Marktbericht 20:00 Uhr

Anleger recht zuversichtlich vor Bilanzsaison Dax gewinnt sieben Mal in Folge

Stand: 12.10.2015, 20:00 Uhr

Besonders weit ging es am Montag zwar nicht vorwärts, aber immerhin setzte sich der Dax über 10.100 Punkten fest. Da wichtige Impulse ausblieben, agierten die Investoren eher defensiv. Die ganze Woche werden sie diese Strategie nicht durchhalten können, denn die Berichtssaison nimmt Fahrt auf.

Der Dax schloss mit plus 0,2 Prozent auf 10.119,83 Punkten. Den höchsten Stand des Tages markierte der deutsche Leitindex bei 10.187,59 Punkten. Der L-Dax gewann 0,4 Prozent auf 10.126,59 Punkte. Eine relativ schwache Wall Street und fehlende Impulse aller Art sorgten für einen schwachen Wochenauftakt - allerdings legte der Dax zum siebten Mal in Folge zu.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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"Nachdem der Dax seit dem durchwachsenen US-Arbeitsmarktbericht am ersten Freitag im Oktober ausgehend von der Region um 9.400 Punkte durchstartete und die 10.000er Marke zurückerobert hat, schnauften die Dax-Bullen ein wenig durch", kommentiert Jens Klatt von DailyFX.

Der Mangel an kursbewegenden Nachrichten wird nicht anhalten. In dieser Woche werden unter anderem die Großbanken JPMorgan, Goldman Sachs, Bank of America, Wells Fargo und die Citigroup ihre Zahlen vorstellen. Auch wichtige US-Konjunkturdaten stehen ab Mittwoch wieder an. Der Dow lag am Abend rund 0,2 Prozent im Plus, nachdem er zeitweise in der Verlustzone gelegen hatte.

Was wird aus der Jahresendrally?

ARD-Börsenstudio Hörfunk: Alexander Schmitt
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Börse 16.00 Uhr

Jens Ehrhardt, Vorstandsvorsitzender der DJE Kapital AG, rechnet im vierten Quartal mit steigenden Kursen: Der Pessimismus für Aktien sei derzeit ungewöhnlich groß, das spreche für steigende Aktienmärkte. "Der übliche Saisonrhythmus mit wieder besseren Kursen im Verlauf des 4. Quartals hat in diesem Jahr eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit."

"Die Anleger setzten weiter darauf, dass die 25-prozentige Korrektur bei rund 9.300 Punkten einen charttechnisch stabilen Doppelboden ausgebildet hat und die Erholung nun nahtlos in eine Jahresendrally übergeht", meint Andreas Paciorek von CMC Markets. Als Begründung müsse die Geldpolitik herhalten: "So hat die chinesische Notenbank am Wochenende die Kreditvergabe an Geschäftsbanken weiter gelockert. Auch die US-Notenbank sendet versöhnliche Signale aus, eine Zinswende noch in diesem Jahr wird immer unwahrscheinlicher", so Paciorek.

Die Fed schafft Unsicherheit

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Die US-Notenbank sollte noch nicht mit den Zinserhöhungen beginnen, sagte der Präsident der Notenbank von Chicago, Charles Evans. Evans gilt als geldpolitische Taube im Offenmarktausschuss (FOMC), ist also eher für eine lockere Geldpolitik zur Stimulierung der Wirtschaft. Der beste Zeitpunkt für die Zinswende sei Mitte 2016. Die Fed könnte jedoch früher mit den Zinserhöhungen anfangen. Es gebe "zeitlichen Spielraum" für diesen Schritt. Zuletzt hatten mehrere US-Notenbanker eine Zinswende noch in diesem Jahr für möglich gehalten - trotz einiger negativen Signale aus der Wirtschaft.

Eon und RWE dürfen sich entspannen

Versorger-Aktien stiegen so stark wie zuletzt vor fast sieben Jahren. Laut einem von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Gutachten würde der Abriss der Kernkraftwerke und die Endlagerung des Atommülls zu aktuellen Preisen rund 47,5 Milliarden Euro kosten. Am Markt war zwischenzeitlich aber über deutlich höhere Kosten spekuliert worden.

VW bleibt im Gespräch

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Volkswagen droht neuer Ärger in Amerika. Die kalifornische Umweltbehörde CARB hat dem Konzern eine Frist bis zum 20. November gesetzt. Bis dahin muss der Konzern einen Plan vorlegen, wie die von den Abgas-Manipulationen des Konzerns betroffenen Diesel-Fahrzeuge nachgerüstet werden können. In China ruft VW bereits knapp 2.000 Diesel-PKW wegen der Manipulationen zurück. Außerdem wird der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn auch alle übrigen Ämter im VW-Konzern abgeben.

BMW verkauft gut

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der BMW-Konzern hat im September 215.413 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce verkauft. Das waren 7,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Besonders gut entwickelten sich die Geschäfte in Europa und Nordamerika.

BASF und die Gazprom-Gemeinschaftsprojekte

Der Chemiekonzern BASF wird in die Gemeinschaftsprojekte mit dem russischen Energieriesen Gazprom in den kommenden fünf Jahren etwa zwei Milliarden Euro investieren, sagte der Vorstandsvorsitzende Kurt Bock. Der weltgrößte Chemiekonzern und der weltgrößte Gasproduzent feiern derzeit das 25-jährige Bestehen ihrer Zusammenarbeit. Die Investitionen fließen in die jüngst mit Gazprom vereinbarten Großprojekte wie den Bau des zweiten Abschnitts der Ostseepipeline Nord Stream. BASF wird auch in die Gasförderung des Atschimow-Feldes in Westsibirien investieren, an dem das Unternehmen im Zuge eines Aktientausches mit Gazprom einen größeren Anteil übernommen hat.

Katar stößt Hochtief ab

Der Baukonzern Hochtief verliert seinen zweitgrößten Aktionär. Der Investmentarm des Golfstaates Katar, die Qatar Investment Authority, kündigte den Komplettausstieg aus dem deutschen Unternehmen an. Mit dem Verkauf der 7 Millionen Aktien, die einem Anteil von 10 Prozent entsprechen, könnte Katar rund 572 Millionen Euro einnehmen. Größter Aktionär ist der spanische Branchenkollege ACS mit einem Anteil von gut 60 Prozent.

ProSieben auf Einkaufstour

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 übernimmt den schwedischen Online-Reisevermittler Etraveli. Der Kaufpreis liegt bei 235 Millionen Euro inklusive Schulden. Verkäufer ist der skandinavische Finanzinvestor Segulah. Etraveli betreibt Internetportale in 40 Ländern auf vier Kontinenten.

K+S wird etwas vorsichtiger

Aktien des Kali- und Salzproduzenten K+S schlossen am Dax-Ende. Zwar hat der Konzernchef das Ergebnisziel für 2015 in einem Gespräch mit der "FAZ" bestätigt. Demnach soll das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern im laufenden Jahr auf 780 bis 860 Millionen Euro steigen. Angesichts der jüngsten Turbulenzen an den Rohstoffmärkten schränkte er jedoch ein: "Das obere Ende ist mittlerweile sehr ambitioniert."

Fraport im Rückwärtsgang

Der Flughafenbetreiber Fraport hat im September an seinem wichtigsten Standort in Frankfurt am Main 5,8 Millionen Passagiere abgefertigt. Das entspricht einem Rückgang von 1,2 Prozent. Grund hierfür waren unter anderem die Streiks bei der Lufthansa. Das Frachtgeschäft entwickelte sich ebenfalls rückläufig. Das Volumen sank um 4,7 Prozent auf 170.217 Tonnen.

