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BIP-Rückgang im zweiten Quartal Dax lebt vom Prinzip Hoffnung

Stand: 14.08.2019, 09:20 Uhr

Der Dax nimmt sein gestriges Niveau zunächst mit in den neuen Tag. Für größere Kurssprünge reicht es aber trotz der verbesserten Stimmung nicht. Unter anderem, weil der Handelskrieg der USA mit China schon deutliche Spuren hinterlässt.

Zur Eröffnung tendiert der Dax leicht unter seinem Schlusskurs vom Dienstag bei 11.750 Punkten. Insgesamt verteidigt der Index aber damit seine Kursgewinne vom Nachmittag. Angesichts der guten Vorgaben aus Übersee hinkt der Index damit aber hinterher. In New York hatte der Leitindex Dow Jones 1,44 Prozent auf 26.279 Punkte zugelegt, in Tokio der Nikkei-Index gut ein Prozent.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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Nikkei 225 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
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20.618,57
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Weltweit dominierte damit in der Nacht die Erleichterung darüber, dass die USA und China im Handels- und Währungsstreit zumindest im Gespräch bleiben. Die US-Regierung hatte gestern überraschend bereits beschlossen Zölle für China-Importe ausgesetzt, nun wird weiter verhandelt.

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Börse 6.00 Uhr: Trump pfeift, die Märkte springen

Eine rasche Beilegung des Handelskonflikt sei zwar weiterhin nicht zu erwarten, sagte Tom Plumb, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Plumb Funds. "Aber es könnte der Auftakt zu kleinen Konzessionen auf beiden Seiten sein."

So lange dies so ist, dürfte an den Märkten also mal wieder das Prinzip Hoffnung regieren. In Deutschland (und auch in China) machen sich derweil schon deutliche Bremsspuren bemerkbar, wie die schwachen BIP-Zahlen für das zweite Quartal zeigen.

Deutschlands Wirtschaft auf Schrumpfkurs

Handelskonflikte und eine schwächere Weltkonjunktur haben die exportabhängige deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal schrumpfen lassen. Das Bruttoinlandsprodukt fiel von April bis Juni um 0,1 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch nach vorläufigen Berechnungen mitteilte.

Schrumpft die Wirtschaft im laufenden Sommerquartal erneut, sprechen Experten von einer "technischen Rezession". Zwei Minus-Quartale in Folge gab es zuletzt um den Jahreswechsel 2012/13. Dessen ungeachtet sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel keinen Handlungsbedarf der Regierung, um das Wachstum zu stimulieren. "Ich sehe derzeit keine Notwendigkeit für ein Konjunkturpaket", sagte sie am Dienstag.

"Fakt ist: Die deutsche Wirtschaft kommt seit einem Jahr nur noch im Kriechgang vorwärts. Für die zweite Jahreshälfte 2019 und auch für das nächste Jahr gibt es viele Unsicherheiten für die deutschen Exporteure, die sich kaum prognostizieren lassen", kommentiert Analyst Andreas Rees von Unicredit.

Chinas Industriewachstum knickt ein

Der Handelsstreit mit den USA bremst auch Chinas Industrieproduktion. Diese legte im Juli nur noch 4,8 Prozent zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistikbüro am Mittwoch in Peking mitteilte. Der Anstieg ist der schwächste seit Februar 2002. Analysten hatten ein Plus von 5,8 Prozent erwartet, nachdem der Zuwachs im Juni 6,3 Prozent betragen hatte. Der Zollkonflikt der Volksrepublik mit den Vereinigten Staaten belastet bereits spürbar die globale Konjunktur.

Euro unter 1,12 Dollar

Die Gemeinschaftswährung handelt am Morgen auf etwas ermäßigtem Niveau bei 1,1180 Dollar auf dem Niveau des Vorabends. Der Dollar profitierte davon, dass die US-Regierung die Einführung der jüngst angekündigten Strafzölle auf Importe aus China für einige Produktgruppen verschieben will. Das chinesische Handelsministerium teilte zudem mit, dass die USA und China bereits in zwei Wochen telefonische Handelsgespräche führen wollen.

