Marktbericht 9:30 Uhr

Marktbericht positiv, Strohfeuer, Feuer
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Gegenbewegung auf wackligen Füßen Dax-Erholung nur ein Strohfeuer?

Stand: 07.12.2018, 09:30 Uhr

Im Dax haben Schnäppchenjäger das Kommando übernommen und sorgen für steigende Kurse. Aber die Lage bleibt nach dem Ausverkauf vom Vortag brandgefährlich.

Der Dax eröffnet den Handel am Freitag bei 10.876 Punkten und damit knapp 70 Punkte höher als am Vortag. Eine Gegenbewegung nach einem "rabenschwarzen Donnerstag" wie Christian Henke von Broker IG Markets schreibt. Der Index hatte gestern 3,5 Prozent auf 10.810 Punkte verloren verloren und war auf dem tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.928,45
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Allerdings bröckeln erste Anfangsgewinne mittlerweile wieder ab, so dass nur noch gut ein halbes Prozent Plus an der Anzeigetafel steht.

"Nach dem G20-Treffen am vergangenen Wochenende hatten die Marktteilnehmer auf ein baldiges Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China gehofft. Doch nun könnte der Konflikt eskalieren", so der Experte weiter. Denn nach der Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei ist die weltweite Sorge der Investoren über eine Eskalation des Streits zwischen China und Amerika deutlich gestiegen.

Chinas Medien auf dem Kriegspfad

ARD-Börsenstudio: Dorothee Holz
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Börse 08.00 Uhr: Chinas Staatsmedien regen sich auf

Zumal China über die Staatsmedien scharfe Kritik am Vorgehen der Amerikaner äußerte. Die "Global Times" wirft den USA vor, auf "einen verabscheuungswürdigen Schurkenansatz" zurückzugreifen. Bei der Festnahme geht es nach Insiderberichten darum, ob Huawei das britische Geldhaus HSBC für illegale Transaktionen mit dem Iran genutzt habe.

Die Trump-Administration steht zudem den chinesischen Netzwerkausrüstern kritisch gegenüber und verdächtigt sie der Spionage. So zuletzt auch beim ZTE-Konzern. Die japanische Regierung will Insidern zufolge keine Lieferverträge mehr mit Huawei und ZTE abschließen. Ein entsprechendes Verbot für Regierungsbehörden sei geplant, sagten Insider der Nachrichtenagentur "Reuters".

Und dann auch noch Fresenius

Fresenius-Firmensitz in Bad Homburg
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Börse 09.05 Uhr: Aktien der Fresenius-Familie brechen ein - Dax erholt

Als ob die China-Ängste nicht schon genug wären, am Morgen fliehen die Anleger im Dax in Scharen aus den Papieren des Bad Homburger Gesundheitskonzerns.

Beide Aktien stehen mit großem Abstand am Dax-Ende, Fresenius-Aktien waren in der Spitze schon über zwölf Prozent eingebrochen.

Fresenius rudert zurück

Der Medizinkonzern kappt wegen einer zuletzt schwächeren Geschäftsentwicklung und hoher Investitionen im kommenden Jahr seine Mittelfristziele. Auf Basis der derzeitigen Erwartungen für die Geschäftsjahre 2018 und 2019 sei nicht mehr damit zu rechnen, dass die Ziele für 2020 erreicht würden, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag nach Börsenschluss in Bad Homburg mit.  | mehr

Fresenius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
41,34
Differenz relativ
-2,45%

FMC

FMC: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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61,30
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-1,79%

Wall Street uneinheitlich

An der New Yorker Börse herrschte am Donnerstag zwar ebenfalls Verunsicherung über die neuen China-Sorgen, der Markt beruhigte sich aber im Handelsverlauf etwas und schloss uneinheitlich. Während die Standardwerte moderat im Minus tendierten, drehte die Technologiebörse Nasdaq ins Plus. Der Composite-Index gewann 0,4 Prozent zu, um 0,6 Prozent ging es beim Auswahlindex Nasdaq100 bergauf. Der Leitindex Dow Jones verlor 0,32 Prozent auf 24.947, der S&P-500-Index 0,15 Prozent auf 2.695 Punkte.

Nasdaq Composite: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
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7.098,31
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+0,95%
Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
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6.763,96
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+0,89%
Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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24.578,49
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Asien erholt

Nikkei 225 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
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21.816,19
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Die wichtigsten Börsen Asiens haben sich am Freitag stabilisiert. Die vor allem in Japan und Hongkong teils steile Talfahrt der vorangegangenen Tage hinterließ in der zu Ende gehenden Woche jedoch ihre Spuren. "Diese turbulenten Märkte sind einfach nichts für ängstliche Naturen", so kommentierte Marktexperte Stephen Innes vom Währungsbroker Oanda das heftige Auf und Ab der Börsen seit Anfang Oktober.

Am Freitag legte der Tokioter Nikkei-Index jedoch 0,8 Prozent zu auf 21.678 Punkte. Im Wochenverlauf bedeutet das ein Minus von drei Prozent, womit die Erholungsgewinne aus der vorangegangenen Woche fast wieder ausradiert wurden. Chinas CSI-300-Index schloss prozentual unverändert bei 3181,56 Punkten. Damit konnte der Index mit den 300 wichtigsten Werten der chinesischen Festlandbörsen ein kleines Wochenplus von 0,3 Prozent verbuchen.

Carl Zeiss Meditec: Der ostdeutsche Vorzeigekonzern

Gestützt auf Zuwächse vor allem in den Regionen Asien/Pazifik und Amerika hat der Medizintechnikhersteller aus dem TecDax im Geschäftsjahr 2017/2018 Umsatz und Gewinn gesteigert. Der Umsatz legte um 7,6 Prozent zu auf 1,28 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) kletterte auf 197,1 (Vorjahr: 180,8) Millionen Euro. Vorbörslich legt die Aktie leicht zu.  | mehr

Microsoft setzt auf Google-Technologie

Microsoft wird seinen Webbrowser Edge künftig auf Basis von Technologie des Rivalen Google betreiben - und will ihn erstmals auch auf Apples Mac-Computer und Rechner mit älteren Windows-Versionen bringen. Der Software-Konzern bestätigte in der Nacht zum Freitag, dass Edge künftig mit der Web-Engine Chromium laufen werde, die Software-Entwicklern zur freien Verfügung steht. Das hatte vor einigen Tagen bereits das Technologie-Blog "Windows Central" berichtet.

Edge hatte erst vor gut drei Jahren den betagten Internet Explorer auf dem aktuellen Betriebssystem Windows 10 abgelöst. Er kam zuletzt allerdings nach Berechnungen der Marktforschungsfirma Statcounter nur auf einen Anteil von 2,2 Prozent. Googles Chrome-Browser - der ebenfalls auf Chromium läuft - dominiert demnach mit knapp 62 Prozent.

Microsoft: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
96,50
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-0,63%
Alphabet A: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum Intraday
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1.063,68
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Alphabet C: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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935,73
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Amazon will Flughafen-Shops ausbauen

Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.477,00
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-0,87%

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon will nach Insiderangaben offenbar sein Netz an kassenlosen Läden auf Flughäfen erweitern. Ein solcher Schritt würde die Bemühungen US-Konzerns aus Seattle untermauern, nicht mehr reiner Online-Anbieter zu sein, sondern auch den Einzelhandel aufzumischen.

Amazon baut derzeit das Netz an sogenannten Amazon-Go-Läden aus. Wenn Kunden diese Supermärkte betreten, nutzen sie ihr Smartphone zur Registrierung. Danach identifizieren Kameras automatisch, was im Einkaufskorb landet. Nach dem Verlassen des Geschäfts wird der entsprechende Betrag von der Kreditkarte abgebucht. Inzwischen betreibt Amazon sieben solcher Läden, unter anderem in Chicago, San Francisco und Seattle.

Euro kaum verändert

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1381
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Die Gemeinschaftswährung tendiert am Morgen etwas leichter bei 1,1365 Dollar, bleibt aber etwa auf dem Niveau des US-Handels. In Amerika haben sich hatten sich in der Nacht sowohl Fed-Chef Jerome Powell als auch einige andere Notenbanker geäußert. Powell sprach von einer "sehr guten" Konjunktur im Land bei historisch niedriger Arbeitslosigkeit, was auch die Aktienmärkte beruhigte.

John Williams, Chef der New Yorker Fed, erklärte, die bisher verhängten Zölle wirkten sich nur in "relativ kleinem" Ausmaß aus. Der wichtigere und größere Effekt sei aber die höhere Unsicherheit für Unternehmen, von denen einige gesagt hätten, dass Investitionen verschoben worden seien.

Am Nachmittag (ab 14:30 MEZ) werden die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten für den Februar erwartet, stets das wohl wichtigste Datum im Datenkranz der amerikanischen Konjunkturzahlen. Auch das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan für den Dezember steht ab 16:00 Uhr auf der Agenda.

Deutsche Industrieproduktion sinkt

Fundamentaler Gegenwind für den Euro kommt derweil aus Deutschland. Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Oktober nämlich überraschend heruntergefahren. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,5 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Ökonomen hatten hingegen einen Anstieg um 0,3 Prozent erwartet.

"Die Industrieproduktion ist schwach ins vierte Quartal gestartet", erklärte das Ministerium. Da die Autoindustrie mit der Umstellung auf das neue Abgastestverfahren WLTP zu kämpfen hat, drosselten viele Autobauer zuletzt ihre Produktion.

WLTP

WLTP (Englisch für: Worldwide harmonized light vehicles test procedure) beschreibt ein weltweit harmonisiertes Testverfahren zur Bestimmung von Schadstoffwerten bei Kraftfahrzeugen. Es beschreibt damit Normen zur Bestimmung von Parmetern wie CO2-Emissionen, Kraftstoff- oder Energiebverbrauch oder auch elektrischen Reichweiten.

Dauerbrenner Brexit und Italien

Derweil bereitet die italienische Populistenregierung aus der "5-Sterne-Protestpartei" und der rechtsextremen "Lega-Nord" unbeirrt die Verabschiedung ihres von der EU-Kommission abgelehnten Haushalts im Parlament vor. Die 5-Sterne haben derweil den Rücktritt des parteilosen Finanzministers Tria gefordert, der ihrer Meinung nach nicht hart genug mit der EU verhandelt hat. Tria gilt als gemäßigter Vertreter der Regierung, ein Rücktritt würde wohl für schwere Verwerfungen am Markt sorgen.

Ölmarkt zwischen Konjunktursorgen und Produktionskürzungen

Die Beratungen wichtiger Ölförderländer über eine Kürzung ihrer Produktion gehen am Freitag weiter. Die 15 Staaten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und Nicht-Opec-Länder wie Russland treffen sich am Opec-Sitz in Wien. Ziel ist es, den zuletzt stark gefallenen Ölpreis wieder zu stabilisieren.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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50,92
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-2,26%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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59,86
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.244,91
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Es gilt als offen, ob es zu einem neuen gemeinsamen Produktions-Limit kommt. Entscheidend wird vor allem sein, ob Russland zu Kürzungen bei der Förderung bereit ist. Die Opec ist zuletzt unter Druck geraten, weil der Ölpreis von Anfang Oktober bis Anfang Dezember von mehr als 85 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) auf weniger als 60 Dollar abgestürzt ist. Im Gegenzug belasten Konjunktursorgen im Gefolge des chinesisch-amerikanischen Handelsstreits immer wieder die Notierungen.

rm

Tagestermine am Donnerstag, 13. Dezember

Unternehmen:
Fraport: Verkehrszahlen 11/18, 07:00 Uhr
Metro AG: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Tui: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Starbucks: Investor Day, 18:00 Uhr
BMW: Absatz 11/18
Bertrandt: Jahreszahlen
ThyssenKrupp: Investor Day

Konjunktur:
Deutschland: Konjunkturprognose Ifo-Institut, 10:00 Uhr
EU: EZB-Zinsentscheid, 13:45 Uhr, PK 14:30 Uhr
USA: Im- und Exportpreis 11/18, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr