Marktbericht 20:02 Uhr

Nach der Fed-Entscheidung Dax: Kommt jetzt die Weihnachtsrally?

Stand: 19.12.2013, 20:02 Uhr

Die Aussicht auf eine langfristige Nullzinspolitik der amerikanischen Notenbank hat die Aktienmärkte über die Drosselung der monatlichen Anleihekäufe hinweggetröstet. Nach der Feier an der Wall Street, bejubelten am Donnerstag auch die Anleger in Europa die Entscheidung der Fed.

Der Dax in Frankfurt schloss 1,68 Prozent höher bei 9.335,74 Punkten. Von seinem Anfang des Monats erreichten Rekordhoch bei 9.424 Punkten ist er damit noch knapp 100 Punkte entfernt. Zeitweise baute der deutsche Leitindex seine Gewinne sogar um 170 Punkte auf 9.352 Zähler aus. Außer HeidelbergCement legen alle anderen 29 im Börsenbarometer enthaltenen Werte zu.

An den US-Börsen ist die Sause bereits vorbei. Die Wall Street eröffnete am Donnerstag leicht schwächer, nachdem sie gestern die Entscheidung der Fed, die monatlichen Anleihekäufe zwar leicht zu reduzieren, den Leitzins aber für längere Zeit bei Null zu lassen, noch mit einem kräftigen Kursplus begrüßt hatte. Der Dow Jones-Index notiert bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend hauchdünn im Plus bei 16.176 Punkten.

Die Händler interessierten sich zunehmend für den Ablauf des Weihnachtsgeschäfts, die Unternehmenszahlen für das vierte Quartal und die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Dort löste ein unerwarteter Anstieg der Erstanträge Sorgen um die Entwicklung der US-Konjunktur aus. Auch das Geschäftsklima in der Region Philadelphia hat sich im Dezember weniger als erwartet aufgehellt.

Einigen Händlern zufolge steht einer Jahresendrally mit neuen Rekorden nun nichts mehr im Weg. Dass demnächst monatlich zehn Milliarden Dollar weniger in die Finanzmärkte fließen, werde selbst der aufmerksamste Beobachter bei weiter steigenden Kursen nicht merken.

Euro und Gold etwas schwächer

Der Kurs des Euro hat am Donnerstag seine Vortagesverluste etwas ausgeweitet. Die Entscheidung der US-Notenbank, ihre Anleihekäufe zu vermindern, stützte weiter den Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde bei Börsenschluss mit 1,3655 Dollar gehandelt. Im Mittageshandel hatte der Euro noch zeitweise knapp unter der Marke von 1,37 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3667 (Mittwoch: 1,3749) Dollar fest.

Die Edelmetallmärkte reagierten auf den Fed-Kurswechsel deutlich heftiger. Der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) Gold fiel am Donnerstag auf bis zu 1.200 Dollar und erreichte damit fast den tiefsten Stand seit drei Jahren. Der Silberpreis geriet noch deutlicher unter Druck.

Zuckerberg verkauft Facebook-Aktien

Mark Zuckerberg nutzt den Höhenflug der Facebook-Aktie und macht Kasse. Er verkauft eineinhalb Jahre nach dem holprigen Börsengang des weltgrößten Online-Netzwerks sein bisher größtes Paket an Anteilsscheinen. Damit dürfte er annähernd 2,3 Milliarden Dollar einnehmen. Mit dem geld will er Steuerforderungen begleichen. Die Facebook-Aktie reagiert mit Kursverlusten von rund zwei Prozent.

JPMorgan glaubt an Deutsche Post

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
31,60
Differenz relativ
-0,44%

Im Dax kann die Post-Aktie bis zuletzt ihren Spitzenplatz verteidigen. Grund ist neben dem guten Weihnachtsgeschäft eine Empfehlung durch JPMorgan. Die Bank hat ihre Einstufung nach Zahlen des US-Konkurrenten FedEx auf "Overweight" belassen. Von den durchwachsen ausgefallenen Zahlen der Amerikaner ließen sich kaum Rückschlüsse auf die Geschäfte der Deutschen Post ziehen, meint Analyst Christopher Combe. Zum einen liege der Umsatz von FedEx im Rahmen der Erwartungen, zum andern nehme die Korrelation bei den Geschäftszahlen der verschiedenen Paketdienstleister immer weiter ab.

T-Aktie hoch im Kurs

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13,90
Differenz relativ
+0,43%

Einer der stärksten Gewinner im Dax ist auch die T-Aktie. Sie profitiert weiter vom Übernahme-Interesse für die US-Tochter T-Mobile USA. Denn nach Insiderinformation ist angeblich der amerikanische Satelliten-Fernsehanbieter Dish an der US-Tochter interessiert. Dish habe zwar noch nicht endgültig entschieden, werde aber nicht zurückstehen, wenn Konkurrent Sprint ein Angebot abgebe, hieß es.