Deutsche Wohnen: Fusion mit LEG rückt näher

Die geplante Fusion der beiden Immobilienkonzerne Deutsche Wohnen und LEG hat weitere Hürden genommen. Der einflussreiche Aktionärsberater Glass Lewis hält ein Zusammengehen für strategisch sinnvoll und empfiehlt den Aktionären daher, dem Deal zuzustimmen, wie aus einem Papier hervorgeht, das Reuters vorlag. Das Bundeskartellamt genehmigte den Zusammenschluss inzwischen ohne Auflagen. Entstehen würde ein Unternehmen mit bundesweit 250.000 Wohnungen - wenn die Aktionäre tatsächlich mitziehen. Denn Branchenkreisen zufolge ist ein Störmanöver von Marktführer Vonovia nicht ausgeschlossen.

Dell: 67 Milliarden für EMC

Der einstige Computerprimus Dell legt für den Datenspeicher-Spezialisten EMC 67 Milliarden Dollar auf den Tisch. Der Preis werde in bar und in Aktien gezahlt, teilten beide US-Konzerne mit. Durch den Zusammenschluss entstehe ein Großanbieter auf dem Markt für Geschäftskundenanwendungen, sagte Michael Dell, der das neue Unternehmen leiten wird.

AB Invev erhöht Angebot

Der weltgrößte Bierkonzern AB Inbev hat sein Übernahmeangebot für den Rivalen SABMiller erneut erhöht. Die Belgier wollen nun 43,50 Pfund je SAB-Aktie zahlen. Die beiden größten SABMiller-Aktionäre Altria und BevCo sollen 38,88 Dollar in bar und Aktien erhalten. Insgesamt würde sich das Gebot auf 67,4 Milliarden Pfund erhöhen. Damit geht der Übernahmepoker in die nächste Runde. SABMiller hatte vergangene Woche eine Offerte über 65,2 Milliarden Pfund zurück gewiesen. Die Mehrheit der Anteilseigner sollte 42,15 Pfund je Aktie und die beiden Großaktionäre 37,49 Pfund erhalten.

Eli Lilly sackt ab

Die Aktien des US-Pharmakonzerns Eli Lilly sind nach dem Stopp der Weiterentwicklung eines Medikamentenkandidaten um 7,28 Prozent auf 79,87 US-Dollar gefallen. Das Mittel Evacetrapib sollte eigentlich bei hochgefährlichen arteriellen Herz-Erkrankungen eingesetzt werden, habe aber in der laufenden Phase-Drei-Studie nicht die gewünschte Wirksamkeit gezeigt, teilte der Konzern mit. Einem Händler zufolge strich das Analysehaus Jefferies daraufhin sein Kursziel um 15 auf 105 Dollar, was allerdings weiterhin Luft nach oben signalisiert.

Glencore macht Kasse

Der Rohstoffkonzern Glencore bietet zwei Kupferminen zum Verkauf an. Mit den Verkaufserlösen will Glencore seinen hohen Schuldenstand senken. Die zuletzt stark gestiegene Aktie des Unternehmens profitiert nur kurz von den Plänen des Unternehmens.

Ferrari plant IPO

Der Sportwagenhersteller Ferrari geht in New York an die Börse. Die Tochter von FiatChrysler will 17,2 Millionen Aktien für 48 bis 52 Dollar je Aktie anbieten. Damit läge der Unternehmenswert von Ferrari bei knapp zehn Milliarden Dollar.

Steilmann legt Preisspanne vor

Das westfälische Modeunternehmen Steilmann will mit seinem Börsengang bis zu 98 Millionen Euro einnehmen. Steilmann legte am Montagabend die Preisspanne für die Emission auf 3,50 bis 5,00 Euro je Aktie fest, wie aus dem Börsenprospekt hervorgeht. Einen Teil der Erlöse aus der Kapitalerhöhung will das Unternehmen verwenden, um den Finanzinvestor Equinox bei der Modekette Adler herauszukaufen. Derzeit halten die beiden zusammen 53 Prozent an dem Billigmodehändler. Die Zeichnungsfrist für Steilmann beginnt am Dienstag und dauert bis zum 22. Oktober. Die Aktie soll am 27. Oktober erstmals an der Frankfurter Börse notiert werden.

ts

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr