Marktbericht 20:00 Uhr

Ungewisser Wahlausgang lähmt Investoren Dax klebt im Niemandsland fest

Stand: 31.10.2016, 20:00 Uhr

Die Ungewissheit über den Wahlausgang in den USA hält die Investoren derzeit davon ab, sich am Aktienmarkt klar zu positionieren. Vielleicht lässt die Fed den Knoten platzen.

Zum Wochenstart schloss der Dax bei relativ geringen Umsätzen 0,3 Prozent leichter bei 10.665,01 Zählern. Im Oktober hat der Dax insgesamt 1,5 Prozent zugelegt. Der stärkste Kursgewinner war die Lufthansa mit einem Plus von 17,6 Prozent.

Der L-Dax trat bei 10.665,32 Punkten etwa auf der Stelle. Der Dow Jones notierte am Abend leicht in der Verlustzone. In den USA wird die Winterzeit-Umstellung erst am kommenden Wochenende vorgenommen, daher startet der Handel an der Wall Street derzeit bereits um 14:30 Uhr deutscher Zeit.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
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3.210,82
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Politische Börsen...

Der EuroStoxx 50 beendete den Handel mit einem Verlust von 0,8 Prozent auf 3.055,25 Punkte, verbuchte damit im Monat Oktober aber dennoch einen Gewinn von 1,8 Prozent. Der französische CAC 40 verlor am Montag 0,9 Prozent auf 4.509,26 Punkte. Für den britischen FTSE 100 ging es um 0,6 Prozent auf 6.954,22 Punkte abwärts.

Wie wir bereits in unserem Dax-Ausblick festgestellt hatten, spielt in der laufenden Börsenwoche die US-Politik eine entscheidende Rolle. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern könnte die Zurückhaltung der Anleger bis zur US-Wahl am 8. November weitergehen. Kurz vor der Wahl scheinen Donald Trumps Chancen auf einen Sieg wieder zu steigen.

Wer wird das Rennen machen?

"Süßes oder Saures? Die US-Wahl wird nochmal ungemütlich", fasste LBBW-Analyst Clemens Bundschuh die Stimmung zusammen. Genau diese Unsicherheit sei es, was der Markt jetzt am wenigsten brauche, kommentiert Jens Klatt für JFD Brokers.

Hillary Clinton und Donald Trump während der zweiten Fernsehdebatte

Hillary Clinton und Donald Trump. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Die Wahl werde wohl "über das Wohl und Wehe zumindest für die kommenden Monate an den Aktienmärkten dieser Welt entscheiden", schrieb Jochen Stanzl von CMC Markets. Für die Investoren gilt Hillary Clinton als bevorzugte Präsidentin. Aus saisonaler Sicht beginnt nun übrigens eine - statistisch gesehen - starke Marktphase. Aber auch da könnte die US-Wahl dazwischenfunken.

Auch die Fed meldet sich

Frische Konjunkturdaten aus den USA weckten die Anleger nicht auf: Während die Konsumausgaben im September anzogen, trübte sich im Oktober das Geschäftsklima in der wichtigen Wirtschaftsregion Chicago überraschend stark ein. Die Einkommen der privaten US-Haushalte stiegen im September um 0,3 Prozent. Das war etwas weniger als Analysten mit plus 0,4 Prozent erwartet hatten.

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Börse 20.15 Uhr

Allerdings steht in der laufenden Woche neben zahlreichen Quartalsberichten und Konjunkturdaten auch noch die Fed-Zinsentscheidung am Mittwoch an. Eine Leitzinsänderung wird zwar nicht erwartet, aber Hinweise auf die künftige Zinspolitik sollte es schon geben. Insofern besteht durchaus das Potenzial, den Markt in die eine oder andere Richtung zu treiben.

RWE im Dax vorn

Aktien von RWE, ThyssenKrupp und Vonovia etablierten sich an der Spitze. Relativ deutlich abwärts ging es für die Commerzbank und die Deutsche Bank. Auch der Euro-Stoxx-Branchenindex gab nach einem Plus von mehr als 14 Prozent seit Monatsbeginn heute deutlich nach.

Post kann auf Weinachts-Päckchen hoffen

Die Deutsche Post kann sich wohl auf ein rekordverdächtiges Weihnachts-Geschäft einstellen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa haben die vier größten Paketzusteller mehr als 20.000 Aushilfskräfte angeheuert, um die Geschenkeberge zu befördern. Dabei entfielen allein auf die Deutsche Post die Hälfte.

FMC kauft Herz-Lungen-Spezialisten Xenios

Der Dialyse-Konzern Fresenius Medical Care (FMC) baut das Geschäft außerhalb der Blutwäsche aus. FMC kauft die auf die Behandlung von Patienten mit Herz- und Lungenversagen spezialisierte Xenios AG. Der Bad Homburger Konzern zahle bis zu gut 200 Millionen Euro, sagten zwei mit der Transaktion vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Teil davon fließe allerdings in Form von Meilensteinzahlungen.

Fielmann mit getrübtem Blick

Aktien des MDax-Unternehmens rutschten nach der Bekanntgabe vorläufiger Neunmonatszahlen klar ab. Vor allem eine Senkung der Prognose für das Vorsteuerergebnis belastet. Fielmann rechnet nach 186,8 Millionen Euro Gewinn vor Steuern nach neun Monaten nicht mehr damit, den Wert des Gesamtjahres 2015 (240,1) verbessern zu können. Damit würden auch die bisherigen Analysten-Prognosen unterboten.

Drägerwerk sehr gefragt

Die im TecDax geliste Aktie des Medizintechnik-Unternehmens Drägerwerk legte kräftig zu. Analyst Oliver Reinberg hat den Titel zum Kauf empfohlen und sieht eine "wenig ambitionierte" Bewertung, die eine attraktive Kaufchance biete.

RIB auf Kurs Jahreshoch

Aktien des Spezialisten für Bau-Software legten um mehr als zwei Prozent zu. RIB Software hat im dritten Quartal zwar einen Gewinnrückgang um ein Viertel auf 1,1 Millionen Euro hinnehmen müssen. Die Erlöse kletterten aber dank guter Auftragslage um rund 15 Prozent auf 20,9 Millionen Euro. Das TecDax-Unternehmen hat sich zuletzt durch mehrere Zukäufe verstärkt.

Hypoport steigert sich

Der Finanzdienstleister, zu dem unter anderem der Baufinanzierungs-Vermittler Dr. Klein gehört, hat im dritten Quartal Umsätze von 113,5 Milliarden Euro erreicht, ein Plus von zehn Prozent. Sogar um 15 Prozent bergauf ging es mit dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit), das 9,6 Millionen Euro erreichte. Hypoport ist zuletzt stärker ins Geschäft mit Ratenkrediten eingestiegen.

Takkt mit leichten Brexit-Effekten

Der Versandhändler aus dem SDax ist in den ersten neun Monaten 2016 um 6,7 Prozent auf 841,8 Millionen Euro gewachsen. In Europa hat das Unternehmen im dritten Quartal allerdings "eine spürbare Kaufzurückhaltung" in nahezu allen Regionen beobachtet. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg auf 137,4 nach 118,6 Millionen Euro im Vorjahr an.

Cancom steigert Gewinn

Der IT-Dienstleister Cancom hat in den ersten neun Monaten des Jahres von der anhaltenden Nachfrage nach Lösungen etwa beim Cloud Computing und der IT-Sicherheit profitiert. Der Umsatz stieg vorläufigen Zahlen zufolge um rund 9 Prozent auf 717,7 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) habe um knapp 23 Prozent auf 50,2 Millionen Euro zugelegt. Nach den deutlichen Zuwächsen im ersten Halbjahr lief die Entwicklung im dritten Quartal 2016 allerdings etwas schleppender.

Neues von Alno

Trotz der guten Auftragslage ist der Küchenhersteller im ersten Halbjahr weiter in die roten Zahlen gerutscht. Vor Steuern machte Alno 28,5 Millionen Euro Verlust, vor einem Jahr standen dort noch knapp fünf Millionen Euro Gewinn, wie aus dem am Montag veröffentlichten Halbjahresbericht hervorgeht. Der laufende Umbau und die Kosten für Messen drückten das Ergebnis.

Nike ein Underperformer

Merrill Lynch hat Nike von "Neutral" auf "Underperform" abgestuft und das Kursziel von 55 auf 46 US-Dollar gesenkt. Der US-amerikanische Sportartikelhersteller dürfte 2017 gegenüber den Konkurrenten Adidas und Under Armour weitere Marktanteile verlieren, schrieb Analyst Robert Ohmes. Zudem könnte der Innovationsvorsprung gegenüber den Wettbewerbern schrumpfen.

GE und Baker Hughes machen gemeinsame Sache

Der US-Industriekonzern General Electric legt sein Öl- und Gasgeschäft mit dem drittgrößten Ölfeldausrüster Baker Hughes zusammen. An dem neuen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 30 Milliarden Dollar wird GE 62,5 Prozent und Baker Hughes 37,5 Prozent halten. Die Aktionäre von Baker Hughes sollen eine Sonderdividende von 17,50 Dollar je Aktie erhalten. Der Ölindustrie-Dienstleister wird an der Börse derzeit mit 26 Milliarden Dollar bewertet.

Blackstone kauft TeamHealth

In der US-Gesundheitsbranche ist die nächste Milliardenübernahme besiegelt. Das Unternehmen TeamHealth, das Krankenhäusern medizinisches Personal zur Verfügung stellt, wird vom Finanzinvestor Blackstone gekauft. DieTransaktion hat ein Volumen von 6,1 Milliarden Dollar. Sie soll es TeamHealth ermöglichen, sich besser auf den Preisdruck in der Branche einzustellen. Diese befindet sich derzeit mitten in einer Fusionswelle. Hintergrund sind gestiegene Kosten im Zuge der Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama.

Honda brummt nicht schlecht

Der japanische Autohersteller Honda hat seine Gewinnprognose für dieses Geschäftsjahr angehoben. Dank guter Verkaufszahlen in China und deutlicher Kostensenkungen schaffte das Unternehmen im dritten Quartal einen um 38,6 Prozent höheren Gewinn als ein Jahr zuvor. Der Nettogewinn stieg im Quartal um auf 177 Milliarden Yen (rund 1,5 Milliarden Euro). Allerdings sank der Umsatz wegen der Aufwertung der japanischen Währung um 9,9 Prozent auf 3,26 Billionen Yen (28 Milliarden Euro).

ts

Tagestermine am Montag, 22. Oktober

Unternehmen:
Philips Quartalszahlen Q3, 7 Uhr
Ryanair Halbjahreszahlen, 7 Uhr
Halliburton Quartalszahlen Q3, 12.45 Uhr
Munich Re Rückversicherertreffen Baden-Baden, 9.30 Uhr
Hannover Rück Rückversicherertreffen Baden-Baden, 12 Uhr
Hasbro Quartalszahlen Q3

Konjunktur:
Deutschland Monatsbericht Bundesfinanzministerium 0.01 Uhr
Deutschland Monatsbericht Bundesbank 10 Uhr

Sonstiges:
Bundesverband öffentlicher Banken Pressegespräch zu bevorstehendem Banken-Stresstest
Stahlgipfel u.a. mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier