Marktbericht 14:45 Uhr

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Starker Euro Dax-Bullen geben noch nicht auf

Stand: 15.04.2019, 14:45 Uhr

Deutschlands Wirtschaft schwächst sich immer weiter ab, könnte in diesem Jahr nur noch ein halbes Prozent erreichen. Dennoch hält sich der Dax oberhalb der Schwelle von 12.000 Punkten - trotz der zahlreichen Problemwerte wie den Autos, den Banken und den Versorgern. Ein Zeichen von Stärke?

Tatsächlich schwankt der Leitindex zu Beginn der Karwoche um die Marke von 12.000 Punkten. Am Vormittag wagte sich der Dax sogar bis auf 12.029 Zähler in die Höhe und war damit nur zwei Pünktchen von dem am Freitag erklommenen Jahreshoch bei 12.031 Punkten entfernt.

Frische Impulse könnten am Nachmittag von den US-Börsen kommen. Dort wird der Dow Jones-Index eine Stunde vor Handelsbeginn kaum verändert erwartet bei 26.412. Als Kurstreiber an der Wall Street könnten sich aber erneut die Quartalszahlen der Banken erweisen. Sowohl Goldman Sachs als auch die Citigroup haben die Gewinnprognosen der Analysten übertroffen. Auch der Empire-State-Index für das verarbeitende Gewerbe in der Region New York ist im April um 10,1 Punkte deutlich stärker gestiegen als erwartet.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.554,50
Differenz relativ
+0,41%

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.222,39
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+0,57%

Damit bleiben die Vorzeichen stabile, eventuell sogar steigende Kurse auch in Frankfurt gut, wenngleich die Börsen in der Karwoche zu einer Seitenlage neiden. Nach Einschätzung der Charttechniker von der UBS wird der Dax in den kommenden Tagen an seinem jüngsten Verlaufshoch gemessen. Am Freitag war er bis auf 12.031 Punkte gestiegen, wo dem Leitindex dann aber der Schwung verloren ging. Sollte er darüber zurückkehren, wäre mit einer direkten Fortsetzung der Kaufwelle bis 12.104 Punkte zu rechnen, schreiben die Experten der Schweizer Großbank.

Ausgehend vom aktuellen Niveau bei 12.000 Punkten sind es somit nur wenige Punkte, damit dieses "Long-Szenario" der UBS greift. "Die Bullen sind sprungbereit", schrieben die Experten. Nach unten ist der Weg ihrer Einschätzung nach etwas weiter: Für ein "Short-Szenario" müsste der Dax um etwa 150 Punkte fallen. "Erst ein nachhaltiger Bruch der Marke von 11.850 Punkten würde die Käufer aktuell unter Druck setzen", hieß es.

Verschnaufpause für Ölpreise

Die Ölpreise tendieren zu Wochenbeginn leicht abwärts. Der übergeordnete Trend bei WTI und Brent bleibt aber aufwärtsgerichtet. Seit Jahresbeginn hat sich Nordseeöl um rund 30 Prozent verteuert, US-Rohöl gar um gut 40 Prozent. Der Euro hat sich bis zum Nachmittag kaum verändert. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1312 Dollar und damit geringfügig mehr als im asiatischen Handel. Am Markt war die Rede von einem ruhigen und impulslosen Handel. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1321 Dollar festgesetzt.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1237
Differenz relativ
+0,04%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
71,98
Differenz relativ
+0,39%

Ex-VW-Chef Winterkorn angeklagt

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Goldman: Gewinn bricht zweistellig ein

Goldman Sachs hat im ersten Quartal einen Gewinn- und Umsatzeinbruch erlitten. So sank der Überschuss im Jahresvergleich von 2,83 auf 2,25 Milliarden Dollar. Die Einnahmen gingen um 13 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar zurück. Das ist noch weniger als Analysten erwartet hatten. Positiv überraschte die Bank mit einem Gewinn je Aktie von 5,71 Dollar. Hier hatten die Experten einen Einbruch auf 4,97 Dollar erwartet. Goldman musste vor allem im Handel empfindliche Einbußen hinnehmen. Die Einnahmen sanken im Jahresvergleich um 18 Prozent. Beim Handel mit Aktien gingen die Erlöse sogar um 24 Prozent zurück.
Doch die Bank blickt optimistisch in die Zukunft und hebt ihre Quartalsdividende von 80 auf 85 Cent an. Doch überzeugen kann die Bank die Anleger damit nicht.  | mehr

Citigroup: Mehr Gewinn trotz rückläufiger Einnahmen

Einsparungen und niedrigere Steuern haben der US-Großbank Citigroup im ersten Quartal zu einem höheren Ergebnis verholfen, obwohl die Einnahmen wegen gesunkener Erlöse im Wertpapierhandel leicht zurückgingen. Insgesamt erwirtschaftete die Bank einen Überschuss von 4,7 Milliarden Dollar (plus zwei Prozent) bei Erlösen von 18,6 Milliarden Dollar (minus zwei Prozent). Der Gewinn je Aktie von 1,87 Dollar übertraf deutlich den Vorjahreswert von 1,69 sowie die Schätzungen der Analysten. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um 2,3 Prozent zu.

VW stellt neuen Tesla-Konkurrenten vor

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
163,14
Differenz relativ
+1,10%

Volkswagen rechnet in seinem größten wichtigsten Markt in China nach dem Einbruch der Verkaufszahlen wieder mit einer Erholung. "Wir sehen eine Belebung im April, aber es ist noch keine Goldrauschstimmung", sagte Marken-Vertriebschef Jürgen Stackmann vor dem Beginn der Automesse in Shanghai. Nach momentaner Schätzung rechne der Autobauer 2019 im Land mit einem Absatz etwa auf Vorjahresniveau, sagte Stackmann. Vor allem im zweiten Halbjahr soll sich der Markt wieder erholen.  | mehr

Daimler: Gewinnmitnahmen nach neuen Betrugs-Vorwürfen

Daimler gerät in der Diesel-Affäre wieder stärker unter Druck. Ein Konzernsprecher bestätigte einen Bericht der "Bild am Sonntag", wonach das Kraftfahrtbundesamt (KBA) ein Anhörungsverfahren gegen die Stuttgarter wegen des Verdachts auf eine "unzulässige Abschaltvorrichtung" eingeleitet habe. Betroffen sind dem Blatt zufolge 60.000 Fahrzeuge vom Modell GLK 220 CDI mit der Abgasnorm 5, die zwischen 2012 und 2015 produziert wurden.

Die Daimler-Aktie gehört am Montag zu den größten Verlierern im Dax. Die neuen Negativ-News sind ein willkommener Anlass für Gewinnmitnahmen. Erst am Freitag war die Daimler-Aktie auf ein Hoch seit Oktober gestiegen. Seit Jahresbeginn hat sie rund ein Viertel an Wert gewonnen. Anleger warten nun im Autosektor auf die anstehenden Quartalszahlen. Die Analysten der Schweizer Großbank UBS rechnen dabei laut einer aktuellen Branchenstudie bei Daimler mit enttäuschenden Ergebnissen.

Rocket Internet: "Amazon" für Afrika treibt Aktie

Aktien von Rocket Internet erobern nach dem Börsendebüt der afrikanischen Online-Plattform Jumia die MDax-Spitze. Die Rocket-Beteiligung war am Freitag in New York mit einem Kursfeuerwerk an die Börse gegangen. Der Tagesschlusskurs der Jumia-Aktie lag mit 25,46 Dollar 75 Prozent über dem Ausgabepreis (14,50 Dollar).

Die Rocket-Beteiligung Jumia schreibt zwar noch rote Zahlen, steigerte den Umsatz 2018 allerdings deutlich. Das Unternehmen setzt große Hoffnungen auf einen Online-Boom in Afrika.  | mehr

Fußball-Trip führt Puma nach Spanien

Der Sportartikel-Hersteller Puma baut sein Fußballengagement aus. Der Konzern wird offizieller technischer Partner der spanischen Fußballmeisterschaft LaLiga. Ab der Saison 2019/20 wird Puma den Ball und andere Produkte für die Spiele der wichtigsten Ligen des spanischen Fußballs liefern. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

Die spanische Liga ist eine der größten der Welt. Puma zufolge erreicht sie jährlich 2,7 Milliarden Zuschauer in 183 Ländern und mehr als 80 Millionen Follower in sozialen Medien. Bislang hatte der weltgrößte Sportartikelhersteller, der US-Konzern Nike, den Ball gestellt.

ProSiebenSat.1 und Mediaset dementieren Flirt

ProSiebenSat.1 hat Spekulationen über einen Zusammenschluss mit dem italienischen Medienkonzern Mediaset zurückgewiesen. "Wir befinden uns nicht in Fusionsgesprächen mit Mediaset, und ich erkenne in einem Zusammenschluss keine industrielle Logik", sagte ProSiebenSat.1-Chef Max Conze am Wochenende. Zuvor hatte Mediaset bereits mitgeteilt, dass es keine Gespräche mit dem MDax-Unternehmen über einen Zusammenschluss gebe. Damir reagierten die beiden Firmen auf einen Bericht in der italienischen Zeitung "Il Sole 24 Ore" über angebliche Fusionsverhandlungen.

Börsenneuling Akasol will Umsatz verdreifachen

Der Darmstädter Batteriesystem-Anbieter rechnet im laufenden Jahr mit einem kräftigen Umsatzwachstum und will seine Produktionskapazitäten erhöhen. Der Umsatz werde 2019 auf mindestens 60 Millionen Euro zulegen - nahezu eine Verdreifachung der 21,6 Millionen Euro, die Akasol 2018 erzielte. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) soll bei mindestens sieben Prozent (2018 bereinigt: 8,1 Prozent) liegen. Die auf Batteriesysteme für Nutzfahrzeuge, Bahnen und Schiffe spezialisierte Firma ist seit Juni 2018 börsennotiert.

Publicis: Franzosen-Aktie mit US-Bonus

Die Milliardenübernahme der französischen Werbeagentur Publicis in den USA kommt bei den Anlegern gut an. Die Publicis-Aktie erobert am Montag die Spitze des französischen Leitindex CAC40. Experten äußern sich positiv über die 4,4 Milliarden Dollar schwere Kaufofferte für den amerikanischen Daten- und Marketingspezialisten Epsilon.

Der Deal sehe attraktiv aus und verbreitere die Kundenbasis von Publicis enorm, schreiben die Analysten des Brokers Liberum. Mit dem Kauf der Sparte des amerikanischen Unternehmens Alliance Data würde sich Publicis, die Konzerne wie Mercedes-Benz, Carrefour und Marriott zu ihren Kunden zählt, in den USA deutlich verstärken. Dort ist der Wettbewerb mit den Rivalen Omnicom, Interpublic und WPP besonders groß.

Fisher-Price ruft nach Todesfällen Baby-Wiegen zurück

Nach Berichten über den Tod von mehr als 30 Säuglingen hat der amerikanische Spielzeughersteller Fisher-Price weltweit Millionen von Baby-Wiegen zurückgerufen. Das teilten die US-Verbraucherschutzkommission CPSC und der Hersteller am Freitagabend (Ortszeit) mit.

Anlass waren Berichte über Todesfälle, bei denen sich Säuglinge in der Wiege umgedreht hatten und erstickt waren. Von dem Rückruf sind rund 4,7 Millionen Exemplare der "Rock 'n Play Sleepers" betroffen. Den Rückruf bestätigte auch eine Unternehmenssprecherin in Frankfurt am Main. Fisher Price ist eine Tochtergesellschaft des börsennotierten Barbie-Konzerns Mattel.

Rossmann beendet Amazon-Abenteuer

Die zweitgrößte deutsche Drogeriemarktkette Rossmann beendet laut "Süddeutscher Zeitung" nach zwei Jahren wieder die Kooperation mit dem US-Versandhändler. Der designierte Rossmann-Chef Raoul Roßmann sagte dem Blatt, "dass diese spezielle Art der ultraschnellen Zustellung nach Bestellung von unseren Kunden nicht nachgefragt wird. Die Kunden gehen lieber in die Märkte und wollen keinen Aufpreis zahlen, um sich die Sachen ins Büro liefern zu lassen". Amazon bestätigte dem Bericht zufolge das Ende der Zusammenarbeit.  | mehr

lg

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Wie Amazon-Chef Bezos zum reichsten Mann der Welt wurde Gelobt als Visionär, getadelt als Chef

Jeff Bezos als Kind

Der Junge aus Albuquerque
Jeffrey "Jeff" Preston Jorgensen kam am 12. Januar 1964 in Albuquerque in New Mexico zur Welt. Nach einem Jahr trennte sich seine Mutter Jacklyn Gise von Jeffs Vater, dem Zirkusartisten Ted Jorgensen. Als Jeff vier Jahre alt war, heiratete seine Mutter den kubanischen Immigranten Miguel Bezos. Mit ihm bekam sie zwei weitere Kinder: Christina und Mark. Miguel Bezos adoptierte Jeff. Das erfuhr er mit zehn Jahren - doch...

Tagestermine am Freitag, den 19. April

Unternehmen:
Keine Termine absehbar

Konjunktur:
Japan: Verbraucherpreise 3/19, 1:30 Uhr
USA: Baubeginne- und genehmigungen 3/19, 14:30 Uhr

Sonstiges:
Feiertag "Karfreitag" :
Börsen in Österreich, Schweiz, Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Hong Kong, Italien, Niederlande, Polen und USA geschlossen.

Börsen in Japan, Russland, China und Korea geöffnet.