Marktbericht 11:50 Uhr

Marktbericht negativ
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Anleger halten sich zurück Dax gibt die 11.000 nicht kampflos ab

Stand: 22.05.2020, 11:50 Uhr

Am Brückentag tut sich der deutsche Aktienmarkt erneut schwer. Immerhin konnte sich der Dax von seinen Tagestiefstständen nach oben absetzen.

Von seinem Tagestief bei 10.867 Punkten oder minus 1,8 Prozent konnte sich der deutsche Leitindex immerhin zeitweise über die 11.000-Punkte-Marke nach oben arbeiten. Die Konsolidierung kann eigentlich nicht wirklich überraschen. Zuvor hatte der Dax von vergangenem Freitag bis zum Mittwoch dieser Woche zeitweise mehr als 1.000 Punkte hinzugewinnen können. Und vor gut zwei Monaten lag der Index noch fast 3.000 Punkte niedriger. Trotz des fulminanten Anstiegs besteht keine Klarheit darüber, wie lange eine Rückkehr zu einer wirklich normalen wirtschaftlichen Entwicklung dauert. Und auch die Möglichkeit einer zweiten Corona-Welle scheint nicht unbedingt vollständig in den Kursen enthalten zu sein. Vielmehr scheint der Anstieg in erster Linie durch die massive Ausweitung der Liquidität der internationalen Notenbanken getrieben zu sein.

China-USA-Konflikt geht weiter

Andauernde Unstimmigkeiten zwischen den USA und China drücken erneut auf die Stimmung. Präsident Donald Trump hatte dem chinesischen Premierminister Xi Jinping vorgeworfen, dass dieser persönlich hinter einer angeblichen Propaganda in den USA und Europa stehe. Der streitbare Politiker sprach nun in diesem Zusammenhang von einer "massiven Desinformationskampagne" Pekings, um seine Chancen auf eine Wiederwahl zu schmälern. Dazu kommen potenziell neue Spannungen, weil Peking mit einem neuen Sicherheitsgesetz seine Kontrolle über Hong Kong ausweiten will.

"Je näher die Präsidentschaftswahl in den USA rückt, desto mehr dürfte Trump Kritik am Reich der Mitte üben", sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader. "Investoren befürchten dabei, dass es nicht bei einem Krieg der Worte bleiben, sondern es auch zur erneuten Eskalation des Handelskonflikts mit gegenseitigen Strafzöllen und anderen Sanktionen kommen wird."

Trotz des jüngsten Rückschlags steuert der Dax derzeit zwar noch auf einen Gewinn für die aktuellen fünf Handelstage zu - vor allem dank des fulminanten Wochenstarts. Ein Ausbruch aus der aktuellen Handelsspanne nach oben sei angesichts der jüngsten Ereignisse für den Dax aber erst einmal kein Thema mehr, glaubt Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Die japanische Börse lief heute ebenfalls schwächer. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index büßte am letzten Handelstag der Woche 0,8 Prozent auf 20.388 Punkte ein. Am Devisenmarkt entfernt sich der Euro weiter von der Marke von 1,10 US-Dollar und kämpft um die Marke von 1,09.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.391,28
Differenz relativ
+2,87%
Nikkei 225 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
20.741,65
Differenz relativ
+1,73%

Die Ölpreise fallen

Am Ölmarkt machen sich die Zwistigkeiten ebenfalls bemerkbar. Die jüngste Rally des "schwarzen Goldes" ist zunächst einmal beendet. Nordsee-Öl der Sorte Brent verliert gegen Mittag 1,67 auf 34,39 Dollar je Barrel. Amerikanisches WTI wird für 32,08 Dollar gehandelt, 1,84 Dollar weniger als gestern.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
35,57
Differenz relativ
+1,98%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
33,75
Differenz relativ
+2,12%

Gold profitiert

Gold wird im Gegensatz zu Öl teuer. Eine Feinunze kostete im Laufe des Vormittags bis zu 1.740 Dollar oder 1.595 Euro. Damit nähert sich das Edelmetall erneut seinen erst vor kurzem erreichten Jahreshöchstständen von 1.765 Dollar beziehungsweise 1.633 Euro wieder an.

Warten auf neue Impulse aus China

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
35,57
Differenz relativ
+1,98%

Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten hat die Führung in Peking kein Ziel für das Wachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ausgegeben. Regierungschef Li Keqiang verwies auf die "großen Unsicherheiten" hinsichtlich der Corona-Pandemie und der weltweiten Wirtschaftskrise. China sehe sich Faktoren gegenüber, "die schwer vorherzusagen sind". Aktienhändler werten es als schlechtes Zeichen, dass China gar kein Wachstumsziel nennt. Das schgürt Zweifel an der Erholung der Wirtschaft in China nach dem Einbruch durch die Corona-Krise. Prompt geraten heutemorgen die Ölpreise stark unter Druck.  | mehr

Mögliche Rettung beflügelt Lufthansa-Kurs

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,64
Differenz relativ
+7,49%

Die Lufthansa-Aktie schnellt im frühen Handel nach oben. Eine Entscheidung über ein milliardenschweres Rettungspaket des Bundes für die Lufthansa steht offenbar kurz bevor. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Mittwoch, es sei in Kürze" damit zu rechnen. Die Regierung sei in "intensiven Gesprächen" mit dem Unternehmen und der EU-Kommission. Die Bundesregierung habe ihr Bekenntnis, die Airline in der Krise zu stützen, bekräftigt, so Bernstein-Analyst Daniel Roeska. Dies werde aber erheblich zu Lasten der Aktionäre gehen.
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Kahlschlag bei Nissan befürchtet

Der japanische Autobauer erwägt einem Agenturbericht zufolge den Abbau von 20.000 Arbeitsplätzen. Die Stellenstreichungen sollen vorwiegend in Europa und den Entwicklungsländern erfolgen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet. Kommende Woche wolle Nissan seine aktualisierte mittelfristige Strategie präsentieren. Der Konzern kämpft wie andere Hersteller auch im Zuge der Virus-Krise mit einem starken Rückgang der Nachfrage nach Autos.

Sixt: Kursziel von 53 auf 80

Sixt ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
70,00
Differenz relativ
+4,01%

Das Bankhaus Metzler hat die Stammaktien von Sixt von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 53 auf 80 Euro angehoben. Analyst Stephan Bauer sieht laut einer Studie Licht am Ende des Tunnels für den Autovermieter. Er begründet dies mit Reiseerleichterungen zahlreicher europäischer Länder und einer Mitte Juni zu erwartenden Rückkehr zur Reisefreiheit.

Umsatzeinbruch bei Burberry

Der britische Luxus-Modekonzern Burry hat wegen zahlreicher geschlossener Filialen einen Umsatzeinbruch verbucht. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 schrumpften die Verkäufe um 27 Prozent. Rund 60 Prozent der Burberry-Geschäfte waren geschlossen. Wegen der unsicheren Aussichten kappte Firmen-Chef Marco Gobbetti die Dividende. Im Gesamtjahr 2019/20 (Ende März) fiel der Umsatz um drei Prozent auf 2,63 Milliarden Pfund (rund 2,9 Milliarden Euro), das bereinigte Pro-Forma-Betriebsergebnis schrumpfte um acht Prozent auf 404 Millionen Pfund.

Nvidia jubelt über Umsatz- und Gewinnsprung

Der Grafikkarten-Spezialist Nvidia hat im vergangenen Quartal von einem regen Geschäft mit Rechenzentren profitiert. Der Umsatz des Konzerns stieg im Jahresvergleich um 39 Prozent auf gut drei Milliarden Dollar. Der Gewinn sprang von 394 auf 917 Millionen Dollar.

Das Geschäft mit Rechenzentren trug maßgeblich zu dem Wachstum mit einem Umsatzplus von 80 Prozent auf 1,14 Milliarden Dollar bei. Im Gaming-Bereich mit Nvidias Grafikkarten für Notebooks und Desktop-Rechner stiegen die Erlöse um 27 Prozent auf 1,34 Milliarden Dollar.

HPE enttäuscht

Das amerikanische Informationstechnik-Unternehmen Hewlett Packard Enterprise (HPE) hat die Erwartungen im abgelaufenen Quartal verfehlt. Der Umsatz sackte um 16 Prozent auf 6,01 Milliarden Dollar ab, das Ergebnis pro Aktie fiel auf 22 Cents. Analysten hatten im Schnitt mit 6,29 Milliarden und 29 Cents gerechnet. HPE kündigte an, seine Kosten bis 2022 um mindestens eine Milliarde Dollar zu senken und die Basis-Bezüge des Top-Managements um 25 Prozent zu senken, um die Folgen der Virus-Krise abzufedern. Die Aktien verloren nachbörslich 5,4 Prozent. HPE hatte zuletzt bereits seinen Ausblick für 2020 gekappt.

Zuckerberg und der Trend zum Heimbüro

Facebook: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
220,70
Differenz relativ
+3,13%

Facebook-Chef Mark Zuckerberg geht davon aus, dass die Corona-Krise einen langfristigen Wandel hin zur Arbeit außerhalb des Büros angestoßen hat. Er rechne damit, dass in zehn Jahren rund jeder zweite Beschäftigte des Online-Netzwerks so arbeiten werde, sagte Zuckerberg in einem Interview des Technologieblogs "The Verge". Zuvor hatte bereits unter anderem Twitter angekündigt, dass alle Mitarbeiter auch nach dem Ende der Krise ihre Jobs von Zuhause aus fortführen könnten, wenn ihre Aufgaben dies zulassen.  | mehr

ME/dpa/rtr

Tagestermine am Dienstag, den 26. Mai

Firmen:
Fraport: Verkehrszahlen, 21.KW, 07:00 Uhr
Suzuki: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Hella: Telefonkonferenz, 09:00 Uhr
Fraport: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Nordex: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Dr. Hönle: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Siemens: Abspaltungsbericht für Siemens-Energy, 10:00 Uhr
Basler: Hauptversammlung (online), 13:30 Uhr
Air France-KLM: Hauptversammlung, 14:30 Uhr
Merck & Co.: Hauptversammlung, 15:00 Uhr

Konjunktur:
Japan: All Industry Acitivity Index 03/20, 06:30 Uhr
EU: Acea Nfz.-Zulassungen 04/20, 08:00 Uhr
Deutschland: GfK-Verbrauchervertrauen 06/20, 08:00 Uhr
USA: CFNA-Index 04/20, 14:30 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 05/20, 16:00 Uhr
USA: Verkauf neuer Häuser, 16:00 Uhr