Markbericht 20:02 Uhr

Fast zwei Prozent Plus Dax: Es geht wieder aufwärts - vorläufig

Stand: 28.06.2016, 20:02 Uhr

Nach dem schock über die Brixit-Entscheidung haben sich am Dienstag die ersten Anleger wieder auf den Markt zurückgewagt. Ausgestanden ist die Krise damit aber noch nicht.

Auch wenn sich die ersten Schnäppchenjäger wieder vorgewagt hätten, "kennt der Markt noch keine Richtung", sagte Jochen Stanzl von CMC Markets. "Die Finanzmärkte befinden sich weiterhin im Krisenmodus." Heute sei es nach den Verlusten der Vortage eben mal wieder aufwärts gegangen, erklärten Händler. Mehr aber auch nicht. Will heißen: Schon morgen könnten die Kurse wieder auf Talfahrt gehen.

ARD-Börsenstudio: Dorothee Holz
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Börse 20.15 Uhr

Am Dienstag hat der Dax seine Verlusteserie aber erst einmal unterbrochen. Am frühen Nachmittag gelingt es dem Leitindex sogar, die Marke von 9.500 Punkten zu knacken, die als ein gewichtiger Widerstand fungiert. In der Spitze klettert der Dax um gut drei Prozent auf 9.554 Punkte. Im weiteren Verlauf bröckeln die Kurse zwar etwas ab, doch schafft der Dax am Ende ein Plus von 1,93 Prozent oder 178,6 Punkten auf 9.447 Punkte. Dabei gibt es nur zwei Verlierer: Henkel und Vonovia.

Leichte Erholung auch an der Wall Street

Auch an der Wall Street kommt es zu einem ersten Erholungsversuch. Der Dow Jones-Index startet gut ein Prozent höher in den Handel. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der Dow 0,8 Prozent höher bei 17.278 Punkten. Angeführt wird der Leitindex von dem Kreditkartenanbieter Visa. Dagegen müssen die Papiere von Dow Chemical fast drei Prozent abgeben.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
12.561,42
Differenz relativ
-0,98%

Positive Nachrichten kommen auch von der Konjunktur. In den USA ist das BIP im ersten Quartal im Jahresvergleich um 1,1 Prozent gestiegen. Ökonomen hatten ein Plus von 1,0 Prozent erwartet. Gleichzeitig zog der Index des Verbrauchervertrauens des Conference Boards auf 98,0 Punkte an, nach 92,6 im Mai. Erwartet wurde ein leichter Anstieg auf 93,5.

Euro etwas erholt

Parallel zum Aktienmarkt hat sich am Dienstag auch der Euro von seinen starken Verlusten seit dem Brexit-Schock vom vergangenen Freitag erholt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1073 (Montag: 1,0998) Dollar fest. Zeitweise stieg die Gemeinschaftswährung sogar bis auf 1,1112 Dollar an. Zulegen konnte auch das britische Pfund, das bis auf 1,3372 Dollar stieg. Auf breiter Front unter Druck stand dagegen die Weltreservewährung Dollar, die in den vergangenen Tagen stark als sicherer Hafen gefragt gewesen war.

RWE an Dax-Spitze

RWE-Stammaktien liegen bis zum Handelsende an der Dax-Spitze. Die französische Großbank Société Générale (SocGen) den Wert von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 12 auf 20 Euro angehoben. Nach den zuletzt deutlich gestiegenen Strompreisen in Deutschland zeige sich die attraktive Bewertung des Essener Versorgers umso deutlicher, hieß es. Im Schlepptau steigen auch die Papiere von Eon deutlich überdurchschnittlich.

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
22,16
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+1,33%

Eon

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,60
Differenz relativ
-0,96%

Deutsche Bank: Soros ist short gegangen

Eine Tag nach dem Erreichen eines neuen Rekordtiefs erholt die sich die Deutsche-Bank-Aktie. Der Starinvestor George Soros hat am Freitag kurz nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt für rund 100 Millionen Euro Aktien der größten deutschen Kreditinstituts leerverkauft. Die sogenannte Leerverkaufsposition wurde am Montag im Bundesanzeiger veröffentlicht. Zuerst berichtete die Zeitung "Die Welt" über das Geschäft.

VW: 14,7 Milliarden für Diesel-Skandal

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
144,66
Differenz relativ
-2,26%

Kräftig zulegen können auch die Vorzüge von Volkswagen. Dabei kommt der Diesel-Skandal den Konzern noch teurer als gedacht. Am Nachmittag wurde bestätigt, dass die Wolfsburger in den USA mit Entschädigungszahlungen von insgesamt 14,7 Milliarden Dollar rechnen müssen. VW hatte bisher zehn Milliarden Dollar für den Rückkauf und die Reparatur von Diesel-Autos in den USA zurückgelegt.

Bafin gegen London als Börsensitz

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
117,40
Differenz relativ
-1,43%

Die Finanzaufsicht BaFin ist gegen London als Sitz einer deutsch-britischen Börse. "Es ist schwer vorstellbar, dass der wichtigste Börsenplatz im Euro-Raum von einem Standort außerhalb der EU gesteuert wird", sagte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Felix Hufeld, am Dienstag am Rande einer Konferenz in Frankfurt. "Da wird man sicher nachjustieren müssen."

Salzgitter hebt Prognose an

Abwärts geht es dagegen mit den Aktien von Salzgitter. Dabei hat Deutschlands zweitgrößter Stahlkocher am Dienstag seine Ergebnisprognose angehoben und erwartet für das laufende Jahr nun einen Vorsteuergewinn von 30 bis 60 Millionen Euro. Das wäre deutlich mehr als 2015, als 13 Millionen Euro vor Steuern zu Buche standen. Dass die Aktie trotzdem fällt, liegt an Goldman Sachs. Deren Analysten haben die Papiere von Salzgitter und KlöCo um gleich zwei Stufen von "Buy" auf "Sell" abgestuft. Das Kursziel für Salzgitter wurde auf 22 Euro, das Ziel für KlöCo auf 9,20 Euro gesenkt. Der zuständige Analyst verwies in einer Studie auf gestiegene Stahlexporte Chinas sowie die wirtschaftlichen Risiken durch den Brexit.

K+S leidet unter Analystenschelte

Auch die K+S-Aktien geben nach den enttäuschenden Quartalszahlen gestern weiter nach. Die Deutsche Bank hat das Kursziel für K+S von 21 auf 19 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Hold" belassen. Das vom Salz- und Düngemittelhersteller nun erwartete operative Ergebnis (Ebit I) liege erheblich unter dem Vorjahr und unter den Konsensschätzungen, hieß es mit Blick auf die jüngste Gewinnwarnung.

Stada bekommt noch mehr Druck

Der amerikanische Investor Guy Wyser-Pratte ist bei dem unter Druck stehenden Arzneimittelhersteller Stada mit weniger als drei Prozent eingestiegen. "Wir haben in den vergangenen Monaten einen Aktienbestand aufgebaut, noch liegen wir unter drei Prozent bei Stada", sagte Wyser-Pratte dem "Handelsblatt". Der Investor fordert einen Zusammenschuss mit einem internationalen Konkurrenten.

Dow Chemical streicht Tausende Stellen

Der vor der Fusion mit dem Konkurrenten Dupont stehende Chemiekonzern Dow Chemical hat in seinem Silikon-Geschäft die Stilllegung von Produktionsanlagen und Stellenstreichungen angekündigt. Insgesamt sollen dadurch 2.500 Jobs wegfallen, rund vier Prozent der Belegschaft des Gesamtkonzerns. Dow Chemical rechnet in diesem Zusammenhang mit Kosten von 410 bis 460 Millionen Dollar im zweiten Quartal.

lg

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 23. Juli

Unternehmen:
Daimler: Weltpremiere des ersten Elektroautos der neuen Marke EQ in Stockholm
Ryanair: Q1-Zahlen, 07:00 Uhr
Philips: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Julius Bär: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Hasbro: Q2-Zahlen, 12:30 Uhr
Halliburton: Q2-Zahlen, 12:45 Uhr
Kering: Q2-Zahlen, 16:00 Uhr
Michelin: Q2-Zahlen, 17:45 Uhr
Luxxotica: Halbjahreszahlen, 17:45 Uhr
Alphabet (Google): Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss
Amgen: Q2-Zahlen
AMD: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Bundesbank-Monatsbericht Juli, 12:00 Uhr
USA: CFNA-Index für Juni, 14:30 Uhr
USA: Wiederverkäufe Häuser im Juni, 16:00 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone im Juli, 16:00 Uhr