Marktbericht 20:00 Uhr

Mario macht Märkte mutig Dax kratzt an der 10.000er-Marke

Stand: 14.03.2016, 20:00 Uhr

Die weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik wirkt noch immer nach: Auf die Freitagsrally folgt die Montags-Kletterpartie. Aber zu sicher sollten sich die Investoren lieber nicht fühlen.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.865,77
Differenz relativ
-0,54%

Der Dax schließt mit einem Aufschlag von 1,6 Prozent auf 9.990,26 Punkten. Das ist der höchste Schlusskurs seit dem 6. Januar. Die lockere Geldpolitik der EZB bleibt der wesentliche Faktor für die gute Stimmung am Aktienmarkt. Den höchsten Stand des Tages markierte der deutsche Leitindex bei 10.039,61 Zählern. Der L-Dax stieg um 1,8 Prozent auf 10.007,26 Punkte.

"Dass der Weg des Dax nicht direkt weiter über 10.000 Punkte führte, könnte auch daran liegen, dass die Investoren sich des Risikos bewusst sind, das ein 'All-In' der EZB bedeutet", kommentiert Andreas Paciorek, Marktbeobachter bei CMC Markets. Die möglichen Maßnahmen zur Stabilisierung der Märkte gelangten langsam an ihre Grenzen, während die Unsicherheit bei den Anlegern verbleibe, so Paciorek.

Der EuroStoxx 50 schloss 0,6 Prozent höher bei 3.091,98 Punkten. Auch für die anderen europäischen Indizes ging es bergauf: Der CAC-40-Index in Paris gewann 0,3 Prozent auf 4.506,59 Punkte und der Londoner FTSE 100 rückte um 0,6 Prozent auf 6.174,57 Punkte vor.

FTSE 100: Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
Kurs
6.800,57
Differenz relativ
-0,67%
CAC 40: Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
Kurs
4.829,95
Differenz relativ
-1,20%
EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.092,60
Differenz relativ
-0,63%

Für Trubel ist gesorgt: Fed und Hexensabbat

ARD-Börsenstudio: Jan Plate
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Börse 19.00 Uhr

Der Dow Jones lag am Abend leicht im Plus. "Das ist die Ruhe vor dem Sturm", sagte Chef-Investmentstratege Jack Ablin von BMO Private Bank. Die Investoren halten sich in den USA vor der Leitzinsentscheidung der Fed am Mittwoch offenbar zurück. "Knackpunkt für den weiteren Verlauf der Aktienkurse wird die FOMC-Sitzung sein", kommentiert Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank. Dabei rechnen Fachleute dieses Mal mit einem unveränderten Zinssatz. "Dennoch gilt es, die Kommentierung der Entscheidung genau zu beobachten", meinen die Experten der DZ Bank.

Einer Reuters-Umfrage zufolge taxieren Volkswirte mittlerweile die Chance auf 60 Prozent, dass die Fed bis Ende Juni handeln wird. Die Mehrheit rechnet bis zum Jahresende mit einer Erhöhung des Leitzinses von derzeit 0,25 bis 0,50 Prozent auf 0,75 bis 1,00 Prozent.

Investoren sollten auch am Freitag besonders aufmerksam sein. Am sogenannten Hexensabbat verfallen dann Index-Futures sowie Optionen auf Indizes und einzelne Aktien. Warum dieser Termin so wichtig ist, lesen Sie hier.

Auto-Titel recht gefragt

Kein einziger Dax-Wert verlor, die Spitze eroberten Eon-Aktien. Unter den Einzelwerten im Dax ragten auch die Autowerte etwas positiv heraus. Sie profitierten von einer Branchenstudie des Analysehauses Kepler. Daimler und Continental wurden von "Halten" auf "Kaufen" hochgestuft. Die Einschätzung für BMW verbesserte sich von "Reduzieren" auf "Halten".

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
47,37
Differenz relativ
-0,36%
Continental: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
122,65
Differenz relativ
-2,35%

BMW: Vom Car- zum Ridesharing?

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
74,27
Differenz relativ
+0,12%

Der bayerische Autobauer selbst denkt derweil über den Aufbau eines eigenen Mitfahrdienstes nach. "Wir können uns vorstellen, unser Carsharing weiter auszubauen und in Richtung Ridesharing zu entwickeln", sagte der für Mobilitätsdienstleistungen zuständige BMW-Vorstand Peter Schwarzenbauer "Spiegel Online".

VW: Die Zeichen stehen auf Sturm

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
147,72
Differenz relativ
-1,32%

Der krisengeschüttelte VW-Konzern nimmt Kurs auf eine heftige Auseinandersetzung um den neuen Haustarif in diesem Frühsommer. Erklärtes Ziel der Arbeitnehmerseite ist trotz der milliardenteuren Abgas-Affäre ein Haustarif-Abschluss mindestens auf dem Niveau des Metall-Flächentarifes.

Bayer: Wird Xarelto zum Sorgenkind?

Die Bayer-Aktie war trotz eines negativen Presseberichts gefragt. Laut "FAZ" bekommt der Pharmakonzern beim Schlaganfallmittel Xarelto immer mehr Ärger. So griffen in Amerika acht Konzerne das Patent des wichtigen Umsatzbringers an.

Deutsche Bank: Sündenbock gefunden?

Die beiden Vorstandsvorsitzenden John Cryan und Jürgen Fitschen machen die Bundesregierung mitverantwortlich für das Misstrauen an den Märkten gegenüber ihrem Institut. Ein im vergangenen Jahr verabschiedetes Gesetz über die neuen Haftungsregeln für Anleihegläubiger spiele eine Rolle, so die beiden in der "FAZ".

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,85
Differenz relativ
-0,15%

Die Deutsche Bank hat ferner für knapp zwei Milliarden Euro eigene Anleihen zurückgekauft und dabei einen kleinen Gewinn eingefahren. Im ersten Quartal sei daraus ein positiver Ergebnisbeitrag von rund 55 Millionen Euro zu erwarten, teile Deutschlands größtes Geldhaus am Montag mit. Er kommt zustande, weil das Institut die unbesicherten Papiere unter dem Ausgabepreis erwarb.

Salzgitter: Freude über Großauftrag

Im MDax lagen die Aktien von Salzgitter ganz vorn. Der Stahlkonzern kann sich über einen Großauftrag freuen. Das mit der Dillinger Hütte gebildete Gemeinschaftsunternehmen Europipe solle für die Ostsee-Pipeline Nordstream 890.000 Tonnen Großrohre für den dritten und vierten Strang liefern.

Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat die Einstufung für Salzgitter auf "Buy" mit einem Kursziel von 27 Euro belassen. Die bestellte Lieferung für die Ostsee-Pipeline verbessere den Ausblick für das Röhrengeschäft des Stahlherstellers, schrieb Analyst Rochus Brauneiser. Hinzu komme die Aussicht auf höhere Stahlpreise in der Europäischen Union. Salzgitter sei einer seiner bevorzugten Branchenwerte.

Hypoport erzielt neue Bestwerte

Der technologie-basierte Finanzdienstleister Hypoport hat laut vorläufigen Zahlen 2015 neue Bestwerte erzielt. Der Ertrag vor Zinsen und Steuern (Ebit) konnte mit einem Sprung von 7,9 auf 19,3 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich um 172 Prozent auf 2,61 Euro.

Porsche-Prozess auf der Zielgeraden

Mit dem Plädoyer der Verteidigung geht der Porsche-Prozess gegen Ex-Firmenchef Wendelin Wiedeking und dessen Vize Holger Härter am Montag in seine letzte Woche. Die Anwälte der früheren Top-Manager pochen auf einen Freispruch, die Staatsanwaltschaft wirft ihnen hingegen Marktmanipulation vor.

Sixt Leasing steigert Gewinn

Der Leasing- und Serviceanbieter Sixt Leasing hat im Jahr seines Börsengangs deutlich mehr Gewinn eingefahren. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg 2015 um gut 18 Prozent auf 30,3 Millionen Euro. Vorstandschef Rudolf Rizzolli sagte, Wachstumsmotor sei der Verkauf von Neuwagen übers Internet (Online Retail). "Das ist das profitabelste Geschäft, das wir betreiben." Es werfe ein Drittel mehr ab als das Kerngeschäft.

BayWa: Ergebnis steigt, Umsatz schrumpft

Der Agrarkonzern BayWa hat trotz niedriger Rohstoffpreise sein operatives Ergebnis gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte 2015 um 3,9 Prozent auf 158,1 Millionen Euro zu, wie die Münchener am Montag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilten. Einer der wesentlichen Gründe für den Gewinnanstieg waren Verkäufe von Erneuerbare-Energien-Projekten wie die Veräußerung eines Windparks in den USA. Der Umsatz schrumpfte hingegen auf 14,9 (Vorjahr: 15,2) Milliarden Euro.

Barrick Gold wegen Wasserverschmutzung bestraft

Das kanadische Bergbauunternehmen Barrick Gold muss in Argentinien eine Geldstrafe von umgerechnet knapp neun Millionen Euro zahlen. Die Berhörden machten Barrick Gold für das Auslaufen von einer Million Liter mit Cyanid belasteten Wassers im Tagebau von Veladero verantwortlich.

GM kauft Roboterwagen-Startup

General Motors: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
30,91
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-1,62%

Die Opel-Mutter General Motors will die Entwicklung ihrer selbstfahrenden Autos mit dem Kauf eines Startups aus San Francisco beschleunigen. Der Kaufpreis für die 2013 gegründete Firma Cruise Automation solle mehr als eine Milliarde Dollar betragen, berichteten das Technologieblog "Recode" und das Magazin "Fortune" unter Berufung auf informierte Personen am Freitag.

IFM will bei Flughafen Wien aufstocken

Die geplante Aufstockung des australischen Pensionsfonds IFM beim Flughafen Wien treibt die Aktie des österreichischen Unternehmens um bis zu 17 Prozent auf 96,70 Euro in die Höhe. Die Australier bieten über ihre Tochter Airports Group Europe den Flughafen-Wien-Aktionären 100 Euro je Aktie an.

ts

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr