Marktbericht 20:06 Uhr

Dax schließt über 11.500 Punkten Dax-Gewinnserie geht weiter

Stand: 14.07.2015, 20:06 Uhr

Was lange währt....im späten Geschäft folgte der Dax der sich erholenden Wall Street und drehte noch ins Plus. Mehr und mehr rückt nach der Griechenland-Einigung nun das Thema US-Zinswende wieder in den Blick der Börse.

Daumen hoch für die deutschen Aktien. Denn wieder einmal hat es im späten Geschäft am deutschen Aktienmarkt noch Bewegung gegeben. Der Leitindex Dax, der fast den ganzen Tag im Minus lag und bei einem Tief von 11.414 Punkten auch technisch durchzufallen drohte, hat sich doch noch aufgerappelt.

Der Index folgte damit der zunehmend freundlicheren Tendenz in New York, wo der Dow-Jones-Index nach zunächst schwächerer Eröffnung ebenfalls auf Erholungskurs geht und die Kursmarke von 18.000 Punkten zurückerobert.

Dax steigt über 11.500 Punkte

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.210,55
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-0,22%

Am Ende des Handelstages stand ein Zuwachs beim Dax von 0,28 Prozent auf 11.516 Punkte auf der Anzeigetafel. Damit schloss der Index nahe des Tageshochs von 11.519 Punkten. Technische Analysten sehen dies als gutes Zeichen an. Vor allem die Tatsache, dass die wichtige Unterstützungsmarlke bei 11.422 Punkten gehalten hat, sorgt bei den Bullen für Zuversicht. Denn das gestrige Tagestief war die obere Begrenzung eines Gap das gestern gerissen wurde und am unteren Rand bei 11.340 Punkten lag. Im Spätgeschäft fiel der L/E-Dax leicht zurück auf 11.500 Zähler.

Erwähnenswert sind heute noch neue ZEW-Daten. Die Konjunkturerwartungen der Börsianer sind zwar den vierten Monat in Folge gefallen, Volkswirte hatten aber im Vorfeld noch schlechtere Werte erwartet. Die Lage der deutschen Wirtschaft wird zudem wieder besser eingeschätzt.

Die politischen Scharmützel, die als Nachklang zur vorläufigen Einigung im Schuldenstreit um Griechenland den ganzen Tag über den Ticker kamen, beeinflussten das Geschehen kaum. Der griechische Ministerpräsident Tsipras sieht sich im eigenen Land heftigen Anfeindungen aus dem Lager seiner Syriza-Partei gegenüber.

Jenet Yellen im Blick

Thematisch werden Tsipras & Co. in den kommenden Tagen wohl von einer alten Bekannten abgelöst. Fed-Chefin Janet Yellen spricht morgen vor dem US-Kongress. Damit rückt die Frage nach dem Fortgang der US-Zinswende wieder in den Blick der Märkte. Die Wahrscheinlichkeit einer ersten Leitzinserhöhung noch in diesem Jahr hat sich zuletzt deutlich erhöht, was auch an der steigenden Rendite der zweijährigen US-Anleihen abzulesen ist.

ARD-Börsenstudio: Dorothee Holz
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Börse 19.00 Uhr

Die wichtigen Einzelhandelsumsätze im Juni sprechen allerdings nicht dafür, dass die Fed bald die Zügel anziehen wird. Denn im Juni gingen diese im Monatsvergleich um 0,3 Prozent zurück, erwartet war ein Plus von 0,2 Prozent. Die Einzelhandelsumsätze sind traditionell ein wichtiges Datum für die Börse, denn die Kauflaune der amerikanischen Konsumenten ist im konsumlastigen Amerika von besonderer Wichtigkeit für die Wirtschaft.

Euro erholt und über der Marke von 1,10 Dollar

Die Gemeinschaftswährung hat am Nachmittag nach den schwachen US-Einzelhandelsdaten ihren Hochpunkt erreicht, ist aber mittlerweile wieder zurückgefallen. Der Euro pendelt um die Marke von 1,10 Dollar und tritt dabei auf der Stelle. Dafür halfen, anders am Aktienmarkt, die Konjunkturdaten. ZEW-Präsident Clemens Fuest zeigte sich in Anbetracht des ZEW-Indikators optimistisch: "Trotz des leichten Rückgangs des Indikators bleibt der Konjunkturausblick für Deutschland im Großen und Ganzen positiv."

Das britische Pfund legte heute zu, nachdem Notenbankchef Mark Carney Zinserhöhungen in Aussischt gestellt hatte. "Der Punkt, an dem die Zinsen steigen könnten, rückt angesichts der Wirtschaftsentwicklung näher", sagte Carney am Dienstag vor dem britischen Parlament in London.

Auch der Ölpreis erholte sich gegen Handelsschluss wieder. Zuvor war der Preis wegen der Einigung mit dem Iran im Atomstreit unter Druck geraten.

New Yorker Börse legt zu

Vor dem mit Spannung erwarteten Auftritt von Janet Yellen halten die Anleger ihr Pulver trocken. Allerdings haben sich die Märkte nach verhaltener Eröffnung mittlerweile erholt, der Dow-Jones-leitindex leigt derzteit 0,35 Prozent im Plus bei 18.040 Punkten. Am stärksten steigen die Kurse an der Technologiebörse Nasdaq, wo es 0,7 Prozent bergauf geht.

