Marktbericht 20:00 Uhr

Investoren nutzen Kursniveau zum Einstieg Dax kehrt zurück über 11.600 Punkte

Stand: 04.05.2015, 20:00 Uhr

Der schwache Euro und Spekulationen auf Kojunkturspritzen in China lockten die Anleger zurück in den Aktienmarkt.

Der Dax schloss mit einem Aufschlag von 1,4 Prozent auf 11.619,85 Punkten. Der L-Dax gewann 1,6 Prozent auf 11.632,66 Punkte. Unterstützung erhielt der Dax wieder mal von einem fallenden Eurokurs. Für die Fachleute der Commerzbank war die gerade erlebte Erholung der Gemeinschaftswährung ohnehin eher nicht nachhaltig: "Jedermann setzt darauf, dass die jüngste Dollar-Schwäche eine Korrekturphase ist, durch die man getrost hindurchschauen kann", kommentierte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1306
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Frische US-Konjukturdaten setzten den Euro heute zusätzlich unter Druck, denn die US-Industrie hat im März einen Auftragsschub erhalten. Die Unternehmen sammelten 2,1 Prozent mehr Bestellungen ein als im Vormonat. Das ist der stärkste Zuwachs binnen acht Monaten. Neben der Euroschwäche stützen noch Spekulationen auf Konjunkturspritzen für die chinesische Wirtschaft den Aktienhandel.

Rückschlag als Einstiegsmöglichkeit

Der Rückschlag habe den Anlegern eine gute Einstiegsmöglichkeit eröffnet, und Liquidität auf der Suche nach renditeträchtigen Investments sei weiter reichlich vorhanden, sagte ein Marktstratege. Folker Hellmeyer, Chefanalyst bei der Bremer Landesbank, rechnet in seinem Marktausblick für den Mai 2015 mit weiter steigenden Kursen. Das viel beachtete Kurs-Gewinn-Verhältnis liege im Dunstkreis des historischen Mittels. Also sei der Dax insbesondere im Vergleich zu den klassischen Alternativen am Kapitalmarkt nicht überbewertet: "Korrekturen und Konsolidierungen bieten Chancen", meint Hellmeyer.

ARD-Börsenstudio Hörfunk: Alexander Schmitt
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Börse 20.15 Uhr

Aber es gibt auch Risiken. Die Nervosität bleibe hoch, kommentiert Andreas Paciorek von CMC Markets: "Denn mit den Entwicklungen um Griechenland, den diese Woche anstehenden US-Arbeitsmarktdaten und der britischen Parlamentswahl warten einige wichtige Ereignisse im Börsenkalender." Der Dow Jones lag am Abend 0,4 Prozent im Plus.

Daimler überholt BMW…

Autowerte stellten heute Verkaufszahlen vor: Die Premiumhersteller Audi, BMW und Daimler haben im April in den USA deutlich zugelegt. Mercedes-Benz verkaufte 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Münchner Erzrivale konnte von seiner Kernmarke BMW 6,9 Prozent mehr verkaufen.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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47,37
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BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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147,72
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… und VW hängt nach

Auch die VW-Tochter Audi lag mit einem Absatzplus von 7,5 Prozent hinter Mercedes-Benz. Die Zahl der verkauften Autos der Kernmarke VW ging dagegen um 2,7 Prozent zurück. Unterdessen startet der VW-Aufsichtsrat heute seine erste Sitzung ohne seinen langjährigen Chefkontrolleur Ferdinand Piëch. Das Gremium wird die mit Spannung erwartete Hauptversammlung am Tag darauf vorbereiten. Die Aktie gehört heute zu den wenigen Verlierern.

K+S weit vorn

Zu den Dax-Gewinnern zählt die K+S-Aktie. Der russische Konkurrent Uralkali hat den Kalipreis in Indien im Vergleich zu 2014 um zehn US-Dollar je Tonne gesteigert. Die Stimmung der Anleger in der Branche sollte davon profitieren, kommentierten Händler, wenngleich das bessere Preisumfeld nicht ganz überraschend komme. Außerdem halfen Übernahmespekulationen in der Branche.

