Marktbericht 11:35 Uhr

Marktbericht negativ
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Wochengewinn pulverisiert Dax: Die Stimmung ist mies – und das ist gut so?!

von Angela Göpfert

Stand: 14.12.2018, 11:35 Uhr

Kurz vor Jahresschluss ist die Stimmung unter den Anlegern auf dem Tiefpunkt. Das schlechte Sentiment könnte eine Erholungsrally befeuern. Doch dazu müssten die Dax-Bullen einen enormen Kraftakt stemmen.

Die Stimmung unter den US-Anlegern ist auf ein neues Jahrestief eingebrochen. So sind laut der jüngsten Erhebung der American Association of Individual Investors (AAII) nur noch 20,9 Prozent der Privatinvestoren bullish gestimmt. Das Bärenlager ist dagegen weiter angeschwollen auf 48,9 Prozent.

Solche Extremwerte waren in der Vergangenheit häufig ein verlässlicher Indikator für einen Tiefpunkt am Aktienmarkt.

Das war nichts!

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.829,85
Differenz relativ
-0,87%

Gegen eine baldige neue Kursrally an der Wall Street und damit auch im Dax spricht allerdings der humorlose Abverkauf der jüngsten Aufwärtsbewegung. Mit dem heutigen Tag können wir die im Wochenverlauf erfolgte Aufwärtskorrektur getrost zu den Akten legen.

Der Dax fällt bis zum Mittag bis auf 10.734 Punkte, das ist ein Minus von 1,7 Prozent in der Spitze. Damit pulverisiert der Dax seine gesamten Wochengewinne. Am vergangenen Freitag waren die 30 deutschen Standardwerte bei 10.788 Punkten aus dem Xetra-Handel gegangen.

Ein erneuter Test der Marke von 10.500 Punkten scheint nun jederzeit möglich. Nach oben bilden die jüngsten Verlaufstiefs bei 11.009/11.051 Punkten zusammen mit der Parallelen zum Abwärtstrend seit Januar einen gewaltigen Kreuzwiderstand.

US-Futures tief im Minus

Die US-Futures deuten auf einen ähnlichen unerfreulichen letzten Handelstag der Woche an der Wall Street hin. So verlieren die Futures auf S&P 500 und Dow Jones aktuell jeweils 1,0 Prozent. Der Future auf den Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 gibt sogar um 1,2 Prozent nach.

Die Anleger sind alarmiert. Neue Daten aus China schüren Ängste vor einer globalen Konjunkturdelle.

S&P 500 (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.621,61
Differenz relativ
-1,04%
Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
24.348,73
Differenz relativ
-0,99%

Warnsignal aus China

In China ist die Industrieproduktion im November weniger gewachsen als erwartet. Die Firmen stellten binnen Jahresfrist 5,4 Prozent mehr her, wie das nationale Statistikamt am Freitag mitteilte. Analysten hatten allerdings einen Anstieg von 5,9 Prozent erwartet.

Auch der Einzelhandel legte weniger stark zu als erwartet. Das ist ein weiteres Warnsignal, dass die chinesische Wirtschaft an Fahrt verliert. Der Abwärtsdruck auf die globale Konjunktur nimmt zu.

China setzte Strafzölle auf Autos aus den USA aus

Für etwas Erleichterung sorgt indes diese Meldung vom späten Freitagvormittag: China setzt im Handelsstreit mit den USA die Strafzölle auf Autos und Autoteile aus den Vereinigten Staaten für drei Monate aus.

Dies gelte ab dem 1. Januar, teilte die Regierung in Peking am Freitag mit. Im Sommer hatte sie die Zölle auf US-Autos von zehn auf 35 Prozent angehoben und reagierte damit auf US-Strafzölle auf chinesische Waren. 

Dollar stark gefragt

Die Ölpreise haben ihre anfängliche Schwäche überwunden. Im Handelsverlauf dürfte die Ölförderung in den USA stärker in den Fokus rücken. Am Abend werden neue Daten zur Anzahl der aktiven Bohrlöcher in den USA veröffentlicht.

Der Goldpreis fällt auf 1.239 Dollar je Feinunze. Der Preis für das gelbe Edelmetall wird durch den wieder anziehen Dollar belastet. Der Euro gibt deutlich nach auf aktuell 1,1295 Dollar.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
60,96
Differenz relativ
+0,35%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.238,22
Differenz relativ
-0,30%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1285
Differenz relativ
-0,65%

Vollbremsung auf dem Automarkt

Der europäische Automarkt verliert weiter an Fahrt. Im November sank die Nachfrage in der Europäischen Union den dritten Monat in Folge. Der Branchenverband Acea machte wie in den Monaten zuvor die neuen EU-Abgasregeln für den Rückgang verantwortlich. Die Zahl der Zulassungen in den EU-Ländern sank im November um acht Prozent auf rund 1,12 Millionen.  | mehr

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
74,19
Differenz relativ
+0,01%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
148,84
Differenz relativ
-0,57%
Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
47,46
Differenz relativ
-0,17%

VW vor Auslieferungsrekord

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
148,84
Differenz relativ
-0,57%

Der Volkswagen-Konzern hat im November erneut weniger Autos an seine Kunden ausgeliefert – und steht doch vor einem Auslieferungsrekord im Gesamtjahr. Weltweit sank der Absatz im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,4 Prozent auf 940.900 Fahrzeuge. Grund dafür ist laut VW vor allem die anhaltende Kaufzurückhaltung in China.

Insgesamt stiegen die Auslieferungen von Januar bis November um 1,8 Prozent auf rund 9,92 Millionen Autos. Damit sei ein neuer Auslieferungsrekord für 2018 in Reichweite, teilte Volkswagen mit.

Ex-Bayer-Manager wird neuer Thyssenkrupp-Finanzchef

Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
15,53
Differenz relativ
-1,43%

Der ehemalige Bayer-Manager Johannes Dietsch wird als neuer Finanzvorstand die Aufspaltung von Thyssenkrupp begleiten. Der 56jährige solle einen Drei-Jahres-Vertrag erhalten und sein Amt im Februar 2019 antreten, teilte der Essener Konzern am Freitag mit. Dietsch war zuletzt Finanzvorstand bei Bayer, er schied dort im Mai aus. Der Posten des Thyssenkrupp-Finanzchefs musste neu besetzt werden, weil Amtsinhaber Guido Kerkhoff im Sommer zum Vorstandschef ernannt wurde.

Neuer Ärger für die Deutsche Bank

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,68
Differenz relativ
-2,29%

Die schlechten Nachrichten für die Deutsche Bank reißen nicht ab. In den USA fordern führende demokratische Politiker Ermittlungen des Senats nach der jüngsten Razzia wegen Geldwäsche. Angesichts der zahlreichen Verfehlungen der Vergangenheit sollte der Bankenausschuss des US-Senats Ermittlungen gegen das Geldhaus einleiten, schrieben die demokratischen Senatoren Elizabeth Warren und Chris Van Hollen an den republikanischen Ausschuss-Vorsitzenden Mike Crapo.

Die Vorkehrungen des Instituts gegen Geldwäsche sollten überprüft werden. Sorge bereite den beiden Senatoren, dass die Deutsche Bank als Korrespondenzbank anderen Instituten bei der Geldwäsche oder bei der Umgehung von US-Sanktionen behilflich gewesen sein könnte.

Gegenwind für T Mobile und Sprint

Gegner der geplanten Übernahme von Sprint durch T-Mobile US haben sich in den USA zusammengeschlossen, um den Milliardendeal zu stoppen. Das Geschäft werde zu höheren Preisen für Mobilkunden führen und Nutzern in ländlichen Gebieten schaden, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung der neuen Gruppe. Zu ihr gehören Unternehmen wie C-Spire und Dish sowie Gewerkschaften wie die Communications Workers of America (CWA). Sie rief die US-Telekomaufsicht FCC auf, die Übernahme nicht zu genehmigen, da sie nicht im öffentlichen Interesse sei.

Auch das US-Justizministerium prüft gegenwärtig die Pläne für die 26 Milliarden Dollar schwere Fusion. Der Finanzchef von T-Mobile US, J. Braxton Carter, hatte im November erklärt, er erwarte eine Genehmigung im zweiten Quartal 2019.

T-Mobile US: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
57,35
Differenz relativ
+0,72%
Sprint: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
5,26
Differenz relativ
-0,57%

United Internet – Großauftrag aus China?

Der chinesische Telekommunikationsausrüster ZTE verhandelt laut "Handelsblatt" mit United Internet über einen möglichen Großauftrag. In einem Geheimtreffen sei ein Plan diskutiert worden, nachdem ZTE den Netzaufbau übernehmen würde und United Internet die Infrastruktur anschließend leasen würde, schreibt die Zeitung.

ZTE verliert zum Ende des Jahres seinen größten Auftrag in Deutschland mit dem Mobilfunknetzbetreiber Telefonica Deutschland (O2) – und ist nun offenbar auf Suche nach Ersatz.

ZTE

ZTE: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
1,71
Differenz relativ
-2,29%
United Internet: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
37,61
Differenz relativ
-1,78%

Verlässt Scout24 die Börse?

Scout24: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
40,14
Differenz relativ
+11,19%

Der Onlinemarktplatz-Betreiber Scout24 prüft laut der "Financial Times" einen Verkauf an Finanzinvestoren und den Abschied von der Börse. Der Betreiber von Immobilienscout24 und Autoscout24 habe Banken und Berater damit beauftragt, ihn bei einem möglichen Verkauf zu unterstützen, hieß es. Es sei nicht klar, dass der Prozess tatsächlich in einem Verkauf münde.  | mehr

Leoni: Ernüchterung nach Jubel

Leoni: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
31,41
Differenz relativ
-0,79%

Im SDax steht die Leoni-Aktie nach dem Kurssprung vom Vortag heute auf der Verliererseite. Leoni-Papiere waren am Donnerstag um 18,1 Prozent auf 31,66 Euro geklettert. Der indische Autozulieferer Motherson Sumi hat Insidern zufolge ein Auge auf den Nürnberger Kabel- und Bordnetz-Spezialisten Leoni geworfen. Die Gespräche seien aber noch in einem frühen Stadium.

Kurseinbruch bei Dr. Hönle

Dr. Hönle: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre
Kurs
44,10
Differenz relativ
-13,53%

Der Spezialist für UV-Technologie sorgt mit einem enttäuschen Ausblick unter den Anlegern für Entsetzen. Für das erste Quartal rechnet der Vorstand mit einem Ergebnis nahezu auf Vorjahresniveau, schließt aber nicht aus, dass sich die Rahmenbedingungen im weiteren Geschäftsverlauf eintrüben. Vor diesem Hintergrund geht Dr. Hönle für 2018/2019 von einem Umsatz von 115 bis 130 Millionen Euro und einem Betriebsergebnis von 22 bis 30 Millionen Euro aus.

Qualcomm setzt Apple zu

Der Chipkonzern Qualcomm will in seinem Patentstreit mit Apple schnell einen ersten Teilerfolg in China ausbauen. Nachdem Qualcomm vor einem Gericht in der Stadt Fuzhou ein Verkaufsverbot für mehrere ältere Modelle erzielen konnte, sollen nun auch die diesjährigen Geräte iPhone XS samt der größeren Version XS Max sowie das iPhone XR ins Visier genommen werden.

"Wir planen, die selben Patente für Klagen gegen die drei neuen iPhone-Modelle einzusetzen", sagte ein chinesischer Qualcomm-Anwalt der "Financial Times".

Qualcomm: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum Intraday
Kurs
58,09
Differenz relativ
+0,64%
Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
149,40
Differenz relativ
-0,65%

Französische Regierung sucht Ghosn-Nachfolger

Die französische Regierung will nach Informationen von Insidern Renault-Chef Carlos Ghosn an der Spitze des Autobauers ersetzen. Es würden bereits Kandidaten für den Posten unter die Lupe genommen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Regierung stelle eine Liste mit möglichen Nachfolgern für Ghosn zusammen, der in Japan in Untersuchungshaft sitzt.

Dem Ex-Topmanager des japanischen Renault-Partners Nissan wird vorgeworfen, gegen Börsenauflagen des Landes verstoßen zu haben. Mitangeklagt ist seine frühere rechte Hand Greg Kelly, der ebenfalls in U-Haft sitzt. Ghosn hatte in den 1990er Jahren Nissan vor der Beinahe-Pleite gerettet.

LVMH kauft Luxus-Hotelkette Belmond

Der französische Luxusgüterkonzern LVMH will die Hotelkette Belmond schlucken. Den Aktionären werden 25 US-Dollar je Aktie geboten, teilte LVMH am Freitag in Paris mit. Dies sei ein Aufschlag von 42 Prozent zum Schlusskurs der in den USA notierten Belmond-Aktie vom Donnerstagabend. Die Transaktion bewertet Belmond mit 2,6 Milliarden US-Dollar.

Belmond besitzt und betreibt Luxushotels, Touristenzüge, ein Flusskreuzfahrtschiff und Restaurants unter anderem an Standorten in Italien, Portugal, Brasilien und den USA. Mit diesem Schritt baut LMVH sein Geschäft mit Luxus-Übernachtungen weiter aus.

Tagestermine am Freitag, 14. Dezember

Unternehmen:
Stabilus: Jahreszahlen (endg.), 07:00 Uhr
Isra Vision: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
KWS Saat: Hauptversammlung, 11:00 Uhr
Dr. Hoenle: Jahreszahlen

Konjunktur:
Japan: Tankan-Report Q4/18, 00:50 Uhr China: Einzelhandelsumsatz 11/18, 3:00 Uhr
China: Industrieproduktion 11/18, 3:00 Uhr
Deutschland: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 12/18 (vorl.), 9:30 Uhr
EU: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 12/18 (vorl.), 9:30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsatz 11/18, 14:30 Uhr
USA: Industrieproduktion 11/18, 15:15 Uhr
USA: Kapazitätsauslastung 11/18, 15:15 Uhr
USA: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 12/18 (vorl.), 15:45 Uhr
USA: Lagerbestände 10/18, 16:00 Uhr