichzeitig kündigte Gea an, dass Vorstandsmitglied Martine Snels ihren Ende 2020 auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde. Weitere Details zur Umstrukturierung des Konzerns will Gea am 26. September auf einem Kapitalmarkttag vorstellen vorstellen.

Deutsche Wohnen deckelt sich selbst

Deutsche Wohnen: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
33,19
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-1,01%

Das von Grünen und Linken zum Buhmann der Mietenkrise erkorene MDax-Unternehmen Deutsche Wohnen hat sich nach dem vom Berliner Senat verabschiedeten Mietendeckel für einen Gegenentwurf entschieden: Ab 1. Juli sollen Mieterhöhungen so begrenzt werden, dass ein Haushalt maximal 30 Prozent seines Nettoeinkommens für die Nettokaltmiete aufwenden muss.

Diese freiwillige Selbstverpflichtung gelte auch dann, wenn der Mietspiegel weitere Erhöhungen erlaube, so das Management. Ferner solle jede vierte neu zu vermietende Wohnung an Mieter mit Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein vergeben werden. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) begrüßte die Entscheidung des Unternehmens.  | mehr

lg

Tagestermine am Dienstag, den 25. Juni

Unternehmen:
BMW: Vorstellung neuer Serienmodelle, 09:30 Uhr
SLM Solutions: Hauptversammlung, 11 Uhr
Morphosys: Investor Meeting, 16 Uhr
Global Fashion Group: Ende der Zeichnungsfrist
FedEx: Q4-Zahlen
Micron Technology: Q3-Zahlen

Konjunktur:
Frankreich: Geschäftsklima Juni, 08:45 Uhr
USA: FHFA-Index April, 14:30 Uhr
USA: Case-Shiller-Index April, 15 Uhr
USA: Verkauf neuer Häuser, Mai, 16 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen Juni, 16 Uhr
USA: Fed-Chef Powell hält eine Rede in New York, 19 Uhr