Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht positiv Hexensabbat
Video

Neues Jahreshoch Dax: Hexensabbat verleiht Flügel

Stand: 15.03.2019, 20:02 Uhr

Ungeachtet des Brexit-Chaos und anderer geopolitischer Risiken haben die Anleger am Freitag einen Ausbruch nach oben gewagt - und den Dax am dreifachen Verfallstag auf ein neues Jaheshoch geschoben.

In der Spitze schaffte es der Dax sogar bis auf 11.725 Punkte, bevor der Verfall von Termingeschäften am Nachmittag den Leitindex doch wieder belasteten.

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
Audio

Börse 20.05: Prima Handelswoche

Gute Nachrichten aus China kurbelten die Kurse dann aber wieder an. So wurde bekannt, dass die chinesische Regierung ab dem ersten April die Mehrwertsteuer senken will, um den privaten Konsum anzukurbeln. Zudem geht das Land angesichts der Handelsstreitigkeiten mit einem Investitionsgesetz auf ausländische Unternehmen und Investoren zu. Es soll für mehr fairen Wettbewerb sorgen.

Geht die Rally weiter?

Die Nachricht befeuerte die Kurse an den Aktienmärkten in New York und in Europa. Zwar blieb der Dax unterhalb der Schwelle von 11.700 Punkten stecken, doch am Ende des elektronischen Handels reichte es noch für ein Plus von 98 Punkten (plus 0,85 Prozent) auf einen Schlusskurs von 11.685,69 Punkten - den höchsten Stand in diesem Jahr.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.549,96
Differenz relativ
-0,46%

Der starke Schlussspurt deutet auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends in den kommenden Wochen hin. Marktexperten halten eine Ausdehnung der Rally in Richtung 11.794 bis11.865 Punkte möglich. Tatsächlich ist es dem Dax am Freitag gelungen, die aus technischer Sicht wichtige 200-Tage-Linie bei 11.657 Punkten zu überwinden. Offenbar hat der "dreifache Hexensabbat" den Kursen Auftrieb gegeben.

Wall Street trotz schlechter Konjunkturnachrichten im Plus

Auch an der Wall Street gaben die guten Nachrichten aus China den Kursen Auftrieb. Bei Börsenschluss in Frankfurt notierte der Dow Jones Index 0,6 Prozent höher bei 25.863 Zählern.

Belastet wurde der Index anfangs von schlechten Konjunkturnachrichten. So hat sich die Stimmung in der Industrie im Großraum New York im März überraschend eingetrübt. Der Empire-State-Index fiel um 5,1 Punkte auf 3,7 Zähler, wie die regionale Notenbank von New York am Freitag mitteilte. Das ist der tiefste Stand seit Mai 2017, also seit fast zwei Jahren. Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg auf 10,0 Punkte gerechnet.

Damit liegt der Indikator nur noch knapp im Expansionsbereich, was die Wachstumszweifel nicht geringer werden lasse, meint Patrick Boldt, Volkswirt der Helaba. Angesichts dessen werde sich die Fed in ihrer abwartenden Haltung bestätigt sehen. Dies gilt umso mehr als auch die Industrieproduktion im Februar nur noch um 0,1 Prozent gestiegen ist. Volkswirte hatten ein Plus von 0,4 Prozent erwartet.

Euro pendelt um 1,13 Dollar

Der Euro hat sich am Freitag nach einer Achterbahnfahrt bei gut 1,13 Dollar stabilisiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1308 (Donnerstag: 1,1295) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8843 (0,8854) Euro.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1385
Differenz relativ
+0,07%

Ermittlungen gegen Wirecard auch in Indien

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
101,10
Differenz relativ
-5,60%

Schwächster Wert im Dax ist auch am Nachmittag die Wirecard-Aktie. Laut Gerichtsdokumenten aus Singapur, die diese Woche öffentlich wurden, haben die Behörden des südostasiatischen Stadtstaates auch die indische Tochtergesellschaft von Wirecard ins Visier genommen. Ermittelt werde gegen Wirecard-Mitarbeiter und mehrere Gesellschaften des Konzerns wegen möglicher strafbarer Handlungen – unter anderem Geldwäsche und Dokumentenfälschung, hieß es.

