Marktbericht 11:50 Uhr

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Ins Minus gedreht Dax-Gewinne schmelzen ab

Stand: 11.01.2019, 11:50 Uhr

Obwohl die Marke von 11.000 Punkten im Dax in Reichweite ist, trauen sich die Anleger nicht wirklich aus der Deckung. Was bleibt, ist viel Unsicherheit.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Dax verharrt am Mittag in seiner engen Handelsbandbreite zwischen 10.888 und 10.959 Punkten und ist mittlerweile ins Minus gerutscht. Die Investoren mühen sich weiter, die Ergebnisse der Handelsgespräche zwischen den USA und China zu verarbeiten. China zufolge waren die jüngsten Gespräche "umfangreich, tief und detailliert". Man habe sich darauf verständigt, engen Kontakt zu halten - das war es dann aber auch schon.

Kein Befreiungsschlag

So mancher Investor hatte da wohl mehr erwartet, statt eines Durchbruchs deutet sich nun eine Hängepartie an. "Die Marktteilnehmer warten immer noch auf ein Ende des Handelskonflikts zwischen den beiden Wirtschaftsmächten USA und China. Bleibt eine Vereinbarung aus, könnte dies die Finanzmärkte wieder in tiefere Kursgefilde schicken", kommentieren die Experten von IG Markets.

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
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Börse 9.30 Uhr: Dax kommt kaum vom Fleck

Nach Informationen des "Wall Street Journal" sollen die Gespräche zwischen den beiden größten Volkswirtschaften Ende des Monats weitergehen. Der chinesische Chefunterhändler und Vizepremier Liu He plane am 30. und 31. Januar eine Reise nach Washington, berichtete die US-Zeitung am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Zudem muss sich die Börse weiter mit dem Dauerthema Brexit beschäftigen. Am 15.1. soll im Parlament in London über den von der Regierung mit der EU ausgehandelten Scheidungsvertrag abgestimmt werden. Nach einer Mehrheit sieht es aber nicht aus, so dass ein chaotischer, ungeregelter Austritt droht, der der Wirtschaft schwer schaden dürfte.

Autoaktien am Dax-Ende

Autoaktien stehen unter Druck, deren Absatzzahlen und Ausblicke die Anleger nicht überzeugen. Vor allem hinter dem immer wichtiger werdenden China-Geschäft stehen Fragezeichen. Dazu passen Marktgerüchte, dass die Volksrepublik angeblich ihr Wachstumsziel für 2019 nach unten anpassen will. Im Gespräch ist eine Rate von 6,0 bis 6,5 Prozent, das wäre die niedrigste seit 1990. Im Gegenzug steht mit Vonovia die einzige Immobilienaktie im Dax an der Indexspitze, auch die Versorger bleiben wie zuletzt schon gesucht.

Euro wieder über 1,15 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1387
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Der Euro, der am Vortag unter die Marke von 1,15 Dollar gefallen war, notiert aktuell wieder erholt bei 1,1534 Dollar. Der Euro erhielt in den vergangenen Tagen durch einen geschwächten Dollar Auftrieb. Dies hängt damit zusammen, dass sich in der US-Notenbank Fed die Stimmen mehren, die auf ein noch langsameres Vorgehen bei künftigen Zinserhöhungen hindeuten.

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell. | Bildquelle: Imago

Am Vorabend hatte US-Notenbankchef Jerome Powell seine zurückhaltende Geldpolitik bekräftigt. In der Nacht äußerte sich auch der stellvertretende Fed-Vorsitzende Richard Clarida dementsprechend. Aus den USA stehen am Nachmittag (ab 14:30 Uhr) noch Inflationsdaten und die Realeinkommen für den Dezember auf der Agenda.

Ölpreise nehmen Fahrt auf

Die Ölpreise legen nach zunächst verhaltenem Handelsstart weiter zu. Ein Barrel der Nordseesorte Brent (159 Liter) kostet am Morgen rund ein Prozent mehr, der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI legt um 1,4 Prozent zu. Auf Wochensicht ging es mit den Ölpreisen bisher kräftig nach oben. Seit Montag konnte der Preis für US-Öl um rund zehn Prozent und der für Brent-Öl um über acht Prozent zulegen. Das ist der stärkste Anstieg im Verlauf einer Woche seit mehr als zwei Jahren.

