Dax bügelt Vorwochenverlust aus

Stand: 01.03.2010, 20:08 Uhr

Amerikanische Konjunkturdaten und die abflauende Furcht vor einem möglichen Staatsbankrott Griechenlands haben den deutschen Aktienmarkt am Montag gestützt. Ganze zwei Prozent legte der Dax zu und schloss oberhalb der 5.700-Punktemarke.

Der Dax hatte den Handel am Montag schon freundlich begonnen. Die Aussicht, dass die EU dem mit seinen Schulden kämpfenden Griechenland unter die Arme greift, ließ die Anleger aufatmen. Am Nachmittag sorgten ein paar amerikanische Konjunkturzahlen für noch etwas mehr Rückenwind, der Dax legte 2,1 Prozent zu und schloss bei 5.714 Punkten.

Die Wirtschaftszahlen aus Amerika waren zwar nicht überragend gut, vor allem der Einkaufsmanagerindex fiel mit 56,5 Punkten schwächer aus als erwartet. Bau- und Verbraucherausgaben hingegen übertrafen die Prognosen leicht, für die zuletzt von Wirtschaftspessimismus gepeinigten Anleger war dies gut genug. Selbst dem unter Erwartungen ausgefallenen ISM-Index gewannen Analysten eine positive Seite ab. Die Erholung der US-Wirtschaft, schreibt die Postbank in ihrer Analyse, bliebe trotz des Rückschlages intakt.

Im Dax, der am Montag mit einem Schlag seine Vorwochenverluste ausbügelte, schlossen alle Werte im Plus. Sehr gut schnitten die Aktien von Adidas, Bayer und der Fresenius-Familie ab. Die Deutsche Bank hatte das Kursziel von Adidas-Aktien auf 35 Euro angehoben und das Rating auf "Hold" verbessert, Adidas-Aktien schlossen 4,7 Prozent höher. Auch Bayer profitierte von einem Analystenkommentar, die Commerzbank hatte das Papier auf "Buy" hochgestuft.

Die Aktien von Fresenius Medical Care stiegen auf ein neues Rekordhoch von knapp unter 40 Euro und haben nun, wie die Charttechniker sagen, bis 45 Euro "Luft". Auch die Muttergesellschaft Fresenius legte am Montag deutlich zu, die Aktie gewann 3,6 Prozent. Vergangene Woche hatten beide Firmen einen durchaus erfreulichen Ausblick veröffentlicht.

Merck kauft in den USA zu
Vergangene Woche noch hatte der Pharmakonzern Merck eine, für die Aktionäre, enttäuschende Bilanz vorgelegt. Am Montag überraschte die Firma mit einer geplanten Milliardenübernahme. Merck will das amerikanische Biotechunternehmen Millipore übernehmen und 7,2 Milliarden Dollar dafür zahlen. Mit dem Millipore-Management ist der Deal bereits abgesprochen, die Merck-Aktie stieg um 2,9 Prozent.

Börse setzt ein Viertel mehr um
Die Deutsche Börse hat am Nachmittag ihre Handelszahlen für den vergangenen Monat veröffentlicht. Wie der Handelsplatzbetreiber berichtete, erhöhten sich die Umsätze auf Xetra um 25 Prozent. Auf Xetra und dem Frankfurter Parkett setzte die Börse 103 Milliarden Euro um, was einem Plus von ebenfalls knapp einem Viertel entspricht.

Stada erwartet Wachstum
Der Pharmakonzern Stada, im MDax notiert, veröffentlichte am Montag vorläufige Geschäftszahlen für 2009 und stellte für 2010 erneutes Wachstum in Aussicht. Die Dividende will Stada auf 0,55 Euro je Aktie anheben, nachdem die Firma 2009 einen um ein Drittel höheren Gewinn von 100,4 Millionen Euro verbuchte. Der Umsatz sei um fünf Prozent auf 1,57 Milliarden Euro gefallen. Für das laufende Jahr erwartet Stada wieder steigende Umsätze. Die Aktionäre honorierten die Bilanz außerordentlich, die Aktie stieg um 7,3 Prozent.

