Dax bleibt über 7.000

Stand: 16.12.2010, 20:02 Uhr

Der Dax hat auch im Abendhandel leichte Gewinne verbucht. Gebremst wird die Freude allerdings von der anhaltenden Euro-Krise, die heute im Mittelpunkt eines Treffens der EU-Staats-und Regierungschefs steht.

Die EU-Staaten wollen einen ständigen Rettungsschirm für angeschlagene Euro-Länder beschließen, der 2013 in Kraft treten soll. Ob es darüber hinaus weitere Entscheidungen zur dauerhaften Rettung des Euro geben wird, bleibt abzuwarten.

Kein Wunder also, dass sich auch die Anleger heute mit Aktienkäufen zurückhielten. Gestützt von Kursgewinnen an der Wall Street beendet der Dax den Abendhandel rund 17 Punkte höher bei 7.025.

"Die Party geht weiter, aber man muss schauen, dass die Getränke nicht ausgehen", sagte Chefhändler Oliver Roth von der Close Brothers Seydler Bank mit Blick auf das weiter hohe Kursniveau am Markt. Im Fokus der Anleger stünden neben der Euro-Krise der am morgigen Freitag anstehende Ifo-Geschäftsklima-Index sowie der große Verfallstermin, der diesmal aber angesichts der Schuldenproblematik in der EU weniger als sonst ein Thema sein dürfte.

An der Wall Street kommt der Dow Jones-Index am Abend immer mehr in Fahrt, nachdem er zunächst leicht abgeben musste. Beflügelt werden die Kurse von dem deutlich besser als erwartet ausgefallenen Philly-Fed-Index, der die Konjunkturstimmung im Raum Philadelphia misst. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der Dow Jones 51 Punkte höher bei 11.508.

Der Euro klettert am Abend wieder über die Marke von 1,32 Dollar, nachdem er zuvor darunter gerutscht war. Damit reagierte die Gemeinschaftswährung auf die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), ihr Grundkapital von 5,8 auf 10,8 Milliarden Euro aufzustocken, um weiter Staatsanleihen der verschuldeten Peripherie-Staaten aufkaufen zu können.

Steuerpläne stützen Deutsche Börse
Größter Gewinner im Dax ist die Aktie der Deutschen Börse, nicht etwa, weil der Börsenbetreiber von Eschborn in die Hauptstadt umziehen will, um noch mehr Steuern zu sparen. Händlern zufolge reagiert das Papier vielmehr auf Meldungen wonach der von der Bundesregierung geplante Steuersatz für Finanztransaktionen nur sehr niedrig ausfallen wird. Die Rede ist von 0,01 Prozent. Die bisher diskutierten Alternativen waren 0,05 und 0,1 Prozent.

Hochtief: Etappensieg für ACS
Einen Tag nach dem erhöhten ACS-Angebot will mit dem Vermögensverwalter Southeastern der drittgrößte Hochtief-Großaktionär den Spaniern ein größeres Paket anbieten. Dabei handelt es sich um zwei Millionen der von den Amerikanern kontrollierten Hochtief-Aktien. Dies sei in etwa die Hälfte der von Southeastern gehaltenen Aktien. Damit würde der ACS-Anteil an Hochtief wieder auf knapp 30 Prozent klettern.

Telekom-Chef bleibt weitere fünf Jahre
René Obermann bleibt weitere fünf Jahre Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. Der Aufsichtsrat verlängerte den im November kommenden Jahres auslaufenden Vertrag vorzeitig bis Ende Oktober 2016. Obermann sei der richtige Mann für die Zukunft des Unternehmens, er werde den Konzern zu neuen Erfolgen führen, sagte der Vorsitzende des Kontrollgremiums, Ulrich Lehner.

Daimler will Tognum nicht kaufen
Daimler plant nach eigener Darstellung derzeit nicht die Übernahme des im MDax notierten Motorenherstellers Tognum. Das "Manager Magazin" hatte zuvor berichtet, Daimler-Chef Dieter Zetsche strebe den Rückkauf der früheren Tochtergesellschaft an. Die Papiere des Großmotorenherstellers schossen zeitweise um sechs Prozent in die Höhe und waren größter MDax-Gewinner. Daimler hatte Tognum vor einigen Jahren an den Finanzinvestor EQT verkauft, war später aber wieder eingestiegen und hält inzwischen 28,4 Prozent an dem Unternehmen.

FedEx überzeugt mit Ausblick
Der US-Paketdienst FedEx hat im zweiten Geschäftsquartal weniger verdient als erwartet. Der Nettogewinn ging auf 283 Millionen oder 0,89 Dollar je Aktie zurück, von 345 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten für das Ende November abgelaufene Quartal im Schnitt mit 1,31 Dollar gerechnet. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 9,63 Milliarden Dollar. Hier waren Analysten von 9,7 Milliarden ausgegangen. Für das Gesamtjahr gab sich der Konzern aber zuversichtlich. Die Aktie gibt zunächst nach, dreht dann aber ins Plus. Der Konzern überzeugte mit einem zuversichtlichen Ausblick. Auch die Titel des Konkurrenten Deutsche Post gehören zu den Gewinnern im Dax.

Klöckner & Co (KlöCo) bereitet Expansion vor
Die Aktie des Duisburger Stahlhändlers Klöckner & Co (KlöCo) ist einer der größten Verlierer im MDax. Der Grund: das Unternehmen will sich über eine Wandelanleihe frisches Kapital besorgen. Das Papier hat ein Volumen von rund 185 Millionen Euro und soll in sieben Jahren in 6,65 Millionen Aktien gewandelt werden. Damit verschafft sich das Unternehmen die nötigen Mittel für die geplante Expansion. Der Umsatz soll bis zum Jahr 2020 auch durch Übernahmen vervierfacht werden.

Carl Zeiss Meditec setzt auf Asien
Der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec blickt dank florierender Geschäfte in Asien mit Zuversicht in das neue Jahr. Nach Umsatz- und Ergebniszuwächsen im abgelaufenen Geschäftsjahr (bis Ende September) will das auf Geräte zur Augenheilkunde spezialisierte Unternehmen bei den Erlösen weiter zulegen und seine operative Rendite verbessern. Bis 2015 peilt die im TecDax notierte Firma eine Steigerung seiner operativen Rendite (Ebit-Marge) auf 15 Prozent an. sagte Vorstandschef Ludwin Monz. Die Aktie fällt trotzdem.

BVB-Aktie in den Keller gekloppt
Nach dem gestrigen Aus in der Europa League bricht die Aktie von Borussia Dortmund prozentual zweistellig ein. Durch das enttäuschende Abschneiden entgehen dem BVB Millionenbeträge.

IQ Power: Penny-Stock sendet Lebenszeichen
Die Aktie des Batterieentwicklers IQ Power steigt kräftig. Nach Angaben des Schweizer Unternehmens hat der TÜV Rheinland eine Batterie von IQ Power zertifiziert.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Donnerstag, 20. September

Unternehmen:
Rocket Internet: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
Schaeffler: Kapitalmarkttag
Nfon: Q2-Zahlen
Ryanair: HV in Dublin
GlaxoSmithKline: HV
Micron Technology: Q4-Zahlen, nach US-Börsenschluss

Konjunktur:
Deutschland: Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums, 08:00 Uhr
Schweiz: Zinsentscheid und geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB), 09:30 Uhr
USA: Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Industrie-Index Philly Fed für September, 14:30 Uhr
USA: Frühindikatoren für August, 16:00 Uhr
USA: Wiederverkäufe Häuser für August, 16:00 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen Euro-Zone, September, 16:00 Uhr

Sonstiges:
Salzburg: Informeller EU-Gipfel
Hannover: Eröffnung der IAA Nutzfahrzeuge 2018 (bis 27. September), mit Bundesverkehrsminister Scheuer
Frankfurt: 4. Konferenz für Finanztechnologie "Fintech-Revolution"