Dax bleibt standhaft

Stand: 12.11.2007, 20:00 Uhr

Nach den verheerenden Kursverlusten der vergangenen Wochen haben die Finanzwerte heute erstmals wieder zugelegt. Zwar blieben die Anleger weiter sehr vorsichitig, doch reichten die Aufschläge bei den Banken, um auch den Dax nahezu stabil zu halten.

Die Lage an den Aktienmärkten bleibt weiterhin unübersichtlich. Nach einer deutlichen Erholung am Nachmittag sank der Dax im Abendhandel wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 7800 Punkten und beendete den Handel mit einem Abschlag von 34 Punkten bei 7794 Zählern. Es waren vor allem Bankaktien, allen voran die Papiere der Postbank, die dem gesamten Markt zu einem kräftigen Rückenwind verhalfen. Aktienverkäufe bei den Index-Schwergewichten Siemens und E.on verhinderten allerdings, dass der Index ins Plus drehte. Trotzdem urteilten einige Händler, die Stimmung sei in den letzten Tagen wohl etwas schlechter gewesen als die tatsächliche Lage. Die Kaufluste der Anleger bleibt aber verhalten. Darauf deuten auch die im Vergeich zum Freitag deutlich geringeren Handelsvolumina hin. In der zweiten Reihe gerieten vor allem die Papiere von Kali + Salz unter die Räder. Die Anleger fürchten sich vor enttäuschenden Quartalszahlen, die das Kasseler Unternehmen morgen veröffentlichen wird. Die Aktie verliert knapp 10 Prozent.

Porsche-Aktien im Keller

Der Autobauer Porsche hat im angelaufenen Geschäftsjahr 2006/2007 einen Rekordgewinn verbucht. Der Jahresüberschuss kletterte von 1,393 Milliarden Euro im Vorjahr auf 4,242 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Das Ergebnis vor Steuern erreichte gar einen Rekordwert von 5,857 Milliarden Euro. Zu dem Gewinn trug auch der Einstieg bei Volkswagen stark bei. Allein eine Neubewertung der VW-Beteiligung habe eine einmalige Zuschreibung von 520,8 Millionen Euro ausgelöst. Die Aktie verliert trotzdem mehr als neun Prozent.

Blackstone mit Verlust
Die US-Beteiligungsfirma Blackstone hat im dritten Quartal einen Verlust von rund 113 Millionen Euro verbucht nach einem Gewinn von 372 Millionen Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Fehlbetrag sei vor allem auf Sonderbelastungen wegen der Aktienvergütung von Mitarbeitern zurückzuführen. Auch das Immobiliengeschäft der Firma war in den letzten Monaten in heftige Turbulenzen geraten. Blackstone-Chef Stephen Schwarzmann schätzt, dass es noch etwa ein halbes Jahr dauern werde, bis die Auswirkungen der Kreditkrise vorüber sind. An der Wall Street fielen die Papiere von Blackstone um mehr als sieben Prozent.

Deutsche Börse unter Druck
Die Aktien des Börsenbetreibers büßten bis zum Xetra-Schluss mehr als drei Prozent ein und waren damit Schlusslicht im Dax. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen nach dem jüngst kräftigen Kursplus. Auch hat die Börse beschlossen, trotz Rekordgewinne, in den kommenden zwei Jahren ihre Kosten weiter zu senken. Diesem Sparkurs sollen auch bis zu 300 Arbeitsplätze zum Opfer fallen.

Conergy gefragt
Die Aktie des schwer angeschlagenen Solar-Unternehmens Conergy hat ausnahmsweise einen guten Tag. Einige Marktbeobachter verwiesen auf Übernahmegerüchte nach den starken Kursverlusten. "Ich sehe derzeit niemanden, der das Risiko einer Übernahme eingehen würde", sagte dagegen ein Analyst.

Arcandor kommt zu Potte
Die Arcandor-Aktie gewinnt deutlich. Der Handels- und Reisekonzern rechnet nach den Worten von Vorstandschef Thomas Middelhoff mit einem Verkauf der verbliebenen Anteile an seinen Warenhaus-Immobilien bis Ende November. Der Erlös werde bei rund 800 Millionen Euro liegen, sagte der Manager der "Welt am Sonntag".

EADS mit großem Erfolg
Die Aktie des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS erhält ebenfalls einen positiven Impuls. Die Tochter Airbus hat eine Großauftrag der Fluggesellschaft Emirates erhalten. Die Araber bestellten 70 Exemplare des neuen Langstreckenflugzeugs A350 und erwarben Optionen auf 50 weitere Einheiten. Zudem orderte Emirates elf weitere Superjumbos A380. Außerdem rechnet Airbus im Gesamtjahr mit 1.100 Flugzeugbestellungen.

Aareal verbreitet Zuversicht
Der Immobilienfinanzierer rechnet weiter mit keinerlei Ausfällen wegen der Kreditmarktkrise. Auch die im dritten Quartal auf Wertpapiere im Handelsbestand abgeschriebenen 15 Millionen Euro werde die Bank vollständig zurückerhalten, sagte Vorstandschef Wolf Schumacher am Montag bei einer Telefonkonferenz. "Wir sind sicher, das Geld zu 100 Prozent zurückzubekommen, selbst im ABS-Portfolio." Die betroffenen Papiere seien keineswegs ausfallgefährdet. Im dritten Quartal sank der Vorsteuergewinn der Bank allerdings um 15 Prozent.

Rheinmetall will höher hinaus
Der Autozulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall hat nach einer guten Geschäftsentwicklung in den ersten drei Quartalen seine Umsatzprognose erhöht. Das Unternehmen rechnet nun im Gesamtjahr 2007 mit einem Umsatzwachstum um zehn Prozent nach bisher mindestens fünf Prozent.

Vivacon mit mehr Gewinn
Die Immobilienfirma Vivacon hat ihren Gewinn von Januar bis September um 52 Prozent auf 31,7 Millionen Euro nach oben geschraubt. Das operative Ergebnis stagnierte allerdings nur. Grund waren hohe Investitionen.

H&R Wasag auf dem Weg nach unten
Die Aktie des Spezialchemiekonzerns H&R Wasag ist auf ein Jahrestief gestürzt. Nach der jüngsten Gewinnwarnung hat das SDax-Mitglied seinen Quartalsbericht vorgelegt. Die Zahlen hätten durchweg am untersten Rand der Prognosen gelegen, sagte ein Börsianer.

Telefonica mit gutem Anschluss
Der spanische Telekomkonzern Telefonica hat in den ersten neun Monaten des Jahres Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und damit die Erwartungen am Markt übertroffen. Der Gewinn legte um 51 Prozent auf 7,85 Milliarden Euro zu und übertraf damit die Analystenerwartungen um mehr als eine Milliarde Euro.

Manz kann‘s
Die Aktie des Maschinenbauers Manz setzt ihren nahezu unglaublichen Kursanstieg weiter fort. Das Unternehmen hat in den ersten drei Quartalen Gesamtleistung und Ebit um rund 70 Prozent in die Höhe geschraubt.

Dax-Chart realtime

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