Marktbericht 9:20 Uhr

Marktbericht negativ
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Kurserholung macht eine Pause Dax kämpft an der 11.000

Stand: 20.05.2020, 09:20 Uhr

Über der runden Marke ist der deutsche Leitindex auch am Mittwoch in den Handel gestartet. Die Kursgewinne der vergangenen Tage scheinen allerdings brüchig. Die Unsicherheit über die Eindämmung der Corona-Pandemie und deren wirtschaftliche Folgen bleibt groß.

Wegen der Ungewissheit über medizinische Erfolge gegen das Corona-Virus hatten am Abend die US-Indizes an der Wall Street tiefer geschlossen. Der Dow Jones Industrial schloss mit minus 1,59 Prozent auf 24 206,86 Punkte knapp über Tagestief und gab damit einen Teil seines knapp vierprozentigen Gewinns vom Vortag wieder ab. Der marktbreite S&P 500 schloss 1,05 Prozent tiefer auf 2922,94 Zähler.

Zweifel am Corona-Impfstoff

Zu Wochenbeginn wurde Moderna noch für seinen Corona-Impfstoff gefeiert. Nun gibt es Zweifel an der potenziellen Wirksamkeit des Impfstoffs. Die Moderna-Aktie brach am Dienstag um zehn Prozent ein, nachdem sie am Montag um 20 Prozent nach oben geschossen war. Auch ein mögliches Corona-Medikament von Fujifilm wird inzwischen kritischer gesehen. Die Aktien von Fujifilm brechen ein.  | mehr

Asien-Börsen uneinheitlich

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.391,28
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+2,87%

Auch in Fernost stehen die Kursgewinne der vergangenen Tage auf wackeligen Füßen. Die Börse in Tokio hat sich am Mittwoch zunächst stärker gezeigt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss im Verlauf 0,8 Prozent höher. Die Börse in Shanghai verlor dagegen rund ein halbes Prozent.

US-Arbeitsmarkt aus den Fugen

Zu den schlechten Nachrichten zu Wirkstoff-Kandidaten kamen gestern Abend noch skeptische Stimmen zur konjunkturellen Lage. Die Arbeitslosenrate könnte im Zuge der Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf nahezu 20 Prozent steigen, hieß es in Anmerkungen des Präsidenten der Notenbank von Boston, Eric Rosengren, für ein Webinar am Dienstag. "Leider erwarte ich, dass selbst zum Jahresende die Arbeitslosenrate im zweistelligen Bereich bleiben wird."

Euro stabil, Öl steigt weiter

Am Devisenmarkt bleibt der Euro weiterhin in Lauerstellung unterhalb der Marke von 1,10 Dollar. Am Morgen notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,0941 Euro. Die Ölpreise bleiben im Vorwärtsgang. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent kostet am Morgen rund 35 Dollar. Die Feinunze Gold hält sich mit 1.746 Dollar in etwa auf Vortagesniveau.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,0897
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.729,55
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Hauptversammlungen vor dem Computer

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
6,90
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+3,12%

Bei Dax & Co stehen heute viele Hauptversammlungen an, die "virtuell" stattfinden. So laden etwa die beiden Dax-Konzerne Deutsche Bank und SAP zu ihren Aktionärstreffen ein. Auch bei Uniper, Singulus oder Aixtron wird online konferiert.

SAP-AR-Chef Plattner: Keine Eile bei Nachfolger-Suche

SAP

SAP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
111,60
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+4,91%

Der Softwarekonzern SAP will sich nach deutlicher Anwenderkritik und vielen Änderungen im Management wieder stärker um die Kundenwünsche kümmern. "Wir haben die Geduld unserer Kunden so manches Mal überstrapaziert", sagte Vorstandschef Christian Klein auf der Online-Hauptversammlung des Dax-Konzerns. "Das wissen wir - und das werden wir schleunigst wieder gutmachen." Mit seinem Plan zur Integration der vielen Einzelprodukte zu einem Angebot aus einem Guss sei der Dax-Konzern "auf einem sehr guten Weg", fügte Klein hinzu.