Konkret erwähnt die auf Wirtschaftskriminalität spezialisierte Einheit der Singapurer Polizei neben Gesellschaften in Hongkong, Malaysia, Indonesien und auf den Philippinen auch das Unternehmen Hermes I Tickets mit Sitz in der indischen Metropole Chennai. Die Gesellschaft bildete den Hauptteil der 2015 von Wirecard gekauften Firmengruppe. Derweil hat die Citigroup ihre Aktienempfehlung von "Neutral" auf "Sell" abgestuft, mit einem Kursziel von 100 Euro.  | mehr

Rabattschlachten bremsen BMW aus

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
71,15
Differenz relativ
-1,15%

Nach einem durchwachsenen Jahr 2018 kürzt BMW seine Dividende. Aktionäre werden 3,50 je Stammaktie erhalten, nach 4,00 Euro ein Jahr zuvor. Der Umsatz sank von 98,3 auf 97,5 Milliarden Euro und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 9,9 auf 9,1 Milliarden. BMW will nun mehr sparen, da man 2019 mit einem starken Gegenwind für die Branche rechnet. BMW hatte bereits im September seine Jahresziele für 2018 gekappt und für das dritte und vierte Quartal deutliche Bremsspuren angekündigt.  | mehr

Deutsche Bank will grünes Licht von Merkel

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,44
Differenz relativ
-4,10%

Die Deutsche Bank bemüht sich vor der möglichen Aufnahme formeller Fusionsgespräche mit der Commerzbank laut einem Agenturbericht um politische Rückendeckung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das berichtete die Finanzagentur "Bloomberg" am Freitag unter Berufung auf mit dem Fortgang der Diskussionen über einen solchen Deal vertrauten Personen.

Am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass die beiden letzten deutschen Großbanken informelle Gespräche über einen Zusammenschluss führen. Inzwischen gibt es heftigen Widerstand gegen dieses Projekt von Arbeitnehmern und Gewerkschaften, aber auch aus Merkels Partei, der CDU. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hingegen unterstützt nach Darstellung von Insidern eine Fusion.

Volkswagen-Absatz sinkt

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
142,94
Differenz relativ
-0,68%

Der Volkswagen-Konzern hat im Februar weniger Fahrzeuge ausgeliefert. Im Februar gingen die Auslieferungen an Kunden gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,8 Prozent auf 724.400 Fahrzeuge zurück. Besonders der Verkauf in China erhielt mit minus 7,4 Prozent einen Dämpfer. Das Land ist der wichtigste Einzelmarkt des Konzerns, hier verkauft Volkswagen fast 40 Prozent seiner Autos und Nutzfahrzeuge.

Bechtle will weiter deutlich wachsen

Bechtle: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
81,00
Differenz relativ
0,00%

Der schwäbische IT-Dienstleister will Umsatz und Gewinn im laufenden Jahr trotz einer schwächenden Konjunktur erneut "sehr deutlich" steigern. Die Umsatzrendite vor Steuern soll dabei mindestens auf dem Vorjahresniveau von 4,5 Prozent liegen. Die ersten Wochen des Jahres stimmten das MDax-Unternehmen zuversichtlich, sagte Vorstandschef Thomas Olemotz. Im abgelaufenen Jahr steigerte Bechtle seinen Nettogewinn um rund 20 Prozent auf gut 137 Millionen Euro. Die Dividende wird von 0,90 auf 1,00 Euro erhöht.

Shop Apotheke überzeugt die Anleger

Die Aktie der Shop Apotheke liegt mit deutlichem Abstand an der Spitze im SDax. Das Unternehmen will seinen Umsatz im laufenden Jahr von 540 auf rund 700 Millionen Euro steigern. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen bereits seine Ebitda-Marge wegen des hohen Wachstums von minus 3,0 auf minus 2,2 Prozent verbessert.

Facebook: WhatsApp-Chef weg

Facebook: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
145,21
Differenz relativ
+0,11%

Produktchef Chris Cox und der Chef des Chatdienstes WhatsApp, Chris Daniels, haben beschlossen, Facebook zu verlassen, teilte Firmenchef Mark Zuckerberg mit. Neuer Chef von WhatsApp werde Will Cathcart, der zuletzt für die Facebook-App verantwortlich gewesen sei. Zuckerberg beschrieb Cathcart als "eine der talentiertesten Führungskräfte unserer Firma".

Cox war mehr als 13 Jahre bei dem Unternehmen und erst kürzlich zum obersten Produktchef aufgestiegen. Sein Job werde zunächst nicht neu besetzt, teilte Zuckerberg mit. Stattdessen werden die Chefs von Facebook, Instagram, Messenger und WhatsApp direkt an ihn berichten. Die Facebook-Aktie verliert im vorbörslichen Handel rund 1,6 Prozent, nachdem sie gestern bereits wegen Zugangsproblemen für die Facebook-Nutzer 1,85 Prozent eingebüßt hatte.

Oracle zahlt mehr Dividende

Oracle: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
46,97
Differenz relativ
+2,60%

Der US-Softwarekonzern Oracle will seinen Aktionären für das dritte Geschäftsquartal eine Dividende von 0,24 US-Dollar pro Aktie zahlen - 0,05 Dollar mehr als zuletzt. Beim Umsatz und Gewinn erfüllte Oracle in etwa die Erwartungen. Der bereinigte Umsatz lag bei 9,62 Milliarden US-Dollar, das bereinigte Ergebnis pro Aktie bei 87 Cent. Von Bloomberg befragte Analysten hatten beim Umsatz 9,62 Milliarden Dollar, beim Gewinn pro Aktie 84 Cent erwartet. Die Aktie rutschte nachbörslich um rund drei Prozent ab.

Adobe enttäuscht die Börse

Der amerikanische Softwarekonzern hat mit seinem Ausblick für das laufende zweite Quartal enttäuscht. Er erwartet einen Umsatz von 2,70 Milliarden Dollar statt der vorhergesagten 2,72 Milliarden Dollar. Die Aktie des Software-Konzerns fiel im nachbörslichen Handel um 2,6 Prozent. Im abgelaufenen ersten Quartal war der Umsatz dagegen um etwa ein Viertel um 2,6 Milliarden Dollar gestiegen und damit stärker als vorhergesagt.

Uber rast im April an die Börse

Es könnte einer der größten Hightech-Börsengänge aller Zeiten werden. Im April will Uber seine Aktien öffentlich anbieten. Im kommenden Monat soll unter anderem die Roadshow beginnen, sagten Insider. Der Fahrdienstvermittler wird mit bis zu 120 Milliarden Dollar bewertet. Damit würde Uber vermutlich kurz nach dem Konkurrenten Lyft den Börsengang abschließen. Das US-Unternehmen hatte im Dezember - wie auch Lyft - vertrauliche Unterlagen für einen Börsengang eingereicht.  | mehr

Tesla enthüllt seinen nächsten Hoffnungsträger

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
242,74
Differenz relativ
-0,05%

Tesla hat sein langerwartetes Model Y vorgestellt. Der Kompakt-Geländewagen, der auf der technischen Plattform der Volumen-Baureihe Model 3 basiert, soll Ende 2020 auf dem Markt kommen. Das Model Y soll Tesla mit einem Preis ab 39.000 Dollar vor Steuern weiter in einen breiteren Markt bringen. Zunächst sollen aber teurere Varianten zu Preisen zwischen 47.000 und 60.000 Dollar verkauft werden. Tesla-Chef Elon Musk zeigte sich überzeugt, dass Tesla mehr Fahrzeuge des Wagen verkaufen werde als der drei bisherigen Modelle S, X und 3 zusammen.  | mehr

ME

Tagestermine am Freitag, den 22. März

Unternehmen:
Credit Suisse: Geschäftsbericht, 07:00 Uhr
Salzgitter: Jahreszahlen, 07:00 Uhr
SAF Holland: Jahreszahlen (endgültig), 07:30 Uhr
Hapag Loyd: Jahreszahlen (endgültig), 07:30 Uhr Uhr
Dic Asset: Hauptversammlung Frankfurt, 10:00 Uhr
Deutsche Bank: Geschäftsbericht

Konjunktur:
Japan: Verbraucherpreise, 00:30 Uhr
Japan: Nikkei-PMI Verarbeitendes Gewerbe 3/19 (vorab)
Deutschland: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 3/19, 9:30 Uhr
EU: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 3/19, 10:00 Uhr
EU: Leistungsbilanz 01/19, 10:00 Uhr
USA: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 3/19, 14:45 Uhr
USA: Verkauf bestehender Häuser 02/19, 15:00 Uhr