Marktbericht 20:02

Leitindex wieder deutlich über 9.600 Dax kann Verluste mehr als halbieren

Stand: 20.02.2014, 17:45 Uhr

Konjunkturdaten aus China und Japan haben die Aktienmärkte am Donnerstag nur zeitweise belastet. Im Tagesverlauf überwog doch wieder die Zuversicht, dass das erwartete Wirtschaftswachstum kommen wird. wird.

So konnte der Dax bis Handelsschluss seine Verluste mehr als halbieren und ging mit einem relativ moderaten Minus von 0,4 Prozent bei 9.618,85 Zählern aus dem Markt. Dies war zugleich das Tageshoch des Leitindex. Am Vormittag war das Börsenbarometer bis auf 9.504 Punkte eingeknickt.

Neben den Konjunkturdaten aus China belastete das jüngste Protokoll der US-Notenbank Fed die Kurse. Die Währungshüter wollen an der Drosselung ihrer monatlichen Anleihekäufe festhalten und schließen auch ein baldiges Ende der Nullzinspolitik nicht aus.

Diese Nachrichten spielen am Nachmittag fast keine Rolle mehr. Der Dow Jones-Index dreht nach Veröffentlichung der Frühindikatoren ins Plus und weitet seine Gewinne bis zum Börsenschluss in Frankfurt am Abend auf 16.158 Punkte aus, ein Plus von 0,74 Prozent. Unter den Einzelwerten sorgte Facebook mit dem milliardenschweren Kauf des Rivalen WhatsApp für die größten Schlagzeilen.

Richtungsweisend an der Wall Street war der Anstieg des Sammelindizes der wirtschaftlichen Frühindikatoren im Januar um 0,3 Prozent. Dagegen ist das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Februar unerwartet stark eingebrochen. Der entsprechende Index der regionalen Notenbank von Philadelphia (Philly-Fed-Index) war von plus 9,4 Punkten im Vormonat auf minus 6,3 Zähler gefallen. Experten hatten mit plus 8,0 Punkten gerechnet.

Experten zufolge ist der Dämpfer beim Philadelphia-Fed-Index in erster Linie witterungsbedingt. Der erneute Anstieg des Indexes der Frühindikatoren unterstreiche jedoch das nach wie vor intakte Szenario einer konjunkturellen Belebung der US-Wirtschaft.

Hilft der kleine Verfallstermin

Unterstützung könnte am Freitag vom kleinen Verfallstermin kommen. Dann werden Aktien- und Index-Optionen fällig. Viele Anleger hätten zu Monatsbeginn auf steigende Kurse gesetzt. Auch die Bürgerkriegsähnlichen Zustände in Kiew belasteten die Kurse kaum.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1383
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Der Euro war am Donnerstagmorgen bis auf 1,3685 Dollar abgerutscht. Zuletzt notiert die Gemeinschaftswährung knapp über 1,37 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochmittag noch auf 1,3745 Dollar festgelegt.

Wal-Mart ausgebremst

Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart stellt sich wegen des Sparkurses der US-Regierung auf Gegenwind ein. Auch höhere Steuern dürften den Konsum in den USA dämpfen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Im Ende Januar ausgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 fiel der Gewinn um knapp sechs Prozent auf 16 Milliarden Dollar. Vor allem in den USA läuft es nicht rund.

Deutsche Bank einigt sich mit Kirch-Erben

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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In Deutschland sorgt die Meldung über eine Einigung zwischen der Deutschen Bank und den Erben der Kirch Gruppe für Aufsehen. Der Vergleich erfolgt auf der Grundlage eines Vorschlags des Oberlandesgerichts München vom März 2011 und sieht die Zahlung von 775 Millionen Euro zuzüglich Zinsen und pauschaler Kostenerstattung vor. Allerdings wird das Ergebnis des vierten Quartals 2013 dadurch noch einmal um 350 Millionen Euro belastet. Die Aktie fällt.