Der 40-jährige Klein führt die Geschäfte an der Spitze des wertvollsten deutschen börsennotierten Konzerns seit vergangenem Monat allein, nachdem die Amerikanerin Jennifer Morgan die erst im Oktober installierte Doppelspitze nach rund einem halben Jahr und internen Problemen schon wieder verlassen hat.  | mehr

Merkel: Entscheidung über Lufthansa-Hilfen in Kürze

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,64
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+7,49%

Im Ringen um ein milliardenschweres staatliches Finanzpaket für die Lufthansa in der Corona-Krise deutet sich ein Ende der Hängepartie zm Einmstige des Bundes an. Bundeskanzlerin Merkel erklärte am Abend, die Regierung und der Dax-Konzern stünden kurz vor einer Einigung.

"Die Bundesregierung ist in intensiven Gespräche mit dem Unternehmen und der EU-Kommission", fügte sie hinzu. Sie könne aus laufenden Gesprächen aber keine Details berichten. LH-Aktien gaben am Mittwoch auf Xetra 1,3 Prozent nach auf 7,92 Euro.  | mehr

BASF: Dea kappt Prognose

Der Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea streicht nach einem Nettoverlust im ersten Quartal seine Ausgaben für das laufende Jahr zusammen. Die Investitionen sollen mit 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro rund 30 Prozent geringer ausfallen als zunächst geplant, teilte die Beteiligung des Chemiekonzerns BASF am Mittwoch in Kassel mit. Die Dividende auf die Stammaktien hat Wintershall Dea ausgesetzt. Das bereinigte Ebitda brach von 832 Millionen auf 481 Millionen Euro ein. Das bereinigte Konzernergebnis sackte von plus 320 Millionen auf minus 78 Millionen Euro in den Keller.

Abgas-Skandal: VW-Bosse kommen glimpflich davon

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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133,96
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+0,89%

Aufatmen in der Wolfsburger Konzernzentrale: Das Strafverfahren wegen möglicher Marktmanipulation gegen VW-Chef Herbert Diess und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch in der Diesel-Affäre soll gegen eine Zahlung von neun Millionen Euro eingestellt werden. Ein Sprecher des Kontrollgremiums von Volkswagen bestätigte eine entsprechende Einigung zwischen den beiden Angeklagten und der Justiz. Die Ermittler warfen Diess und Pötsch vor, im Zusammenhang mit dem Auffliegen des Abgasskandals im Herbst 2015 in den USA Anleger nicht rechtzeitig über das Ausmaß der finanziellen Folgen und drohenden Strafen informiert zu haben.

Fresenius-Familie hochgestuft

Die Aktien des Medizinkonzerns Fresenius und dessen Dialysetochter FMC könnten am Mittwoch angesichts optimistischerer Einschätzungen der Bank Morgan Stanley einen Blick wert sein. Analyst Michael Jungling stufte die Papiere von Fresenius von "Equal-weight" auf "Overweight" hoch und traut ihnen mit einem Kursziel von 48 Euro eine Fortsetzung ihrer Kurserholung vom Corona-Crashtief bei rund 24 Euro Mitte März zu. Am Dienstag hatten die Papiere das Xetra-Hauptgeschäft mit 41,62 Euro beendet. Für FMC spricht der Experte nun eine "Equal-weight"-Empfehlung aus, nachdem er bisher mit "Underweight" eher für einen Verkauf war.

Covestro gefragt

Covestro: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
31,29
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+0,32%

Ein etwas zuversichtlichere Einschätzung durch die Bank of America (Bofa) stützt die Aktien von Covestro. Die Bofa-Experten stuften die von hartem Wettbewerb und der Corona-Krise gebeutelten Aktien des Kunststoff-Konzerns von "Underperform" auf "Neutral" hoch. Bis zu ihrem Kursziel von 34 Euro fehlen rund zehn Prozent. Erst am Dienstag hatte der Dax-Konzern zwar den Dividendenvorschlag für 2019 auf 1,20 Euro je Aktie halbiert, allerdings hatten einige Analysten und Börsianer auch eine komplette Streichung - wie bei anderen von der Corona-Krise hart getroffenen Unternehmen - für möglich gehalten.

Dividendenabschläge in Dax & Co

Mehrere Aktien werden am Morgen ex Dividende gehandelt. Bei der Deutschen Börse beträgt der Abschlag entsprechend der Ausschüttung 2,90 Euro. Bei Rheinmetall liegt er bei 2,40 Euro, bei Drillisch bei 0,05 Euro je Aktie.