Infineon an der Spitze

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
17,64
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-1,15%

Stark gefragt nach der schwachen Vorwoche ist auch die Infineon-Aktie. Der Halbleiterkonzern übernimmt die restlichen Anteile an dem koreanischen Gemeinschaftsunternehmen Power Semitech, einem Spezialisten von Energiesteuerungsmodulen für Hausgeräte. Zum Kaufpreis machte Infineon am Montag keine Angaben.

Adidas verhöhnt Konkurrenz

Adidas: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
195,50
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Arroganz oder Weisheit? Diese Frage dürften sich einige Anleger stellen, wenn sie Adidas-Chef Herbert Hainer von der Konkurrenz reden hören. Er sei wegen der US-Stärke von Under Armour nicht nervös, sagte Hainer der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Firma sei nur in Amerika relevant. Man habe "schon viele Marken erlebt, die kurz hip sind, und dann schnell wieder verschwinden".

Dementi von SAP

SAP und Salesforce sollen sich 2014 über eine mögliche Übernahme des kalifornischen Softwarespezialisten durch SAP unterhalten haben, behauptet die Nachrichtenagentur Bloomberg. SAP dementiert jedoch umgehend: "Der Eindruck, SAP erwäge eine Übernahme von Salesforce oder habe dies jemals getan, entspricht nicht der Wahrheit", sagt eine Sprecherin des Dax-Konzerns.

Achtung, Dividendenabschlag!

Zahlreiche Aktien notieren heute ex Dividende. Beim Dax-Konzern BASF beträgt der Dividendenabschlag 2,80 Euro, die Aktie ist größter Kursverlierer im Dax. Continental schüttet 3,25 Euro je Aktie an seine Anteilseigner aus. Auch Deutsche Annington (0,78 Euro), Gerresheimer (0,75 Euro) und Drägerwerk (1,39 Euro) notieren mit einem Dividendenabschlag.

Bayer sucht Xarelto-Alternativen

Bayer stärkt sein Geschäft mit Thrombosemedikamenten und sicherte sich Zugriff auf einen noch in der Entwicklung steckenden Wirkstoff der US-Pharmafirma Isis Pharmaceuticals. Der Konzern will sein Geschäft um seinen Top-Umsatzbringer, dem Thrombose- und Schlaganfallmittel Xarelto, erweitern und damit Patienten ansprechen, für die Xarelto aktuell nicht geeignet ist. Das Mittel ist mit einem Jahresumsatz von zuletzt 1,68 Milliarden Euro das wichtigste Medikament der Leverkusener.

Xing im LinkedIn-Sog

Im TecDax gehört die Aktie des Karrierenetzwerks Xing zu den schwächsten Werten. Hier drücken schlechte Branchennachrichten auf die Kauflaune der Anleger. Der US-Rivale LinkedIn war am Freitag an der Wall Street um 18,6 Prozent eingebrochen, nachdem der Konzern sein Gewinnziel gesenkt hatte.

Dialog Semiconductor wieder gefragt

An dritter Stelle im TecDax-Spitze etablieren sich die Aktien von Dialog Semiconductor. Allerdings hatten sie in der vergangenen Woche auch mehr als sieben Prozent eingebüßt. Analyst Tim Wunderlich von der Privatbank Hauck & Aufhäuser äußerte sich zum Wochenauftakt positiv zu dem Unternehmen und empfiehlt die Titel zum Kauf. So sei es Dialog offenbar gelungen, die langjährige Beziehung zu Apple noch auszubauen.

Axel Springer und der US-Markt

Axel Springer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
50,95
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+2,89%

Der Axel Springer Verlag steigt mit seiner Tochter Bonial stärker in den US-Markt ein. Die Bonial-Tochter Retale bekomme von den Berlinern und anderen Investoren eine Finanzspritze von zwölf Millionen Dollar, erklärten Springer und Bonial. Zu Bonial gehören die Verbraucherportale Retale und KaufDa. Hier erhalten Nutzer über das Internet Prospekte und Werbematerial von Einzelhändlern aus ihrer Region. KaufDa wurde 2008 gegründet und expandierte 2013 unter dem Namen Retale in die USA.

Bet-at-home.com bleibt auf Kurs gen Allzeithoch

Jenseits der großen Indizes kann Bet-at-home.com mit seinen Zahlen zum ersten Quartal bei den Anlegern punkten. Der Online-Sportwetten-Anbieter hat sein Ergebnis vor Steuern um 19,1 Prozent auf 9,8 Millionen Euro gesteigert. Binnen Jahresfrist hat die Aktie mehr als 40 Prozent hinzugewonnen und befindet sich nun auf Kurs zu ihrem von 2006 datierenden Allzeithoch bei 79,13 Euro.

Finanzhilfe für Fahrkartenautomaten-Hersteller Höft & Wessel

Eine Finanzhilfe des Großaktionärs Dröge beflügelte Höft & Wessel. Ein Unternehmen der Beteiligungsgesellschaft hat Verbindlichkeiten des finanziell angeschlagenen Unternehmens in Höhe von 8,5 Millionen Euro übernommen.

Alstria verdient weniger

Alstria Office hat nach dem Verkauf von Immobilien im ersten Quartal weniger verdient. Wegen gesunkener Mieteinnahmen ging der Umsatz um 7,2 Prozent auf 24,1 Millionen Euro zurück, wie der Hamburger Büroimmobilien-Konzern am Montagabend mitteilte. Der Betriebsgewinn (FFO) fiel um zwölf Prozent auf 11,2 Millionen Euro. Unter dem Strich rutschte Alstria sogar in die roten Zahlen. Dennoch sieht sich der Konzern auf Kurs, seine Ziele für 2015 zu erreichen.

Joyou AG: Neue Hiobsbotschaften

Eine Sonderuntersuchung der Joyou AG hat als Zwischenergebnis ergeben, dass die Vermögens, Finanz- und Ertragslage für 2014 voraussichtlich zu positiv dargestellt wurde. Die China-Aktie ist in der vergangenen Woche um 75 Prozent eingebrochen. Heute kann sie in einer Gegenreaktion rund 13 Prozent hinzugewinnen.

Haben es Monsanto und Syngenta schon wieder getan?

Die beiden Agrarchemiekonzerne Syngenta und Monsanto sollen Kreisen zufolge erneut über eine Fusion sprechen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag mit Berufung auf Insider berichtet, hat Monsanto den Kontakt gesucht und die Schweizer auf eine mögliche Übernahme angesprochen. Beide Unternehmen wollten sich dazu nicht äußern.

Warren Buffett nimmt Deutschland ins Visier

Berkshire Hathaway A: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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266.414,00
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Starinvestor Warren Buffett will weitere deutsche Unternehmen schlucken. "Meine Prognose: Wir werden mindestens eine Übernahme in den nächsten fünf Jahren machen", sagte Buffett am Samstag bei der Hauptversammlung seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska. Im Vergleich zu US-Unternehmen seien die Bedingungen günstig.

McDonald's will sanieren

McDonald's soll mit einem umfassenden Sanierungsplan zu alter Stärke zurückfinden. Der neue Konzernchef Steve Easterbrook präsentierte sein Konzept: "Ich werde nicht davor zurückschrecken, die dringend nötige Neuaufstellung anzugehen", erklärte Easterbrook, der seit Anfang März im Amt ist. Um Kosten zu sparen, will er Managementposten streichen und mehr Effizienz in den Geschäftsabläufen erreichen. Das soll jährliche Ersparnisse von netto 300 Millionen Dollar bringen.

Bis zum Jahr 2018 will Easterbrook 3500 Restaurants an Franchisefirmen verkaufen. Damit wären dann 90 statt bislang 81 Prozent der Restaurants Franchisebetriebe. Außerdem ist eine Neugliederung des Konzerns geplant. Die neue Organisationsstruktur richtet sich nicht mehr nach geografischer Lage, sondern nach der Bedeutung von Absatzmärkten.

Cisco-Boss sagt Servus

Nach 20 Jahren auf dem Cisco-Chefsessel tritt John Chambers im Juli zurück. Der 65-Jährige wird von Top-Manager Chuck Robbins ersetzt, der ebenfalls seit vielen Jahren für Cisco tätig ist. Mit Chambers nimmt einer der dienstältesten Firmenchefs aus Silicon Valley seinen Hut. Er machte den Telekomausrüster zu einem Branchenschwergewicht mit einem Umsatz von rund 48 Milliarden Dollar. Als Chambers den Chefposten 1995 übernahm, waren es lediglich 1,2 Milliarden Dollar. Er bleibt dem Verwaltungsrat als Vorsitzender erhalten und erhält künftig zudem repräsentative Managementaufgaben.

ts

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr