Marktbericht 20 Uhr

Auftakt zur Jahresendrally? Dax - Die Bullen sind stark

Stand: 14.10.2016, 20:00 Uhr

Anleger kauften heute wie verrückt Aktien. Dabei steht die Zinserhöhung in den USA vor der Tür. Selbst die China-Angst scheint verflogen. Da beschwört mancher schon von Jahresendrally.

Video

boerse vor acht vom 14.10.2016

Wenn die Berichtssaison gut läuft - und darauf deutet der zuletzt starke Ifo-Index hin - stehen die Chancen auf eine Jahresendrally gar nicht so schlecht, urteilten jüngst die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). In der Tat zeigt sich der Dax recht stark. Gestern noch ängstigte man sich wegen der anstehenden Zinserhöhung in den USA und wegen der China-Schwäche.

Heute macht der Dax die Kursverluste wieder wett. Er legte zeitweise 1,8 Prozent zu auf 10.615 Punkte. Am Ende ging er mit einem Tagesgewinn von 1,6 Prozent bei 10.583 Punkten ins Wochenende. Im späten Handel verlor er knapp neun Punkte. Trotz der Verluste der vergangenen drei Tage stimmt damit auch die Dax-Wochenbilanz wieder, das deutsche Börsenbarometer legte 0,9 Prozent zu.

Heute wurden neue Inflationsdaten aus China als Grund für die gute Stimmung bemüht. Dort sind das erste Mal seit fast fünf Jahren die Erzeugerpreise gestiegen. So schwach kann die Konjunktur also doch nicht sein, urteilten Investoren. "Die Preisdaten im Reich der Mitte sendeten nun wieder Hoffnungszeichen", sagte LBBW-Analyst Uwe Streich. Gestern hatte man sich wegen der schwachen Exporten Chinas noch gesorgt.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 3 Monate
Kurs
12.143,47
Differenz relativ
+0,85%
Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.868,64
Differenz relativ
+0,75%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1156
Differenz relativ
-0,06%

Der schwächelnde Euro stärkte dem Dax zudem den Rücken. Die europäische Währung tauchte sogar unter 1,10 Dollar. Die Wall Street gab zusätzlich positive Impulse, der Dow Jones notiert rund ein halbes Prozent im Plus bei 18.180 Punkten.

Hörfunk-Moderatorin Franka Welz
Audio

ARD-Börse: Debakel Brexit - Pfund fällt immer tiefer

Im Tagesverlauf war die Erholung der Ölpreise eine wichtige Stütze für den Aktienmarkt - allerdings gaben die Preise am Ende wieder nach. Der Goldpreis musste der akuten Dollar-Stärke Tribut zollen. Die Feinunze Gold gab nach auf aktuell 1.253 Dollar.

Und wieder ist die Macht mit der Fed-Chefin

Später wird sich noch die Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, zu Wort melden. Möglicherweise gibt sie etwas konkretere Hinweise auf den kurzfristigen Kurs der Fed. Zurzeit ist nicht sicher, ob die Notenbank ihre Ende 2015 begonnene und seither ruhende Zinswende in diesem Jahr fortsetzen wird.

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
Audio

Börse 20.15 Uhr

Durchwachsene Konjunkturdaten aus den USA gaben keine klaren Impulse. Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich dem Konsumklimaindikator der Universität Michigan zufolge im Oktober eingetrübt. Die Erzeugerpreise legten im September überraschend deutlich zu und die Umsätze des Einzelhandels stiegen.

Eon/RWE kommen wohl billiger davon

Zur Mittagszeit bekam der Dax noch eine Extra-Portion Schubkraft durch RWE und Eon. Der Gesetz-Entwurf über die Atom-Altlasten fällt für die Versorger wohl milder aus als gedacht. So können sich die Konzerne für 23,55 Milliarden Euro von der Verantwortung für Zwischen- und Endlagerung des radioaktiven Mülls freikaufen. Zuvor war von rund 26 Milliarden die Rede. Außerdem können sie in Raten zahlen.

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
23,24
Differenz relativ
-0,43%
EnBW: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
[an error occurred while processing this directive]

Eon

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,38
Differenz relativ
+0,73%

Revival der Banken

Im Dax wie auch in den anderen europäischen Börsenbarometern sind Finanz-Titel nach ihren Kursverlusten vom Vortag gefragt. Deutsche Bank und Commerzbank gehören zu den größten Dax-Gewinnern.

Deutsche Bank: Noch mehr Stellenabbau?

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
6,71
Differenz relativ
+0,98%

Die krisengeplagte Deutsche Bank, die momentan fast jeden Tag für Schlagzeilen gut ist, ließ diese auch heute nicht missen: Offenbar gibt es Gedankenspiele über einen weiteren Jobabbau. Finanzchef Marcus Schenck habe bei einem Treffen mit Betriebsräten im September gesagt, eigentlich müssten im Konzern weitere 10.000 Stellen gestrichen werden (zusätzlich zu den bereits geplanten 9.000), um die Kosten nachhaltig zu senken. So zitiert ihn jedenfalls ein Insider gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

US-Banken scheffeln Milliarden

Die in den Mittagsstunden veröffentlichten Quartalsbilanzen der US-Großbanken passten zur guten Stimmung. JP Morgan verdiente im dritten Quartal 6,3 Milliarden Dollar, die Citigroup 3,8 Milliarden. Selbst die Skanalbank Wells Fargo brachte es auf 5,6 Milliarden Gewinn.

VW: Schlechter als die Konkurrenz

VW hat im September in Europa weiter Marktanteile verloren. Die Hausmarke VW wuchs mit 3,3 Prozent deutlich schwächer als der Markt. Besser stehen Daimler und BMW da. Im September legte BMW mit seiner Stammmarke um 10,5 Prozent zu, Daimler mit der Marke Mercedes-Benz um 17,9 Prozent.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
64,63
Differenz relativ
-0,28%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
144,70
Differenz relativ
-0,08%
Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
52,12
Differenz relativ
+0,19%

Neuer China-Champion vor BASF?

BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
62,22
Differenz relativ
+0,47%

In China ist offenbar eine Großfusion im Gange. Sinochem und ChemChina sondieren Insidern zufolge einen Zusammenschluss. Zusammen kommen sie auf fast 100 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Das wäre ein neuer Weltmarktführer - vor BASF.

Neues Ungemach für Lufthansa

Die Lufthansa -Billigtochter Eurowings steuert auf einen Streik der Flugbegleiter zu. Die Tarifgespräche der Kabinenpersonal-Gewerkschaft Ufo wurden abgebrochen. Jetzt ist Ufo wieder auf Streik gepolt. Ab spätestens nächster Woche könne es losgehen. Das wäre schmerzhaft für Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Eurowings ist eines seiner strategisch wichtigsten Projekte.

Beiersdorf zu schlecht positioniert?

Beiersdorf: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
100,10
Differenz relativ
-1,18%

Die Deutsche Bank hat Beiersdorf von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 100 auf 88 Euro gesenkt. Der Konsumgüterkonzern scheine weniger gut positioniert zu sein, um von den aktuellen Absatztrends in der Kosmetikbranche zu profitieren, schrieb Analystin Eva Quiroga-Thiele in einer Studie.

Continental: Zenit überschritten?

Die britische Investmentbank Barclays hat Continental von "Overweight" auf "Equal Weight" abgestuft und das Kursziel von 243 auf 184 Euro gesenkt. Die negativere Einschätzung der Conti-Aktie begründete Analyst Alexis Albert mit der Erwartung, dass die Reifenpreise wohl auf ihrem Höhepunkt angelangt seien.

Südzucker: Aktie auf Drei-Jahres-Hoch

Im MDax ist die Südzucker-Aktie über alle Maßen gefragt. Sie steigt auf den höchsten Stand seit Mitte 2013. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für den MDax-Titel nach endgültigen Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal von 23,20 auf 23,60 Euro angehoben und die Einstufung auf "Neutral" belassen.

Hugo Boss: Kaufempfehlung kommt gut an

Eine frische Kaufempfehlung der Commerzbank beflügelt die Aktien des Modekonzerns Hugo Boss. Der Kurs der Boss-Anteilsscheine hat sich seit April vergangenen Jahres mehr als halbiert. Laut Analyst Andreas Riemann unterschätzt der Markt aber das Sparpotenzial des Unternehmens.

Stada: Das wird teuer!?

Ganz am MDax-Ende notiert die Stada-Aktie. Die Commerzbank hat den Generika-Hersteller auf "Reduce" herabgestuft und das Kursziel um 5 auf 45 Euro gesenkt. Analyst Daniel Wendorff sieht durch notwendige Investitionen zunächst eine Belastung für die Gewinne in den Jahren 2017 und 2018.

Software AG: Kurseinbruch nach Zahlen

Mit Abstand größter TecDax-Verlierer ist die Software AG. Der SAP-Konkurrent hat im dritten Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) die Erwartungen der Experten verfehlt. Das Ebit brach um ein Viertel ein auf 50,1 Millionen Euro. Neben einem Umsatzrückgang belastete ein Rechtsstreit in den USA das Ergebnis mit rund fünf Millionen Euro.

Braas-Monier: Beginn der Annahmefrist

Aktionäre von Braas Monier können im Rahmen des Angebots von Standard Industries ab heute ihre Aktien andienen. Sie erhalten 25,00 Euro in bar pro Anteilsschein. Die Annahmefrist endet am 23. Dezember 2016 um 24 Uhr. Das Angebot ist nicht an eine Mindestannahmeschwelle gebunden.

Chinesen bei Aixtron am Ziel

Bei einer anderen Übernahme - Aixtron - ist man schon weiter. Der chinesische Bieter für den deutschen Spezialmaschinenbauer hat sein Mindestziel für die Übernahme erreicht. Die Grand Chip Investment meldete am Freitag, dass ihr knapp 60 Prozent der Aixtron-Aktien angeboten wurden. 50 Prozent plus einer Aktie hätte den Chinesen auch gereicht.

TLG macht Großeinkauf in Frankfurt

Die ostdeutsche Immobiliengesellschaft TLG investiert erstmals im großen Stil im Westen. Für 160 Millionen Euro hat das Berliner Unternehmen von einem amerikanischen Investor zwei Bürogebäude in Frankfurt gekauft.

Steinhoff Down Under

Die deutsch-südafrikanischen Möbelfirma Steinhoff - bekannt für ihre Poco-Läden in Deutschland - kauft in Australien weiter zu. Sie erwirbt die australische Möbelfirma Fantastic Holdings für umgerechnet rund 250 Millionen Euro. Der Expansionshunger ist enorm: Gerade erst hatte Steinhoff den größten US-Matratzenhändler Mattress Firm für 3,4 Milliarden Euro gekauft. Für die britische Billigkette Poundland zahlte der Konzern 730 Millionen Euro.

Samsung: Schlimmer geht immer

Das Desaster beim neuen Top-Smartphone Galaxy Note 7 kommt den Konzern noch teurer zu stehen. Das operative Ergebnis wird in den nächsten beiden Quartalen umgerechnet 2,7 Milliarden Euro geringer ausfallen. Damit kosten die Brände beim neuen Smartphone-Flaggschiff die Südkoreaner bislang rund fünf Milliarden Euro.

Yahoo: Platzt der Deal?

Der Datendiebstahl bei Yahoo könnte die geplante Übernahme des Kerngeschäfts durch Verizon platzen lassen. Der Angriff auf mindestens 500 Millionen Yahoo-Nutzerkonten könnte eine Klausel in dem Vertrag auslösen, die einen Rückzug Verizons ermögliche, sagte der Leiter der Verizon-Rechtsabteilung.

HP: Bis zu 4.000 Jobs weniger

Der Hardware-Hersteller HP Inc reagiert mit einem weiteren Stellenabbau auf die Flaute im Geschäft mit Computern und Druckern. In den nächsten drei Jahren sollen quer durch die Belegschaft 3.000 bis 4.000 Jobs gestrichen werde. Zuletzt hatte das Unternehmen etwa 50.000 Mitarbeiter.

Sony: Nintendo als Vorreiter

Nach Nintendo plant auch der Playstation-Hersteller Sony einem Medienbericht zufolge den Einstieg in die Welt der Smartphone-Spiele. Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" am Freitag berichtete, sollen die ersten Smartphone-Spiele gegen März 2018 herauskommen.

Twitter: Livestreams in Profi-Qualität

Twitter macht den nächsten Schritt bei seinem stärkeren Fokus auf Videoinhalte: Die Livestreaming-Plattform Periscope wird für Übertragungen in professioneller Qualität geöffnet. Mit "Periscope Producer" wird es nun möglich, Videos direkt mit professioneller Ausrüstung samt Einsatz mehrerer Kameras auszuspielen.

Tesla: Offizielle Warnung des KBA?

Das Bundesverkehrsministerium warnt Tesla-Fahrer der "Bild" zufolge vor der Nutzung des Autopiloten der Elektrofahrzeuge. In einem Brief des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) sollen rund 2.500 Tesla-Fahrer in den nächsten Tagen darauf hingewiesen werden, dass die Funktion nur als Hilfe benutzt werden dürfe und die Aufmerksamkeit des Fahrers zu 100 Prozent erforderlich sei.

Tagestermine am Mittwoch, den 22. Mai

Unternehmen:
Daimler: Hauptversammlung in Berlin, 10:00 Uhr
Commerzbank: Hauptversammlung in Wiesbaden, 10:00 Uhr
Morphosys: Hauptversammlung in Planegg, 10:00 Uhr
König & Bauer: Hauptversammlung in Würzburg, 10:00 Uhr
Uniper: Hauptversammlung in Düsseldorf, 10:00 Uhr
Symrise: Hauptversammlung in Holzminden, 10:00 Uhr
Vossloh: Hauptversammlung in Düsseldorf, 10:00 Uhr
Patrizia Immobilien: Hauptversammlung in Augsburg, 10:00 Uhr
MAN SE: Hauptversammlung in München, 10:00 Uhr
Alstria Office Reit: Hauptversammlung in Hamburg, 10:00 Uhr
Zalando: Hauptversammlung in Berlin, 10:00 Uhr
Aareal Bank: Hauptversammlung in Wiesbaden, 10:30 Uhr
bet-at-home.com: Hauptversammlung in Frankfurt
Novartis: Investorentag in Boston (inkl. 23.5.)
Vienna Insurance: Q1-Zahlen
Deutsche Post: Investorentag ADO Properties: Q1-Zahlen

Konjunktur:
Japan: Handelsbilanz 4/19, 1:50 Uhr
großbritannien: Verbraucher- und Erzeugerpreise 4/19, 10:30 Uhr
USA: EIA Energieministerium Ölbericht (wöchentl.), 16:30 Uhr
USA: FOMC-Sitzungsprotokoll v. 1.5.19, 20:00 Uhr Uhr