Marktbericht 20:00 Uhr

Anleger hoffen auf Notenbanken Dax knackt die 9.800

Stand: 05.10.2015, 20:00 Uhr

Die Investoren erleben einen Wochenstart nach Maß. Die Aussicht auf eine Verschiebung der US-Zinswende sorgt für eine relaxte Atmosphäre an Europas Börsen. Auch an der Wall Street herrscht Feststimmung.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Dax schloss mit einem satten Plus von 2,7 Prozent auf 9.814,79 Punkten. Der Late Dax gewann 2,5 Prozent auf 9.846,53 Punkte. An der Wall Street notierte der Dow Jones am Abend rund 1,5 Prozent fester. Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Plus von 3,3 Prozent bei 3.190,39 Punkten. In Paris stieg der CAC 40 um 3,5 Prozent auf 4.616,90 Punkte, während der Londoner FTSE 100 2,8 Prozent auf 6.298,92 Punkte gewann.

Die Marktteilnehmer scheinen auf eine Verschiebung der Zinswende zu spekulieren, meint Jens Klatt von DailyFX. Auslöser waren schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt am Freitag. "Aber nicht nur jenseits des Atlantiks im Bezug auf die US-Notenbank Fed, auch diesseits des Atlantiks könnte die EZB schon zügig die nächste geldpolitische Bazooka laden", so der Marktbeobachter.

"Der gedämpfte Inflationsausblick durch den globalen Kunjunkturabschwung macht es möglich und die Hoffnung auf weitere Geldgeschenke seitens der EZB dürfte als fruchtbarer Boden dienen, auf welchem eine Jahresend-Rallye wachsen und gedeihen könnte", erklärt Klatt.

"Gedämpfte Zinserwartungen"

Relativ schwache aktuelle Konjunkturdaten aus der Eurozone und den USA stützen die Hoffnung auf weitere Hilfe der Notenbanken. Im September sackte in den USA der ISM-Index des Dienstleistungsgewerbes unerwartet stark ab. Nach Ansicht der Helaba-Fachleute zeichne sich zwar eine Fortsetzung des US-Wachstums ab, allerdings sei gegenüber dem zweiten Quartal nicht mit einer erhöhten Dynamik zu rechnen. "Zinserwartungen dürften einmal mehr gedämpft werden", schreiben die Experten in einem Kurzkommentar.

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Börse 20.15 Uhr

In der Eurozone trübte sich die Stimmung der Einkaufsmanager überraschend stark ein. "Mit der Abkühlung im September steigt das Risiko, dass das Wachstum im vierten Quartal weiter nachlässt", kommentierte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Seiner Einschätzung nach steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Geldschleusen im Kampf für mehr Wachstum weiter öffnen wird. Außerdem haben die die Umsätze der Einzelhändler in der Euro-Zone im August stagniert.

Der Euro: Erst steigt er, dann fällt er

Der Euro fiel im Handelsverlauf bis auf 1,12 Dollar nachdem er zeitweise fast über die Marke von 1,13 Dollar gesprungen wäre - ein weiterer Grund für die Stärke des Dax zum Wochenstart.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Andreas Paciorek von CMC Markets weist unterdessen auf einen Aspekt hin, der in den kommenden Tagen an Bedeutung gewinnen wird: "Die Investoren wollen auch wissen, wie sich die Geschäftsergebnisse der Unternehmen im dritten Quartal entwickelt haben. Sollten trotz der schon eine ganze Weile anhaltenden expansiven Geldpolitik die Unternehmensergebnisse leiden, wäre dies ein Beweis für deren nachlassende Wirkung. Dieser Umstand würde dann auch ganz schnell wieder die Aktienbewertungen belasten."

Anleger greifen bei Lufthansa zu

Die Aktie der Lufthansa zählten zu den Dax-Favoriten. Auslöser war eine Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux, die die Titel bislang mit "Hold" bewerteten. Mit ihrer Empfehlung folgten die Experten einer Reihe anderer Analysten, die sich zuletzt sehr positiv über das Unternehmen geäußert hatten. Schon in der vergangenen Woche hatten Lufthansa rund sieben Prozent gewonnen.

RWE und Eon danken der Politik

Sehr gefragt sind Versorgeraktien. Unterstützung gibt es wieder einmal durch Politiker-Aussagen. Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) will Kosten für den Atomausstieg der Energiekonzerne begrenzen. "Wenn wir irgendwann zu dem Ergebnis kommen sollten, dass die 38 Milliarden Euro nicht ausreichen, dann wäre das keine Frage, die die Unternehmen zu lösen haben. Die haben mit uns eine Verabredung über diese festgelegte Summe. Wenn es darüber hinausgeht, ist auch der Staat gefordert", sagte Duin der Zeitung "Rheinische Post".

Kaufempfehlung für Deutsche Bank

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Papiere der Deutschen Bank stoßen ebenfalls auf viel Interesse. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat den Wert von "Halten" auf "Kaufen" hochgestuft. Grund sind die jüngsten Kursverluste. Dadurch sei die Aktie nun attraktiver. Das Kursziel bleibt bei 30 Euro.

Potash bläst Übernahme von K+S ab

Die K+S-Aktie brach um rund ein Viertel ein. Der kanadische Düngemittelhersteller Potash will den Konkurrenten nicht mehr übernehmen. Ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen sei nicht mehr im Interesse der Aktionäre, hatte Potash mitgeteilt. K+S hatte das Angebot von 41 Euro als zu niedrig abgelehnt.

VW-Aktie dreht ins Plus

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Die Titel von Volkswagen gehen mit einem Aufschlag von Prozent aus dem Handel, nachdem sie zuvor tief in der Verlustzone notiert hatten. Dabei riss die Flut an schlechten Nachrichten auch heute nicht ab.

ThyssenKrupp will Geld beisammen halten

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Der Industriekonzern ThyssenKrupp plant ein neues Sparprogramm für seine Stahlsparte. "Wir werden auch in den nächsten Jahren sehr genau auf unsere Kosten achten. Ich erwarte mindestens 100 Millionen Euro zusätzliche Einsparungen pro Jahr", sagte der Stahl-Chef von ThyssenKrupp, Andreas Goss, der Tageszeitung "Rheinische Post".

Nordex steigt um mehr als sieben Prozent

Der Windkraftanlagenhersteller Nordex kauft den spanischen Konkurrenten Acciona Windpower vom spanischen Baukonzern Acciona. Der Kaufpreis liegt bei 785 Millionen Euro und wird teilweise in bar und teilweise mit eigenen Aktien beglichen. Dazu gibt das TecDax-Mitglied 16,1 Millionen neue Aktien zu je 26 Euro aus. Acciona kauft zudem Nordex-Aktien vom bisherigen Großaktionär Skion/Momentum, einer Beteiligungsgesellschaft der Milliardärin Susanne Klatten.

Evotec mit nächstem Auftrag

Das Biotech-Unternehmen Evotec hat vom amerikanischen Krebsforschungszentrum National Cancer Institute einen Folgeauftrag erhalten. Das TecDax-Mitglied wird einen Teil der Substanzen zur Erforschung neuartiger Krebstherapien verwalten. Der Auftrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren und einen geschätzten Wert von 4,5 Millionen Euro, wie Evotec mitteilte.

HHLA senkt Prognose

Der Hamburger Hafenbetreiber HHLA hat wegen eines schwächeren Containergeschäfts seine Prognose für das laufende Jahr gekappt. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) dürfte im laufenden Jahr auf 150 Millionen Euro sinken, teilten die Hamburger am Montag mit. Bisher hatte die Gesellschaft einen Wert auf dem Niveau des Vorjahres von 169,3 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Braas Monier: Altaktionäre machen Kasse

Die Altaktionäre des Dachpfannen-Herstellers Braas Monier machen erstmals seit dem Börsengang vor 16 Monaten wieder Kasse. Die Finanzinvestoren Apollo, York Capital und Towerbrook werfen über Nacht rund 3,3 Millionen Aktien auf den Markt, wie die damit beauftragte Investmentbank Goldman Sachs mitteilte. Zum Xetra-Schlusskurs von 24,12 Euro hat das Paket einen Wert von knapp 80 Millionen Euro. Die drei Altaktionäre hatten zuletzt noch eine Beteiligung von 48,4 Prozent an Braas Monier gehalten. Mit der Platzierung könnten sie auf gut 40 Prozent rutschen.

