Marktbericht 20:02 Uhr

Schwacher Euro hilft Dax: fünfte Gewinnwoche in Folge

Stand: 18.03.2016, 20:02 Uhr

Den Hexensabbat hat der Dax ohne größere Turbulenzen überstanden - aber auch ohne eine klare Richtung. Erst der etwas schwächere Euro sorgte am Nachmittag für leichten Aufwind.

Der deutsche Leitindex löste sich daraufhin aus seiner Starre und kletterte in der Spitze bis auf 9.961 Punkte in die Höhe. Am Ende geht er unweit dieses Tageshochs bei 9.950,80 Punkten aus dem Handel, ein Plus von 59 Prozent. Auf Wochensicht erzielte er ein Plus von 1,22 Prozent Mit der Marke von 10.000 Punkten tut sich der Dax allerdings schwer und notiert immer noch fünf Prozent unter Vorjahresschluss.b

Der "Hexensabbat" - der große Verfall an den Terminmärkten - sorgte diesmal nicht für größere Kursausschläge. Beflügelt wurde der Dax vielmehr von dem etwas schwächeren Euro. Die Gemeinschaftswährung fiel unter die Schwelle von 1,13 Dollar, ein halbes Cent weniger als am Vortag.

EZB hat noch Pfeile im Köcher

ARD-Börsenstudio: Jan Plate
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Börse 19.00 Uhr

Damit reagierte der Euro auf Äußerungen von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet, der neue Hoffnungen auf weitere expansive Maßnahmen der Notenbank geschürt hat. "Wie man bei anderen Notenbanken sieht, haben wir rein technisch noch nicht das untere Ende erreicht", sagte er der italienischen Zeitung "La Repubblica".

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Auf die Fragen nach weitergehenden Maßnahmen der Notenbank wie zum Beispiel das aktuell in Fachkreisen diskutierte direkte Verschenken von Geld durch die EZB, auch "Helikopter-Geld“ genannt, reagierte Praet nicht mit einer grundsätzlichen Ablehnung. Er stellte vielmehr klar, dass theoretisch alle Notenbanken dieses „extreme Instrument“ einsetzen könnten.

Marktanalyst erwarten deshalb weitere Kursgewinne an den Aktienmärkten und verweisen auf die jüngsten Entscheidungen von EZB, Fed & Co., an ihrer lockeren Geldpolitik festzuhalten. "Wir haben eine wichtige Woche hinter uns und sind nicht nur unbeschädigt, sondern scheinbar gestärkt daraus hervorgegangen." Auch an der Wall Street steigt der Risikoappetit der Anleger.

Wall Street weiter erholt

Dort hat der Dow-Jones-Index im Plus eröffnet und notiert bei Börsenschluss in Frankfurt gut ein halbes Prozent höher bei 17.575 Punkten. Bankentitel führten die Standardwerte-Indizes nach oben, aber auch die weiter steigenden Rohstoffpreise sorgten laut Händlern für gute Stimmung.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Am Donnerstag waren der Dow und der breiter angelegte S&P-500-Index zum ersten Mal in diesem Jahr über ihre Schlusskurse von 2015 geklettert. Börsianer nannten den schwachen US-Dollar als Triebfeder, der Exporte erleichtert.

Deutsche Börse bekommt Zuspruch

Die Deutsche Börse wird laut Aussagen ihres Chefs Kengeter in der "FAZ" dem für die Börsenaufsicht zuständigen hessischen Wirtschaftsminister Al-Wazir eine Garantie für die Fortentwicklung des Finanzplatzes Frankfurt bei einer Fusion mit der Londoner Börse LSE geben. Derweil sprechen sich Spitzenmanager des Autobauers Daimler, des Industriegase-Unternehmens Linde und des Gesundheitskonzerns Fresenius für die Fusion aus.

Versorger im Fokus

Zu den stärksten Werten im Dax gehören die RWE-Aktien mit zeitweise bis zu vier Prozent Zugewinn. Eon-Aktien folgen mit zeitweise knapp zwei Prozent Kursplus. Die Versorger sind seit Tagen stark im Fokus, da aktuell das Bundesverfassungsgericht über deren Verfassungsbeschwerde gegen die Rechtmäßigkeit des deutschen Atomausstiegs verhandelt. Es geht um Schadenersatz in Milliardenhöhe.

Siemens hat Zoff mit Frankreich

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Auch Siemens legt überdurchschnittlich zu. Beim geplanten Zusammenschluss der Siemens-Windkraftsparte mit dem Konkurrenten Gamesa droht dem Konzern allerdings Ärger mit der französischen Regierung. Deren Willen zufolge soll bei der Fusion auch die Technologie des französischen Atomkonzerns Areva berücksichtigt werden. Das wollen Siemens und Gamesa offenbar nicht. Auch solle keine Fabrik in Frankreich errichtet werden, sagte ein anderer Insider. Dies hat in Paris für Verärgerung gesorgt. Die Regierung könnte milliardenschwere Windkraft-Großaufträge an andere Betreiber vergeben.

Daimler: Großauftrag von Uber?

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler könnte einem Bericht zufolge einen Großauftrag vom Fahrdienst-Anbieter Uber einheimsen. Das US-Unternehmen wolle langfristig eine sechsstellige Zahl an S-Klasse-Karossen abnehmen, berichtete das "manager magazin".

Deutsche Wohnen kann nicht begeistern

Im MDax sorgt die Deutsche Wohnen nach Zahlen für Aufmerksamkeit, aber nicht für Freude. Dabei hat der Immobilienkonzern 2015 das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte eingefahren. Der Konzerngewinn lag mit 1,2 Milliarden Euro gut ein Drittel über dem Vorjahr. Die Dividende soll um 23 Prozent auf 0,54 Euro je Aktie steigen.

Kehrtwende bei United Internet

Im TecDax gehen Aktien von United Internet auf Erholungskurs. Einen Tag nach dem enttäuschenden Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2016 steigen die Anleger wieder bei United Internet ein, die Aktien machen ihre Vortagesverluste vollständig wett.

Freenet: Den Anlegern schmeckts nicht

Dagegen verharrt die Freenet-Aktie am TecDax-Ende. Der Mobilfunkanbieter steigt beim Schweizer Telekomkonzern Sunrise Communications ein. Freenet erwirbt 23,83 Prozent an Sunrise. Der Kaufpreis beträgt 714 Millionen Euro.

Zalando will mehr

Mit Investitionen von rund 180 Millionen Euro will der Online-Modehändler Zalando in diesem Jahr sein Geschäft ausbauen. Ziel sei es, sich von einem Verkaufskanal zu einem Komplettanbieter für Hersteller, Spediteure, Werbeagenturen und Endkunden der Modebranche weiterzuentwickeln, sagte Vorstandsmitglied Rubin Ritter am Freitag vor Journalisten in Berlin.

GfK hält Dividende stabil

Das Marktforschungsunternehmen GfK hat sein Konzernergebnis im vergangenen Jahr, auch dank positiver Wechselkurseffekte, von 19,4 auf 40,7 Millionen Euro steigern können. Die Aktionäre sollen an diesem Plus jedoch nicht beteiligt werden, an sie will GfK wie schon das Jahr zuvor 0,65 Euro je Aktie ausschütten.

Hiobsbotschaft von Greiffenberger

Jenseits der großen Indizes bricht die Greiffenberger-Aktie um mehr als 30 Prozent ein. Das Unternehmen hat für 2015 ein negatives Ebit von einer Million Euro und eine außerordentliche Hauptversammlung angekündigt - wegen einer hohen Wertberichtigung bei der Antriebstechnik. Nach ersten Schätzungen liegt der Abwertungsbedarf zwischen 12 und 18 Millionen Euro.

Epigenomics gibt sich optimistisch

Das deutsch-amerikanische Krebsdiagnostik-Unternehmen Epigenomics hat seinen Produktumsatz 2015 um 88 Prozent steigern können. Für das Hauptprodukt Epi proColon(R) befinde man sich nun in "finalen Gesprächen" mit der FDA, der Zulassungsprozess dürfte "zeitnah" abgeschlossen werden.

Flaute bei Tiffany

Der starke Dollar verhagelt Tiffany das Geschäft. Das 1837 gegründete Unternehmen rechnet in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2016 mit weiteren Einbußen, wie Tiffany am Freitag mitteilte. Im laufenden ersten Quartal sei ein Rückgang beim Gewinn je Aktie zwischen 15 bis 20 Prozent zu erwarten und im zweiten Vierteljahr von fünf bis zehn Prozent.

Generali steigert Gewinn kräftig

Europas drittgrößter Versicherer Generali hat das Jahr 2015 mit einem kräftigen Gewinnsprung abgeschlossen. Unter dem Strich verdiente der Allianz-Rivale trotz höherer Schäden durch Naturkatastrophen 2,03 Milliarden Euro und damit 22 Prozent mehr als im Vorjahr.

Koreaner retten Bang & Olufsen

Die Aktien des dänischen Anbieters von High-End-Stereoanlagen und -Fernsehern Bang & Olufsen sind extrem gefragt. Auslöser der Rally ist eine neue Partnerschaft mit dem südkoreanischen Konzern LG Electronics. Die Koreaner bauen künftig die Fernseher des angeschlagenen dänischen Unternehmens.

Landgericht Düsseldorf gegen Apple

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Apple wird die Verletzung von drei im Besitz der Streamingtechnologieanbieter OpenTV und Nagravision befindlichen Patenten vorgeworfen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat das Landgericht Düsseldorf nun gegen Apple entschieden. Demnach dürfte Apple, sobald das Urteil rechtskräftig ist, in Deutschland keine Produkte mehr anbieten, deren Software die OpenTV-Patente verletzt.

lg

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Dienstag, 24. September

Unternehmen:
Manchester United: Q4-Zahlen, 8:00 Uhr
Total: Strategie-Update, 8:00 Uhr
Roche: Business-Update, 17:00 Uhr
Nike: Q4-Zahlen, 22:15 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Großhandelspreise 8/18, 8:00 Uhr
USA: FHFA-Index 7/18, 15:00 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 09/18, 16:00 Uhr

Sonstiges:
Hong Kong/Korea: Feiertag, Börsen geschlossen