Marktbericht 11:50 Uhr

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Warten auf die EZB Dax hält sich über wichtiger Marke

Stand: 14.06.2018, 11:50 Uhr

Trotz des Gegenwinds aus Amerika notiert der Dax inzwischen nur noch leicht im Minus. Spannend dürfte es am Nachmittag werden, wenn die EZB mit Neuigkeiten auftrumpfen wird.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.511,91
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Bis zum Mittag schwankt der Dax zwischen 12.873 und 12.800 Punkten. Positiv hebt Chartanalyst Jörg Scherer von HSBC hervor, dass gestern die 200-Tage-Linie bei derzeit 12.759 Punkten bestätigt worden sei. "Damit hat sich das Aktienbarometer an jedem der letzten zwölf Handelstage mit der langfristigen Glättung auseinandergesetzt, so dass die Bedeutung dieser Bastion kaum überschätzt werden kann", erklärte der Marktbeobachter.

Anleihekäufe im Blick

Eine wirkliche Tagestendenz lässt aus den bisherigen Verlauf noch nicht herleiten. Denn um 13:45 Uhr wird die EZB ihre Zinsentscheidung bekannt geben. Zwar wird keine Änderung des Leitzinses erwartet. Vielmehr stehen beim Treffen des geldpolitischen Rates der EZB in Riga die vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihekäufe auf der Agenda. Ökonomen erwarten von Notenbankchef Mario Draghi zumindest Hinweise, dass die Anleihekäufe noch dieses Jahr enden.

Inflation zieht an

Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist nach den neuesten Inflationsdaten aus dem Euroraum vermutlich nicht kleiner geworden. Gestiegene Energiepreise haben die Inflation in Deutschland im Mai über die Marke von zwei Prozent getrieben. Die Verbraucherpreise lagen um 2,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. So hoch war die Inflationsrate zuletzt im Februar 2017. In Frankreich lag die Teuerungsrate mit 2,3 Prozent sogar auf dem höchsten Stand seit August 2012.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Die Notenbank strebt für den gesamten Euroraum mittelfristig eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Die Argumente für die bisher praktizierte ultralockere Geldpolitik werden weniger. Der Euro hat die Marke von 1,18 US-Dollar zurückerobert.

VW-Strafe: Was geschieht mit der Milliarde?

Eine Milliarde Euro soll der Autobauer VW an Bußgeld zahlen. Nach Einschätzung der Ermittler ist es das höchste jemals in Deutschland verhängte Bußgeld, das VW für den Dieselskandal zahlen muss. Zunächst einmal bekommt die niedersächsische Landeskasse die Milliarde. Sie soll innerhalb von sechs Wochen überwiesen werden. Was nun mit dem Geld geschieht, darüber gibt es unterschiedliche Vorstellungen. FDP und Steuerzahlerbund in Niedersachsen wollen zum Beispiel, dass das Geld in den Schuldenabbau des Bundeslandes fließt. Der niedersächsische Richterbund forderte mehr Jobs in der Justiz. Die VW-Aktie dreht trotzdem ins Plus.

Vonovia unter Beobachtung

Vonovia ist ins Visier des "Spiegel" geraten. Das Magazin berichtet kritisch über die Höhe der Nebenkosten, die Umlegung von Modernisierungskosten und die Höhe der Mieten. Auch wenn alles sehr vage und schwer einzuschätzen ist, hat das die im Dax notierte Aktie zunächst belastet. Zudem hat die Credit Suisse die Einstufung für Vonovia auf "Underperform" mit einem Kursziel von 41 Euro belassen. Die geplante Expansion in europäische Großstädte brächte Größenvorteile, berge aber auch Risiken.

Infineon empfohlen

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
23,69
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-2,55%

Die Deutsche Bank hat das Kursziel für Infineon nach einem Kapitalmarkttag von 29 auf 30 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Der Halbleiterkonzern überzeuge durch die richtige Balance aus Wachstum und Profitabilität, schrieb Analyst Johannes Schaller in einer Studie.

Bertrandt enttäuscht

Der Ingenieurdienstleister Bertrandt aus dem SDax hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2017/18 seine Gesamtleistung von knapp 498 auf 501 Millionen Euro leicht verbessert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte von 35,6 auf 36,1 Millionen Euro zu und lag damit trotz der geringeren Anzahl an Arbeitstagen leicht über dem Vorjahr. Die Aktie verliert deutlich.

Gerry Weber aus der Mode

Der Damenmode-Hersteller hat seine Umsatz- und Ergebnisziele für dieses Jahr nach unten korrigiert. Gleichzeitig kündigte Gerry Weber den Umbau seines Geschäftsmodells an. Die Anleger reagieren enttäuscht.  | mehr

Grenke schließt Kapitalerhöhung ab

Der IT-Vermieter Grenke platzierte rund zwei Millionen Papiere zu je 98 Euro bei institutionellen Investoren. Brutto fließen dem Unternehmen damit rund 200 Millionen Euro zu. Das, was davon nach den Kosten im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung übrig bleibt, soll ins Wachstums investiert werden.

Rolls-Royce streicht viele Stellen

Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce will bis Mitte 2020 weitere 4.600 Stellen streichen und so in diesem Zeitraum umgerechnet rund 454 Millionen Euro einsparen. Der Großteil der Streichungen entfällt auf Großbritannien, wo sich die Konzernzentrale befindet. Ein Drittel der betroffenen Mitarbeiter soll noch im laufenden Jahr gehen.

ME

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