Google heißt jetzt Alphabet

Der Internet-Konzern Google heißt nun - wie vor einigen Wochen angekündigt - Alphabet. Die bisherigen Google-Anteilseigner wurden Freitag nach US-Börsenschluss zu Aktionären der neuen Dachgesellschaft, wie das Unternehmen mitteilte.

Glencore steigt in Anlegergunst

Die Aktie des Rohstoffkonzerns Glencore sprang nach oben. Um den immensen Schuldenberg abzubauen, erwägt der Bergbaukonzern laut Reuters Anteile an seinem Landwirtschaftsgeschäft zu verkaufen. Als Interessenten gelten demnach ein saudi-arabischer Staatsfonds, ein kanadischer Pensionsfonds und der staatsnahe chinesische Getreidehändler Cofco.

Ryanair will stärker expandieren

Die irische Fluggesellschaft Ryanair will ihre Preise deutlich senken. "Wir wollen von im Schnitt 45 Euro pro Flug auf 25 Euro kommen", sagte Airline-Chef Michael O'Leary der "Welt am Sonntag". Dank neuer Flugzeuge werde sich der Treibstoffverbrauch pro Sitz verringern, zudem verwies O'Leary auf den niedrigen Ölpreis. Zudem will die Fluggesellschaft ihren Marktanteil in Deutschland von 5 auf 20 Prozent ausbauen.

Nestlé und das Speiseeis

Der Lebensmittelkonzern Nestlé ist nach eigenen Angaben in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine Fusion seines Speiseeis-Geschäfts mit dem Wettbewerber R&R. Geplant sei ein neues Gemeinschaftsunternehmen mit über 10.000 Beschäftigten, das vornehmlich die Märkte in Europa und Afrika abdecke. Die beiden Firmen wollten ihre Pläne im Lauf des Jahres 2016 umsetzen, erklärte der weltgrößte Lebensmittelkonzern.

Credit Suisse: neue Strategie

Der neue Credit-Suisse-Chef hat Hinweise auf die strategische Neuausrichtung der Schweizer Großbank geliefert. In einem Interview der Zeitung "The Straits Times" strich Tidjane Thiam neben der Vermögensverwaltung auch die Beratung bei Unternehmensfinanzierungen heraus. "Ich bin ziemlich angetan von diesem Teil des Geschäfts," erklärte der Ivorer. "Wir können Vermögen verwalten und den Reichtum von Privatkunden schützen und steigern, aber wir können auch eine Bank für Unternehmer sein und ihre Bedürfnisse abdecken." Credit Suisse will die neue Strategie am 21. Oktober vorstellen.

Schaeffler wird konkreter

Der Autozulieferer Schaeffler hat die genauen Daten zu dem bereits angekündigten Börsengang bekannt gegeben. Der Konzern bietet institutionellen Investoren 75 Millionen Vorzugsaktien zu je 12 bis 14 Euro an. 66 Millionen Aktien davon sollen mit einer Kapitalerhöhung ausgegeben werden, der Rest soll aus dem Bestand der Gesellschafter kommen. Außerdem behalten sich die Gesellschafter vor, weitere 24,4 Millionen Aktien aus ihrem Besitz auszugeben.

ts

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Mittwoch, 18. Juli

Unternehmen:
NovartisVW: Q2-Zahlen, 6:45 Uhr
Cassiopea: Halbjahreszahlen, 7 Uhr
Software: Q2-Zahlen, 7 Uhr
ASML: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Akzo Nobel: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Ericsson: Q2-Zahlen, 8 Uhr
Easyjet: Q3-Zahlen, 8 Uhr
Morgan Stanley: Q2-Zahlen, 13 Uhr
Abott Laboratories: Q2-Zahlen, 13:45 Uhr
American Express: Q2-Zahlen, 22 Uhr
Alcoa: Q2-Zahlen, 22:05 Uhr
Ebay: Q2-Zahlen, 22:15 Uhr
IBM: Q2-Zahlen, 22:30 Uhr

Konjunktur:
EU: Verbraucherpreise (endgültig), 06/18, 11 Uhr
USA: Baubeginne- und genehmigungen 06/18, 14:30 Uhr
USA: Kapazitätsauslastung im Juni, 15:15 Uhr
USA: NAHB-Index Juli, 16:00 Uhr
USA: Rede von Fed-Chef Powell vor dem Bankenausschuss des Senats, 16:00 Uhr