Marktbeobachter sahen zwei Gründe für den jüngsten Schub. Demnach gebe es am Markt die wachsende Zuversicht, dass die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ihre gemeinsam mit anderen Förderstaaten beschlossene Produktionskürzung in die Tat umsetzt. Nach den Aussagen des saudischen Energieministers Khalid Al-Falih hat das führende Opec-Land seine Menge schon verringert.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der zweite Grund für den starken Anstieg der Ölpreise seit Montag ist die leichte Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Der Goldpreis legt etwas stärker zu auf 1.293 Dollar je Feinunze.

BMW zuversichtlich für 2019

Wie alle Autotitel verlor auch die BMW-Aktie am Freitag klar. Trotz des Brexits und des chinesisch-amerikanischen Handelsstreits rechnet BMW im neuen Jahr mit einem weiteren Zuwachs seiner Verkaufszahlen. In China und in den USA dürfte die Nachfrage nach Oberklasseautos steigen, und BMW biete neue Modelle wie den großen SUV X7 und die neue 3er Generation an, erklärte das Unternehmen am Freitag in München. Insgesamt hat der BMW-Konzern 2018 rund 2,49 Millionen Autos verkauft - ein Plus von 1,1 Prozent.

2018: Rekordjahr für VW

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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144,90
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Auch Volkswagen hat ein glänzendes Absatzjahr hinter sich. Trotz der Turbulenzen um die neuen Abgasprüftests im vergangenen Jahr wurden so viele Autos verkauft wie nie zuvor: Weltweit rollten 10,83 Millionen Fahrzeuge zu den Kunden, das waren 0,9 Prozent mehr als 2017, wie Volkswagen am Freitag mitteilte. VW-Aktien schlossen dennoch 2,5 Prozent tiefer.

Nun auch Kuka

Kuka: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der mehrheitlich in chinesischem Besitz stehend Roboterbauer Kuka hat ein Sparprogramm und Stellenstreichungen beschlossen. Das abgelaufene Jahr sei mit einem Umsatzrückgang um fast zehn Prozent auf etwa 3,2 (2017: 3,5) Milliarden Euro noch schlechter gelaufen als im Herbst gedacht, teilte Unternehmen am Abend mit.

Das operative Ergebnis brach noch stärker ein. Die Umsatzrendite vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (bereinigte Ebit-Marge) sank daher im vergangene Jahr auf 3,0 (4,3) Prozent. Das entspricht einem bereinigten Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von knapp 100 Millionen Euro. Auch die für 2020 geplanten Ziele seien damit unrealistisch. Der Streubesitz bei Kuka liegt nur noch bei 5,45 Prozent, den Rest hält die chinesische Midea Group.  | mehr

Hella leuchtet weniger

Hella: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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39,84
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Der Lichtspezialist Hella wird angesichts der Probleme in der Autoindustrie etwas vorsichtiger. Sollten sich die Bedingungen in der Branche nicht noch verschlechtern, rechnet der Zulieferer nun mit einem Umsatzwachstum und beim bereinigten Ergebnis am unteren Ende der anvisierten Spanne von fünf bis zehn Prozent, wie das im MDax notierte Unternehmen am Freitag in Lippstadt mitteilte. Dank einer Kaufempfehlung schloss der Titel dennoch rund drei Prozent höher.  | mehr

Großauftrag für Nordex

Nordex: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Nordex-Aktien stehen an der Spitze des TecDax. Der Windanlagenbauer hat sich am Jahresende einen weiteren Auftrag für ein größeres Projekt gesichert. So liefert der Konzern 48 Turbinen für einen 150 Megawatt-Windpark in die USA, wie Nordex am Freitag mitteilte. Die ersten Turbinen sollen im dritten Quartal an den Standort in Texas geliefert werden.

Damit kann Nordex auf einen starken Jahresendspurt blicken. Erst vor wenigen Tagen hatte der Konzern mitgeteilt, im Dezember den Zuschlag für ein Großprojekt in Indien erhalten zu haben, das 100 Turbinen mit einer Leistung von 300 Megawatt beinhaltet. Sowohl Indien als auch die USA gehören zu den wichtigen Wachstumsmärkten für Windenergie.

Metro-Großaktionär Kretinsky schickt keinen Vertreter in den Aufsichtsrat

Der tschechische Investor Daniel Kretinsky wird im Aufsichtsrat des Handelskonzerns Metro zunächst keinen Vertreter haben. Bei den anstehenden Wahlen des Gremiums wurden drei Aufsichtsratsmitglieder, deren Amtszeit ausläuft, zur Wiederwahl vorgeschlagen, wie aus den Unterlagen zur am 15. Februar stattfindenden Hauptversammlung hervorgeht.

Kretinsky hatte über seine Holding EPH im Sommer ein Aktienpaket von 7,3 Prozent von der Familie Haniel an Metro übernommen und sich eine Kaufoption auf die restlichen 15,2 Prozent einräumen lassen. Zudem kaufte er weitere 3,6 Prozent an Metro von der früher zur Metro-Gruppe gehörenden Ceconomy. Auch hier ließ er sich eine Option auf weitere 5,4 Prozent einräumen.

Laut "Börsen-Zeitung" hat Kretinsky inklusive Verlängerungsmöglichkeit Zeit bis spätestens Mai, um seine Optionen für die Metro zu ziehen. Erst dann dürfte das Thema im Aufsichtsrat akut werden.

Siemens und Alstom kämpfen für die Zug-Fusion

Siemens und Alstom sind im Ringen um die Genehmigung der Fusion zum größten europäischen Zughersteller offenbar zu weiteren Zugeständnissen an die EU-Wettbewerbshüter bereit. Damit wollten die beiden Konzerne die EU-Kommission dazu bewegen, die Fusion von Siemens Mobility und Alstom doch noch zu erlauben, hieß es aus Insider-Kreisen.

Die im Dezember angebotenen Verkäufe und Lizenzvergaben reichen Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager noch nicht aus. Die Kommission will bis zum 18. Februar über eine Genehmigung des Zusammenschlusses entscheiden. Vestager hat mehrfach schwere Bedenken gegen den geplanten Zusammenschluss geäußert. Die beiden einstigen Erzrivalen - Siemens baut den ICE, Alstom den TGV - haben sich zusammengetan, um der chinesischen Konkurrenz zu trotzen.

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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97,59
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Alstom: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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35,88
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Credit Suisse geht beim Aktienrückkauf in die Vollen

Credit Suisse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10,71
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Die Credit Suisse will bis Jahresende eigene Aktien für bis zu 1,5 Milliarden Franken zurückkaufen. Das Aktienrückkaufprogramm starte am 14. Januar und dauere bis spätestens 30. Dezember 2019, teilte die Schweizer Großbank am Freitag mit. Basierend auf dem Schlusskurs von Donnerstag könnte sie damit bis zu gut fünf Prozent des Kapitals kaufen. Wieviele eigene Aktien sie tatsächlich zurückkaufe, hänge vom Marktumfeld ab. Geplant sei ein Volumen von mindestens einer Milliarde Franken, erklärte das Institut.

Chinesen bescheren Richemont

Richemont: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
59,34
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Der Schweizer Uhren- und Schmuckhersteller Richemont hat seinen Umsatz im dritten Quartal dank mehrerer Zukäufe erheblich steigern können. In den drei Monaten per Ende Dezember, in die das wichtige Weihnachtsgeschäft fällt, erhöhte der Konzern die Erlöse um 25 Prozent auf knapp 3,92 Milliarden Euro. Bereinigt um Übernahmen lag das Plus noch bei sechs Prozent. Die Zahlen lagen in etwa im Rahmen der Markterwartungen.

Richemont verzeichnete dabei in den meisten Regionen Wachstum, auf dem chinesischen Festland stiegen die Umsätze im zweistellig. Dies konnte Rückgänge im Nahen Osten und Europa ausgleichen. Vor allem die "Gelbwesten"-Proteste in Frankreich machten dem Konzern zu schaffen.

rm

Tagestermine am Donnerstag, 17. Januar

Unternehmen:
Metro: Q1 Trading Update, 7:30 Uhr
Alstom: Q3-Umsatz, 7:30 Uhr
Beiersdorf: Umsatz 2018, 8:00 Uhr
Morgan Stanley: Q4-Zahlen, 13:00 Uhr
Netflix: Q4-Zahlen, 22:00 Uhr
American Express: Q4-Zahlen, 22:00 Uhr
Rio Tinto: Operation Report 2018, 22:30 Uhr
Schoeller-Bleckmann: Jahreszahlen
Symrise: Capital Markets Day

Konjunktur:
Deutschland: Verarbeitendes Gewerbe (Auftragsbestand), 11/18, 08:00 Uhr
Deutschland: Baugenehmigungen, Januar - November, 08:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 12/18, 11:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Philly Fed Index 01/19, 14:30 Uhr
USA: Baubeginne und -genehmigungen 12/18, 14:30 Uhr