Commerzbank wird zum Schwan

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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6,28
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Stärkster Wert im Dax ist die Commerzbank-Aktie. Sie profitiert von einer Empfehlung der australischen Bank Macquarie: Deren Analyst Thomas Stögner hat die Aktie von "Neutral" auf "Outperform" hochgestuft und das Kursziel von 9,40 auf 15,00 Euro angehoben. "Hässliche Entlein können zu einem Schwan werden", meint der Analyst in einer Studie.

Fresenius: Kartellamt macht den Weg frei

Auch die Fresenius-Aktie hälts sich besser als der Markt Der Grund: Das Unternehmen darf über seine Tochter Helios wie geplant 40 Krankenhäuser vom Konkurrenten Rhön übernehmen. Die am Donnerstag veröffentlichte Genehmigung des Bundeskartellamts umfasst außerdem 13 medizinische Versorgungszentren. Wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken wurden drei Kliniken und zwei Versorgungszentren aus der Übernahmemasse herausgenommen.

Deutsche Börse hofft auf Trendwende

Bergab geht es dagegen mit der Aktie der Deutschen Börse. Dabei macht das Unternehmen nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr Hoffnung auf eine Trendwende. Nach Jahren mit sinkenden Umsätzen kündigte Vorstandschef Reto Francioni am Donnerstag bei der Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt kräftiges Wachstum für die kommenden Jahre an: "Wir blicken optimistisch in die Zukunft." Bis 2017 sollen die Nettoerlöse auf 2,3 bis 2,7 Milliarden Euro steigen. Das wären 20 bis 40 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Henkel enttäuscht mit Ausblick

Die rote Laterne im Dax hält bis zum Schluss Henkel. Der Konsumgüterkonzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar mehr verdient, sorgte mit seinem verhaltenen Ausblick aber für Enttäuschung.

Tui (fast) ohne Tankerkönig

Tui

Tui: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12,71
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Im MDax ist die Tui-Aktie der größte Verlierer. Der Großaktionär des Reisekonzerns, John Fredriksen, hat rund drei Viertel seines Anteils an dem Unternehmen laut dpa-AFX für je 13,13 Euro verkauft. Insgesamt ging es dabei um bis zu 39,7 Millionen Aktien, die einem Anteil von 15,7 Prozent an Tui entsprechen. Nach der Transaktion hält der "Tankerkönig" noch 4,4 Prozent an dem MDax-Mitglied.

Puma drückt der Schuh

Abwärts geht es auch mit der Puma-Aktie. Das Sportartikelunternehmen ist im vierten Quartal noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als erwartet. Das Minus lag bei 115 Millionen Euro. Auch im Gesamtjahr 2013 gab es einen Verlust. Die Dividende bleibt bei 50 Cent je Aktie.

Aareal auf solidem Pfad

Dagegen gehört der Wiesbadener Immobilienfinanzierer Aareal Bank zu den Gewinnern im MDax. Grund ist die erfreuliche Geschätsentwicklung im vierten Quartal. Die Bank will deshalb erstmals seit der Finanzkrise wieder eine Dividende zahlen - 75 Cent je Aktie. Im laufenden Jahr soll sich das operative Ergebnis weiter verbessern.

Dialog enttäuscht trotzdem

Um 2,65 Prozent bergab geht es auch mit der Aktie des Chipentwicklers Dialog Semiconductor aus dem TecDax. Dabei hat die im Schlussquartal 2013 Umsatz und Gewinn um 31 beziehungsweise 54 Prozent in die Höhe geschraubt. Auch für das laufenden Jahr rechnet Dialog mit mehr Umsatz - das wäre das achte Jahr in Folge.

Adva erleidet Rückschlag

Deutliche Verluste erleidet auch die Aktie des im TecDax notierten Netzwerkausrüsters Adva. Das Unternehmen hat im 2013 einen deutlichen Rückschlag bei Umsatz und Gewinn erlitten. Der Überschuss brach sogar um mehr als zwei Drittel auf 5,5 Millionen Euro ein. Im laufenden Jahr hofft das TecDax-Mitglied wieder auf ein Wachstum.