Bayer legt was drauf

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
76,52
Differenz relativ
+0,92%

Zulegen kann auch die Bayer-Aktie. Mit gut 99 Euro hat sie ein neues Allzeithoch erklommen. Die Leverkusener haben ihr Angebot für das norwegische Krebsmedizin-Unternehmen Algeta von 336 Kronen auf 362 Kronen aufgestockt. Damit wird das Unternehmen mit umgerechnet 1,9 Milliarden Euro bewertet. Nach Bayer-Angaben unterstützt das norwegische Management die Übernahmeofferte. Die Leverkusener arbeiten mit Algeta bei dem Krebsmittel Xofigo zusammen, an das große Hoffnungen geknüpft sind. Das Medikament soll einmal Milliardenumsätze bringen.

BASF im Bieterkampf um DEA

Um die RWE-Öl- und Gastochter DEA könnte ein Bieterwettkampf entbrennen. So bereitet der weltgrößte Chemiekonzern BASF einem Zeitungsbericht zufolge eine Offerte vor. Die Ludwigshafener arbeiteten intensiv an einem Angebot, das mehrere Milliarden Euro wert sei, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer Donnerstagausgabe. Damit wäre BASF Insidern zufolge der dritte potenzielle Bieter für die RWE-Tochter, deren Wert auf bis zu fünf Milliarden Euro geschätzt wird.

Aareal Bank auch vor Zukauf?

Die Aareal Bank steht einem Bericht zufolge kurz vor der Übernahme des kleineren Konkurrenten Corealcredit. Die Transaktion solle noch vor Weihnachten bekanntgegeben werden, berichtete das "Manager Magazin" am Donnerstag online unter Berufung auf Unternehmenskreise. Über Einzelheiten werde allerdings noch verhandelt. Aareal Bank und Corealcredit wollten sich nicht zu dem Bericht äußern. Die Aktie ist einer der stärksten Werte im MDax.

TAG Immobilien kauft im Osten zu

Zulegen kann auch die ebenfalls im MDax notierte Aktie des Immobilienunternehmens TAG. Die Firma hat ihren Wohnungsbestand um insgesamt 2.860 Wohnungen aufgestockt und zahlt dafür 70,5 Millionen. Die Einheiten liegen unter anderem in Berlin, Rostock und Dresden. Mit 416 und 660 Einheiten kommen die größten Pakete in Cottbus und Chemnitz hinzu. Tag bezifferte die Mieteinnahmen auf etwa 8,6 Millionen Euro jährlich.

Nordex obenauf

Im TecDax schoben sich die Titel des Windkraftanlagenbauers Nordex mit plus 5,71 Prozent klar an die Spitze. Händler verwiesen auf einen kleineren Auftrag aus Finnland, der die Stimmung der Anleger aufgehellt habe.

Mifa kassiert Prognose

Der Fahrradhersteller Mifa hat seine Umsatzprognose für das laufende Jahr gesenkt. Es werde nun mit Erlösen in Höhe von rund 115 Millionen Euro gerechnet, teilte die Mitteldeutsche Fahrradwerke AG am Donnerstag in Sangerhausen mit. Zuvor hatte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 120 und 130 Millionen Euro angestrebt. Hintergrund sei eine "kundenspezifische Abnahmeverzögerung", erklärte das Unternehmen.

GK Software besorgt sich Geld von SAP

Mehr als sechs Prozent aufwärts geht es mit der Aktie von GK Software. Die Ausgabe von 100.000 neuen Aktien an die SAP AG zu einem Ausgabebetrag von 37,82 Euro je Aktie beschert GK Software einen Bruttoemissionserlös von 3,782 Millonen Euro. Der Erlös soll vorrangig für die weitere Internationalisierung sowie die geographische Expansion genutzt werden. SAP hat sich ein bis zum 31.12.2020 befristetes Vorkaufsrecht auf gut eine Million weitere GK-Aktien gesichert. Dies entspricht einem Anteil von 58,3 Prozent vor und 55,2 Prozent nach Eintragung der aktuellen Kapitalerhöhung.

GE zeigt sich optimistisch

Der Siemens-Konkurrent General Electric hat sich auf einem Investorentag zuversichtlich geäußert. GE-Chef Jeffrey Immelt sagte am Mittwoch, er rechne 2014 mit einem zweistelligen Gewinnwachstum der Sparte, zu der Flugzeugturbinen oder auch Ölfeldausrüstungen gehören. Der Umsatz soll ohne Zukäufe um bis zu sieben Prozent zulegen. GE will sich zukünftig stärker auf sein industrielles Kerngeschäft konzentrieren und das Finanzgeschäft zurückfahren. Die Aktie des Dow-Schwergewichts stieg 1,4 Prozent.

lg

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