Mit den beiden Großbanken JPMorgan Chase und Wells Fargo sowie Johnson & Johnson legen heute drei Börsenschwergewichte ihre Zahlen für das zweite Quartal vor. Auch der Kurznachrichtendienst Twitter stand kurzzeitig im Blick der Investoren, nach einer angeblichen Übernahmeofferte. Twitter hat dies mittlerweile dementiert.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.669,32
Differenz relativ
+0,43%
Nasdaq Composite: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
7.816,33
Differenz relativ
+0,13%
Twitter: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
28,56
Differenz relativ
-0,59%

JPMorgan verdient mehr

Die US-Großbank JP MorganChase aus dem Leitindex Dow Jones hat mit ihren Zahlen zum zweiten Quartal positiv überrascht. Der Gewinn lag mit 1,54 Dollar je Aktie über den Analystenerwartungen, die im Schnitt nur 1,44 Dollar prognostiziert hatten. Die Aktie legt rund ein Prozent zu. Konkurrent Wells Fargo hat mit 1,03 Dollar Gewinn je Aktie die Erwartungen genau getroffen hat. Allerdings fielen die Gesamteinnahmen mit 21,3 Milliarden Dollar schwächer aus als die Prognose, die bei 21,7 Milliarden Dollar stand. Die Aktie dreht nach schwächerer Eröffnung ins Plus.

Ebenfalls im Dow-Jones-Index enthalten ist der Gesundheitskonzern Johnson & Johnson, der 1,61 Dollar je Aktie verdient hat. Das war zwar weniger als erwartet (im Schnitt 1,67 Dollar), gleichzeitig erhöhte der Konzern aber seine Jahresprognose auf 6,10 von zuvor 6,20 Dollar je Aktie. Das Papier liegt trotzdem im Minus.

RWE: UBS senkt den Daumen

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
21,01
Differenz relativ
-0,94%

Im Dax gehörte die RWE-Aktie zu den größten Verlierern. Die schweizerische Großbank UBS hat den Titel von "Neutral" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 22,50 auf 19 Euro gesenkt. Das Chance/Risiko-Verhältnis habe sich verschlechtert. Die sich abschwächende Nachfrage in Asien berge neue Risiken. Am Nachmittag verlautet es aus dem Unternehmen, RWE werde im Stromgeschäft keine Verluste machen, sondern eine schwarze Null schreiben.

Micron-Deal: Infineon profitiert nur kurzzeitig

Infineon-Aktien konnten ihre anfänglichen Kursgewinne nicht halten und rutschten ins Minus gerutscht. Laut dem für gewöhnlich gut informierten "Wall Street Journal" will der staatliche chinesische Konzern Tsinghua Unigroup den US-Chiphersteller Micron Technology für 23 Milliarden Dollar kaufen. Das hatte Übernahmefantasien in der Branche geschürt. Micron-Aktien legen an der Nasdaq deutlich um über zehn Prozent zu.

CVC treibt Ausstieg bei Evonik voran

Im MDax muss die Evonik-Aktie den fortgesetzten Ausstieg des Finanzinvestors CVC verkraften. Das Papier gehörte zu den größten Verlierern im Index. CVC warf am Montagabend rund 15 Millionen Evonik-Aktien auf den Markt, die über die US-Investmentbanken JPMorgan und Bank of America binnen drei Stunden platziert wurden. Der Abschlag zum Schlusskurs war mit 34,60 Euro gering.

Rocket Internet: Anleger entsetzt über Kapitalhunger

Jenseits der großen Indizes brach die Aktie von Rocket Internet um bis zu 18 Prozent ein. Am Ende verlor das papier 12,8 prozent. Der Startup-Finanzierer hat 550 Millionen Euro über die Ausgabe von Wandelanleihen eingesammelt. Seit dem Allzeithoch bei 60,27 Euro hat das Papier 44 Prozent verloren und notiert aktuell wieder deutlich unterhalb seines Ausgabepreises von 42,50 Euro.

Lindt & Sprüngli auf Wachstumskurs

Die Expansion in den USA zahlt sich für den Edelschokolade-Hersteller Lindt & Sprüngli aus. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2015, bedingt durch die Übernahme des US-Schokoladeproduzenten Russell Stover Candies, um 17,4 Prozent auf 1,409 Milliarden Franken.

Nokia-Comeback im Handy-Markt?

Die Marke Nokia könnte ins Geschäft mit Mobiltelefonen zurückkehren. Nokia würde die Geräte aber nur entwerfen und Produktion, Vermarktung sowie Kundenservice einem Partner überlassen, erklärten die Finnen. Ein Telefon unter dem Nokia-Markennamen könnte frühestens im vierten Quartal 2016 auf den Markt kommen.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 20. August

Konjunktur
Deutschland: Erzeugerpreise 07/18, 8 Uhr
Deutschland: Monatsbericht der Bundesbank 08/08, 12:00 Uhr

Sonstiges:
Treffen der Handelsberater von EU und USA zur Beilegung des Handelsstreits.