Lenovo mit heftigem Gewinneinbruch

Der chinesische PC-Hersteller hat aufgrund der Corona-Krise einen Gewinneinbruch im ersten Quartal verbucht. Der Nettogewinn fiel um 64 Prozent auf 43 Millionen Dollar, während der Umsatz um 9,7 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar sank, teilte Lenovo mit. Analysten hatten allerdings mit einem noch niedrigeren Gewinn gerechnet, deshalb legte der Aktienkurs zeitweise fünf Prozent zu. Lenovo habe die Produktion in China zu 100 Prozent wieder aufgenommen, sagte Lenovo-Chef Yang Yuanqing zu Reuters.
Der Konzern hatte aufgrund von Maßnahmen zur Eindämmung des Virus Fabriken schließen müssen, darunter ein großes Werk in Wuhan. Im zweiten Quartal erwartet Lenovo ein Umsatzwachstum für das PC- und Smartgeräte-Geschäft sowie für die Rechenzentrumssparte, weil mehr Menschen dauerhaft von zu Hause aus arbeiteten.

Schoeller-Bleckmann leidet unter US-Markt

Der Ölfeldausrüster hat im ersten Quartal erste Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren bekommen. Der für den Konzern wichtige nordamerikanische Markt, der bereits zuvor durch das zurückhaltende Investitionsverhalten der Ölkonzerne abgeschwächt war, habe die Aktivitäten weiter zurückgefahren, erklärte SBO. Der Umsatz sank auf 108,9 (121,1) Millionen Euro, das operative Ergebnis (Ebit) auf 12,1 (20,2) Millionen Euro. Unter dem Strich stieg der Gewinn allerdings auf 8,6 (7,7) Millionen Euro, was auf einen geringeren Steueraufwand zurückzuführen ist. Einen konkreten Ausblick wagte das Unternehmen nicht. Es sei aber mit einem "extrem anspruchsvollen Jahr 2020" zu rechnen.

Facebook mit Shopping-Offensive

Facebook: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
220,70
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+3,13%

Facebook will es Geschäften ermöglichen, über das gleichnamige soziale Netzwerk sowie Instagram ihre Waren vorzustellen und zu verkaufen. Für die Betreiber werde der neue Dienst mit dem Namen "Shops" kostenlos sein, erklärte Konzernchef Mark Zuckerberg am Dienstag bei der Ankündigung in einem Videostream. Das Geschäftsmodell von Facebook beruhe vielmehr auf Werbung. Der US-Konzern hatte im vergangenen Jahr auf Instagram und WhatsApp begrenzte Möglichkeiten zum Online-Handel geschaffen.  | mehr

Erster Börsengang des Jahres perfekt

Trotz Corona-Krise hat es der Datenbank-Anbieter Exasol als erstes Unternehmen in diesem Jahr an die Frankfurter Börse geschafft. Die insgesamt gut neun Millionen angebotenen Aktien seien für 9,50 Euro je Stück verkauft worden, hieß es am Abend. Das Platzierungsvolumen beträgt somit rund 87,45 Millionen Euro. Die Preisspanne hatte bei 8,50 bis 10,50 Euro je Aktie gelegen. Am Montag sollen die Aktien erstmals an der Frankfurter Börse im Segment "Scale" ehandelt werden.  | mehr

AB

Tagestermine am Dienstag, den 26. Mai

Firmen:
Fraport: Verkehrszahlen, 21.KW, 07:00 Uhr
Suzuki: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Hella: Telefonkonferenz, 09:00 Uhr
Fraport: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Nordex: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Dr. Hönle: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Siemens: Abspaltungsbericht für Siemens-Energy, 10:00 Uhr
Basler: Hauptversammlung (online), 13:30 Uhr
Air France-KLM: Hauptversammlung, 14:30 Uhr
Merck & Co.: Hauptversammlung, 15:00 Uhr

Konjunktur:
Japan: All Industry Acitivity Index 03/20, 06:30 Uhr
EU: Acea Nfz.-Zulassungen 04/20, 08:00 Uhr
Deutschland: GfK-Verbrauchervertrauen 06/20, 08:00 Uhr
USA: CFNA-Index 04/20, 14:30 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 05/20, 16:00 Uhr
USA: Verkauf neuer Häuser, 16:00 Uhr