Grammer mit Rekordergebnis

Mit der Grammer-Aktie geht es ebenfalls bergab. Der Sitzhersteller hat im vergangenen seinen Umsatz wegen guter Geschäfte in Nord- und Südamerika um zwölf Prozent auf 1,27 Milliarden Euro verbessern können. Das vorläufige operative Konzernergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf rund 58 Millionen Euro. Im laufenden Jahr will Grammer mehr als 1,3 Milliarden Euro umsetzen.

Takkt mit Konjunkturproblemen

Einbußen verzeichnet auch der Versandhändler Takkt. Die Firma bekommt den Sparzwang von Unternehmen und Behörden zu spüren. Bei einem leicht rückläufigen Ergebnis im vergangenen Jahr sank der Vorsteuergewinn sogar um 14 Prozent auf 95,8 Millionen Euro.

Swiss Re kündigt Sonderausschüttung an

Swiss Re: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
78,68
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Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat 2013 die Analystenerwartungen deutlich übertroffen. Die Schweizer verdienten 4,44 Milliarden Dollar und damit sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 3,9 Milliarden Dollar gerechnet. Die Aktionäre sollen inklusive 4,15 Franken Sonderdividende acht Franken je Aktie erhalten.

Danone verbucht Gewinnrückgang

Der französische Lebensmittelhersteller Danone hat im vergangenen Jahr mit 1,42 Milliarden Euro 15 Prozent weniger als im Vorjahr verdient. Die Gründe sind vielfältig. Ein Rückruf von Babynahrung, ein weiter schwaches Europa-Geschäft, der starke Euro und nachlassendes Wachstum in den Schwellenländern.

Zahlt Facebook zuviel für WhatsApp?

Facebook: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
128,00
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+2,40%

Nach dem Ende des regulären Börsenhandels gab es einen Paukenschlag in der Internetbranche. Facebook kauft den Kurznachrichten-Dienst WhatsApp für insgesamt 19 Milliarden Dollar. WhatsApp hat derzeit 450 Millionen Nutzer. Die Facebook-Aktie verliert im vorbörslichen Handel mehr als vier Prozent. Dabei handele es sich hier um eine Investition in die Zukunft, meinen manche Marktteilnehmer.

Tesla nimmt sich viel vor

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
302,07
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-5,64%

Auch der Elektroautohersteller Tesla sorgte für einiges Aufsehen. Das Unternehmen will im laufenden Jahr 35.000 Fahrzeuge nach zuvor 22.500 verkaufen. Das trieb die Tesla-Aktie im nachbörslichen Handel um mehr als zwölf Prozent nach oben. Mit rund 218 Dollar notierte sie so hoch wie nie zuvor.

Adler etwas besser

Die Adler Modemärkte AG konnte im Geschäftsjahr 2013 nach vorläufigen und ungeprüften Zahlen ihren Umsatz um rund 4,4 Prozent auf 528,6 Millionen Euro steigern und damit erneut gegen den negativen Branchentrend wachsen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich von 35,5 Millionen auf 42,9 Millionen Euro. Die Aktie legt zu.

lg

Tagestermine am Mittwoch, 19. Dezember

Unternehmen:
Softbank: IPO der Mobilfunktochter in Tokyo
Ceconomy: Q4-Zahlen, 07:00 Uhr, und Bilanz-PK, 10:00 Uhr
General Mills: Q2-Zahlen, 13:00 Uhr

Konjunktur:
USA: Zinsentscheid der Fed, 20:00 Uhr, PK mit Fed-Chef Powell, 20:30 Uhr
Japan: Außenhandel im November, 00:50 Uhr
Deutschland: Erzeugerpreise im November, 08:00 Uhr
Großbritannien: Verbraucherpreise im November, 10:30 Uhr
USA: Leistungsbilanz Q3, 14:30 Uhr
USA: Wiederverkäufe Häuser im November, 16:00 Uhr
USA: Wöchentlicher Ölbericht, 16:30 Uhr