Lanxess und Demag führen MDax an
Neben Stada legten im MDax die Aktien von Lanxess und Demag stark zu. Beim Kranhersteller Demag verwiesen die Händler auf charttechnische Gründe. Die Aktie habe ein mehrwöchiges Hoch erreicht, jetzt sei Raum bis 27,11 Euro. Lanxess-Aktien legten um acht Prozent zu, weil die Chemiefirma am Montag eine ansprechende Gewinnprognose veröffentlichte. Dank starker Nachfrage aus Asien werde das Jahresergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bis zu 470 Millionen Euro erreichen. Zuvor hatte Lanxess noch 420 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die endgültige Jahresbilanz gibt es am 17. März.

Baywa bilanziert Milliardenumsatz
Die recht gute Bilanz des ebenfalls im MDax notierte Baustoff- und Agrarkonzerns Baywa wurde von den Anlegern nicht so euphorisch aufgenommen. Die Firma schloss das Jahr 2009 mit deutlich schwarzen Zahlen ab. Der Umsatz erreichte 7,26 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern gab Baywa mit 75,1 Millionen Euro an. Angesichts des Krisenjahres 2009 sei dies, so Baywa-Chef Klaus Josef Lutz, ein "sehr erfreuliches Ergebnis."

Aurubis will glänzen
Gute Geschäfte erwartet der Kupferkonzern Aurubis in diesem Jahr. Man werde im laufenden Geschäftsjahr "aller Voraussicht" nach mehr verdienen, teilte der Chef des MDax-Unternehmens, Bernd Drouven, mit. Die Aktionäre sollen davon profitieren, Aurubis stellte ihnen eine höhere Dividende in Aussicht. Die Anleger lassen sich nicht zweimal bitten, die Aktie legte fast fünf Prozent zu.

Gildemeister auf dem richtigen Weg
Der Werkzeugmaschinenhersteller Gildemeister sieht wieder Land. Auf der Leitmesse für Metallverarbeitung habe man Bestellungen in Höhe von 29,3 Millionen Euro erhalten, teilte die MDax-Firma mit. Damit hat Gildemeister noch nicht das Niveau von 2008 erreicht, doch nach dem äußerst schwachen Jahr 2009 ziehe die Nachfrage nun stetig an, ließ das Gildemeister-Management wissen. Die Aktie schloss drei Prozent fester.

Medigene beginnt Salbenvermarktung
Gute Nachrichten hat auch das Biotechunternehmen Medigene. Die im TecDax notierte Firma beginnt mit einem Partner die Vermarktung einer von ihr hergestellten Warzensalbe. Die TecDax-Aktie stieg am Montag und gewann mehr als zwei Prozent.

Solarnachrichten aus dem TecDax
Die Solarfirma Solarworld meldete am Morgen, dass sie ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Emirat Katar gründet. Das Joint Venture, das zu 29 Prozent zu Solarworld gehört und auf den Namen Qatar Solar hört, soll Polysilizium herstellen. Da die im TecDax notierte Firma Centrotherm von den 500 Millionen Dollar, die in die neue Firma investiert werden, etwas abbekommen wird, stieg deren Aktie um mehr als fünf Prozent. Solarworld-Papiere hingegen rutschten im Tagesverlauf immer weiter ab, sie verbilligten sich um fast vier Prozent.

GFT beendet schwaches Jahr
Der IT-Dienstleister GFT hat 2009 mit einem spürbaren Umsatzrückgang beendet. Die Firma meldete einen Jahreserlös von 217 Millionen Euro, acht Prozent weniger als vor einem Jahr. Das Vorsteuerergebnis sank um etwa ein Viertel auf 7,9 Millionen Euro. 2010 will GFT bei Umsatz und Gewinn wieder besser abschneiden.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 16. Juli

Unternehmen:
United Continental: Q2-Zahlen
America Movil: Q2-Zahlen, 22 Uhr

Konjunktur:
China: BIP Q2, 4 Uhr
China: Industrieproduktion, Juni, 4 Uhr
EU:Euro Zone-Handelsbilanz, Eurostat, Mai, 11 Uhr
USA: Empire State Index, Juli, 14:30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsatz, Juni, 14:40 Uhr
Sonstiges:
Tokio Märkte wegen eines Feiertags geschlossen