Zwischen Hongkong und Rom

B5-Moderator Gabriel Wirth
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B5 Börse 07.13 Uhr: Börsen machen Boden gut

In der Regierungskrise in Italien hat Rechtspopulist Matteo Salvini derweil einen Rückschlag hinnehmen müssen. Die Forderung der rechten Lega nach einem raschen Misstrauensvotum fiel am Dienstagabend im Senat in Rom bei einer Abstimmung durch. Es ist erst einmal unklar, wie es im politischen Rom nun weitergeht. Die Märkte hatten sich gesorgt, dass Salvini Italien aus der Eurozone führen könnte.

In Hongkong hingegen bleibt die Lage ebenfalls unübersichtlich. Präsident Trump hatte gestern von chinesischen Truppenverlagerungen an die Grenze des Stadtstaates gesprochen. In Hongkong kommt es seit mehr zwei Monaten immer wieder zu massiven regierungskritischen Protesten, die regelmäßig mit Ausschreitungen enden.

Der Umgang Chinas mit den Protestierenden, die demokratische Rechte einfordern, wird gerade vor dem Hintergrund des erbitterten Handelsstreits mit den USA große Bedeutung für das weitere Verhältnis zum Westen haben und wird deshalb mit Sorge betrachtet. Auch der drohende Kollaps Argentiniens ist gestern auf die Sorgenliste der Anleger hinzugekommen.

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ARD-Börse: Hong Kong Proteste – Sorgen um Finanzplatz & die Wirtschaft

RWE - Sieger der Energiewende?

Die RWE-Aktie notiert trotz eines schwachen Marktes noch im Plus. Der Energiekonzern treibt mit einer Gewinnsteigerung im Rücken seinen Umbau zum Ökostrom-Riesen voran. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebitda) von RWE Stand alone, ohne operative Beiträge der Ökostromtochter Innogy, kletterte im ersten Halbjahr um rund 20 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro.

Die Zuwächse waren vor allem dem schwankenden Energiehandel zu verdanken, der auch im Gesamtjahr deutlich besser als zunächst erwartet abschneiden soll. RWE hatte deswegen bereits Ende Juli die Prognose für das Gesamtjahr angehoben.

Aus den Kerngeschäftsfeldern Braunkohle & Kernenergie, Europäische Stromerzeugung und Energiehandel erwartet das Management 2019 ein bereinigtes Ebitda von 1,4 bis 1,7 Milliarden Euro. Die Dividende soll auf 80 von 70 Cent je Aktie steigen. RWE will im September die Ökostromgeschäfte der Tochter Innogy und des Konkurrenten Eon übernehmen.  | mehr

Axel Springer verdient weniger

Aufgrund von Investitionen in die Digitalisierung und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot der Beteiligungsgesellschaft KKR hat der Medienkonzern Axel Springer im ersten Halbjahr weniger verdient. Unter dem Strich verringerte sich der auf die Aktionäre der Gesellschaft entfallende Gewinn im Zeitraum Januar bis Juni von 169,8 Millionen Euro im Vorjahr auf 115,2 Millionen Euro. Der konzernweite Umsatz ging gleichermaßen von 1,56 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,53 Milliarden Euro zurück.

Das Ebitda sank um 2,7 Prozent auf 344,8 Millionen Euro. An der im Juni gesenkten Jahresprognose hält das Management fest: Demnach soll der Umsatz weiterhin im niedrigen einstelligen Prozentbereich sinken, beim Ebitda wird ein Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet.

Evotec legt die Latte höher

Das Biotechnologieunternehmen Evotec hat nach einem starken ersten Halbjahr die 2019er-Prognosen für den Umsatz und das operative Ergebnis erhöht. Beim Umsatz werde jetzt ein Anstieg von zirka 15 Prozent erwartet. Bisher hatte Evotec ein Umsatzplus von rund zehn Prozent in Aussicht gestellt. 2018 hatte das Unternehmen 364 Millionen Euro erlöst. Das um Sondereffekte bereinigte Ebitda soll jetzt im Vergleich zum Vorjahreswert von 92 Millionen Euro um mehr als zehn Prozent steigen. Bisher hatte die Prognose bei einem Plus von rund zehn Prozent gelegen. Die Aktie drehte im Tagesverlauf dennoch deutlich ins Minus.

Cancom mit Blue-Sky-Szenario

Aktien des Der Münchner IT-Dienstleisters notieren deutlich fester. Das TecDax-Untrnehmen hat heute endgültige Halbjahreszahlen präsentiert, und ist nach kräftigen Zuwächsen im ersten Halbjahr für 2019 zuversichtlicher. Der Vorstand erwartet bei Umsatz und Ergebnis nun "sehr deutliche" Steigerungen statt wie bislang "deutliche Steigerungen". In den ersten sechs Monaten schnellten die Erlöse um 30,1 Prozent auf 791,8 Millionen Euro und das bereinigte Ebitda um 21,4 Prozent auf 59,1 Millionen Euro.

Leoni rutscht in die roten Zahlen

Leoni: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der angeschlagenen Autozulieferer aus dem SDax hat ein erwartungsgemäß sehr schwaches zweites Quartal vorgelegt. Das bereinigte Ebit fiel auf minus 26 Millionen Euro nach einem Gewinn von 64 Millionen Euro im Vorjahr. Der freie Cashflow liegt bei minus 72 Millionen Euro nach minus 29 Millionen im Vorjahr.

Zuletzt hatte Leoni bekannt gegegeben, sich externe Berater zur Saniereung des Unternehmens ins Haus zu holen. Die Zahlen überraschen nicht wirklich, zu desaströs war die Nachrichtenlage zuvor. Die Aktie legte deshalb vorbörslich zunächst zu, hat diese Gewinne mittlerweile aber wieder abgegeben.

Va-Q-Tec wächst stürmisch

Va-Q-Tec, dessen Aktie im Prime Standard der Frankfurter Börse notiert wird, berichtet über ein stürmisches erstes Halbjahr. Das Unternehmen, das spezielle Vakuumverpackungen anbietet, hat die Erlöse bis zur Jahresmitte um 26 Prozent auf 31,3 Millionen Euro gesteigert.

Gleichzeitig berichtet die Firma aus Würzburg über Wachstum in allen Bereichen. Das Ebitda wurde mehr als verdreifacht auf 4,4 Millionen Euro. Auch für den Rest des Jahres zeigt sich das Management optimistisch.

Auch Facebook hat abgehört und mitgeschrieben

Facebook: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Facebook hat Mitarbeiter ausgewählte Aufnahmen von Nutzern aus seinem Chatdienst Messenger anhören und abtippen lassen. Betroffen gewesen seien Nutzer, die die Transkriptions-Funktion für Sprachunterhaltungen eingeschaltet hätten, erklärte das Online-Netzwerk am Dienstag dem Finanzdienst "Bloomberg". Aufgabe der Mitarbeiter sei gewesen, zu prüfen, ob die Software die gesprochenen Sätze korrekt verstanden habe. Die Nachrichten seien anonymisiert worden. Die Praxis sei vor mehr als einer Woche eingestellt worden.

In den vergangenen Wochen waren auch Amazon, Apple und Google in die Kritik geraten, weil sie Mitschnitte von Sprachassistenz-Software von Mitarbeitern auswerten ließen, ohne dass es den Nutzern bekannt war.

Für Facebook ist die Situation noch etwas brisanter: Seit Jahren geht das Gerücht um, Apps des Online-Netzwerks hörten den Nutzern zu, um die Werbung zu personalisieren. Als Beleg werden Fälle genannt, in denen Anzeigen zu einer vorherigen Unterhaltung passen.

rm

Tagestermine am Mittwoch, den 21. August

Unternehmen:
Geely Automobile: Halbjahreszahlen, 05:20 Uhr
Zur Rose: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Voltabox: Halbjahreszahlen, 08:00 Uhr
Vapiano: Hauptversammlung, 11 Uhr

Konjunktur:
USA: Wiederverkäufe Häuser 07/19, 16:00 Uhr
USA: Wöchentlicher Ölbericht, 16:30 Uhr
USA: FOMC Sitzungsprotokoll vom 31.7., 20 Uhr